Einzelbild herunterladen
 

^ ...... ----------------

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abmmcmcntspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postausschlag.

....... , 1

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Gratirbeilagen:SBüfttirtes Ksnntagrblatt" «.5Huftrirtt lan-wikthschaftliche Vettage."

Nr. 55. Iontrstag 6« 9. Mai 190L

Amtlicher Theil.

Berlin, den 28. März 1901.

Um das Militärverhältnis bei jeder» im militär­pflichtigen Alter stehenden Angeschuldigten genauer als bisher zu ermitteln, bestimme ich hierdurch, daß die Polizeibehörden bei Vernehmung der Angeschuldigten ge­halten sein sollen, die Vorlegung der Militärpapiere Anlage 3 zu 8 106 der Wehrordnung zu fordern und falls solche nicht beigebracht werden können, die An­geschuldigten darüber zu befragen, wann und wo sie sich zum letzten Male der Ersatzbehörde vorgestellt und welche Entscheidung sie erhalten haben.

Diese Angaben sind auf Grund des amtlichen Listen- materials zu prüfen und zu bescheinigen, wenn dasselbe der vernehmenden Behörde unmittelbar zugänglich ist; andernfalls ist im Protokoll zu vermerken, daß das zur Prüfung der Richtigkeit der Angaben des Angeschuldigten nöthige Listenmaterial nicht vorgelegen habe.

Euere Exzellenz ersuche ich ergebenst, dementsprechend gefälligst das Weitere veranlassen zu wollen.

Der Minister des Innern.

Im Auftrage: gez. von Bischoffshausen.

An den Herrn Ober-Präsidenten in Cassel.

* * *

Cassel, den 23. April 1901.

Abschrift zur Kenntnißnahme und mit dem Ersuchen

die unterstellten Polizeibehörden mit entsprechender An­weisung zu versehen.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: M a u v e.

An die Herren Polizeidirektoren hier, zu Hanau und Fulda, sowie an die Herren Landräthe des Bezirks' * * *

Hersfeld, den 6. Mai 1901.

Vorstehendes wird den OrtSpolizeibehörden des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.

I. 2491. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 26. April 1901.

Nachstehend veröffentliche ich die vorläufigen Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900, nach der Zusammenstellung des Königlich Preuß. statistischen Bureaus zu Berlin. I. 2331. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Kreise.

Städte.

Landgemeinden ' und Gutsbezirke von 2 000 und mehr Einwohnern.

Gemeinde­verbände.

Wohnstätten.

Haus­haltungen.

Ortsanwesende Bevölkerung am 1. Dezember 1900.

Orts­anwesende Be- völkerung 1895.

Zunahme (+) Abnahme () der Bevölkerung von 1895 bis 1900

^Q r« 3

G

JO G

g <3?

C

<5 es

<x>

Wohnhäuser

W-

§ = §

5$ «

C c

G ^

** G £

ö®S © «

5

<2 d

G

N

Männ­liche Per­sonen

Weib­liche Per­sonen

Zusammen

1900

« » s SS =

£ .05

G :O *2 G

K

C o 8 ä

5 °

überhaupt

vom

Hundert

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

16. Hersfeld. Hersfeld........

Kreis . . .

davon ländliche Orte . . .

1

1

82

82

13

13

702

5 116

4 414

23

76

53

14

20

6

1 602

6 439

4 837

14

67

53

3 895

15 309

11414

4 016

17 242

13 226

7 911

32 551

24 640

184

186

2

7 413

31939

24526

+ 498

+ 612

+ 114

+ 6,72

+ 1,92

+ 0,46

Hersfeld, den 30. April 1901.

Bei Gelegenheit des letzten Viehmarktes in Fulda sowie auch auf den Märkten in hiesiger Stadt ist fest­gestellt worden, daß von den OrtSpolizei-Behörden des Kreises Ursprungs-Atteste für Vieh ausgestellt werden, welche den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprechen.

Die OrtSpolizei-Behörden des Kreises werden an­gewiesen, für die Folge die Ursprungszeugnisse nach dem

M--------- ................ " 1 ---------L-^

Eine Verwechselung.

Eine Erzählung von C. Borge«.

(Fortsetzung.)

Erbittert, ausgereizt über den höhnenden Ton vergaß der Konsul seine Manneswürde, vergaß, daß er ein schwaches, schutzloses Wesen vor sich hatte, dem er an heiliger Stätte Liebe und Treue geschworen hatte, und brach in die bittern Worte aus:Wollte Gott, ich hätte dein Antlitz niemals gesehen, Du hast mein Leben ver­giftet, mich unglücklich gemacht!"

«Ich? ich habe Dein Leben vergiftet?" wieder­holte seine Frau bebend,und Du wünschest, mein Antlitz nie gesehen zu haben? Das ist ein harter Vor- wurs, Albert, ich werde ihn nicht vergessen." und schwankenden Schritte« verließ sie das Gemach.

Nach dieser stürmischen Unterredung blieb Elsbeth allein in ihrem Zimmer, sie füllte sich krank und sterbenS- müde. Der Konsul war zärtlicher und aufmerksamer gegen sie wie in letzter Zeit. Jedoch konnte er seinen Stolz nicht so weit überwinden und seine leidenschaftlich gesprochenen Worte, die nur übergroße Erregung ihm entpreßt hatten, zurückzunehmeu. Auch vermied er ab­sichtlich von der bevorstehenden Reise zu reden ; er wollte seine Gattin weder aufregen noch daran erinnern, als ob eine Frau ganz besonder« seine Gattin vergessen könnte.

«Soll ich Dich nach Deutschland begleiten?" fragte der Konsul einige Tage vor der Abreise.

Sie schüttelte wehmüthig ihr Haupt.

I1Nein," lächelte sie matt.Du bist allzu sehr mit

hierunter abgedruckten Schema auszustellen und hierbei Folgendes zu beachten:

Stehen die Thiere nicht seit 4 Wochen am Orte bes Ausstellers des Ursprungsatlestes, so hat derselbe genau zu prüfen, ob die Thiere vorher seit 4 Wochen an Orten standen, die seuchenfrei rc. waren, und zwar ist diese Prüfung vorzunehmen nach den Ursprungsattesten der Gemeindebehörden derjenigen Gemeinden, wo die

Arbeiten überhäuft, ich verlange ein solches Opfer nicht."

Dann wünsche ich, Du fändest einen Freund an Bord des Dampfers, der sich Deiner annähme."

Agathe reist mit."

Der Konsul blickte erstaunt auf.

Hast Du ihr geschrieben und ihr Deine bevor­stehende Reise mitgetheilt?" fragte er unwillig.

Nein, ich war viel zu krank und elend, um nur eine einzige Zeile schreiben zu können. Aber heute bekam ich einen langen Brief von Agathe. Mein langes Schweigen ließ sie errathen, daß ihr Besuch nicht an­genehm sei, und daher hat sie sich entschlossen, nach Frankreich zurückzukehren. Sie benutzt auch den Dampfer Arkadia". Aber vielleicht wirst Du jetzt darauf be­stehen, daß ich meine Reise einige Tage ausschiebe, um mich der Gesellschaft meiner Schwester zu berauben!"

Ich bin kein Tyrann! Aber wie ermöglicht Agathe diese Reise? Sie ist sehr kostspielig."

Agathe ist die glücklichere von uns beiden. Frau Kattmar hat ihr ein Vermögen hinterlassen, von dessen Zinsen sie ihr Dasein fristen kann."

Hast Du mir nicht gesagt, sie wollte in Indien bleiben und hier eine andere Stelle annehmen?"

Das war ihre Absicht, sie wollte in meiner Nähe bleiben, und sie ist noch zu jung, um allein zu leben. Doch da sie errathen hat, daß Du sie in Deinem Hause nicht gerne siehst, kehrt sie zu ihren Freunden in die Heimath zurück.

Hast Du ihren Brief schon beantwortet?"

Nein, es würde eine zu bittere Enttäuschung für sie sein, wenn sie hoffte, ich benutze denselben Dampfer, und Du veränderst nachher Deinen Plan." !

Thiere gestanden haben. Bei Händlern ist auch die Liste genau zu prüfen, ehe ein Ursprungsattest ausge­stellt wird. In Zukunft werden die Thiere unbedingt vom Markte weggewiesen werden, wenn die Ursprungs­zeugnisse derselben nicht in allen Stücken den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Gegen die Ortsbehörden, die ohne genaue Prüfung Ursprungs-Atteste ausstellen und in Folge dessen unrichtige Thatsachen bekunden, wird

Wenn Du das befürchtest, so hättest Du mir ihre Absicht verschweigen können."

ElSbeth erröthete.

Ich weiß es, aber ich wollte offen gegen Dich sein. Agathe ist kräftig und gesund, sie kann das Reisen gut vertragen und wird treulich für mich sorgen. Laß mich mit ihr reisen! dann würde mir die Ueberfahrt eine Freude und nicht eine Qual sein."

Der Konsul seufzte schwer.

Wie Du willst!" versetzte er traurig.Und da Du Deine Schwester hast, will ich auch nur bis an den Hafen mitgehen. Ich habe Johanna gebeten, Dich in Paris in Empfang zu nehmen, wo Du noch einige Tage zu bleiben gedachtest. Willst Du Deine Schwester mit nach Buchendorf nehmen?"

O, nein! Agathe hat Freunde in Paris. Meine Schwester soll weder Dir noch den Deinen zur Last fallen. Ist es abgemacht? Darf ich meiner Schwester schreiben, daß ich mit ihr Indien verlasse?"

Ja!"

Willst Du für" sie schluchzte so bitterlich, daß sie nicht weiter sprechen konnte, doch er errieth, daß sie ihm die Pflege der kleinen Gräber anvertrauen wollte.

Ich will dafür sorgen," beruhigte er sie.

Sie gedachte der bittern Worte, die er in leiden­schaftlicher Erregung ihr vor einigen Tagen zugerufen hatte und die nicht aus ihrem Gedächtnisse weichen wollten, von ihm aber bereits vergessen waren.

II.

Zwei Tage, bevor dieArkadia" den Hasen von Kalkutta verließ, stand in dem geräumigen Comptoir be»