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Abonnenientspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. excl. Postaufschlag.
Die Jusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
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Hersselder Kreisblatt
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„Jllustrirtes Sonntagsblatt" u„d „Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das zweite Quartal werden noch von allen Kaiserlichen Poftanftalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Durch Erlaß des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal - Angelegenheiten vom 18. Februar d. I. — J. Nr. M 5300 — ist mit dem 1. März d. J. eine neue Apothcken-Betriebsordnung in Kraft getreten.
Die neuerlassene Apotheken-Betriebsordnung ist u. A. in der Geschäftsstelle der Apotheker-Zeitung, Berlin, Neue Friedrichstraße 43, zum Preise von 0,50 Mk. erhältlich. (A II. 4575.)
Gaffel am 5. April 1902.
Der Regierungs-Präsident.
I. A.: Freiherr Schenk zu Schweinsberg.
Im Verlaufe der Jahre sind mehrfach Apotheken- Räumlichkeiten ohne meine Genehmigung nach Ausdehnung oder Lage verändert worden.
Die für die Anlage einer Apotheke in Ausstcht genommenen Räume werden von der Aufsichtsbehörde von ihrer Einrichtung nicht allein bau-, sondern stets auch medizinalpolizeilich darauf geprüft, ob dieselben ihrer künftigen Bestimmung überhaupt, wie insbesondere nach räumlicher Ausdehnung und Lage zu einander, entsprechend gewählt sind. Erst nachdem die Aufsichtsbehörde sich mit der getroffenen Wahl einverstanden erklärt hat, darf die Einrichtung der Räume beginnen. Dieses Verfahren
Puter Cafras und seine familic.
Eine Erzählung aus dem Freiheitskriege der Buren.
Von A. von Lilienkron.
(Fortsetzung.)
Auf dem wetterharten Gesicht des alten Potgieter lag ein Gemisch von Rührung und Freude, als er den Seinen die Hand drückte. „So ein alter Kerl, wie ich bin, kommt aus dem Kriege nicht zurück," sagte er, „aber bei unserm Herrgott sehen wir uns wieder!"
Sanna herzte noch einmal mit verstohlener Leiden- sckastlickteit ihren Jungen und hielt ihn seinem Vater zum Kusse hin.
Hanna aber, deren Hände jetzt frei geworden waren, zog ihre Zwillinge an das Herz. „Möge der treue Gott euch und den Vater schützen!" flüsterte sie ihnen zu »Ihr seid noch jung, haltet euch tapfer, aber seid auch vorsichtig. Handelt immer so, daß, wenn ich ein- mal um euch weinen sollte, dies keine Thränen der Scham sind, die ich über meine Söhne vergießen müßte!
„Meine Mutter kann getrost bleiben! Wir thun,
. und der Vater uns gelehrt haben!" vsr- sicherte Paul, der Aeltere, und Andries fügte hinzu: N>e sollen Vater und Mutter sich ihrer Söhne zu schämen brauchen!
Das alles ging wie im Fluge vorüber. Jetzt hörte man nur kurze Rufe, gedrängte Befehle, und dazwischen klangen bie festen Schritte der Mäner, das Aufstampfen
hat den Zweck, Unzuträglichkeiten für den Apotheken- besitzer bei der Eröffnungsrevision zu verhüten, bei welcher die Offizin wie die Nebenräume auch in Ansehung des Raumes (Apothekenbetriebsordnung vom 18. Februar 1902 § 1 und Anweisung für die amtliche Besichtigung der Apotheken vom 18. Februar 1902 § 1) zu besichtigen sind.
Jede Veränderung jener Räume bedarf daher der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, d. h. des Unterzeichneten.
Die Herren Apotheken-Besitzer und Verwalter mache ich hierauf unter Hinweis auf § 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (G. S. K. 195) und die daraus eventl. sich ergebenden Folgen ausdrücklich aufmerksam.
Cassel am 5. April 1902.
Der Regierungs-Präsident.
J. A.: Freiherr Schenk zu Schweinsberg,
Mgimo nun MHtrMrsamlunM.
In Abänderung der
1902 wird Folgendes befohlen:
vom 21. März
Mittwoch, 23. April 1902, 10»« Vorm.:
Kontrolversammlung in Unterhalt»,
statt Dienstag 22. April 1902, 40 Nachm.
Mittwoch, 23. April 1902, 4» Nachm.:
Kontrolversammlung in Hersfeld, statt Donnerstag 24. April 1902, 90 Vorm.
Donnerstag, 24. April 1902, 11° Norm :
Kontrolversammlung in Niederaula, statt Mittwoch 23. April 1902, 110 Vorm.
Donnerstag, 24. April 1902, 3<> Nach.:
Kontrolversammlung auf dem neuen Kontrolplatz in Kirchheim, für die Leute aus den Orten:
Kleba, Kirchheim, Gershausen, Allendorf, Reimbolds- Hausen, Kemmerode, Willingshain, Gersdorf, Frielingen und Heddersdorf mit Ausnahme derjenigen Leute, die bereits bei der Kontrolversammlung in Obergeis sich gestellt haben.
Die Bürgermeisterämter werden ergebenst ersucht, ihren Ortseinwohnern in zuverlässiger Weise hiervon sofort Kenntniß zu geben.
Königliches Bezirks-Kommando BmfeKL
der Gewehre und das Zuschlagen der Thüren an den verschiedenen Abtheilen des Zuges.
In Gruppen zusammengedrängt, standen die Zurückbleibenden auf dem Bahnsteig und sahen still und regungslos in die Fenster des Zuges, hinter denen ihr Liebstes verschwand. Dumpf fielen jetzt die letzten Thüren in das Schloß. Ein schriller Pfiff und keuchend setzte sich die Maschine langsam in Bewegung.
Aus dem Zuge wurden noch Hüte geschwenkt, das letzte Lebewohl, das man hinauSwinkte, und auf dem Bahnsteige flatterten weiße Tücher in den Händen derer, die mit brennenden Augen den Scheidenden nachsahen. Bald umhüllte der Morgennebel den wegeilenden Zug und entzog ihn ihren Blicken. Nur wie aus weiter Ferne klang noch sein dumpfes Rollen, als Frau Hanna an den Rückweg mahnte.
„Wo ist Dirk?" fragte Ruth besorgt.
„Der Junge mochte nicht ertragen, daß man ihn weinen sah," antwortete die Mutter. „Er drückte die Hände vor das Gesicht und stürzte davon, sobald der Vater und die Brüder weggingen. Nun wird er nach Hause vorangelaufen sein, um sich dort ungesehen ausweinen zu können."
Ruth gab keine Antwort, denn ihr Herz war voller Sorge und Unruhe.
Am Ailsgange der Stadt begegneten sie Aldermann.
Er grüßte die beiden Frauen ehrerbietig. „Welche glückliche Fügung, daß ich Sie noch einmal wieder- sehe!" sagte er. „Um Mittag rücke auch ich mit meinen Leuten aus'"
Gesunden: ein Spazierstock (Weichsel), Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand in Schenklengsfeld.
Nichtamtlicher Theil.
Wehrkraft in Stahl und Lack
Der bekannte freisinnige Volkswirthschaftler Profeffor Lujo Brentano hat seiner Zeit bekanntlich herausgerechnet, daß von den 1893 bis 1895 in das deutsche Heer eingestellten Militärpflichtigen „nicht einmal mehr ganz ein Drittel" aus überwiegend landwirthschaftlichen Distrikten stamme. Zur Grundlage für seine Statistik hatte Brentano die Gebiete des deutschen Reiches in überwiegend land- wirthschaftliche und überwiegend industrielle getheilt und nach diesen die Anzahl der Ausgehobenen berechnet, ohne aber die Anzahl der Gestellungspflichtigen zu kennen. Daß ein solches Verfahren nur zu irrigen Schlußfolgerungen führen kann, liegt auf der Hand. Zu einem ganz andern und richtigern Ergebnisse als Brentano gelangte Dr. Bindewald unter Berücksichtigung der vom Lande nach der Stadt erfolgten Zuwanderung jener in den Jahren 1893 bis 1895 eingestellten 759 986 Militärpflichtigen ; darnach entfielen nur 288 755 auf Industrie, Handel und Verkehr und der übrige, größere Theil von 501 231 auf die ländliche Bevölkerung.
In seiner jüngsten, in den Schmollerschen Jahrbüchern veröffentlichten Untersuchung wendet Bindewald der Frage der Wehrhaftigkeit der städtischen und ländlichen Bevölkerung erneut seine Aufmerksamkeit zu. Er wählte zur Untersuchung zunächst die Stadtkreise Halle und Hannover als Typen^von Großstädten mit bedeutender und gesunder Entwicklung von Handel und Industrie, ferner Linden (Vorstadt von Hannover) als Typus einer modernen, rapid entwickelten Industrie-Stadt. Diesen Städten stellte er dann als ländliche Kreise einmal zur Seite den Kreis Hannover-Land, der bei geringem räumlichen Umfang und guter Bodenqualität neben der landwirthschaftlichen zugleich eine hohe, industrielle Entwicklung aufweist, sodann den Saalkreis als Typus eines Landkreises mit hochentwickelter erstklassiger Ackerbau-Kultur und nicht unbedeutender Industrie-Entfaltung, endlich den Kreis Uelzen als Typus eines rein ländlichen Kreises, der räumlich zwar umfangreich ist, dagegen geringere Bodenqualität aufweist und bei ganz vorwiegendem
„Und was sagen Ihre Eltsen dazu?" erkundigte sich Frau Hanna.
„Sie geben mir ihren Segen auf den Weg mit," lautete die Antwort. „Ihre Absicht ist, in Johannesburg zu bleiben, und ich meine, daß ihnen dort nichts geschehen kann. Selbst wenn das Unglück wollte, daß die Engländer bis hierher vordringen, so haben meine Eltern, die ihr Geschäft betreiben, doch nichts mit dem Kriege zu thun, also kann sie niemand belästigen."
Frau Hanna nickte. „Ja, mit ihren Eltern ist das anders als mit Unsereinem. Wir sind vom Burenvolke, und der Krieg ist der unsrige. Daher stehen wir so gut wie unsere Männer mitten darin, und wenn der Feind an unsere Farmen käme —"
Sie sprach nicht weiter. Die Worte waren bis dahin nur langsam und schwer über ihre Lippen gekommen. Jetzt atmete sie hastig und sah, an Aldermann vorbei, in den Nebel. Offenbar hatte sie seine Gegenwart ganz vergeffen.
„Ich werde schon heute Abend mit Pieter Lafras zusammentreffen," erinnerte der junge Mann. „Vielleicht findet sich noch eine besondere Bestellung, die ich ihm übermitteln könnte."
Nicht Hanna, aber Ruth antwortete ihm. Sie trat dicht an ihn heran.
„Dirk ist nicht mit uns," flüsterte sie ihm eilig zu. „Ich glaube, er hat sich in den Zug hineingeschmuggelt und will mit den andern in den Krieg ziehen. Der Vater wird sehr böse werden, aber er legt Wert auf Eure Meinung und hört auf Eure Worte. Nun bitte