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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnemcntspreis Vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. . Postaufschlag.

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeil« 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

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Mit dem \. April beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersselder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" -»d Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage".

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Politik, Berichte aus dein Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Lebens zur Kenntnis der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

W Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigensalls durch Extrablätter ^ verbreiten.

Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kreisblatt" beträgt bei den Postanstalten 1 Mark * «0 Pfg. einschließlich Postgebühr.

21frtt^ti*»t6 finden durch dasKreisblatt" zweckentsprechende Verbrei­tung und kostet die fünfgespaltene Garmondzeile oder deren Raum jO Pfg.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebeust ein

die Expedition.

Amtlicher Theil.

Cassel, den 1. März 1902.

Unter Bezugnahme auf die im RegierungsAmtsblatt demnächst erscheinende Veröffentlichung der von den Gemeinden bezw. Schulverbänden im Rechnungsjahre 1902 zu entrichtenden Beiträge zur Lehreralterszulage­kasse werden Sie benachrichtigt, daß die Kreiskasse An­weisung erhalten hat, diese Beiträge in vierteljährlichen Theilen voraus von den Zahlungspflichtigen zu erheben. Alle nach Aufstellung des Vertheilungsplanes einge- tretenen Veränderungen infolge Gründung neuer Schul- stellcn pp., welche bei Festsetzung der Beiträge nicht mehr berücksichtigt werden konnten, werden im neuen Rech­nungsjahre durch besondere Verfügung geregelt.

Den Gemeinden ist hiervon mit Hinweis auf die Be­kanntmachung im Regierungs - Amtsblatt in geeigneter Weise Kenntniß zu geben.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

J. V.: v. V o l k in a n n.

An die Herren Landräthe des Bezirks. B. 2832. II. Ang.

* *

Hersseld, den 21. März 1902.

Wird den Herrn Bürgermeistern der Schulart« des hiesigen Kreises mit dem Bemerken zur Veranlassung des Erforderlichen mitgetheilt, daß die fragliche Nach- Weisung dem Amtsblatt der Königlichen Regierung in Cassel Nr. 12 beiliegt.

1331. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

, Nichtamtlicher Theil.

Kolonial-Besitz.

Fast zwei Jahrzehnte sind bereits verflossen, seit Deutschland Kolonialmacht geworden. Die bedeutungs­

volle Wandlung wurde 1884 eingeleitet mit der bekannten Note, die Fürst Bismarck an den damaligen deutschen Konsul in Kapstadt über den Erwerb von Lüderitz-Land richtete. Dieselbe lautete folgendermaßen:Nach Mit­theilungen des Herrn Lüderitz zweifeln die Kolonial-Be- hörden der Kapkolonie, ob seine Erwerbungen nördlich vom Angrastrom auf deutschen Schutz Anspruch haben. Sie wollen amtlich erklären, daß er und selne Nieder- laffungen unter dem Schutz des Reiches stehen." Es folgten alsdann während der Jahre 1885 und 1886 weitere Erwerbungen in Afrika und der Südsee. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts aber gesellten sich noch Kiautschou, ein Theil der Samoa-Jnseln und die Karolinen hinzu.

An Versuchen zur Erwerbung kolonialen Besitzes hat es in einigen Theilen Deutschlands auch früher nicht gefehlt. Einzelne deutsche Fürsten, insbesondere der große Kurfürst, erkannten bereits vor Jahrhunderten die Noth­wendigkeit und Wichtigkeit einer planvollen Kolonial- Politik. Zu nachhaltigen Erfolgen aber fehlte die Vor» bedingung einer wirthschaftlichen und politischen Zu- sammenfassung der Nationalkrast. Erst als sich politisch in der Begründung des deutschen Reiches erfüllte, was wirthschastlich in der Begründung des Zoll-Vereins an« gebahnt war, konnten die Hoffnungen der Vaterlands­freunde auch in dieser Hinsicht ihrer Erfüllung entgegen­reifen.

Die Nothwendigkeit kolonialen Besitzes macht sich auch immer dringender geltend; es ist heute wirklich, wie Treitschke sagt, eine Lebensfrage für eine große Nation, kolonialen Drang zu haben. Nur durch Kolonisation vermag ein Kulturvolk den Gefahren der Uebervölkerung in der rechten Weise vorzubeugen. Sind keine Kolonien vorhanden, so gehen die überschüssigen Kräfte dem Mutter­lande verloren, sie werdenKultur-Dünger" für fremde Nationen. In Kolonien dagegen, die mit dem Mutter­lande in rechtlichem und thatsächlichem Zusammenhangs verbleiben, kommt die Arbeit des dorthin ausgewanderten Theils der Bevölkerung der' rationalen Gesammtheit zu gute.

Doch ist dies keineswegs ber einzige Nutzen kolonialen Besitzes. Kolonien erweitern das Produktionsgebiet eines Landes und stellen die Volks-Ernäherung auf eine breitere und festere Grundlage. Sie sichern einer Nation ständige Zufuhr- wie Absatz-Gebiete, gewähren ihrem Handel wie ihrer Kriegsflotte Stützpunkte, verstärken die Wehrkraft und erzeugen in ideeller Hinsicht einen Geist hoffnungs- freudigen Aufschwunges und rüstigen Vorwärtsstrebens. Ohne koloniale Kolonien stockt dagegen das wirthschaftliche Leben, und gefahrvolle Krisen ziehen über kurz oder lang herauf. Treffend sagt wiederum Treitschke:Kolonisation ist für die Zukunft der Welt ein Faktor von ungeheurer Bedeutung geworden. Von ihr wird es abhängen, in welchem Maße ein jedes Volk an der Beherrschung der Welt durch die weiße Rasse theilnehmen wird. Es ist sehr gut denkbar, daß einmal ein Land, das gar keine Kolonien hat, gar nicht mehr zu den europäischen Groß­mächten zählen wird, so mächtig es sein mag. Darum dürfen wir Deutschen nicht in jenen Zustand der Er­starrung kommen, der die Folge einer rein festländischen Politik ist."

Zur Erwerbung und Erhaltung von Kolonien aber bedarf es einer starken Schlachtflotte. Nur sie ist imstande, bei etwaigen Macht-Verschiebungen und Neuvertheilungen der Erde, die sich ewig wiederholen werden, den Ansprüchen einer Nation gehörigen Nachdruck zu verleihen, und nur sie setzt eine Nation in die Lage, das Erworbene mit kräftiger Hand festzuhalten.

Politische Nachrichten.

Berlin, 22. März.

Ihre Kaiserlichen Majestäten unter­nahmen gestern Nachmittag mit dem Prinzen A d a l - b e r t einen Ausritt. Zur Abendtafel bei Ihren Majestäten waren gestern geladen Prinzessin Feodora

zu Schleswig-Holstein, Prinz Adalbert und Reichskanzler Graf von Bülow und Gemahlin. . Nach der Abendtafel trafen die Prinzen August Wilhelm und Oskar und später der Kronprinz ein. Heute Morgen begaben Beide Majestäten Sich nach dem Mausoleum in Charlottenburg, hierauf besuchte Se. Majestät der Kaiser mit dem Kronprinzen das Palais des Hochseligen Kaisers Wilhelm des Großen, hörte sodann im Königlichen Schloß die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarineamts v. Tirpitz und des Chefs des Marinekabinets Frhrn. v. Senden-Bibran und nahm militärische Meldungen entgegen.

Am Freitag ist das Abgeordnetenhaus in die Osterferien gegangen, nachdem es vorher noch die erste Lesung der Eisenbahn-Vorlage beendet und die Vor­lage an die Budgetkommission verwiesen hat.

Aus Kiel, 20. März wird geschrieben: Die von der Auslandsreise heimgekehrten Schulschiffe sind jetzt wieder vollzählig im Hafen versammelt. Die acht­monatigen Reisen sind im Allgemeinen gut verlaufen. Stein" undMoltke" kreuzten an der venezolanischen Küste und in Westindien,Charlotte" mit dem Prinzen Adalbert war im Mittelmeer, undStosch" machte Kreuzfahrten im Norden und Nordwesten der afrikanischen Küsten. Jetzt werden alle an Bord der vier Schulschiffe untergebrachten Schiffsjungen, Baueleven und Seekadetten in die Heimath beurlaubt, Letztere, nachdem sie die Fähnrichsprüfung bestanden haben. Die Schiffsjungen werden, soweit sie das vorgeschriebene Alter erreicht haben, dann der Schiffsjungendivision in Friedrichsort überwiesen; die Baueleven haben sich dem Studium des von ihnen erwählten Baufaches zu widmen, und die zu Fähnrichs zur See beförderten Seekadetten beziehen die Marineschule. Die Schulschiffe nehmen im April einen neuen Jahrgang von Seekadetten, Baueleven und Schiffsjungen an Bord, der volle zwölf Monate ein­geschifft bleibt.

(Sozialdemokraten als Arbeitgeber.) Der Verband der Lagerhalter und Lagerhalterinnen Deutschlands hat neulich in Berlin seine General-Ver­sammlungen abgehalten. Die Verhandlungen warfen ein eigenthümliches Licht auf die Arbeiterfreundlichkeit der Sozialdemokratie. Mehrfach wurde über das geringe Gehalt und die überaus lange Arbeitszeit in sozial, demokratischen Konsum-Vereinen geklagt. 85 Mitglieder haben eine wöchentliche Arbeitszeit von 8193 Stunden, 473 von 7180 Stunden. Nur 406 Mitglieder genießen volle Sonntagsruhe, bei den übrigen sind sonntägliche Geschäftszeiten bis zu 5 Stunden üblich. Die Mitglieder­zahl beträgt 770; davon erhielten 57 monatlich unter 80 Mk, 55 bis 90 Mk., 78 bis 100 Mk., 110 bis 120 Mk. 47 Personen erhielten keinerlei Vergütung für Manko beim Verkauf, während sämmtliche Mitglieder für das Manko aufkommen müssen. In 283 Fällen mußten die Frauen mithelfen, 489 Personen erhielten festes Gehalt, 124 Gehalt und Prozente vom Umsatz, 68 beziehen nur Prozente von diesem. 139 Mitglieder haben eine unvollkommene oder gar keine Mittags­pause.

Aus Bremen wird gemeldet: Auf der Werft der AktiengesellschaftWeser" lief am Sonnabend Nachmittag 3 Uhr der kleine KreuzerG." glücklich vom Stapel. Den Taufakt vollzog auf Befehl des Kaisers die Ge­mahlin des Oberpräsidenten von Hannover und Vor­sitzende des Vaterländischen Frauenvereins der Provinz Hannover, Gräfin zu Stolberg-Wernigerode, welche das Schiff auf den NamenFrauenlob" taufte. Auf Befehl des Kaisers wohnten als Vertreterinnen des Deutschen Frauenvereins der Feier bei: Frau Senator Nielsen- Bremen, in Vertretung der Frau v. Köster Frau v. Arnim- Kiel und Frau Admiral Thomsen-Wilhelmshaven. Ferner waren anwesend als Vertreter der Marinestiflung Frauengabe Berlin-Elberfeld" der Direktor der Deutschen Bank Koch und Justizrath Schöller. Hierzu wird der N. A. Z." geschrieben : Der Taufakt des kleinen Kreuzers hat mithin den Anlaß zu einer besonderen Ehrung der Frauenvereins Deutschlands durch Se. Majestät den