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Hersselder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^ Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das zweite Quartal werden noch von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Der Vorsitzende der

Veranlagungskommission.

III. 564. Hersfeld, den 5. April 1902.

Die Vorstände der Landgemeinden und Gutsbezirke des Kreises Hersfeld erhalten in den nächsten Tagen die festgesetzten Gemeindestenerlisten für 1902 und die Staats­steuerrollen für 1902.

Die Gemeindesteuerlisten für 1902 sind vom 9. April d. Js bis einschließlich zum 23. April d. Js. öffentlich auszulegen; der Beginn der Auslegung.ist in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. In diese Bekanntmachung ist aufznnehmen, daß die Berufungen gegen diese Veranlag­ung nur in der Zeit vom 23. April d. Js. bis z u in 2 1. M a i d. I s. bei dein Unterzeichneten eingelegt werden können. Hierzu sind die Geschäftsräume des Un­terzeichneten an Wochentagen von 10 Uhr vor­mittags bis 1 Uhr mittags geöffnet. Die Ein­sicht in die Gem e i u d este n er li st e ist jedem m i t E i n k o m m e n u n t e r 900 Mark Veranlagten gestattet, aber nur bezüglich seiner Bestener- u n g s m e r k m a l e.

Die Staatssteuerrollen für 1902 sind sofort den Staatssteuerhebestellen zuzufertigen. Diese haben die Hebe­liste nach Muster B aufzustellen und bis zum 14. April d. Js. hier zur Prüfung vorzulegen.

Freiherr von Schleinitz

Pieter Cafras und seine familie.

Eine Erzählung aus dem Freiheitskriege der Buren.

Von A. von Lilienkron.

(Fortsetzung.)

Der junge Deutsche sah voll Ehrerbietung und Be­wunderung auf den Greis, der ihm wie ein Prophet des alten Bundes erschien.

Dirk hatte sich dicht an den Großvater gedrängt und lauschte aus jedes Wort, das er sprach.

Ruth stand dem Alten gegenüber, die Hände gefaltet und die Augen in stummem Flehen erhoben.

Wie ein betender Schutzengel des Burenvolkes!" dachte Hans Aldermann, als sein Blick sie streifte.

Keiner sprach ein Wort, aber nach einer kleinen Weile sagte Potgieter in ruhigem Tone:Ruth, es ist schon spät, decke den Tisch zur Abendmahlzeit! Du, Dirkie, setze dich ans Fenster und spähe hinaus, ob der Vater noch nicht mit den Brüdern heimkommt! Ich habe noch mit Hans zu reden!"

^u strengem Gehorsam erzogen, folgten Ruth und v ne Widerrede dem Geheiß, beide aber waren mit Herz und Ohr bei dem Gespräche der Männer und, soviel es anging, folgten sie ihren Reden.

pieter ist heute bei Tagesanbruch mit den beiden lohnen weggegangen, um die letzte Ausrüstung für uns zu vesorgen und neuere Nachrichten zu bringen," erzählte ver Alte.Du weist darüber vielleicht etwas. Hat

Hersfeld, den 4. April 1902.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die Ihnen in den nächsten Tagen zngehenden Loosnngsscheine den betreffenden Militairpflichtigen alsbald auszuhändigen und das beigefügte Verzeichnis, nachdem der Empfang der Loosnngsscheine auf demselben bescheinigt ist, ungesäumt au mich znrückzuseuden.

J. II. 1255. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 5. April 1902.

Mit Erledigung meiner Verfügung vom 17. März d. Js. I. 1464, Kreisblatt Nr. 34, Anmeldung der Schmiede­geschäfte zur Unfallversicherung betreffend, sind die Herren Ortsvorstände zu:

Bengendorf, Biedebach, Conrode, Dünkelrode, Geth- semane, Hattenbach, Heenes, Heringen, Hilperhausen, Kemmerode, Kleba, Kohlhausen, Leimbach, Lengers, Meckbach, Petersberg, Reckerode, Reilos, Röhrigshof, Schenksolz, Sieglos, Unterneurode und Willingshain noch im Rückstände, und werden dieselben mit Frist bis zum 11. d. M ts. bei Meidung von 3 M k. Strafe hieran erinnert.

I. 1464. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz Geheimer RegierungS-Rath.'

Hersfeld, den 5. April 1902.

Es ist wiederholt vorgekommen, daß Personen aus benachbarten Ortschaften bei der städtischen Polizeiver» waltung dahier um Ausstellung von Radfahrkarten nachgesucht haben, weil angeblich der zuständige Bürger­meister keine Formulare im Besitz hatte.

Ich nehme dieserhalb Veranlassung, den Herren Oitsvorständen die Beschaffung eines hinreichenden Vor- raths ,von Formularen zu Radfahrkarten aufzugeben, damit jedem Antrag auf Ausstellung einer solchen Karte sofort entsprochen werden kann.

I. 1937. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Zugelaufen: ein Hund, männlichen Geschlechts. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Futter- kosten bei dem Georg Sieling in Lautenhausen in Empfang nehmen.

unser Wijken (Kreis) schon seinen Feldkornet (Hauptmann) und Assistent-Feldkornet gewählt.

Jawohl!" bestätigte Aldermann.Daniel van Vuuren und Maritz. Die drei Wijken, die zum Distrikt gehören, haben auch bereits Kommandanten gewählt. Euren Freund, Ohm (Jüngere Leute nennen die älteren, auch wenn sie nicht verwandt sind,Ohm," d. h. Onkel) Potgieter. Den 75jährigen van Bosboom (einer der hervorragendsten Kämpfer Transvaals).

Lebhaft wendet sich der alte Bur seinem jungen Freunde zu.

Das ist mir eine Freudenbotschaft!" erklärte er warm. Wir beide, Andries Bosboom und ich, haben uns lieb gehabt, wie David und Jonathan. Nun werden wir Seite an Seite kämpfen und, wills Gott, auch zusammen in die ewige Heimath eingehen.

Bosboom hat sich mit seinen beiden Söhnen zum Eintritt gemeldet I" berichtete Aldermann weiter.

Glaub's wohl!" sagte Potgieter.Von denen wird keiner zu Hause bleiben, wenn das Vaterland seine Söhne ruft. Der Ohm van Bosbomm ist einer der besten Schützen der Republikaner, die» alle ins Schwarze zu treffen verstehen," erzählte er immer eifri­ger.Das ist ein Mann, ein ganzer Mann! Nun aber sage mir, Neef, ist der Kommandant-General schon gewählt?"

Nein, das soll dieser Tage geschehen!" antwortete Hans Aldermann in etwas kurzer Form, die von seiner bisherigen Art und Weise eigenthümlich abstach.

Gefunden: Im Forstort Helfersgrnnd eine Kette. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Oberhaun.

Gefunden: Eine Brille mit Futteral. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Beiershausen.

Nichtamtlicher Theil.

Ihre Kaiserlichen Majestäten besichtigten gestern Nachmittag mit Prinzessin Feodora zu Schleswig- Holstein, dem Kronprinzen und dem Prinzen Adalbert unter Führung des Direktors der Königlichen Museen Exzellenz Schöne das Alte Museum. Das Diner nahmen Beide Majestäten bei dem grobbritannischen Botschafter Sir Frank Lascelles ein. Heute Morgen unternahm Seine Majestät der Kaiser den gewohnten Spaziergang im Thiergarten und hörte im Königlichen Schloß die Vorträge des Staatssekretärs des Reichs-Marineamts und des Chefs des Marine- kabinets. Später nahm Se. Majestät die Meldungen des mit Führung des 17. Armeekorps beauftragten Generalleutnants v. Braunschweig und des Legations­sekretärs Kammerjunkers Dr. jur. von Schwerin ent­gegen.

Mit Bezug auf die Anwesenheit des Staatssekretärs des Innern, Grafen v. PosadowskyinMünchen, bringen dieMünchener Neuesten Nachrichten" folgende weitere Auslassung:Das bisherige Ergebniß der Konferenzen des Grafen Posadowsky mit den leitenden Ministern Sachsens und Bayerns ist hinsichtlich einer Erhöhung der Getreidezölle des Entwurfs in dem einen, schon früher mit aller Entschiedenheit ausgesprochenen RegierungswortUnannehmbar" am besten ausgedrückt. Die hier in München gepflogenen Besprechungen haben ergeben, daß diese Stellungnahme der Reichsregierung zu den Getreidezöllen völlig übereinstimmt mit der Anschauung der bayerischen Regierung, und daß jede Hoffnung auf ein Nachgeben der verbündeten Regierungen völlig aus­sichtslos ist. Ebenso ist darüber völlige und grundsätz­liche Uebereinstimmung erzielt worden, daß die Einfügung weiterer Mindestzölle in den Zolltarifentwurf a limiee zurückzuweisen ist. Man hat neben den Getreidezöllen hier in München auch besonders den Viehzöllen seine Aufmerksamkeit zugewandt und die hierauf bezüglichen Wünsche der Landwirthschaft einer Erörterung unterzogen.

Potgieter bemerkte das nicht, seine Gedanken be fchäfligten sich mit den hervorragenden Männern des Vaterlandes, die ihm zu Heerführern geeignet schienen.

Da ist allen andern voran unser kernfester General Joubert," begann er.Da ist Louis Botha, Schalk-Bürger, Lucas Meyer, de Wet, Olivier, Cronje, Delarey. O, wir haben Männer genug, die Heldensührer abgeben 1"

Er sah auf Aldermann, der stumm vor sich hinblickte. «Nun, Neef, meinst du nicht ?" fragte er in aufsteigendem Unmuthe.

Der Angeredete richtete sich auf und strich langsam, als wolle er seine Gedanken sammeln, über die Stirn | und das dunkle, glänzende Haar. Dann antwortete er I ruhig:

Mein Herz gehört in wärmstem Mitgefühle dem Burenvolke. In ungetheilter Bewunderung und in festem Vertrauen sehe ich auf den ehrwürdigen und klugen Präsi­denten der Republik und auf Männer, wie Ihr sie eben nanntet! Aber"

Was giebt es da für ein Aber?" unterbrach ihn Potgieter.

Hans Aldermann legte begütigend feine Hand auf den Arm des Alten. Offenbar wurde ihm schwer, etwas auszusprechen, das diesem glühenden Patrioten nur im geringsten wehlhun konnte, und doch wollte er, unter dem durchdringenden Blicke der forschenden Augen des Buren auch nicht um eine Linie von der Wahrheit ab­weichen.