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Sr. 48. Ismierftz Ks 24. Pril 1962.

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Großherzog Friedrich von Baden feiert am 24. April fein fünfzigjähriges Regierungs- Jubiläum. Das Land Baden wird den Tag festlich und dankbar feiern, eingedenk der Wohlthaten, die ihm unter der weisen und im besten Sinne liberalen Herrschaft des Jubilars beschieden waren. Aber nicht nur die Be­wohner des Schwarzwaldes und des rechten Rheinufers vom Bodensee bis Mannheim werden den Tag festlich begehen, alle Patrioten im Reiche werden an der Feier den herzlichsten Antheil nehmen.

Im Großherzog Friedrich ist mit das beste Theil der deutschen Geschichte in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verkörpert, er war nicht nur Zeuge der deutschen Einheits - Bestrebungen und ihrer Erfüllung, sondern zugleich einer ihrer einsichtsvollsten und tapfersten Vor- und Mitarbeiter unter den deutschen Reichsfürsten. Kurz vor dem Antritt seiner Regierung war Baden der Schauplatz revolutionärer Kämpfe gewesen, in denen demokratische Hitzköpse und Schwärmer den deutschen Einheitstraum verwirklichen wollten. Als dann die Zeiten des deutschen Bundestages zu Ende gingen und die preußische Politik unter König Wilhelm, dem- Schwiegervater des Großherzogs, den praktischen Weg zur Einigung der Ration zeigte, war der badische Fürst einer der ersten, der Richtung und Ziel erkannte und seine eigene Politik darnach einrichtete. Er hals die Brücke über den Main zwischen Nord und Süd schlagen, seine Division war mit die erste, die über den Rhein

PieterCafras und seines antike, ©ine Erzählung aus dem Freiheitskriege der Buren.

Von A. von Lilienkron.

(Fortsetzung.)

Volle zehn Stunden hatte Renner unermüdlich seinen Herrn bergauf, bergab getragen, durch Gestrüpp und Moorgrund, über Felsgeröll und steile Abhänge hinab bis hierher.

Jetzt wurde eine kurze Rast zur gebotenen Pflicht, denn das Thier sollte sich an dem üppigen Gras zu neuem Marsche stärken.

Dirk führte es hinaus und kehrte dann in die Höhle zurück, um die Glieder auf dem weichen Moosboden aus- zustrecken, der hier an der einen Stelle den Boden be­deckte.

Langsam gewöhnte sich sein Auge an die Dämmerung, die hier herrschte, denn die Höhle empfing ihr Licht nur von einigen Spalten und Löchern, durch die ein vereinzelter Sonnenstrahl lugte. Allmählich unterschied der Knabe genau seine Umgebung.

Höhle, in der er lag, schien nach allen Seiten hm in schmale Hallen auszulaufen. Ein sonderbares

Flimmern, wie von vielen geschliffenen Glas­flächen, erfüllte den Raum und war in den entfernteren, tiefer liegenden Hallen noch heller als in seiner nächsten Rahe.

Undeutlich zeigten sich an der hohen Wölbung über ihm lange, spitze Zacken von Tropfsteinen, die wie Qier« rate von oben herabhingen.

nach Frankreichleindrang und das Reichsland gewinnen half. Wie er treu und klug auf dem wichtigen Posten an der Südwestmark Deutschlands gestanden hatte, so durste er auch mit Recht der Fürst sein, der das erste Hoch auf den ersten deutschen Kaiser des neuen Reiches in Versailles ausbrachte.

Und fortan blieb er nicht nur in innigster Freund­schaft den drei ersten deutschen Kaisern, seinem Schwieger­vater,"' Schwager und Neffen, verbunden, sondern bei allen wichtigen Fragen des innern Ausbaues des neuen Reiches erwies er sich stets als einsichtiger Helfer und Berather, und wenn er öffentlich seine Stimme erhob, so geschah es immer im Sinne der Kräftigung des Reichs­gedankens im Innern und der Macht des Reiches nach außen. Bei seinem Regierungs-Jubiläum wird daher auch die oberste Vertretung des Reiches und der Bundes­staaten nicht fehlen, und aus allen Theilen Deutschlands werden sich die Blicke dankerfüllt auf den Fürsten richten, der ein so weiser und hingebender Förderer und Hüter der nationalen Sache war und hoffentlich noch lange unter uns bleiben wird.

Politische Nachrichten.

Berlin, 22. April.

Se. Majestät der Kaiser empfing gestern nach der Familienfrühstückstafel den Prof. Janentsch, der eine Statuette des Großen Kurfürsten vorstellte. Später besuchten B e i d e M a j e st ä t e n die Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche, um mehrere für die weitere Jnnenaus- schmückung des Gotteshauses bestimmte Gegenstände, darunter ein Bild Kaiser Barbarossas, zu besichtigen. Um 7 Uhr wohnte Se. Majestät der Kaiser einem Diner beim 1. Garde-Feld-Artillerieregiment zu Ehren des fünfzigjährigen Dienstjubiläums desGeneraladjutanten Fürsten Anton Radziwill bei. Heute Morgen begab Se. Majestät Sich nach dem Potsdamer Bahnhof zur Besichtigung eines Hilfszuges bei Eisenbahnunfällen und besuchte um 9 Uhr das Atelier des Bildhauers Cauer, wo Allerhöchsiderselbe das Grabdenkmal für Frau von Alvensleben-Reugattersleben sah. Von 10 bis 3/4ll Uhr sprach Se. Majestät bei dem Herrn Reichskanzler vor und hörte, nach dem Königlichen Schlöffe zurückgekehrt, die Vorträge des Chefs des Militärkabinets, Generaladjutanten, Generalleutnants Grafen von Hülsen - Häseler und des

Voll Staunen blickte Dirk um sich. Ihm fielen die Märchen ein, die AldermannS Mutter den Geschwistern und ihm erzählt hatte, wenn sie zum Besuch auf die Farm kam. Gewiß, ganz gewiß, so mußten jene unter­irdischen Paläste ausgesehen haben, von denen da die Rede gewesen war.

Er verlor sich in träumendes Denken, das in einen Halbschlaf überging. Plötzlich aber fuhr er auf. Der Sonnenstrahl, der sich durch die Felsspalte stahl, hatte sein Gesicht getroffen und ihn geweckt. In dem scharfen Lichte sah er aber auch zugleich, nur wenige Schritte tiefer in die Hähle hinein, die weißschimmernden Knochen eines menschlichen Gerippes. Schaudernd sprang er auf, rieb sich die Augen und starrte noch einmal hin. Ja, er hatte recht gesehen. Der Märchenpalast war nichts anderes als die Höhle wilder Bestien, die hier ihren Raub verzehrten.

Ein Frösteln überlief ihn und rasch eilte er dem Ausgange zu. Da er das Pferd nicht sah, setzte er die Hand an den Mund und ließ einen gellenden Pfiff von besonderer Art ertönen. Gleich darauf hörte er den Schritt seines Thieres, das sich gehorsam näherte.

Die Abendsonne beleuchtete Renner, wie er angetrabt kam, und mit zärtlichem Stolze sah der Knabe auf den Braunen.

Die feinen, nervigen Beine zeigten in der Art, wie das Pferd sie gebrauchte, eine außerordentliche Muskel­kraft. Sein schlanker Hals war mit einer langen, leichten Mähne geschmückt, und der lange Schweif peitschte

Chefs des Marinekabinets, Vize-Admirals Frhcn. von Senden-Bibran. Abends um 7/2 Uhr gedenken Beide Majestäten an einem Diner bei dem österreichisch-ungarischen Botschafter von Szögyeny - Marich theilzunehmen. Morgen Vormittag wird Se. Majestät der Kaiser Sich nach Dresden begeben.

Aus Anlaß des gestrigen 25 jährigen Jubiläums des Dienste intritts des Prinzen Hein­rich von Preußen in die Marine schreibt die K r e u z z e i t u n g " :Schon der Ueberblick seines dienstlichen Lebens läßt auch den Uneingeweihten er­kennen, wie viel Fleiß und welch angestrengteste Arbeit darin enthalten ist, und wie dem Prinzen kein Dienst in der langen Zeit von fünfundzwanzig Jahren zu schwer gewesen ist, um das Höchste in feinem Beruf zu er­reichen. Das Vaterland aber blickt mit Stolz und Zu­versicht auf ihn, es weiß, daß er in der Stunde der Gefahr die mächtige Flotte, die sein Kaiserlicher Bruder mit nie nachlaffender Kraft geschaffen hat, auch zum Siege führen wird."

Se. Majestät der König Albert von Sachsen vollendet morgen sein 74. Lebensjahr.

Die Beisetzung des verstorbenen Fürsten Reuß ä.L. erfolgt Freitag Vormittag 9 Uhr in Jda-Waldhaus. Unter den ersten der zahlreich eingegangenen Beileids­kundgebungen befand sich ein Telegramm Sr. Majestät des Kaisers.

Der Kronprinz wird eine nochmalige Fahrt in die Nordsee mit dem LloyddampferKronprinz Wilhelm" unternehmen nach deffen Rückkehr von New-Aork. An dem neuen Seeausflug wird auch König Wilhelm von Württemberg mit großem Gefolge theilnehmen.

DerGaulois" hatte behauptet, daß dem Oberst M a r ch a n d bei seiner Anwesenheit in Berlin vom Kaiser eine Einladung zum Besuche im Königlichen Schlosse zugegangen sei, daß er sich aber mit seiner Abreise entschuldigt habe. DieNordd. Allgem. Ztg." stellt demgegenüber fest, daß es sich bei der Erzählung um eine freie Erfindung handelt. Der Kaiser hat über­haupt in Hannover erst vom Grafen Waldersee erfahren, daß Oberst Marchand sich in Berlin aufgehalten hat.

Dem Abgeordnetenhause ging eine Vor« läge zu, betreffend Fürsorge für Beamte in­folge von Betriebsunfällen. Die Vorlage ist eine Novelle zu dem Gesetz vom 18. Juli 1887.

Zum Regierungsjubiläum des Groß-

die Flanken. Den Kopf, der zierlich und doch gedrungen gebaut war, trug es freudig erhoben, und die Augen glänzten von Verständniß und Klugheit. Kleine runde Narben, über den Sprunggelenken zeigten, daß Renner die Krankheit der afrikanischen Wildniß überstanden hatte und nun dem Klima des Landes gewachsen war.

Dirk schwang sich rasch auf den Rücken des Braunen, denn es galt die Zeit zu benutzen, da die Sonne schon tief am Himmel stand und in einer Stunde der Ein­bruch der Nacht zu erwarten war.

Nenner, der sich gestärkt und ausgeruht hatte, flog eilig durch die Ebene, die sich wieder vor ihm aus« dehnte.

Die Strahlen der untergehenden Sonne tauchten die Landschaft in ein Purpurlicht und glühten auf dem erblühenden Heidekraut, üher das Renners Hufe jagten.

Riesengroß wuchs der Schatten von Roß und Reiter und begleitete die Eilenden wie eine sonderbar gestaltete Wolke, die über Graö und Blumen hinglitt.

Da versank die Sonne am Horizonte. Noch ein letztes Glühen und Strahlen der goldumsäumten Wolken, und dann breitete sich, wie mit einem Zauberschlage, völlige Finsterniß über Himmel und Erde aus.

Was nun thun?" Dirk überlegte. Ein Feuer, um die Naubthiere von sich fern zu Hallen, konnte er nicht anzünden, denn auf dieser Ebene gab es weder Gebüsche noch Bäume. So beschloß er im Sattel zu bleiben, und ließ das Pferd, das sich verschnaufen sollte, in Schritt verfallen-