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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltkeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exd. Postaufschlag.
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Sr. 51.
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Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 28. April 1902.
In letzter Zeit sind wiederholt Anträge auf Ertheilung von Versicherungsfreikarten gemäß § 6 Abs. 2 des Jn- validen-VersicherungSgesetzes vom 13. Juli 1899 dahier gestellt worden, welchen nicht entsprochen werden konnte, weil dieselben mangelhaft, d. h. nicht der Vorschrift gemäß, abgefaßt waren.
Indem ich hiermit die Herrn Ortsvorstände des Kreises auf die im Kreisblatt Nr. 21 vom Jahre 1900 veröffentlichte Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 24. Dezember 1899 verweise, ordne ich hierdurch an, daß fortab über alle Anträge auf Befreiung von der VersicherungSpflicht gemäß § 6 Abs. 2 cit. Ges. ein Verzeichniß nebst ausgeschriebener Bescheinigung nach dem hierunter abgedruckten Schema anher einzureichen, zugleich auch eine Gebühr von 5 Pfg. für jede auszufertigende Frerkarte miteinzusenden ist.
I. V. 488. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Verzeichniß derjenigen Personen, welche Antrag aus Befreiung von der VersicherungSpflicht für das laufende Jahr auf Grund des § 6 Abs. 2 des Jnvaliden-VersicherungSgesetzeS vom
13. Juli 1899 gestellt haben.
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Vor- u. Zuname (bei Frauen auch Geburtsname).
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zu Hersfeld mit dem Antrag auf Ertheilung der Versicherungsfreikarten für die vorstehend verzeichneten Personen vorgelegt. Die Gebühren im Gesammtbetrag von .... Pfg. sind beigesügt.
Zugleich wird hiermit bescheinigt:
a. daß die Antragsteller in der Hauptsache ihren Lebensunterhalt als Belriesunternehmer oder anderweit selbstständig erwerben, bezw. ohne Lohn oder Gehalt thätig sind,
Pieter Cafras und seine familk.
Eine Erzählung aus dem Freiheitskriege der Buren.
Von A. von L i l i e n k r o n.
(Fortsetzung.)
„Das ist eS ja eben, Großvater!" erklärte Dirk ungestüm. „Wir missen ganz genau, was von denen verlangt wird, die in den Verschanzungen stehen und haben uns freiwillig dazu gemeldet. Weil das aber morgen noch anders hergehen wird als sonst, darum will die Sanna witkämpsen und dem Souls zur Seite bleiben. Ich °ber, Großvater" — er brach ab, und nicht nur um bre Lippen spielte ein stolzes Lächeln, nein, auch aus ^" Augen strahlte und leuchtete es, als er sich zu dem -len beugte, um ihm zuzuraunen, „ick bin Vaters Sohn uno bein Enkel! Das jagt doch alles!"
Potgieter drückte den Krauskopf an seine Brust, aber unb W°rt' Dirk jedoch fuhr fort: „Vater f ledrüber beneiden mich, daß ich da unten stehen "lüHen bei den Geschützen helfen. Wo wird mern Großvater sein?"
e"A *n den Laufgräben," lautete die Antwort, die ^^''^'^ üenug! Du mußt schlafen! Wenn «X'"R™ »>- “»» d- unten I" - d-r erstes verscheuchte die Nacht, als Das war ^°^° Kanonenschuß gegen die Felsen dröhnte. Kampslaaes ^ ben Beginn eines heißen ibien . Lausen Buren galoppierten nach e i gen, Kanonen und MunitionSwagen polterten
b. daß für dieselben nicht bereits 100 Wochenbeiträge entrichtet sind oder zu entrichten gewesen wären, wobei Krankheitswochen rc. anzurechnen sind
c. daß anzunehmen ist, die Antragsteller werden im l. I. entweder zu bestimmten Jahreszeiten in nicht mehr als 12 Wochen, oder zwar zu beliebigen Jahreszeiten aber nicht mehr als insgesammt an 50 einzelnen Tagen Lohnarbeit übernehmen.
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Der Bürgermeister
(Siegel).
Hersfeld, den 28. April 1902.
Die Königlichen Herren OrtSschulinspektoren des hiesigen Kreises wollen mir gefälligst bis spätestens zum 5. M a i d. Js. mittheilen, von wieviel Kindern die Ihnen unterstellten Schulen am 1. Mai d. Js. besucht worden sind und (bei mehrklassigen Schulen) wie viel davon auf eine Lehrkraft entfallen.
J. I. 2381. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 26. April 1902.
Unter Hinweis auf den Erlaß des Herrn Ober- Präsidenten vom 28. Februar 1878 (cfr. die landraths- amtliche Verfügung vom 9. März 1878 Nr. 2443, im Kreisblatt Nr. 20, wonach die Abhaltung von Haus» k o l l e k t e n wegen Beschädigungen durch H a g e l s ch l a g nicht genehmigt wird, veranlasse ich die Herren Orts- Vorstände des Kreises, die Landwirthe in ihren Ge- meindebezirken hierauf speziell aufmerksam zu machen, und dieselben bei jeder sich darbietenden Gelegenheit auf die Nothwendigkeit und Nützlichkeit der Versicherung ihrer Feldfrüchte gegen H a g e l s ch a d e n hinzuweisen.
J. I. 2387. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Am 19. d. MtS. dahier gestohlen: Aus einem offenen Hausflur ein Opelfahrrad mit der Fabrik Nr. 58976 im Werthe von 150 Mk. Dasselbe hat schwarzen Rahmenbau, gelblich-weiße Felgen, Pneumalikluftreifen, gerade Lenkstange mit Korkgriffen, Sattel mit liegenden Federn
über den felsigen Boden und rückten in die neuen Standorte ein. In den Laufgräben und Verfchanzungen standen die Buren etwa 1000 Mann von 2 Uhr nachts kampfbereit da. Noch dröhnte das Echo des ersten Schusses von Kopje zu Kopje, von Fels zu Fels, da begann von allen Seiten ein Feuerregen, und ein ohrenzerreißender Lärm entwickelte sich.
Die Engländer waren völlig verwirrt, als sie die Geschütze der Buren plötzlich von einer anderen Seite vernahmen. Sie vermuteten das Hauptheer in den vorgeschobenen Linien der Verschanzungen und führten ihre ganze Macht im Ansturm gegen diese. Ein Pfeifen, Dröhnen, Zischen und Raffeln begann, das alle Denk- krast lähmte und nur zum maschinenmäßigen Handeln trieb. Die schweren Granaten splitterten die Felsen, deren polterndes Rollen sich in das Getöse mischte, das mit seiner furchtbaren Gewalt das Schreien und Röcheln der Verwundeten überläubte. Die Buren, die in verschwindender Zahl den Engländern gegenüberstanden, hatten ihre ganze Feuerkraft in die vorderste Linie geschoben. Wer bok stand, mußte aushalten. Ein Nachschieben von Reserven, ein Auswechseln der Ermüdeten war ausgeschloffen, denn die Engländer halten das Hintergelände derartig unter Geschützfeuer genommen, daß es nicht ungestraft von den Buren überschritten werden konnte.
In 10 Schützenlinien rückte der Feind an mit 100 m Abstand, tadellos ausgerichtet. Aus Kommando warfen sich dann alle 10 Schützenlinien hin, um wiikungslose Salven abzugeben. Sobald die Buren sahen, daß das
und Pedal mit Gummieinlagen. An der Gabel des Rades befindet sich ein kleines Messingschild mit der Aufschrift: „Opel-Niederrad-Spezial". — Aus einem Bleichgarten: Zwei baumwollene Kopfkiffenüberzüge, drei roth- u. gelbgestreifte Betttücher, ein blau u. rothgestreifter und ein blau- und rothgeblümter Bettüberzug, zwei graue Arbeitshosen im Gesammtwerthe von 18 Mk. Um Nachforschungen nach den gestohlenen Gegenständen, Festnahme der unbekannten Thäter und telegraphische Nachricht hierher wird ersucht. Das Ausschreiben vom 6. Dezember v. Js., I. Nr. P 11273/01, soweit eS den gestohlenen Ueberzieher betrifft, ist erledigt.
Hanau, am 21. April 1902.
Königliche Polizei-Direktion.
Zusammenstellung
der von den landwirthschaftlichen Vertrauensmännern des Kreises Hersfeld über den Saatenstand um die Mitte des Monats April 1902 abgegebenen Begutachtungs- ziffern (Note 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 — gering, 5 = sehr gering). (Runderlaß der Herren Minister für Landwirthschaft rc. sowie des Innern vom 16. November 1901 — 1.6. e.9476 M.f.L. — Ib. 3646 M.d.J.)
Fruchtarten
Durchschnittsnoten für den
Anzahl der von gegenwärtig ehrenamtlich thätigen 7 Vertrauensmännern abgegebenen Noten
Staat
ategter- ungs- bezirk
1
2
3
4
5
unbeinmmt
Winterweizen . Sommerweizen Winterspelz . . Winterroggen . Sommerroggen Sommergerste . Hafer..... Kartoffeln . . . Klee . . . .^. . Luzerne .... Wiesen ....
König
Zugelaufen: bei dem Ortsvor
2.3
2.2
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Feuer auf sie gerichtet wurde, suchten sie Deckung hinter ihrer Verschanzung. Sobald aber die Schützenlinien im । Sprunge vorwärts eilten und somit ihr Feuer aufhörte, . tauchten sie wieder auf, und ihr Feuer auf die ungedeckt Anstürmenden hatte eine vorzügliche und zugleich grausige Wirkung.
Als die erste matte Dämmerung anzubrechen begann hatte Sanna ihres Mannes Hand genommen und leise die Worte der Ruth wiederholt: „Wo du nun bleibst, da bleibe ich auch, wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich begraben sein!"
Er aber hatte sie fest an sich gezogen und freudig gerufen: „Wir kämpfen zusammen unter dem Schirm und Schild des Höchsten, und wenn wir fallen, so sterben wir für Transvaals Ehre und Freiheit!" — Jetzt standen sie nebeneinander in den Laufgräben, umsaust von den todtbringenden Geschoffen.
Wie eine lebendige, feuerspeiende Mauer standen die Buren da, die Greise neben den Jünglingen und Knaben, die Aermel aufgestreist, das Hemd auf der Brust offen, um jeden Luftzug auszufangen, und in den Mienen eiserne Entschlossenheit, zähes Beharren. Immer neue Wogen der mutigen Kerntruppen Englands, die Garden und die tapferen Hochländer, warfen sich, einer Brandung gleich, gegen den todtbringenden Felsen der Burenwacht. Aber vergebens und immer vergebens, denn die wohl gezielten Geschosse der Buren brachten Tod und Verderben in ihre Reihen.
Gegen 4 Uhr nachmittags nahm das Geschützseuer ab, und nur noch die Gewehre blieben in Thätigkeit.