Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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St. 109.
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Gratisbeilagen r „IUnftrirter Ssnnragrblatt" m. „Illaftriete landwirthschaftliche Beilage
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Erstes Blatt.
Amtlicher Theil.
Lasset, den 5. September 1901.
Unter Aufhebung der Ziffern 14 und 15 Absatz 1 der Anweisung zur Ausführung der Vorschriften der Polizei-Verordnung vom 15. August 1894, betreffend die mikroskopische Untersuchung des Schweinefleisches auf ii Trichinen und Finnen — Amtsblatt 1894 S. 188 — u bestimme ich bis auf Weiteres Folgendes:
Die Trichinenbeschauer sind gemäß § 80 der Dienst- ), anweisung für die Kreisärzte vom 23. März 1901 (Amts- it, blatt Nr. 18, Beilage Seite 10) alle 3 Jahre, — in j, jedem Jahre zu einem Drittel — durch den Kreisarzt einer Nachprüfung zu unterziehen.
), Die Mikroskope derselben sind alljährlich nach, zuprüfen und zwar, soweit sie nicht bei der periodischen u Nachprüfung bereits revidirt sind, möglichst gelegentlich i, anderweiter Dienstreisen. Soweit dies nicht möglich ist, sind die Mikroskope der Trichinenbeschauer zur Revision » einzusordern und am Amtssitze zu revidiren.
tt Kosten für die Revision des Mikroskopes dürfen nicht entstehen. Soweit die Revision gelegentlich anderweiter Dienstreisen vorgenommen wird, sind neben den Tagegeldern besondere Gebühren nicht zulässig.
Ebensowenig ist, soweit die Revision von den Kreisärzten nach Einforderung der Instrumente an ihrem Wohnorte vorgenommen wird, die Erhebung der Gebühr von 1 Mk. 50 Pf. zulässig, da die Amtsverrichtung in der Wohnung, mithin ohne Benutzung eines Fuhrwerks I- erfolgt.
d Der Regierungs-Präsident. Trott zu Solz.
An die Herren Landräthe, den Herrn Polizei-Präsidenten C zu Cassel und den Herrn Polizeidirektor in Hanau i sowie die Herren Kreisärzte des Bezirks. A. II. 8788.
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Hersfeld, den 11. September 1901.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben Vorstehendes zur Kenntniß der Trichinenbeschauer zu bringen.
J. ^- Nr. 5074. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, >r Geheimer Regierungs-Rath.
Ziegenhain, den 9. September 1901.
| Die unter den Schafheerden der Schäfer Johannes 1 Peter zu Schrecksbach, Heinrich Pfalzgraf und Adam Schreck zu Röllshaufen ausgebrochene Räude ist erloschen. ,H Der Königliche Landrath v. Schwertzell.
Hersfeld, den 12. September 1901. Wird veröffentlicht.
5118. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
'______________Geheimer Regierung- Rath.
,l Nichtamtlicher Theil.
S Berlin 12. September.
- Der Z a r verließ am Mittwoch sein Schiff „Standard" und begab sich mit seinem Gefolge, unter dem sich auch der russische Minister des Auswärtigen Gras Lambsdorff ' J" ^^'"r Gig an Bord der „Hohenzollern", wo ihn Kaiser Wilhelm am Fallreep erwartete. Nachdem die beide» Kaiser sich aufs herzlichste begrüßt und um» I Ijatten, gingen sie die Front der Ehrenwache ab und verblieben dann in eifrigem Gespräche auf dem Promenadendeck bis zur Frühstückstafel, bei der die beiden ' Herrscher zunächst mit einander anstießen und sodann die wechselseitigen Würdenträger durch Zutrinken auS- zerchneten. Die beide» Monarchen nahmen alsdann von der Kommandobrücke der „Hohenzollern" aus die Parade ^ "5er die Schiffe ab unter dem Hurrahrufen der Be-
fatzungen und den Klängen der russischen Nationalhymne. Darauf ankerten die Kaiseryachten an der Spitze der ganzen Formation, und die Admirale und höhern Marine- Offiziere erschienen an Bord der „Hohenzollern" zur Defilierkour. Später besuchte der Zar die Schiffe „Kaiser Wilhelm der Große", „Viktoria Luise", „Kurfürst" und „Kaiser Wilhelm II."
Einige Petersburger Blätter widmen der heutigen Kaiserzusammenkunst in Danzig Leitartikel. Die „Nowoje Wremja" schreibt, die Zusammenkunft und die Festlichkeiten in Frankreich würden den europäischen Frieden noch mehr sichern. Die Zusammenkunft der beiden mächtigen Herrscher könne nirgends anders gedeutet werden, als ein neuer Beweis der tiefen Freundschaft und des ständigen Wunsches, die gutnachbarlichen Beziehungen aufrechtzuerhalten und zu entwickeln. In demselben Sinne sprechen sich die „Birshewija Wjedomosti" aus. „Rossija" schreibt an leitender Stelle mit Sperrdruck, die Danziger Entrevue habe eine ernste, politische Bedeutung, sie zeuge von der Festigkeit der guten nachbarlichen Beziehungen zwischen beiden Reichen; die alten Beziehungen seien keinen Veränderungen unterworfen gewesen, die alten historischen Traditionen hätten keinerlei wesentliche Veränderungen erlitten. Rußland und Deutschland hätten fortgefahren zu leben, wie es alten guten Nachbarn zu leben zieme. Das Blatt erwartet von der Entrevue günstige Folgen für den Abschluß der Handelsverträge und schließt seine Ausführungen mit der Versicherung, daß, wie auch die internationalen Verhältnisse gestaltet seien, Deutschland und Rußland stets in Frieden und gutem Einvernehmen leben würden.
In Besprechung der Kaiser-Zusammenkunft bei Danzig sagt das „Neue Wiener Tagblatt": Der Umstand, das beide Kaiser von ihren Ministern des Auswärtigen begleitet werden, verleiht der Danziger Zusammenkunft ihr spezielles Cachet. Die Zusammenkunft ist eine Begegnung des Zweibundes mit dem Dreibund, eine Bekräftigung der traditionellen Freundschaft Deutschlands und Rußlands sowie eine Bekräftigung des Friedensmomentes und hat als solche natürlichen Anspruch darauf, von Oesterreich-Ungarn mit vollster Sympathie begrüßt zu werden. — Die „Oesterreichische Volkszeitung" schreibt: Daß der Kaiser von Rußland, bevor er die Reise nach Frankreich macht, dem Deutschen Kaiser freundschaftlich die Hand drückt, ist eine Friedensdemonstration, deren Bedeutung auch dem kurzsichtigen Auge klar werden muß.
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Das Grenadierregiment König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostp reußifches) Nr. 3, zu dessen Chef sich der Kaiser am Montag erklärt hat, ist eins der ältesten Regimenter der preußischen Armee und seine glorreiche Geschichte mit der unseres Vaterlandes eng verbunden. Es wurde unter der Regierung des Großen Kurfürsten im Jahre 1685 zu fünf Kompagnieen aus Mannschaften, welche vom Regiment Alt-Holstein und Spasen abgegeben wurden, am 18. August zu Wesel unter dem Namen „Jung-Holstein" errichtet und dem Herzog von Holstein-Beck gegeben, der, geboren 1654, zu Königsberg 1728 gestorben ist. Sein Degen befindet sich noch heute unter den Reliquien des Regiments.
Zu dem Ende dieses Monats in Lübeck zusammen- tretenden Parteitag der Sozialdemokraten sind nach einer Veröffentlichung des „Vorwärts" bisher nicht weniger als 79 Anträge und 11 Resolutionen angemeldet. Die Mehrzahl der Anträge sind alte Ladenhüter der Partei, die alljährlich auf den Parteitagen verhandelt und stets von neuem auf die Tagesordnung des folgenden Parteitages gestellt werden; dazu gehören die auch diesmal wiederkehrenden Anträge und Resolutionen über Zoll-Politik, „Brotwucher", Alkohol-Frage, Impfzwang, Maximal-Arbeitstag und die wirtschaftliche Krise. Alle diese alten, bekannten Anträge und Resolutionen werden auch auf dem diesjährigen Parteitag zweifellos pflichtschuldig angenommen werden, um dann die Tages-Ord- nung des nächsten Parteitages wiederum zu zieren. Interessanter auch für weitere Kreise werden die bevorstehenden Debatten über die Gewerkschaften und über die
Betheiligung an den Landtagswahlen sein; was die letzter» anlangt, hat sich bekanntlich innerhalb der Parteileitung ein völliger Umschwung vollzogen, und die Gegner einer Betheiligung an den Landtagswahlen sind völlig geschlagen. Den interessantesten Einblick in die innern Verhältnisse der sozialdemokratischen Partei gewähren aber die 18 Anträge, die sich mit der eigentlichen Parteiorganisation befassen. Es ist eine bekannte Thatsache, daß die sozialdemokratische Partei die strengste Partei- Disziplin ausübt, eine Disziplin, die zur völligen Knechtung und Willensberaubung ihrer Glieder sich immer mehr ausbildet. Nicht weniger als 10 von den erwähnten 18 Anträgen beschäftigen sich diesmal mit der Frage, in welcher Form man unliebsame „Genossen" aus der Partei hinausbefördern könne! Diese 10 Anträge werfen ein grelles Streiflicht nicht nur auf den absolutistischen Sinn, der in der sozialdemokratischen Partei herrscht, sondern auch auf die Unsicherheit, die die „zielbewußten Genossen" gegenüber den jünger«, gemäßigten Elementen innerhalb der Partei befallen hat. Da man die neue Strömung nicht sachlich bekämpfen kann, greift man zu dem Gewaltmittel, sie einfach aus der Partei hinauszudrängen.
Im Monat Juli d. I. sind auf den deutschen Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen — 14 Entgleisungen auf freier Bahn (darunter 6 bei Per. sonenzügen), 12 Entgleisungen in Stationen) davon 5 bei Personenzügen), 2 Zusammenstöße auf freier Bahn (davon 1 bei Personenzügen), 14 Zusammenstöße in Stationen (davon 2 bei Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurden 2 Reisende und 2 Bahnbedienstete ge- tödtet, 19 Reisende und 11 Bahnbedienstete verletzt.
Der Krieg zwischen Columbien und Venezuela ist nun in vollem Gange; die Venezolaner sind bereits zu Wasser und zu Lande in die norb» östliche Ecke der Nachbarrepublik eingedrungen. Nach telegraphischer Nächricht aus Curayao brach Präsident Castro selbst über den Hafenplatz Rio Hacha ein; seinen Truppen schlössen sich alsbald die columbischen Revolutionäre an. Eine Schlacht gegen die 6000 Mann starke columbische Armee steht unmittelbar bevor.
Lhina.
Die Hamburg-Amerika Linie theilt mit: Ueber die Abfahrt der deutschen Truppen von China und ihren Abschied von den Kriegsgefährten der anderen Nationen giebt ein Bericht des Dampfers „Batavia" der Hamburg-Amerika Linie Nachricht. Die „Batavia" ist der größte der von der deutschen Regierung speziell für die Truppentransporte benutzten Dampfer. Er kehrt schon zum zweiten Male von China zurück mit 45 Offizieren, 40 Portepee-Unteroffizieren und 1360 Unteroffizieren und Mannschaften. Ueber die Abfahrt von Taku am 1. August wird berichtet: «Beim Abgang waren die Herren Offiziere mit ihren Truppentheilen auf Deck angetreten; mit vollem Flaggenschmuck, während die Regimentsmusik des Feld - Artillerieregiments spielte, den Heimathswimpel im Topp, lichtete die „Batavia" den Anker. Wir salutirten bei jedem auf der Rhede liegenden Kriegsschiff, die Regiment-musik des Feld - Arillerie- regiments spielte beim Passiren die entsprechenden Nationalhymnen. Der Abschiedsgruß wurde von allen Nationen mit großer Begeisterung ausgenommen. Das russische Admiralschiff erwiderte unseren Abschiedsgruß durch dreimaliges Entern und Abspielen der „Wacht am Rhein", während der Franzose dieselben Manöver aus- führte und mit dem Liede „Ich bin ein Preuße" von uns Abschied nahm."___________________—
3unt Allculal auf Minlty.
Buffalo, 9. Septbr. Mr. Penny, der Staats- anwalt für Buffalo, der ohne Zweifel das Prozeßver. fahren gegen Czolgoöz wegen versuchter Ermordung des Präsidenten der Vereinigten Staaten leiten wird, äußerte sich heute, daß er wahrscheinlich im Stande sein werde, die Anklage und Schuldigerklärung aus sechs verschiedene