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Gratisbeilagen rJUnftrirter Senntagsblatt" «.AllaftrirLe lan dwirthschaftliche VeU«^ "

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Bestellungen auf das Hersselder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt"«"» ^Jllustrirtc landwirthschaftl. Beilage" für das dritte Vierteljahr werden von allen Kaiser- ichen Poftanftalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

| Bekanntmachung.

Das Gesetz, betreffend Versorgung der Kriegsinvaliden md der Kriegshinterbliebenen vom 31. Mai 1901 bezieht ich nur auf diejenigen Invaliden, bei welchen Kriegs- nvalidität anerkannt ist.

MDie Empfänger von Unterstützungen aus Grund des -Allerhöchsten Gnadenerlasses vom 22. Juli 1884 und Empfänger von Veteranenbeihülfen auf Grund des Gesetzes vom 22. Mai 1895 werden von diesem Gesetz --licht betroffen.

F Die auf Grund dieses Gesetzes zu gewährenden ^reusionszuschüffe werden zur Anweisung kommen, ohne W es eines Antrages der Betreffenden bedarf.

ie als Kriegsinva liden anerkannten

- ^^ö^iheilnehmer habenaber sofort den E'i'tärpaß an das Bezirks-Kommando Qe rsseld ei nz »reich en.

^ ^Diejenigen Ganzinvaliden, deren jährliches HHammteinkommen

aus den Jnvalidengebührnissen und sonstigen r^z amtlichen sowie privaten Einnahmen an barem ^ Selbe und aus anderweiten Einkünften, wie Natural- J--.? ^szüge, Wohnung u. a. nach dem durchschnittlichen ^ , Geldwerthe berechnet

den Betrag von 600 Mark erreicht, können bei

Iodj schwerem Kampfe.

Erzählung von Hans Warring.

(Fortsetzung.)

in dem Maimorgen aber, der jenem Familienabend Wlmers folgte, leuchtete drinnen wie draußen ein trübter Sonnenschein. Frau Anna hatte einen be- amen und voraussichtlich an Ehren reichen Tag vor Es war eine außerordentliche Versammlung aller gverbände des vaterländischen Frauenvereins der ^n8 geplant, und Frau Anna Cramer hatte als eine »orstandsdamen ihr Haus zu dieser Versammlung "oteu. Man hatte mit Dank angenommen, und in Oeu Stunden würde sie also die Ehre haben, eine 8e hochangesehener Leute, fast alle, die sich zur guten chchast rechneten, in ihrer eleganten Wohnung zu ""gen. Auch der Oberpräsident nebst Gemahlin " ihr Erscheinen zugesagt, und gerade hierin lag >koße Bedeutsamkeit dieser Versammlung. Denn die

diese« höchsten Beamten der Provinz gab Mitgliedern die Versicherung, daß die Regierung ! nehme von allen Gaben und Opfern, die dem Ge- wohl gebracht wurden. Hieran knüpfte Frau Anna wtzesten Hoffnungen. Sie war nicht frei von Ehr- inib sie mußte sich gestehen, daß ihr Schwager ihren geheimsten Gedanken Ausdruck gegeben, .gestern abends mit seinem ironischen Lächeln zu ' lagt hatte: ich denke, jetzt kann der Luisenorden "chr lange aus sich warten lassen.

dem Bezirks-Feldwebel unter Angabe ihrer Einkommens- verhällniffe die Bewilligung einer Alterszulage bean­tragen, sobald sie das 55. Lebensjahr vollendet haben, oder wenn sie vor diesem Zeitpunkte völlig erwerbs­unfähig geworden sind.

Hersfeld, am 26. Juni 1901.

Königliches Bezirkskommando.

* * *

Hersfeld, den 28. Juni 1901.

Die Herren Bürgermeister des hiesigen Kreises werden hiermit angewiesen, vorstehende Bekanntmachung in der Gemeinde wiederholt auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen und insbesondere zur Kenntnis der Betheiligten zu bringen.

I. II. Nr. 2072. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 1. Juli 1901.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche die Verfügungen:

1. vom 15. April 1879 Nr. 4433, Kreisblatt Nr. 61, Versicherung der Feldfrüchte gegen Hagelschaden betreffend,

2. vom 29. Juni 1880 Nr. 7656, Kreisblatt Nr. 52, Einreichung eines Verzeichnisses über von Privat- hengsten abstammenden Füllen betreffend,

3. vom 5. November 1892 Nr. 7650, Kreisbl. Nr. 133, Herabminderung von Strafen betreffend, bis heute nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 6. d. Mts. hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 1. Juli 1901.

Die Erledigung meines Ausschreibens vom 15. März 1900 I. I. Nr. 1732, Kreisblatt Nr. 33, die Höhe des Sollaufkommens der Landwirthschaftskammerbeiträge be­treffend, bringe ich hiermit in Erinnerung (Frist bis zum 10. Juli cr).

I. 1964. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, __________________ Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 28. Juni 1901.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des

An diesem selben Morgen hatte Doktor Bergentien sein Amt in die Hände seines Nachfolgers gelegt und sich auf den Weg gemacht, um noch rasch die notwendigsten Abschiedsbesuche zu erledigen. Seine bevorstehende Ab­reise und die Gewißheit, daß er Susy monatelang nicht wiedersehen würde, hatten einen Wechsel der Empfindung in ihm hervorgerufen. Der Zorn über die hochmütig kalte Behandlung der Mutter und sein empörter Mannes- stolz hatten nicht mehr das erste Wort in seinen heim­lichen Selbstgesprächen. Die Liebe und Susy hattenüber jedes Bedenken dxn Sieg davon getragen.

Sie ist der beste Theil deines Lebens, sagte er sich sie, einzig sie ist das Glück! Und du solltest Narr genug sein, darauf zu verzichten einer hochmütigen Frau wegen! Was geht dich die Mutter an, wenn du die Tochter liebst! Gehe nicht fort, ohne dir zu nehmen, was dir schon gehört!

Mit diesem Entschluß im Herzen betrat er das Haus. Er hörte vpn der öffnenden Dienerin, daß Frau Rat eben große Vereinssitzung bei sich empfange und für jeden anderen Besuch nicht sichtbar sei.

Und das gnädige Fräulein?" fragte er.

Fräulein sind zu Hause bitte, hier ins Wohn­zimmer, Herr Doktor I"

Und so geschah es, daß er sich plötzlich der Geliebten gegenüber fand. Beim Oeffnen der Thür wandte sich Susy, die neben dem Blumentisch stand und eine Gieß­kanne in den Händen hielt, um. Bei seinem Anblick ging ein Zittern durch ihre Gestalt, wie plötzlich aller | Kraft beraubt, setzte sie die Gießkanne nieder und stützte

hiesigen Kreises haben mir bis spätestens zum 15. Juli d. I s. berichtlich anzuzeigen, wie viel Porto» kosten Ihnen bezwse. den betreffenden Gemeindekassen in einem jeden der Etatsjahre 1898, 1899 und 1900 aus denjenigen Postsendungen der Oberwachtmeister und Gen­darmen erwachsen sind, die nicht im Interesse der Empfänger, sondern ausschließlich im Staalsinteresse erfolgt sind.

I. 3584. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

FrailzWer ernt.

Zu den überzeugtesten Anhängern des Dreibundes gehören die Ungarn. Die Berathungen der ungarischen Delegation pflegen seit einer Reihe von Jahren mit einer warmen Kundgebung des Vertrauens zu einer Politik zu beginnen, die an der von dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Andrassy geschaffenen engen Verbin­dung der mitteleuropäischen Mächte festhält und in ihr die Großmachtstellung der österreichisch - unaarischen Monarchie am besten gewahrt siehc. Deshalb hätte wohl die Enthüllung überraschen können, daß der Abgeordnete Ugron, Führer der allerdings nur kleinen Unabhängig» keits-Partei, mit dem französischen Minister des Aus­wärtigen Delcasss in Verbindung getreten war, um mit französischem Gelde ein Finanzinstitut ins Leben zu rufen, das dem Ziele einer Annäherung Oesterreich-Ungarns an Frankreich und Rußland dienen sollte. Allein die Stellung, die die gesammte öffentliche Meinung Ungarns, Presse und Parlament mit Einschluß der Mitglieder der UnabhängigkeitS-Partei, sofort zu den dem Abg. Ugron zugeschriebenen Absichten einnahm, bewies aufs neue, daß die Ungarn von drsibundseindlichen Machenschaften an der Seite der Czechen nichts missen wollen.

Mehr Interesse konnte die Affaire Ugron für uns nach der französischen Seite hin bieten. Man weiß, wie eifrig die französischen Nationalisten in Prag und Peters­burg dafür agitieren, daß Deutschland verdächtigt wird, als ob es auf den Zerfall Oesterreichs spekuliere, und daß der Anschluß des Donaureiches an den Zweibund als beste Lösung der innern österreichischen Wirren er-

sich mit beiden Händen auf den Rand des Tisches. Er war, nachdem er die Thür hinter sich ins Schloß gedrückt, in einiger Entfernung stehen geblieben, nur einen Augenblick, und doch genügte dieser kurze Moment, ihn mit dem ganzen Zauber ihrer jungen, blühenden Schön­heit zu umspinnen. Wie unaussprechlich liebte er sie! Diese« reiche goldbraune Haar, das sie schlicht gescheitelt und in einer dicken Flechte im Nacken ausgesteckt trug, war von jeher sein Entzücken gewesen. Wie einfach und schlicht, und doch wie anmutig schmiegte sich das helle Sommerkleid um ihre schlanke Gestalt! Wie mädchen­haft schüchtern war ihre Haltung! Und sie war sein! Das las er deutlich in dem offenen Blick, mit dem sie ihn anschaute, durch den er bis auf den Grund dieser nur von ihm erfüllten Mädchenseele drang. Es war nicht mehr die Ausführung eines vorher gefaßten Ent­schlusses, es war ein zwingendes Muß, das ihn zu ihr zog.

Susy," sagte er stammelnd, dicht neben ihr stehend, ich habe dich vom ersten Augenblick an unaussprechlich lieb gehabt!"

Ein Augenblick der Stille dann ein Schrei, ganz leise, nur wie ein zitternder Hauch und doch voll unaus sprechlichen Jubels. Und dann hatte er sie an sich gezogen und hielt sie fest in seinen Armen, wie man sein Lebe» festhält, sein Glück, seine Seligkeit.

Jetzt gehören wir zusammen," sagte sie, sich nach einigen Minuten seligen Versunkenseins aus seinen Armen frei machend. Und mit ernstem, fast feierlichen Augenaufschlag zu ihm ausblickend:Jetzt kann uns