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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Die Jusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Aboimemelttüpreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.

Er. 62. SimM 6t» 25. Mai 1901.

Erstes Blatt.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 22. Mai 1901.

Die amtliche Ausgabe derJahresberichte der König­lich Preußischen Regierungs- und Gewerberäthe und Bergbehörden für 1900" wird in der Reichsdruckerei in Berlin in den nächsten Wochen fertiggestellt werden. Für den Bezug des Werks ist Folgendes zu beachten:

1. Die Direktion der Reichsdruckerei hat sich bereit erklärt, die b i s f p ä t e st e n s z u m 2. I u n i d. J. unmittelbar bei ihr im Voraus bestellten Exemplare des Werks Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, Landes- VersicherungSanstalten, Berufsgenossenschaften, Orts- krankenkassen rc. zu einem Vorzugspreise von höchstens 7 Pfg. für jeden Druckbogen zu 16 Seiten abzulasien. Für Buchbinderarbeiten einschließlich des bedruckten Um­schlags werden außerdem in allen Fällen 30 Pfg. bei einem brochirten, 60 Pfg. bei einem kartonnirten und 1 Mk. bei einem in Ganzleinen gebundenen Exem­plare mit Gold- und Schwarzdruck, wie bisher, berechnet werden. Die Kosten für Verpackung und Absendung trägt die Reichsdruckerei, die Portokosten der Sendungen müssen die Besteller übernehmen. Der besonders niedrige Vorzugspreis kann aber nur bei recht­zeitigem Eingänge der Bestellungen bei der Direk­tion der Reichsdruckerei, Oranienstraße Nr. 91, Berlin S. W. 68 spätestens am 2. Juni d. J. gewährt werden. Bei der Bestellung ist zu­gleich anzugeben, ob brochirte, kartonnirte oder gebundene Abdrücke des Werks gewünscht werden.

2. Nicht rechtzeitig eingehende Bestellungen von Be- Hölden rc. werden, wenn etwas anderes im Bestellschreiben nicht ausdrücklich gesagt wird, dem R. v. Deckerschen Ver­lage, G. Schenk, Königl. Hofbuchhändler, Berlin S. W. 19, Jerusalemerstraße Nr. 56, der den buchhändlerischen Ver­trieb des Werks übernommen hat, zur Erledigung über- wiesen werden. Für die Ausführung solcher Bestellungen, wie aller später von Behörden ohne Vermittelung eines Zwischenhändlers unmittelbar an den bezeich­neten Verlag gerichteten Bestellungen ist für jeden Druckbogen des Werks neben den Buchbinder- und etwaigen Portokosten ein Nettopreis von höchstens 10 P s g. zu zahlen.

3. Der Ladenpreis des Werks, der bei Bestellungen Privater und für alle Exemplare zu zahlen ist, die nicht unmittelbar von der Reichsdruckerei oder dem Verlage, sondern im Wege des Buchhandels bezogen werden, be­trägt höchstens 14 P f g. für jeden Druckbogen.

Das Weik wird gegenüber dem vorjährigen einen wesentlich geringeren Umfang haben. Bei einem anzunehmenden Umfange von etwa 50 Druckbogen wäre für ein brochirtes Exemplar der

a) Vorzugspreis . 3 Mk. 80 Pfg.

b) Nettopreis . . 5 30

c) Ladenpreis . . 7 30

. Die Jahresberichte werden auch diesmal mancherlei Mittheilungen über die praktische Handhabung der Arbeiter- schuhgesetzgebung und beachtenswerthe, durch Beschreib­ungen und Skizzen näher erläuterte Vorschläge über Unfallverhütung ober Bekämpfung gewerblicher Krank- Hetten sowie auch für weitere Kreise interessante Mit- thellungen aus dem Gebiete der Arbeiter-Wohlfahrts- etnilchtungen enthalten.

Z^ Förderung der sachgemäßen Durchführung der Arbelterschutzgesetzgebung wird die Anschaffung des Werks empfohlen.

2906. Der Königliche Landrath. j____ _ J. V.: Heeg.

Gefunden: auf dem Wege von Stärklos nach Rhnia ein Dolch. -- Meldung be« Eigenthümers bei dem Ortövorstand zu Stärklos.

Nichtamtlicher Theil.

Pfingsten.

Vor den andern beiden großen christlichen Festen hat Pfingsten den Vorzug, daß ihm die Weihe einer herrlich erblühten, in reicher Fülle prangenden Natur zutheil wird. Statt des Immergrüns der Tannen, das der Wald uns zur Weinachtszeit leiht zum Schmuck unserer Wohnungen, ist es zu Pfinsten das maienfrische Birkenreis, das die Häuser ziert, ein verheißungsvolles Wahrzeichen der Erneuerung, die sich draußen in Feld und Wald vollzieht.

Bei dem Zusammenhangs, der im deutschen Gemüte von jeher zwischen Pfingstjubel und Frühlingsfreude be­standen hat, darf es uns nicht Wunder nehmen, wenn gerade zu diesem Feste Tausende und Abertausende ins Freie ziehen, um aufzuatmen von den Sorgen und Mühen des Alltagslebens. Wie viele sind unter ihnen, denen im Laufe des Jahres nur die Pfingsttage Gelegen­heit geben, dem Staube und der Enge ihrer Arbeits­stätte zu entfliehen und in Gottes freier Natur sich zu erfrischen! Aber wem Pfingsten nicht nur des Ver­gnügens wegen da ist, sondern wen es erinnert an die Sonnenwende, die der Eintritt des Christentums in das Leben der Völker bezeichnet, der wird auch draußen nicht vergessen, daß Pfingsten mehr ist als ein liebliches Fest der Naturfreude, nämlich der geistigen Erhebung, Er­frischung und Erneurung dienen soll.

Von dem ersten Pfingstfeste, das die Christenheit ge­feiert hat, erzählt die Schrift:Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, saßen sie alle einmütig bei einander!" Auch heute, inmitten der vielen Kämpfe, ist es die Mahnung zur Eintracht, welche die Pfingst- glocken durch die Lande tragen. Wer es nicht verlernt hat, andächtig ihrem Klänge zu lauschen der schreibe sich die Pfingstlehre tief ins Herz: alle einmütig bei einander! Schwere Wolken verhüllen den Horizont. Im fernen Osten kämpfen taufende unserer Brüder gegen chinesische Hinterlist, um die Ehre des deutschen Namens wieder reinzuwaschen und unsere Interessen zu wahren. Eine Welt von Feinden umgiebt uns, auf eine Gelegenheit wartend, über uns herzufallen. Im Innern sind noch immer die dunklen Mächte des Zwiespalts und der Ver­hetzung am Werke, und die wirtschaftlichen Gegensätze verschärfen sich mehr und mehr zum Schaden des Vater­landes.

Darum, deutsches Volk, schöpfe aus der Pfingstfreude Kraft zu neuer Arbeit und nimm wieder den Geist in dich auf, der dich durch ernste und schwere Zeiten zu so großen Zielen geführt, dir so weit ausblickende Wege erschlossen hat. Suche die Einmütigkeit der Gesinnung wieder zu gewinnen, die hervortrelen läßt, was uns eint, und zurücktreten, was uns trennen könnte.

Nur die Eintracht hat Völker und Staaten groß gemacht, hat ihnen Wohlstand und Gedeihen gegeben. Eintracht in unserm Reichs- und Volksleben sei darum unsere Pfingst-Mahnung. Möchten die Parteien, die das Wohl und die Größe des Vaterlandes und den Schutz der nationalen Arbeit in Stadt und Land sich auf die Fahne geschrieben haben, von solchen Pfingstgedanken sich durchdringen lassen! Dann wird es gut um unser Vaterland bestellt sein.

S^iita.

Berlin, 22. Mai. Von den Chinakämpfern, welche kürzlich an Bord des LloyddampfersStuttgart" nach der Leimath zurückgekehrt sind, werden demnächst etwa 25 Offiziere und 50 Unteroffiziere und Gemeine in dem bei Goldberg in Schlesien gelegenen Bade Hermsdorf eintreffen, um daselbst von den gehabten Strapazen Erholung zu suchen. Die Verpflegung geschieht auf Staatskosten. Die Unteroffiziere und Gemeinen sollen, wie von dort gemeldet wird, auf dem Dominium Herms­

dorf einquartiert werden, welches in unmittelbarer Nähe des gleichnamigen Badeortes liegt.

Peking, 22. Mai. Die heutige Sitzung der Ge­sandten, in der die Entschädigungsfrage verhandelt wurde, verlief ohne Resultat und wurde auf morgen vertagt. Im Ganzen ist die Stimmung gegen eine Herabsetzung der Entschädigungssumme. Auch über die Art der Auf­bringung sind die Meinungen noch immer getheilt. Wie verlautet, wird Graf Waldersee bereits Anfang Juni nach Japan reisen, wo er sich vierzehn Tage auszuhalten gedenkt. Von dort soll dann entweder auf dem^Dampfer Gera" oberBatavia'' über Shanghai die Rückreise angetreten werden, auf der der Feldmarschall Deutsch- Ostafrika besuchen will.

Politische Nachrichten.

Die Abreise Sr. Majestät des Kaisers'von Prökelwitz ist auf Freitag Abend festgesetzt.

Zu der jüngsten Kundgebung des Kaisers Franz Josef beim Empfange der Delegationspräsidenten be. merkt das WienerFremdenblatt" u. A.:Indem wir als starke und treue Bundesgenossen der mitteleuropäischen Allianz angehören und an ihr festhalten, schützen wir den Frieden. Auch heute wieder, wie oft schon, hat der Kaiser von ihrer unerschütterten Fortdauer gesprochen und das unverändert herzliche Verhältniß zu den ver­bündeten Reichen konstatirt. Vergebens sind alle Versuche der Gegner dieses Bündnisses, Mißtrauen hervorzurufen und das feste Band zu lockern. Gerade darauf, daß die Mitglieder des Bundes alle in gleicher Weise an dem Zusammenschlüsse interessirt sind, beruht feine Festigkeit, und es ist ein vollständiges verfehltes Beginnen, dem einzelnen Verbündeten das Verhältniß dadurch verleiden zu wollen, daß man ihm vorführt, wie sehr die Andern daraus Nutzen ziehen. Das Bündniß erhöht die Sicherheit eines Jeden, indem es seine Defensivkraft steigert das ist sein tragender unwiderlegbarer Grund­gedanke. ES hat sich tief bei uns eingelebt, und Gras Szapary konnte in der Ansprache, die er als Präsident der ungarischen Delegation heute an den Herrscher richtete, die warmen Sympathieen betonen, die für die Völker des Deutschen Reiches und Italiens in unserer Monarchie herrschen. Die einheimischen Gegner der Allianz haben früher gerne angeführt, daß die Zugehörig­keit zu ihr unser Verhältniß zu den anderen Staaten, namentlich zu Rußland, schädige. Davon ist, wie sich nun schon hinreichend gezeigt hat, keine Rede; ganz im Gegentheil ist in der Kaiserlichen Ansprache ausdrücklich hervorgehoben, daß unsere Beziehungen zu allen Mächten vertrauensvoll und durchwegs freundschaftlich sind."

Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die König­lichen Eisenbahndirektionen ermächtigt, auch im laufenden Etatsjahre den darum nachsuchenden berechtigten Ge­meinden und Kreisen auf die demnächst von diesen end­gültig festzusetzenden Einkommensteuern Vorschüsse bis zur Höhe desjenigen Steuerbetrages zu zahlen, zu welchem der Eisenbahnfiskus herangezogen werden könnte, wenn der im laufenden Etalsjahce in den betreffenden Gemeinden oder Kreisen zu versteuernde Einkommenr- antheil die Höhe von drei Vierteln des im Vorjahre ver­steuerten erreichen würde.

Die Meldung über die Zulassung der Real- gymnafialabiturientenzum Studium der Medizin wird von derKreuzztg." bestätigt. Das Blatt fügt hinzu, es fei nicht unwahrscheinlich, daß die Entscheidung bezüglich der Zulassung zum Studium der Rechte und zu den richterlichen Prüfungen von der hierfür zuständigen Stelle in gleichem Sinne getroffen werden wird.

Die Inanspruchnahme des Instituts der Schieds- m ä n n e r hat, wie aus der Statistik desJustizministerial- blattes" für 1900 bervorgeht. im vergangenen Jahre, so weit bürgerliche Rechtsstreitigkeiten in Frage kamen, eine weitere Verminderung erfahren. Während 1880 in Preußen noch 90 760 bürgerliche Rechtsstreitigkeiten vor die Schiedsmänner gebracht wurden, ist deren Zahl fort«