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ersselkr Kreisblatt.
Gratisbeilagens „3Uttfirirtes Sennta^sblatt
^Uuftrirte landWirthschaftiche BrU ge
$«1111*6 den 7. November
Amtlicher Theil.
Berlin, den 12. August 1901.
Bekanntmachung.
Die Zinsscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten 3 °/oigen Staatsanleihe von 1891 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Oktober 1901 bis 30. September 1911 nebst Erneuerungsscheinen (Anweisungen auf die folgende Reihe) werden vom 2. September 1901 ab von der Kontrolle der Staatspapiere Hierselbst, Oranienstraße 92/94, geöffnet Vormittags von 9 bis 1 Uhr mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftstage jedes Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrolle der Staatspopiere am Schalter in Empfang zu nehmen öfter durch die RegierungS-Hauplkaffen sowie in Frankfurt a. M. durch die Kielskasse zu beziehen.
Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Erneuerungsscheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichnis einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vor- zulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.
Durch die Post sind die ErneuerungSscheine an die Kontrolle nicht einzusendev.
Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkasien beziehen will, hat derselben die Erneuerungsscheine mit einem doppelten Verzeichnisse einzu- reichen. Das eine Verzeichnis wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.
Derzenskämpfe.
Roman von Hedda von Schmtd.
(Fortsetzung.)
Plötzlich schlägt ein Name an ihr Ohr —
„Ich sage dir, Bertha, er war es gewiß!"
„Odo von Elmer? Nein, Liebe, du mußt dich irren! Mein Bruder, der doch seit Weihnachten Kirchspielsarzt in der Nähe von Elmershort ist, schrieb mir noch kürzlich, Herr von Elmer wäre von seiner Reise durch die halbe Welt noch nicht zurück."
„Ich kenne den ElmerShortschen aber persönlich, liebste Beitha! Ich bin mehrere Male mit ihm zusammen getroffen und einmal sogar seine Tischnachbarin gewesen. Ich gehe jede Wette ein, daß er es war, der eben auf dem Bahnhof Kaffee trank. Ich sah ihm noch nach, als er in ein Coupee erster Klaffe stieg. Er macht den Ein- druck eines echten Weltreisenden. Seine Züge sind von der Sonne des Südens gebräunt. Ich finde ihn viel hübscher als früher!"
„Ich habe ihn früher nie gesehen, nur viel von ihm gehört," versetzte die mit Bertha Angeredete.
, »Seine zurückgegangene Verlobung machte seinerzeit viel von sich zu reden."
„Na, jetzt wird er sich wohl längst darüber hinweg» gesetzt haben," mischte sich die dritte Dame in das Gespräch.
„Man sagt, er würde seine Cousine Mazda heiraten," antwortete die erste, „die kleine Schönheidesche Elmer
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die ErneuerungSscheine abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere ober an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen.
Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez. Unterschrift.
* *
Lasset, den 19. August 1901.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeichneten Formulare von der hiesigen Regierungs-Hauptkasse und den Kreiskaffen unseres Bezirks verabreicht werden.
K. 1759. Königliche Regierung. Unterschrift.
Hersfeld, den 4. November 1901.
Nach einer Mittheilung der Königlichen Kriegsschule dahier findet am Mittwoch, den 13. November d. Js., von 10 bis 12 Uhr Vormittags, Scharfschießen südlich Aspettknittel in Richtung auf den Johannesberg statt.
Das Gelände mit sämmtlichen darin befindlichen Wegen, welches von den Verbindungslinien folgender Orte begrenzt wird, darf während dieser Zeit nicht betreten werden: „Eichhof, Johannesberg, Unterhaun, Bahnlinie, Bingartes, Aspenknittel." Die Chaussee Hersfeld- Asbach steht dem Verkehr frei.
Den Anweisungen der aufgestellten militärischen War- nungsposten ist Folge zu leisten.
Die Herren Orts- bezw. Gutsvorstände haben Vorstehendes alsbald auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
I. 6179, Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersseld, den 30. Oktober 1901, In Kleinensee ist die Schafräude ausgebrochen.
I. 6079. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 5. November 1901.
Die Herren Bürgermeister zu Conrode, Dünkelrode, Eitra, Frielingen, Hilmes, Kleba, Kleinensee, LanderS-
nämlich. Sie und die Sanzensche Baronin sind vor kurzem aus dem Auslande heimgekehrt. Wenn Odo üb- rigens seine Cousine Mazda wirklich heiratet, so kann man ihm zu dieser Wahl nur Glück wünschen. Das Mädchen ist reizend, liebenswürdig und hübsch. Er wird es seiner ersten Braut im stillen gewiß noch danken, daß sie ihn sitzen ließ."
Thea überläuft es heiß und kalt.
Odo zurückgekehrt — Odo mit ihr in diesem Zuge!
Am liebsten möchte sie auf der nächsten Station auS- steigen und mit dem nächsten Zuge nach Hause fahren.
Dann jedoch schilt sie sich thöricht
Sie ist ja fertig mit ihrer Vergangenheit. Alles, was sie erlebt, ist jetzt für sie überwunden.
Der Zug hält. Thea verläßt hastig das Coupee.
Den Kreppschleier dicht vor das Antlitz ziehend, vermeidet sie es, den Wartesaal erster Klaffe zu betreten.
Ein Bahnbeamter weist ihr auf ihre diesbezügliche Frage die Schönheidensche Equipage, eine elegante, kleine Kalesche.
Der Diener, den Jella ihrer Schwägerin entgegen- gesandt, und der die junge Frau, nach einer ihm einge- händigten Photographie erkennen sollte — hatte diese vergeblich im Wartesaal und auf dem Perron gesucht; er eilte nun herbei und besorgte eiligst TheaS Gepäck. Nach wenigen Minuten trabten die stinken Schönheidesche» Füllen auf der Landstraße dahin. Es war noch sehr früh am Morgen, die Lust von einer köstlichen Frische, der Himmel fast wolkenlos.
hausen, Lengers, MalkomeS, Msckbach, Obergeis, Philippsthal, Röhrigshöfe, Schenksolz Sorga, Tann, Unterhaun und Wölfershausen haben -nir binnen 3 Tagen die noch rückständigen Abschriften der Kassenprüfungs- verhandlungen von 30. Sepientbfix-4^. I». einzureichen.
Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, ^s^8i?^gi"ungs-Rath.
In letzterer Zeit dahier entw?^ ^ 1. Am 24. d. Mir. ein Fahrrad, Marke .Expreß-Nürnberg' m 'schwarzem Rahmenbau, nach unten gebogener Lenkstange, PneumatikiGicn, gelben Felgen, im Werthe von 70—80 Mark. Das Rad war schon längere Zeit im Gebrauch und waren beide Räder desselben mit neuen Mänteln versehen; am Vordergestell war ein Schildchen mit der Aufschrift .Expreß-Nürnberg' angebracht. 2. In der Nacht vom 24. zum W. d. Mts. drei Tischdecken von roth- und grauweiß-gemustertem Waschstoff, 2 Mtr. lang und 80 Centimtr. breit. 3. Am 27, d. MtS. ein Damenradmantel, sogen. Capes, von schwarz- und graukarrirtem Stoff mit schwarzem Sammetkragen. Um Nachforschungen und Nachricht wird ersucht.
Das AuSschreiben vom 24. Juli b. Jr., J. Nr. P. 4613, und der Nachtrag vom 7. August d. Jr., Z. Nr. P. 6S23, betreffend Diebstahl eines Fahrrades, Marke Sturm'1, ist erledigt. 3. P, 9360/91.
Hanau, am 29. Oktober 1901.
Königl. Polizei-Direktion.
Nichtamtlicher Theil.
Berlin, 5. November.
Se. Majestät der Kaiser hörte heute Morgen von 9 Uhr ab im Neuen Palais die Vorträge des Chefs des Militärkabinets, Generalmajors Grafen v. Hülsen- Haeseler, des Chefs des Ingenieur- und Pionierkorps, Generals der Infanterie Freiherr» v. d. Goltz, und des Chefs des Admiralstabes der Marine, Admirals von Diederichs.
Die diesjährige Vereidigung der Rekruten findet in Gegenwart Sr. Majestät des Kaisers in üblicher Weise statt, und zwar: Sonnabend den 23. November b. I., 10 Uhr Vormittags, für die Garnisonen Berlin, Spandau, Charlottenburg und Groß-Lichterfelde im Lustgarten vor dem Königlichen Schlosse zu Berlin, und Freitag den 22. November b. I., 10 Uhr Vormittags, in Potsdam im langen Stall.
Das „Armeeverordnungsblatt" bringt folgenden Armeebefehl zur Kenntniß des Heeres: „Nachdem nunmehr das Ostasiatische Expeditionskorps, soweit Ich es nach Erfüllung der ihm gestellten Aufgaben in das
Thea atmete, sobald sie im Wagen saß, tief und erleichtert auf.
XXXVII.
„Da machst du dir aber unnötig Gedanken, Jella," sagte die Sanzensche Baronin, welche seit ein paar Tagen in Schönheide weilte.
Sie war gestern, also an demselben Tage wie Thea, dort eingetroffen.
Es ist später Nachmittag. Die alte Baronin und Jella sitzen auf der großen Terraffe, welche sich an der Gartenseite des Hauses hinzieht.
Kletterrosen und japanischer Hopfen umwinden das durchbrochene Eisengitter, welches als ziemlich hohe Brüstung die Terrasse umfriedet. —
Jella und die Tante besprechen den Fall Odo und Thea oder eigentlich Odos überraschende Heimkehr.
Vor einigen Stunden ist die Nachricht davon nach Schönheide gelangt.
Odo hat Alfred ein Billet gesandt und sich zu heute Abend angemeldet.
„Ich habe Thea garnichts davon mitgetheilt," sagte Jella, "es war mir zu peinlich. Ueberhaupt habe ich niemals mit ihr über Odo gesprochen."
„Wie gesagt, Jella, du gehst zu weit in deinem Zart- gesühl. Die beiden Menschen waren nun einmal nicht für einander bestimmt, aber deshalb brauchen sie doch jetzt, wo längst Gras über die Geschichte gewachsen, sich nicht ängstlich zu meiden. Wohlerzogen und taktvoll,