>■' ---- 11 - ^"^
Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. excl. Postaufschlag.
Die Jusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 11 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.
Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
> - ;.....—
...... l.-..l'...".lm-L II - " ' 4-H L..I. ~B—BBBg---i —^=85=1^f——Bg
Gratisbeilagen r „IUnftrirtes Donnragsbiatt" «. „Illnitriste lanvwirthschaftliche Veilage."
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 22. April 1901.
Nachstehend veröffentliche ich die Nachweisung über
die Ergebniffe der Frühjahrskörung der Zuchtbullen im Kreise.
Die Ortspolizeibehörden und die Königl. Gendarmerie haben strengstens darüber zu wachen, daß die zur Körung nicht vorgeführten und die für untauglich befundenenBullenzurNachzucht nicht verwendet werden.
Zuwiderhandlungen gegen die Polizeiverordnung vom 17. Januar 1879 — KreiSbl. Nr. 8 — sind unnach« sichtlich zur Bestrafung zu bringen.
I. 2209. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nachweisung über hie Körung der Zuchtbullen im Frühjahr 1901.
Gemeinde.
Anzahl der
Bullen.
Namen der Eigenthümer.
Datum der
Körung.
Resultate der Körung.
Bemerkungen.
Alter und Race der Bullen.
Nähere Bezeichnung der Bullen nach Farbe und Abzeichen.
Resultat der Körung.
A. Körungsbezirk Hersfeld.
1
Hersseld
1
Oekonom Otto Schimmelpfeng
13. April
1'/, Jahr Landrace
Schimmel
gut
2
Kalkobes
1
Bürgermeister H. Bätz
II
1’/ Jahr Simmenthaler
Gelbschack
3
Kohlhausen
1
Landwirt H. Leist
II
l1/« Jahr desgl.
II
4
Meckbach
1
Landwirt Eckhard Wetzel
ff
—
—
—-
Nicht erschienen.
5
1
Landwirt Johs. Möller vii.
—
—
—
Nicht erschienen.
6
Ober'geis
1
Landwirt Valentin Reifsert
II
l3/4 Jahr Simmenthaler
Gelbschack
unbrauchbar
7
Oberhaun
1
Landw. Joh. Peter Dehnhardt
II
l1/» Jahr Simmenthaler
II
unbrauchbar
8
Reilos
1
George Lehn Wittwe
II
2 Jahre Landrace
Rothbleß
unbrauchbar
9
Rohrbach
1
Gemeinde Rohrbach
II
1® / Jahr Simmenthaler
Gelbschack
gut
10
Rotensee
1
Landwirt Andreas Kunne
1'/, Jahr
Sorga
1
Landwirt Adam Schott
II
V/4 Jahr
II
II
B. Körungsbezirk Niederaula.
1
Asbach
1
Gastwirt Herzog
19. April
I1/, Jahr Berner Kreuzung
rothschäckig
untauglich
2
Beiershausen
1
Gutsbesitzer Adam Schüler
II
1 Jahr Simmenthaler Race
gelbschäckig
tauglich
1
Derselbe
II
1 Jahr Simmenthaler Race l'/i JahK Simmenthaler Race
—
untauglich
3
1
Landwirt Val. Vaupel
II
gelbschäckig
tauglich
4
Frielingen
1
Gutspächter Carl Eschstruth
II
l1/« Jahr Simmenthaler Race
gelbschlickig
Ist zur Herbstkörung nochmals vorzu.
5
Hattenbach
1
Jakob Reuber
II
2>/e Jahr Simmenthaler Race
weiß
tauglich
führen.
1
Derselbe
II
l’/4 Jahr Simmenthaler Race
gelbschäckig
gut
Holzheim
1
Derselbe
II
l1/, Jahr Simmenthaler Race
—
untauglich
6
1
Landwirt Adam Ellenberger
II
l‘/2 Jahr Simmenthaler Race
gelbschäckig
untauglich
7
Kleba
1
Landwirth Johs. Baumgard
II
l1/, Jahr Simmenthaler Race
—
tauglich
Kruspis
1
Derselbe
II
1'/ Jahr Berner Kreuzung
braunschäckig
untauglich
8
1
Bürgermeister, Göbel
l*/2 Jahr Berner KrevMig
weißgelb
gut
9
Mengshausen
1
Bürgermeister Wegfahrt
1T/S Jahr Berner Kreuzü»ef
gelbschäckig
tauglich
10
Reimboldshausen
1
Landwirt'Johs. Bornemann
1'/, Jahr Berner Kreuzun^M^
11
Niederaula
1
Johannes Rohrbach
II
l>/a Jahr Berner
meiß'
gut"
Gutsbesitzer Hoßbach
C. Körungsbezirk Friedewald.
1
Friedewald (Hof Weisenborn)
1 1
Der Bulle ist verkauft.
D. Körungsbezirk Schenklengsfeld.
1
Ausbach
1
Landwirt H. Mosebach
20. April
l*/2 Jahr Simmenthaler
Rothschack
gut
2
Landershausen
1
Gutsbesitzer A. Reinhard
II
l’/i Jahr Simmenthaler
Gelbschack
gut
Philippsthal
1
Derselbe
II
l1/« Jahr Simmenthaler
Rothschack
gut
3
1
Landwirt Adam Kroppe
—
—
—
Nicht erschienen.
41
5
Ransbach
1
Landwirt Asmus Burghardt
—
—
—
untauglich
Unterweisenborn
1
Landwirt Johs. Seligmann
II
11 /a Jahr Simmenthaler
Gelbschack
gut
6
Wehrshausen
1
Landwirt George Bock n.
—
—
—
untauglich
i 7 V*.
™ " (Hof Rimmrod)
1
Landwirt Johannes Riebold
l3/4 Jahr Simmenthaler
Rothschack
gut
8
Wüstfeld
1
Landwirt Johs. Heusner
rr
l*/a Jahr Simmenthaler
Rothbleß
gut
Eine Verwechselung.
Eine Erzählung von C. Borge».
(Fortsetzung.)
„Selbst ich!" wiederholte der Gatte erbleichend, und ? ein schmerzliche» Zucken malte sich in seinen Zügen. „Ich repräsentiere also in deinen Augen den Inbegriff i aller menschlichen Grausamkeit I Habe ich ein solche» hartes Urtheil verdient?"
„Darf Agathe also zu un» kommen?"
Elsbeth erhob bei dieser Frage freudig ihren Blick zu ihm empor. Ein leichte» Rot färbte ihre bleichen, schmalen Wangen, und ein glückliche» Lächeln umschwebte ihre Lippen. Sie glich in diesem Augenblicke dem blühenden, lebensfrohen Mädchen, dem er vor vier 6 Jahren seine Hand zum treuen Bunde gereicht hatte, von dem jetzt aber nur ein Schatten geblieben war. Doch selbst diese sichtliche, freudige Veränderung änderte den Entschluß de» Gatten nicht. Elsbeth liebte die Schwester, — zweifellos hatte sie ihn geheiratet, um für diese sowohl wie für sich selbst ein Obdach zu haben, nun, — da» sollte ihr wenigsten» nicht gelingen! Er war traurig genug, daß er seine» Gelde» wegen geheiratet
worden war! Sollte er jetzt noch die ganze Familie seiner Frau in seinem Hause dulden! Er bedachte nicht, daß die ganze Familie aus einem einzigen verlaffenen Mädchen bestand.
„Es ist ganz unmöglich!" versetzte er deshalb scharf. „So wie die Sachen hier im Hause stehen, dulde ich keine Besuche. Am allerwenigsten eine dir gleichgesinnte Schwester, die möglicherweise dein Herz noch mehr gegen mich verbittert!"
Elsbeth sah ihn groß und verwundert an.
„Ich bin gewiß nicht verbittert", flüsterte sie kaum hörbar, „doch du bist zu hart gegen mich, und daher fühle ich mich tief unglücklich. Aber ich sehe ein, daß das Verhältnis sich schlimmer durch Agathes Besuch gestalten könnte!"
„Vielleicht glaubst du, da» Zusammenleben sei bereits schlimm genug! Westen Schuld ist es denn?"
„Deine!" stieß sie hervor, „deine Schuld ist es allein! Du behandelst mich hier wie eine Sklavin! Würdest du in ganz Indien eine Frau finden, die von ihrem Gatten nicht die Erlaubnis erhält, die eigene Schwester sehen zu dürfen? Du bist ein Tyrann, du hast mir da» Leben zu einer unerträglichen Last gemacht!"
Das waren harte Worte für ihn, der seine Gattin
leidenschaftlich liebte, aber er wollte gewaltsam seine Gefühle verbergen, die Elsbeth doch vielleicht verhöhnt hätte.
„Ich bedauere, so wenig zu deinem Glücke beigetrage« zu haben," wandte er deshalb ein, „aber wenn ich die Ursache bedenke, die dich zu diesem Schritte verleitet, so überraschen mich die Folgen nicht. Jedoch in kurzer Zeit wirst du von meiner dir so lästigen Gegenwart be« freit sein!"
„Willst du verreisen?" fragte sie atemlos.
„Nein — ich nicht! Meine amtliche Thätigkeit bindet mich hier, — aber du siehst angegriffen und leidend aus. Die Aerzte haben mir geraten, dich ohne Verzug nach Deutschland zu senden. Die „Arkadia" segelt in zehn Tagen von Kalkutta nach Marseille, du sollst den Dampfer benutzen, besuchst dann deine alten Bekannten oder Freunde in Frankreich und nimmst dann einen länger« Aufenthalt in Süddeutschland. Du wei^ meine Nester Johanna lebt auf meiner großen Be'^sttzung j» Hen» darf, sie wird dich mit Freuden au^f,. nehmen!"
Die Nachricht, die er ihr schon ">d mittheilen ^e, hatte sie ohne Vorbereitungen getr offen.
„Ich gehe nicht fort!" versetzt e sie, qt, qg^ ^ . zitternd.