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für die Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 2. Mai 1902.

Nach dem in der Kreistagssitzung am 22. März 1902 sestgestellten Kreishaushaltsetat für das Rechnungs- j ihr 1902 sind 20 °/0 der sämmtlichen direkten Staats- sleuern als allgemeine Kreissteuer zu erheben. Neben dieser Kreissteuer f i n b von d en Landgemeinden und Gutsbezirken des Kreises, mit Ausnahme der mit Landwegebau- aufgaven bisher nicht belasteten Gemeinden Frielingen, Heddersdorf, Kalkobes und Niederjossa, noch 7200 Mark als Beiträge zu der Kreiswegesteuer auszubringen und erfordert diese Summe weitere 9'/- °/0 der sämmtlichen direkten Staatssteuern.

Die Stadt Hersseld, die vorgenannten 4 Landge­meinden und der Fiskus haben hiernach für das Etats- jahr 1902 20°/o der sämmtlichen direkten Staatssteuern als Kreissteuer zu entrichten, mährend alle übrigen Land­gemeinden und Gutsbezirke 20 + 9'/a 29*/.2 °/0 zu entrichten haben.

Die Berechnung der Kreissteuer-Beträge für die Stadt und Landgemeinden und die Gutsbezirke des hiesigen Kreises ist diesseits erfolgt und wird den Herren Bürger­meistern und Gutsvorstehern in den nächsten Tagen ein Auszug aus dieser Berechnung zugehen und wird ersucht, den darin namhast gemachten Gesammtbetrag im Wege

Pieter Cafras und seine familie.

Eine Erzählung aus dem Freiheitskriege der Buren.

Von A. von L i l i e n k r o n.

(Fortsetzung.)

Gegen zweitausend Mann werden das sein!" mur­melte er.Aber hier durch die Schlucht mird's herauf­gehen ! Wenn wir erst diese Verschanzung genommen haben, dann können wir zwischen den Felsen herauf- kriechen und haben Deckung!"

Da krachte ein Schuß, und das Echo der Berge gab ben Knall wieder. Aus der Verschanzung hatte ei» Posten Dirk bemerkt und aus ihn gefeuert. Der Schuß ging durch den Hut des Knaben und versengte sein ^ockenhaar, aber er verwundete ihn nicht. Wie ein Schatten glitt er hinter den Fels, und gleich darauf gab kr aus sichkrer Deckung mehrere wohlgezielte Schüsse ouf den Feind. Er hatte dabei wohl Acht, aus dieser und jener Felsspalte zu schießen, um die Engländer glauben zu machen, daß verschiedene Buren hier im An- ichlage lägen. Dann aber warf er sich wieder platt aus die Erde und wand sich aalglatt durch die stach- llchten^Büsche den Berg hinab der Schlucht zu, während noch Schuß auf Schuß der Engländer gegen seine eben uerlaffene Stellung anprallte.

In fiebernder Erregung strebte Dirk vorwärts. Er uchieie nidbt darauf, daß die Stacheln der Büsche ihm micht und Hände blutig ritzten und seine Kleider auf d-m Felsgeröll zerrissen.

d e r U m l a g e n e r h e b u n g von den Pflichtigen zur Ge- meindekaffe einzuziehen und in vierteljährigen Raten an die Kreiskommunalkasse dahier (im Land- rathsamtslokale) p o r t o f r e i einzahlen zu lassen.

DieIe r st e Rate wird am 15. Mai, die zweite Rate am 15. A u g u st , die dritte Rate am 15. November d. I. und die vierte Rate am 15. Februar 1903 fällig und sind diese Zahlungstermine genau einzuhalten.

Bei jeder Zahlung ist der Auszug aus der Be­rechnung zur Quittungsleistung auf demselben vorzulegen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer RegierungS-Rath.

A. 1556

Hersfeld, den 28. Mpril 1902.

Die Buchhandlung der Berliner Stadtmisston, Berlin SW. 61, Johaniterstraße 6, hat mir ein Angebot über die in ihrem Verlage erschienenen Volks- und Jugend­schristen eingereicht.

Die Buchhandlung versendet zusammengestellte Bibliotheken im Preise von 10, 20, 30 und 40 Mk. sowie auch einzelne Bücher. Die Herren Leiter der be­stehenden Volks- und Schulbibliotheken mache ich auf das Angebot aufmerksam.

I. 2375. Der Königliche Landrath, Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Hersfeld, den 26. April 1902.

Die in Kerspenhausen ausgebrochene Schafräude ist erloschen.

I. 2344. Der Königliche Landrath.

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS Rath.

Die Fruhjahrs-Aonferenz

des Aufsichts-Bezirkes Hersfeld II. wird am Dienstag den 13. Mai von vormittags 10 Uhr an in Hersfeld im Saale des Hotels zum Stern gehalten, wozu die Herren Lokalschulinspektoren und die Herren Lehrer hierdurch eingeladen sind.

Friedewald, den 2. Mai 1902.

Der Kreisschulinspektor Dr. W. Bött e.

Dirk empfand keinen Schmerz, keine Müdigkeit und keine Furcht; die Wichtigkeit seiner Aufgabe erfüllte ihn ganz und ließ nichts anderes in ihm aufkommen.

Jetzt war die schützende Schlucht erreicht. Aus sicherer Deckung sah er noch einmal zurück.

Ein Kopf erschien über der Verschanzung und beugte sich weit hinüber. Vermutlich spähte der Feind nach dem verwegenen Buren aus. Da erhob Dirk das Gewehr, legte es auf den obersten Hang der Schlucht, zielte, schoß und traf den Britten. Dann aber kletterte er, so rasch er vermochte, die Schlucht hinab.

Renner graste friedlich im Thale, doch der Pfiff seines Herrn rief ihn sofort heran.

Dirk schwang sich auf seinen Rücken, und nun stürmten Roß und Reiter zurück, dem Kommando zu.

Vollkommen sicher jagte der Braune durch das schwie­rige Gelände, erklomm ohne die geringste Anstrengung mit seiner leichten Bürde den steilen Weg zum Spionskop und stieß ein helles Wiehern aus, als er sein Ziel er­reicht hatte.

Dirk sprang glühend vor freudiger Erregung Dom Pferde, und trat, den durchlöcherten Hut in der Hand haltend, zum Kommandanten, um ihm genaue Meldung zu bringen.

Die Buren drängten sich herzu und lauschten eifrig dem Berichte des Knaben.

Man hi lt einen kurzen Kriegsrath; es wurde be» schloffen, daß 550 Buren vom Fuße des Spionskop gegen diese vierfache Uebermacht der Engländer anrücken sollten.

Nichtamtlicher Theil.

3«m 21 Kcbllrtstlilse des AsOrinzen.

6. Mai.

So ist denn die Dynastie auf vier Generationen gesichert, wenn Gott den Nachfolgern Leben und Einsicht giebt!" Mit diesen Worten beantwortete vor 20 Jahren unser alter Kaiser einen Glückwunsch zu der Geburt des Urenkels, dem glücklichen Ereignisse im Hohenzollernhause, an dem die ganze Nation freudig theilnahm. Sechs Jahre später hatte der ehrwürdige Herrscher sein Haupt zur ewigen Ruhe geneigt, sein hochgemuter Sohn sollte ihn nur drei Monate überleben. Am 16. Juni 1888 sahen Preußen und das deutsche Reich, die am 8. März desselben Jahres noch einen 56jährigen Kronprinzen ge­habt hatten, ein sechsjähriges Kind als Erben der Krone.

Von treuer Elternsorge in Liebe und Ernst geleitet, durch die denkbar sorgfältigste Erziehung zu Hause wie in der Plöner Kadetten-Anstalt gefördert, geistig und körperlich reich entwickelt und in jeder Hinsicht vorbereitet auf den Ernst des Lebens, so überschritt der Kronprinz heute vor zwei Jahren die Schwelle, die für einen Thron­erben die Jugendzeit von dem seiner harrenden großen Pflichtenkreife schei'.-et. W.-nige Wochen darnach trat Kronprinz Wilhelm in den aktiven Dienst des preußischen Heeres bei dem ruhmgekrönten Ersten Garde-Regiment zu Fuß in Potsdam ein, dem er, nach den großen Ueber­lieferungen des Hohenzollernhauses, seit seinem 10. Lebens­jahre als Offizier angehört.

Aber ist auch jeder Hohenzoller in erster Linie dazu berufen, Soldat zu sein, und, wenn es das Vaterland fordert, hinauszuziehen in das Feld, so ist es anderseits ebenfalls ein schöner Brauch dieses erlauchten Fürsten- Geschlechts, seine Söhne nicht fernzuhalten von dem fluthenden Leben, sie nicht ängstlich zu behüten vor den Strömungen, die sonst wenig die Stufen des Thrones berühren, sondern ihnen früh das Bild des Volkes zu zeigen, wie es wirkt und schafft, wie es liebt und leidet. Und damit vor allem der künftige Erbe der Krone seinen Blick schärfe für die Realitäten des Lebens und daß er ebenso einen Antheil gewinne an dem reichen Schatze des Wiffens, den die gelehrtesten Männer des Volkes aufspeicherten für die kommenden Geschlechter, siedelte er, dem Beispiele seines Großvaters und seines Vaters

Lafras hatte neben Dirk gestanden, als dieser seine Meldung vorbrachte. aber nichts dazu gesagt; nur seine Augen, die den Sohn mit keinem Blick verließen, hatten in stolzer Freude geleuchtet. Erst als Dirk sich zum Gehen wandle, legte Pieter ihm die Hand auf die Schulter.

Du hast dich brav gemacht, mein Sohn," sagte er, ich bin zufrieden mit dir."

Des Knaben Wangen färbten sich purpurn. Ein kurzes Wort der Anerkennung aus des Vaters Munde war für ihn nur ein Sporn mehr zur äußersten An­spannung feiner Kräfte.

Mein Vater soll auch heute mit mir zufrieden sein, wenn wir den Spionskop stürmen!" gelobte er.

Eine Stunde später standen 550 Buren am Fuße des Spionskop, um gegen zweitausend Engländer vor- zugehen.

Der alte Potgieter schritt zwischen seinen Eitteln, die Zwillinge zur Rechten, Dirk zur Linken. Sein Kopf war erhoben, aus den Augen leuchtete jugend­liches Feuer.

Heute ist ein großer Tag!'" sagte er, als die Buren sich sammelten, um den Sturm zu beginnen.Der Herr­gott Zebaoth wird mit dem kleinen Häuflein, seiner Getreuen sein und den Arm stärken, der auf ihn vertraut. Vorwärts Kinder! Wir werden siegen, und was fällt, das fällt dem Herrn!"

Ein riesenhafter Bur trug eine kleine Frhne vorauf, und vorwärts ging es den Berg hinan. Zischend und pfeifend begrüßten sie die Kugeln der Engländer, und