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§ er stiller Aeisblatt.

Gratisbeilagen $3Uuftrirtes Senntagsblatt" «.^Unftrirte randwikthschaftliche Gelinge/'

lt » SllllW tol. M: 1811.

Erstes Blatt.

Gestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt"««» Zllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das dritte Vierteljahr werden von allen Kaiser« lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 2. Juli 1901.

Im Monat Juni b. Js. sind dahier für folgende

Herren Jagdscheine ausgestellt worden:

A. Jahresjagdscheine:

a. entgeltlich:

1) am 3/6, für Schmied Friedrich Hebeler in Heringen, 2) Schornsteinfeger Johannes Raacke in Friedewald,

9) 7/6. Landwirth Karl Hoßbach zu Hof Weißen« r born,

4) 12/6. Lederfabrikant Jean Rechberg in Hers« i seid,

5) 13/6, Bierbrauer Friedrich Steinweg in HerS- L selb,

15,6. Hauptmann Freiherr Treusch von Butt- lar Brandenfels aus Darmstadt, ") 28/6. Landwirth Adam Führer in Lauten- hausen.

b. unentgeltlich:

8) am 8/6. für Köuigl. Förster Teichert in Mecklar.

B. Tagesjagdscheine r

Keine!

Der Königliche Landrath Freiherr von Schlei n i tz , Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld, den 4. Juli 1901.

Die Herren Ortsvorstände zu Allendorf, Conrode, Dünkelrode, Eitra, Frielingen, Heringen, Heringen fisk. Oberförsterei, Hersfeld fisk. Oberförsterei, Holzheim, Kathus, Kleinensee, Leimbach, Lengers, Meckbach, Meck- bach fisk. Oberförsterei, Oberhaun, Oberrode, Ransbach, Reimboldshausen, Sieglos, Tann, Unterbaun und Wilhelmshof werden an die schleunige Einsen« bang der Postkarte über b i e angebauten Fruchtarten vom Jahre 1901 (Verfügung vom 7. Juni b. Js, I I. Nr. 3166, Kreisblatt Nr. 68) erinnert. 3- l. Nr. 3166 Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Rath.

Hersfeld, den 29. Juni 1901.

Der Gastwirth und Schöffe Christoph Claus zu Mecklar ist heute als Stellvertreter des Standesbeamten l"r den Standesamtsbezirk Mecklar eidlich verpflichtet worden.

1932. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld, den 3. Juli 1901.

8 20 Absatz 3 des Neichsgesetzes über die e 11 o 18 u n q der Kriegsinvaliden und

Kriegshinterbliebenen vom 31. Mai 1901 (R. G. Bl. S. 193) bleiben die auf Grund dieses Ge­setzes zu den bisherigen Gebührniffen und Bewilligungen gewährten Zuschüsse (§ 19 letzter Absatz) und die nach § 23 zulässigen Beihülfen bei der Veranlagung zu den Steuern und anderen öffentlichen Abgaben außer Ansatz.

Der Vorsitzende der Veranlagungs-Kommission: Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 26. Juni 1901.

Der Landwirth Georg C r o l l zu Untergeis ist heute als Bürgermeister der dortigen Gemeinde eidlich ver­pflichtet worden.

A. 1910. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Homberg, den 1. Juli 1901.

Die unter der Schafheerde des Schäfers Kaspar Keim zu Raboldshausen ausgebrochene Räudekrankheit ist erloschen.

Der Königliche Landrath v. Gehren.

Fulda, den 2. Juli 1901.

Die Abhaltung deS am 11. d. Mts. Hier stattfindenden Vieh- mathtS erfolgt unter den seitherig«» Bedingungen.

Der Königliche Landrath Steffens. * Wird veröffentlicht. * HerSfeld, den 4. Juli 1901. I. 3750, Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Berlin, 5. Juli.

Se. Majestät der Kaiser nahm am Dienstag Nach-, mittag den Vortrag des Chefs des Marinekabinets, Generaladjutanten, Vizeadmirals Freiherr» v. Senden« Bibran entgegen und traf Abends an Bord derJduna" aus der Rhede von Saßnitz ein. DerSleipner" und dieHohenzollern" liefen dort ebenfalls ein.

Die Einstellung des Prinzen Eitel Friedrich in das 1. Garde-Regiment zu Fuß findet am Sonntag, dem 7. Juli, am 18. Geburtstag desselben, im Lust­garten in Potsdam statt. Das 1. Garde-Regiment zu Fuß wird vor dem Denkmal Friedrich Wilhelms I. im offenen Viereck Aufstellung nehmen. Der Kaiser wird Mittags 12 Uhr den Prinzen mit einer Ansprache dem Regiments-Kommandeur, Obersten von Plettenberg, über­geben. Alle in Potsdam und Berlin anwesenden Prinzen aus regierenden und reichsunmittelbaren Häusern, ferner die Mitglieder der marokkanischen Gesandtschaft, die Generalität, die Hofchargen werden bei der Feier zu­gegen sein. Die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Luise sowie andere Damen des Hofes werden von den Fenstern des StadtschloffeS aus der Feier beiwohnen.

Der dritte Sohn unsers Kaiserpaares, Prinz A d a l b e r t v o u P r e u ß e n, hat am Donnerstag Abend auf dem SchulschiffCharlotte" zu seiner Ausbildung als Seemann eine Auslandsreise angetreten, die etwa neun Monate dauern wird. DieCharlotte" ist zunächst »ach Swinemünde gefahren, wo sich der Kaiser von bem Prinzen verabschieden wird. Sodann wird der Kurs auf Stockholm und Petersburg gerichtet. Von hier geht die Fahrt zurück durch die Ostsee, den Kaiser Wilhelm-Kanal, die Nordsee, das Aermel-Meer und den Atlandischen Ozean nach dem Mittelmeer, wo unter andern Orten Konstantinopel besucht wird. DieCharlotte" passiert darauf den Suez-Kanal, das Rote Meer und den Golf von Aden, dann werden Sansibar und Deutsch-Oft-Afrika angelausen. Von dort wendet sich dieCharlotte" süd­wärts nach bem Kap der guten Hoffnung, umschifft bie Südspitze Afrikas und geht nach dem Hafen Swakopmund in Deutsch-Südwest-Afrika, sodaß der Prinz auch diese

Kolonie kennen lernen wird. Von Swakopmund fährt dieCharlotte" quer über den südatlantischen Ozean nach Brasilien und geht zunächst in dem Hafen von Rio de Janeiro vor Anker. Schließlich besucht dieCharlotte" einige westindische Inseln in Mittel-Amerika. Die Heim­reise erfolgt über den nördlichen atlantischen Ozean, wobei die Azoren angelaufen werden, und von dort durch den Aermel-Kanal zurück nach Kiel. Prinz Adalbert wird also einen großen Theil der Erde kennen lernen und Erfahrungen sammeln, die ihm als Seemann zustatten kommen. Die Ueberlieferung des Hohenzollernhauses hat den Prinzen schon in frühester Jugend für diesen Beruf bestimmt. Prinz Adalbert, der am 14. Juli sein 17. Lebensjahr vollendet, war ursprünglich ein zartes Kind; man hat eine zeitlang geglaubt, daß er den Forderungen des Seedienstes nicht gewachsen sein werde. Aber die kräftige Luft Ploens hat ihren Zauber an ihm bewährt.

Von schlanker Statur, blondhaarig, mit Hellen, blauen Augen, aus denen die Jugendlust sprüht, ist Prinz Adalbert das Urbild eines jungen deutschen Seemanns. Die gütige Natur hat ihm das Geschenk einer unge­zwungenen, von Herzen kommenden Liebenswürdigkeit und eines heitern Temperaments verliehen. Er ist menschenfreundlich, warmherzig und hat die Gabe, mit kleinen Leuten ungezwungen zu verkehren. Ueberhebung ist ihm fremd; es ist eigentlich überflüssig, das zu sagen, denn die Erziehung der Söhne des Kaisers ist derart, daß für Hoffart kein Raum bleibt. In manchem Bürger­hause könnten der dabei bewiesene Ernst und die Strenge der Disziplin vorbildlich wirken. In seinem Aeußern und seinem ganzen Wesen hat Prinz Adalbert eine be­sondere Aehnlichkeit mit dem Kaiser. An Eltern und Geschwistern hängt er mit zärtlicher Liebe. Der Bildungs­gang des Prinzen hat in Potsdam begonnen und ist in Ploen abgeschlossen; hier hat er zu Ostern sein Fähncichs- Examen mit Ehren bestanden. An den friedlichen Gestaden des Ploener Sees hat er auch die ersten Anregungen für seinen Beruf empfangen. Ein Maat der Marine, Gall- müller, ertheilte ihm den ersten Unterricht im Klettern an einem hohen Flaggenmast; das Astfentern wurde dort nach allen Regeln der Kunst gelehrt. Dann ging es hinaus auf den Landsee, bei Wind und Wetter. Rudern und Segeln war die Parole. Bei diesen täglichen Uebungen stählten sich die Muskeln, und ein gesunder Körper gab auch dem Geiste die nothwendige Spannkraft. Die Lehrer, die hohe Anforderungen stellen mußten, waren mit dem Prinzen wohl zufrieden. Profeffor Esterneaux und Oberlehrer Sachse standen an der Spitze des Kollegiums, das dem Prinzen Unterricht in den verschiedenen Fächern ertheilte. Religionslehrer war der Militär-Oberpfarrer Goens aus Berlin. Als der Prinz in Homburg am 18. Oktober v. Js., dem Geburtstage des Kaisers Friedrich, konfirmirt wurde, mußte er vor seinem Vater ein be­sonderes Examen in der Religion ablegen, durch welches sich dieser außerordentlich befriedigt erklärte. Als später der Kaiser bei der Tafel sein Glas auf das Wohl des Prinzen hob, führte er in seiner Ansprache aus:Du mußt als Seemann einen doppelten Anker in der Religion haben!" Mitte April trat Prinz Adalbert in die Marine ein und leistete den Fahneneid. Nun geht es hinaus in das schäumende Weltmeer. Mögen freundliche Winde und ein gütiges Geschick das Schifflein des Kaisersohnes geleiten!

Der Kaiser wird seine diesjährige N o r d l ajt d s - reife, wie schon gemeldet, am 8. d. Mts. von Swine­münde aus antreten. Dem Äonynanbanten der Hofyacht Hobenzollern", Grafen Baudissin, sind für die Dauer der Reise diesmal sechs Schiffe und Fahrzeuge unterstellt. Der kleine geschützte KreuzerNiobe", Kommandant Cocv-Kapt. Graf v. Oriola, dient der Kaiseryacht als Begleitschiff, um ihr für unvorhergesehene Fälle in See behilflich sein zu können; derSleipner", Kommandant Kapt.-Leutnanl Mischk-, soll zu Sonderfahrten in den Scheeren des nordischen Fjords benutzt werden, in welche dieHohenzollern" in Folge ihrer Größe und ihres Tiefganges nicht eindringen kann, und die 3 Torpedo­boote8 70",S 72" und8 73" haben die Aufgabe,