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Gratisbeilagenr „Iünftrirter Sonntagsblatt" «. „Illnstrirte landwirthschaftliche VeUage".
Sr. A. Sörnh^ 1901.
(SrftcS Statt
DNMnts-MMng.
Mit dem ^. Januar beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Somitagsblatt" -„» „Mskirte landwirthschaftl. Beilage".
Das „Kreisblatt" bringt außer den amtlicben Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereignisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen jenen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.
SNE* Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigensalls durch Extrablätter verbreiten.
Der vierteljährliche Abonnementspreis für das „Kretsblatt" beträgt bei den Postanstalten 1 Mark 60 Pfg. einschlietzlich Postgebühr.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Der Vorsitzende der Veranlagungslommission.
I. III. 1918. Hersfeld, den 23. Dezember 1901.
Auf Grund des § 24 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891 (G. S. S. 175) wird hiermit jeder für 1901 mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtig e im Kreise Hersfeld aufgefordert, die Steuererklärung über sein Jahreseinkommen für 1902 (1. April 1902 bis zum 31. März 1903) nach dem vorgeschriebenen Formular in derZeit vom 4. Januar 1 9 0 2 bis einschl. zum 20. Januar 1902)>em Unterzeichneten in seinem Amtslokal — im Stift 671 — schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. Diese Steuer> Pflichtigen sind zurAbgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn denselben eine Aufforderung bezw. ein Formular nicht zuge- »angen ist.
Nach § 25 des E i n k 0 m m e n st e u e rg e, ^etzessindauchSteuerpflichtige,diebis- er mit einem Einkommen unter 8000 Warkveranlagt waren, verpflichtet,dem unterzeichneten eine Steuererklärung ® b 8 u g e b e n, sobald denselben eine Aufforderung zugeht. Hiernach ist die in den Kreisen 7® Publikums vielfach vertretene Ansicht, Personen mit binem Einkommen von 900 bis 3000 Mk. feien zur Abgabe einer Steuererklärung überhaupt nicht verpflichtet, irrig.
DieVerfäumungderhierangegebenen Frist hat gemäß § 30 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der gesetzlichen Rechtsmittel gegen die Einschätzung für das Jahr 1 9 02 zur Folge.
Wissentlich unrichtige oder unv 0 ll - ständigeAngaben oderwissentliche Ver - schweigungvomEinkommeninderSteuer- erklä ru ng sind in § 66 bes Einkommen- steuergesetzes mit Strafe bedroht.
Mündliche Erklärungen werden von dem Unterzeichneten in der vorbezeichneten Zeit in seinem Amtslokal nur in derZeit vonlOUHr vormittags bis 1 Uhr mittags entgegengenommen.
von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 24. Dezember 1901.
Die in den Jahren 1848/49 verwundeten Krieger und die Witwen der 1848/49 ge - fallenen Krieger sollen zur Bewilligung einer einmaligen Unterstützung höheren Orts in Vorschlag gebracht werden.
Die vorzuschlagenden Personen müssen h ü l f s b e - dürftig und würdig sein.
Die Herrn Ortsvorstände des Kreises werden veranlaßt, die Ihnen etwa bekannten in den Jahren 1848/49 verwundeten Krieger und Witwen von 1848/49 gefallenen Kriegern mir bis spätestens z u m 2. Januar 1902 namhaft zu machen. Die Militärpapiere der Betreffenden sind beizusügen, auch ist sich über die Einkommens- und Vermögensverhältniffe eingehend zu äußern.
I. 7104. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.
Nichtamtlicher Theil.
Die Weihnachtsfeier am Heiligabend wurde im Neuen Palais bei Ihren Majestäten in hergebrachter Weise begangen. Am frühen Nachmittag wurde der Dienerschaft bei Ihrer Majestät der Kaiserin bescheert. Seine Majestät der Kaiser begab Sich um drei Uhr Nachmittags zu Fuß nach dem Kasernement des 1. Garderegiments zu Fuß und wohnte dort der Bescheerung bei der Leibkompagnie und der 2. Kompagnie bei. Um 4 Uhr fand im Neuen Palais Tafel statt, zu welcher Die Umgebungen geladen waren. Hieran schloß sich die Bescheerung im Muschelsaal für die Kaiserliche Familie und die Damen und Herren der Umgebungen. Der Tannen- bäume für die Prinzen-Söhne und die Prinzessin-Tochter waren in diesem Jahre nur sechs, da Prinz Adalbert im Auslande weilt. An der Abendtafel bei Ihren Majestäten um 9 Uhr nahmen die Kaiserlichen Prinzen Theil; Einladungen waren nicht ergangen. — Am ersten WeihnachtSfeiertage wohnte Seine Majestät der Kaiser dem Gottesdienst in der Garnisonkirche zu Potsdam bei. Vormittags besuchte Seine Majestät mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel-Friedrich auf kurze Zeit das Regimentshaus des Ersten Garderegiments zu Fuß und kehrte dann zu Fuß nach dem Neuen Palais zurück. Um 1 Uhr fand Familientafel bei Ihren Majestäten statt, an welcher auch die Prinzessin Friedrich Karl theilnahm, Nach der Tafel unternahmen Beide Majestäten einen gemeinsamen Spaziergang. — An der Abendtafel nahmen die vier ältesten anwesenden Prinzen- Söhne Theil. — Am zweiten Weihnachtsfeiertage, Morgens 6 Uhr 45 Min., begab Sich Seine Majestät der Kaiser von Station Wildpark nach Gotha. Auf der Fahrt hörte Se. Majestät den Vortrag des Chefs des Civilkabinets, Wirkl. Geh. Raths Dr. v. Lucanus.
Se. Majestät der K a i s e r traf am Donnerstag mittags 12V» Uhr in Gotha ein und morde auf dem Bahnhof von dem Herzog Karl Eduard, dem Regierungsverweser Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg, dem Erbprinzen
von Sachsen-Meiningen, dem Oberhofmarschall v. Rüx« leben, dem Staatsminister Hentig und dem Landtagspräsidenten Oberbürgermeister Liebetrau empfangen. Der Kaiser fuhr in offenem Zweispänner mit dem Herzog und dem Regierungsverweser nach Schloß Friedenstein. Auf dem Wege dorthin durch die Bahnhofstraße und Park-Allee, woselbst Kriegervereine, die Schützen- gilde, die Feuerwehr und andere Vereine Spalier bildeten, wurden der Kaiser und die hohen Herrschaften von brausendem Jubel der Bevölkerung begrüßt. Im Schloß- hofe war die zweite Kompagnie des 95. Infanterieregiments als Ehrenkompagnie aufgestellt, deren Front der Kaiser abschritt. Sodann erfolgte der Parademarsch. Hierauf begaben sich die Herrschaften durch das Portal in das Gobelinzimmer, woselbst die Erbprinzeffin von Hohenlohe-Langenburg sie empfing: der Festakt fand im Thronsaal statt. Vor dem Thron nahm der Herzog Karl Eduard Aufstellung, rechts von ihm der Kaiser und die Erbprinzeffin von Hohenlohe-Langenburg, sowie der Großherzog von Sachsen-Weimar, links vom Herzog der Regent, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen und der Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg. Die. Liedertafel leitete die Feier ein mit dem Gesang: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre." Hierauf ergriff der Regent das Wort zu einer Rede, in der er auf die Bedeutung Ernst des Frommen als Friedensfürsten hinwies. Mit besonders herzlichen Worten wandte sich der Regent an den Herzog und schloß mit der Bitte, daß der Kaiser dem Herzog auch ferner seine Huld gewähren möge. Hierauf hielt der Kaiser folgende Ansprache:
„Zunächst spreche Ich Meinen herzlichsten und tiefgefühltesten Dank aus für die meisterhafte Rede, mit der Du mich begrüßt und in markigen Strichen das Bild des großen Fürsten gezeichnet hast, dessen Andenken wir heute feiern. Deiner Aufforderung, hierher zu kommen, bin Ich bewegten Herzens um so lieber gefolgt, als Ich aus dieser deutschen Stadt hier Meine Frau geholt habe, den Edelstein der an Meiner Seite glänzt, der es Mir ermöglicht, das schwere Amt zu führen, das Mir der Himmel aufgebürdet hat. Wer die Gefilde Thüringens besucht und, wie Ich, Jahr aus, Jahr ein Gelegenheit gehabt hat, das thüringische Volk zu beobachten, der wird von seiner Poesie, von seinem stillen Walde und vor allen Dingen von seiner unerschütterlichen treuen An- hänglichkeit an seine Fürsten gerührt. Ich begrüße es mit großer Freude, daß der heutige Gedenktag, würdig des großen Fürsten und schöner, wie man ihn sich nicht wünschen kann, uns hier zusammengeführt hat. Dieser Tag fällt in das Fest, welches die Menschen auffordert, sich wieder in Kindeserinnerung zurückzuverfetzen, wo das Geschenk der Liebe Gottes, die Erlösung, der Menschheit gegeben wird. Dieses Fest ist wahrlich geeignet, für Gedanken des Friedens und Gedanken der Einigung unsere Herzen zu erwärmen. Niemand unter unS, die wir hier stehen und die wir stolz darauf sind, die Nachkommen dieses großen Fürsten zu sein, wird vergessen, daß nur wenige Meilen von hier die Wartburg steht, von der aus das Lied „Ein' feste Burg ist unser Gott" seinen welterobernden Zug unternahm, und daß alle die Fürsten, die als einzelne Pfeiler in der damaligen furchtbaren Zeit der vom Himmel über unser Vaterland verhängten Prüfung mit Aufbietung aller ihrer Kräfte zu halten gesonnen waren, was sie halten konnten, ihre Kraft nur schöpften von oben aus dem felsenfesten Vertrauen, daß die Verheißung, die Gott uns in seinem menschgewordenen Sohne gegeben hat, ihnen helfen werde. Die Anregung, die Du uns heute gegeben hast, entspricht den Gedanken, die auch Mich schon lange bewegen. Wenn Ich nicht damit hervorgetreten bin, so liegt der Grund nur darin, daß Ich fern davon bin, auch nur in Wünschen und Hoffnungen der Selbstständigkeit Anderer nahe zu treten. Daß aber ein hohes Ziel Meines Lebens eine Einigung der evangelischen Kirchen Deutschlands in den für sie gedachten Grenzen wäre, brauche Ich nicht zu betonen. Ich meine, daß wir auch ein Bild dafür finden können. Wie der uns gesandte Gottessohn und Heiland das Wort gebraucht hat, und der Einzige auf Erden