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A. M. AmstU i>t« N. IezmKr MI.
Doilllmeck-Filliiiillilg.
Mit dem i. Januar beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersselder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" ™» „Mustrirte landwirthschaftl. Beilage".
Das „Kreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Lr- eignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereignisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.
ar Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigensalls durch Extrablätter verbreiten.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Gaffel, den 8. Dezember 1901.
Im Oktober d. J. sind in Fulda wegen ihrer Seltenheit werthvolle alte Münzen gefunden worden, der Finder hat sie aber nicht dem hiesigen Museum zum Erwerb für den Fiskus angeboten, sondern an Privatpersonen ver
Hochflut.
Erzählung von A. von Lieliencron.
(Schluß.)
„Nimm dich in acht!" 'raunte sie ihm zu. „Es ist so dunkel, daß man sich gar nicht zurecht findet!"
„Ein merkwürdiger EmpfangI* dachte das junge Mädchen und wunderte sich noch mehr, als sie gewahr wurde, wie der Kutscher vom Bock sprang, die Zügel einem andern zuwarf und dann selbst die Hausthür öffnete, um dann gleich wieder im Dunkeln zu verschwinden. Ein breiter Lichtstreif fiel aus der geöffneten Pforte und winkle einladend den Ankommenden.
Doch auf der Schwelle blieb Hilde stehen, die Farben wichen aus ihren Wangen, während sie verwirrt stam- welte: „Das — ist ja ganz wie in Sternfelde I" , „Sagte ich dir's denn nicht, etwas von 'berge, oder selbe' war's doch und ein Stern mochte wohl auch da- öei sein!" lachte der Onkel und schob sie, ohne weiter fragen, durch die nächste Thür.
Da, träumte sie denn mit offenen Augen ? Das war Ia Willibalds Wohnzimmer I Hier sein braungefleckter v"nd, der ihr schweifwedelnd entgegenkam, und dort im "hnstuhle saß die liebe Tante, Onkel Ottos Frau, und winkte ihr lächelnd zu.
Ihr schwindelte, und völlig benommen nickte sie ihr zu.
„Richtig, jetzt fällt mir der Name der Dame ein, die '4 engagieren will!" hörte sie der Onkels neckende
kauft. Die Wisienschaft ist dadurch schwer geschädigt worden.
Dieser Fall veranlaßt uns. Euer Hochwohlgeboren zu ersuchen, die Ortsvorstände Ihres Kreises von Neuem auf unsere einschlägige Verfügung vom 6. Oktober 1883 — B. 11450 — in Verbindung mit unserer Verfügung vom 22. August 1895 — B. 10052 — hinzuweisen und auch selbst, sobald Ihnen Alterthumsfunds in Ihrem Kreise bekannt werden, im Sinne dieser Verfügungen einzugreifen.
Das Eigenthum an Münzen und sonstigen Alterthümern fällt nach § 984 des Bürgerlichen Gesetzbuches zur Hälfte dem Entdecker, zur Hälfte dem Eigenthümer der Sache zu, in der sie verborgen waren. Das in § 6 der Verordnung vom 22. Dezember 1780 dem Fiskus eingeräumte Enteignungsrecht — das Recht, Münzen und sonstige Alterthümer auch wider den Willen der ersten Eigenthümer gegen Erstattung des Werthes zu erwerben — besteht aber gemäß Art. 109 des EinführungSgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch noch fort.
Um die Durchführung des Erwerbsrechtes des Fiskus in noch höherem Maße zu sichern, ist den Ortsvorständen weiter zur alsbaldigen Mittheilung an die ersten Eigen« thümer gefundener Gegenstände zu eröffnen, daß die Funde von keiner Seite so sachgemäß beurtheilt und danach so richtig dem wahren Werthe entsprechend bezahlt werden wie Seitens der Königlichen Museums- Verwaltung.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.
F l i e d n e r.
An den Herrn Landrath zu Hersfeld. B. 17106 II.
*
* *
Hersfeld, den 20. Dezember 1901.
Wird den Herren Bürgermeistern und Gutsvorstehern des hiesigen Kreises im Anschluß an die diesseitige Verfügung vom 16. Oktober 1883, Nr. 12985, im Kreisblatt Nr. 111 und vom 20. September 1895, J. I. Nr. 5043, im Kreisblatt Nr. 112, zur genauesten Beachtung mitgetheilt.
I. 6987. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schlein i tz, Geheimer Regierungs-Rath.
HerssUd, am 20. Dezember 1901.
Die zweite Schulstelle in Meckbach wird vom | 1./4. 1 9 0 2 ab vacant. Das Einkommen derselben be
Stimme. „Ich wußte doch, es war etwas ganz Apartes. Müller, Baronin Müller heißt sie, soll ich es dir noch aufschreiben?"
Aber Hilde hörte nicht mehr, sie hatte sich zu Füßen der Tante geflüchtet, ihre Hände mit Küssen bedeckend.
„Will das Töchterchen die angebotene Stelle bei dem alten Ehepaare übernehmen und den Winter mit uns nach der Schweiz gehen?" fragte die Matrone und streichelte zärtlich das Köpfchen, das sich an sie schmiegte.
„Unb wirst du auch mit dem Haustyrannen fertig werden, der überall hereinspricht?" eikundigte sich der Onkel. „Ich habe ihn dir ja genau geschildert!"
Das junge Mädchen hob das glühende Gesicht von dem Schoße der Tante. „Sagt mir nur, was das alles bedeutet! Ich verstehe.eigentlich noch nichts!"
Den alten Herrn überkam eine tiefe Rührung, er rückte feine Brille zurecht, räusperte sich und begann feierlich: „Es bedeutet, daß diese kleinen Hände unter unserer Aufsicht fleißig sein sollen, die Aussteuer für ein junges Paar herzurichten, das in diesen Mauern hausen soll. Darum gilt es, hier an Ort und Stelle Umschau zu halten, was alles fehlt, und fragst du mich nun, wo die beiden zu suchen sind, so sage ich dir — die eine Hälfte des Paares kniet hier, die andere aber steht dort.
Hilde wandle den Kopf nach der Thür, auf die der Onkel zeigte. Dort stand eine Gestalt im langen Kutschermantel. Die Mütze flog vom Kopse des Vermummten und „Willibald, mein Willibald!" jauchzte das Mädchen auf.
steht neben freier Wohnung in 1000 Mark Grundgehalt und der Einheitssatz der Alterszulage beträgt 120 Mark.
Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen b i s zum 2 0. Januar 1 902 bei dem Königlichen Orts- schulinspeklor Herrn Pfarrer Ackermann in Mecklar oder dem Unterzeichneten einreichen.
Der Königliche Schulvorstand von Meckbach: I. 7054. Freiherr von S 4 leiNitz ,
Geheimer Regierungs-Rath und Landrath.
Hersfeld, den 20. Dezember 1901.
Auf Grund einer Ermächtigung des Herrn Regierungs- Präsidenlen wird hierdurch der Handel mit Papier und Neujahrskarten am Sonntage den 29. ds. Mts. für die Dauer von höchstens 10 Stunden unter Ausschluß der für den Hauptgottesdienst bestimmten Zeit und bis spätestens 7 Uhr Abends freigegeben.
Die Herrn Ortsvorstände des Kreises haben Vorstehen« des alsbald auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen.
I. 7049. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Nichtamtlicher Theil.
Berlin, 21. Dezember.
Se. Majestät der Kaiser hörte heute Morgen die Vorträge des Staatssekretärs des Reichs-Marineamts Vizeadmirals v. Tirpitz und des Chefs des Marine- kabinetS Generaladjutanten Vizeadmirals Freiherrn von Senden-Bibran und empfing um 12 Uhr in Audienz den neuen siamesischen Gesandten Phya Visutr Kora und demnächst den neuen chinesischen Gesandten Generalleutnant Ain-Tschang.
Aus Gotha wird vom 22. Dezember berichtet: Se. Majestät der Kaiser wird an der Feier des 300= jährigen Geburtstages des Herzogs Ernst des Frommen Theil nehmen. Seine Majestät trifft am 26. Dezember Mittags hier ein und begiebt sich mit dem Herzog von Sachsen»Coburg und Gotha und dem Regenten nach Schloß Friedenstein. Unmittelbar nach der Feier gedenkt Seine Majestät wieder abzureisen. Zur Ausschmückung der Stadt werden umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Kriegervereine, sowie andere Vereine und Schulen werden Spalier bilden.
In der heutigen Sitzung des Bundesraths
Sie wußte nicht, hatte « sie emporgezogen, oder war sie ihm entgegengeflogen. Eins aber war gewiß: er hielt sie in seinen Armen und flüsterte ihr tausend süße, närrische Dinge zu.
Wie jubelte es da plötzlich um die beiden her I Jetzt waren sie nicht mehr zu halten gewesen, die Jungen, die um diese Überraschung wußten. Jeder von ihnen wollte der Schwester die genaueste Erklärung geben, und einer überschrie den andern dabei.
Hilde aber machte sich aus dem Knäuel frei, der sie umringte. Von Willibalds Armen umfangen, trat sie auf die Eltern zu, die ihr glückstrahlend die Arme ent- gegenstreckten. „Wir zwei können doch nicht von einander lassen!" lächelte sie. „Vater, Mutter! Ihr werdet uns Euern Segen geben I"
„Das können wir aus vollem Herzen thun, dank diesen treuen Menschen!" nickte der Oberförster und zeigte auf das alte Paar, das heute so viel Glück um sich verbreitet hatte. „Abbitten muß ich es den beiden lieben Menschen, daß ich mich so lange eigensinnig gegen ihre sürsorgende Hilfe verschloß."
Onkel Otto klopfte zwischen Rührung und Freude dem Schwager auf die Schulter. „Ja, ja, so nimmt man den Menschen die Sache über den Kopf weg!" rühmte er sich. „Da du mir nicht erlaubtest, dir die kleinste Unterstützung zu geben, mußte ich die Sache anders drehen. Die Hypothek, die ich unserm Neffen auf sein Gut eintragen lasse, jetzt setzt ihn in die Lage, ohne Sorge auf Sternfelde leben und einen Hausstand