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Rr. 55. Soiliilibeliil Jeu 10. Mki 1962.

Erstes Blatt.

Verteilungen auf das

Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen

Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^ Jlluftrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, kandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 21. April 1902.

Die diesjährigen Impf- und Nachschau-Ter­mine im Kreise Hersfeld sind wie folgt mweraumt worden:

1. Station Hersfeld. a. Stadt Hersfeld, Impfung.

Impfung : Mittwoch den 14. Mai 1902, Vormittags 9 Uhr. Nachschau: Mittwoch deu 21. Mai 1902, Vormittags 9 Uhr. b. Stadt Hersfeld, Wiederimpfung und Land.

Impfung: Donnerstag den 15. Mai 1902, Vormittags 9 Uhr.

Nachschau: Donnerstag den 22. Mai 1902, Vormittags 9 Uhr.

2. Station Sorga.

Impfung: Donnerstag den 15. Mai 1902, Nachmittags 4 Uhr.

Nachschau: Donnerstag den 22. Mai 1902, Nachmittags 4 Uhr.

3. Station Friedlos.

Impfung: Freitag den 16. Mal 1902, Nachmittags 4 Uhr. Nachschau: Freitag den 23. Mai 1902, Nachmittags 4 Uhr.

4. Station Obergeis.

Impfung: Sonnabend den 24. Mai 1902, Nachmittags 4'/4 Uhr.

Nachschau: Sounabeud den 31. Mai 1902, Nachmittags 41 /4 Uhr.

5. Station S ch e n k l e n g s f e l d.

Impfung : Dienstag den 27. Mai 1902, Vormittags 8 Uhr.

Nachschau: Dienstag den 3. Juni 4902, Vormittags 8 Uhr.

6. Station R a n s b a ch.

Impfung: Dienstag den 27. Mai 1902 Mittags 12 Uhr.

Nachschau: Dienstag den 3. Juni 1902, Mittags 12 Uhr.

7. Station P h i l i p p s th al.

Impfung : Dienstag den 27. Mai 1902, Nachmittags 2 Uhr.

Nachschau : Dienstag den 3. Juni 1902, Nachmittags 2 Uhr. 8. Station A s b Ä ch.

Impfung: Montag den 26. Mai 1902, Nachmittags 2 Uhr.

Nachschau: Montag den 2. Juni 1902, Nachmittags 2 Uhr.

9. Station Untertan n.

Impfung: Montag den 26. Mai 1902, Nachmittags 3 Uhr.

Nachschau: Montag den 2. Juni 1902, Nachmittags 3 Uhr.

10. Station Nieder aula.

Impfung: Sonnabend den 24. Mai 1902, Vormittags 10 Uhr.

Nachschau: Souuabeud den 31. Mai 1902, Vormittags

10 Uhr.

11. Station Frielingen.

Impfung : Dienstag den 20. Mai 1902, Vormittags 11 Uhr.

Nachschau: Dienstag den 27. Mai 1902, Vormittags 11 Uhr.

_ 12. Station Kirchhei m.

'N1;ung: Dienstag den 20. Mai 1902, Nachmittags 1 Uhr.

Nachschau: Dienstag den 27. Mai 1902, Nachmittags 1 Uhr.

13. Station Friedewald.

Impfung: Montag den 26. Mai 1902, Vormittags 10 Uhr. Nachschau: Moutag den 2. Juni 1902, Vormittags 10 Uhr. 14. Station W i d d e r s h a u s e n.

Impfung: Freitag den 30. Mai 1902, Vormittags 10 Uhr. Nachschau: Freitag den 6. Juni 1902, Vormittags 10 Uhr. 15. Station Heringen.

Impfung: Freitag den 30. Mai 1902, Mittags 12 Uhr. Nachschali: Freitag den 6. Juni 1902, Mittags 12 Uhr. 16. Station H e i m b o l d s h a u s e n.

Impfung: Freitag den 30. Mai 1902, Nachmittags 2 Uhr. Nachschau: Freitag deu 6. Juni 1902, Nachmittags 2 Uhr. 17. Station Holzheim.

Impfung: Mittwoch den 21. Mai 1902, Vormittags 10 Uhr. Nachschau: Mittwoch deu 28. Mai 1902, Vormittags 10 Uhr.

In der Stadt Hersfeld findet die Impfung im Saale des Gastwirths Herrn Konstantin Otto dahier statt, während in den übrigen Jmpfstationen des Kreises hierzu die Schul- räume benutzt werden.

Pie Impfung geschieht. unentgeltlich. Außer Den- jenigen, welche sich aus freier Entschließung impfen lassen »vollen, unterliegen der Impfung im Jahre 1902:

1. jedes im Jahre 1901 geborene Kind, sofern es nicht nach ärztlichem Zeugniß die natürlichen Blattern über- standen hat,

2. die Kinder, welche im Jahre 1900 oder früher ge­boren und im Jahre 1901 ohne Erfolg, ohne ge­nügenden Erfolg oder gar nicht geimpft worden sind, sofern sie nicht nach ärztlichem Zeugnisse die natür­lichen Blattern Überstunden haben,

3. jeder Schüler einer öffentlichen Schule oder Privat­schule, welcher:

a. in diesem Jahre das 12. Lebensjahr zurückgelegt hat, bezw. zurücklegt oder

b. den Nachweis der geschehenen Impfung oder, wenn er über 12 Jahre alt ist, auch den der Wieder­impfung nicht erbracht hat.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben Vorstehen­des, namentlich aber die Termine auf ortsübliche Weise zu wiederholten Malen bekannt machen zu lassen und dafür Sorge zu tragen, daß alle zu impfenden Kinder und Schüler an Ort und Stelle sind.

Bei der Bekanntmachung der Termine ?c. ist gleich­zeitig nachdrücklichst darauf aufmerksam zu machen, daß nach § 14 des oben erwähnten Gesetzes Eltern, Pflege­eltern und Vormünder, welche es unterlassen, den Nach­weis zu führen, daß die Jmpfnng ihrer Kinder oder Pflege­befohlenen erfolgt oder aus einem gesetzlichen Grunde unterblieben ist, mit einer Geldstrafe bis zu 20 Mark und Eltern, Pflegeeltern und Vormünder, deren Kinder und Pflegebefohlenen ohne, gesetzlichen Grund und trotz amt­licher Aufforderung der Impfung oder der ihr folgenden Nachschau entzogen geblieben sind, mit Geldstrafe bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft werden.

Die Herren Lehrer haben ebenfalls als Vorsteher der Schulanstalten die Verpflichtung, bei der Aufnahine von Schülern durch Einfordern der vorgeschriebenen Bescheinig­ungen festznstellen, ob die gesetzliche Impfung erfolgt ist, bezw. dafür zu sorgen, daß die während des Besuches der Anstalt impfpflichtig werdenden Zöglinge dieser Verpflich­tung genügen.

Schließlich mache ich noch darauf aufmerksam, daß ge­mäß der zur Sicherung der gehörigen Ausführung des Jmpfgeschäftes ergangenen Vorschriften ein Vertreter der Ortspolizeibehörde und (für die Wiederimpfung) ein Lehrer in dem betreffenden Jmpfgeschäftstermine zur Unterstützung des Jmpfarztes und Aufrechterhaltung der Ordnung zu er­scheinen haben.

Für Bereithaltung des Jmpslokals und Stellung der erforderlichen Schreibhülfe beim Jmpfgeschäft ist seitens der Herren Bürgermeister der Jmpfftatiousorte Sorge zu tragen.

A/1347. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regiernugs-Rath.

Gesunden: ein Pack neue Rechen auf der Straße

von Niederaula nach Niederjofsa. Meldung des Eigen- thühmers bei dem Ortsvorstand zu Niederjossa.

Nichtamtlicher Theil.

Berlin, 8. Mai.

Ihre Majestät die Kaiserin ist gestern Abend um 8 Uhr 30 Min. nach Badenweiler abgereist. Se. Majestät der Kaiser begleitete Ihre Majestät die Kaiserin zur Bahn und begab Sich dann zum Reichskanzler Grafen v. Bülow. Se. Majestät der Kaiser^'reisteZsodann um 11 Uhr 45 Min. vom Potsdamer Bahnhof mit Sonder- zug nach Straßburg i. E., von wo Allerhöchstderselbe Sich nach der Hohkönigsburg und später nach Wiesbaden begeben wird.

Seine Majestät der K a i s'e r traf am Donnerstag Nachmittag 3 Uhr 50 Minuten in Straßburg ein. Zum Empfange auf dem Bahnhof waren an­wesend : der Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, Staatssekretär von Küster, der kommandirende General Herwarth von Bittenfeld, der Gouverneur von Sick und der Bürgermeister Back. Nach Begrüßung der Er­schienenen fuhr Seine Majestät der Kaiser mit dem Statthalter im offenen Wagen in die Stadt, in deren reichgeschmückten Straßen die Truppen der Garnison Spalier bildeten, Um 4 Uhr Nachmittags begann am Kaiserplatz der Vorbeimarsch der Truppen vor Sr. Majestät dem Kaiser. Während desselben hatte Se. Majestät am Mittelportal des neuen Postgebäudes an der Kaiser-Wilhelm Straße Aufstellung genommen. Auch Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, Staats­sekretär von Köller und Bürgermeister Back wohnten dem Vorbeimarsch bei, welcher 3/+ Stunden dauerte und an welchem die ganze Garnison theilnahm. Nach einer kurzen Kritik fuhr der Kaiser nach dem Statthalterpalais, wo Seine Majestät von der Frau Fürstin zu Hohenlohe- Langenburg begrüßt wurde. Um 8 Uhr fand eine Abend­tafel zu 20 Gedecken statt, zu welcher auch der komman- dirende General des 15. Armeekorps, Herwarth , von Bittenfeld, der Gouverneur von Straßburg von Sick, Staatssekretär von Küster und Bürgermeister Back ge­laden waren. Heute Volinitlag wohnte der Kaiser dem Gottesdienste, in der evangelischen Garnisonkirche bei Und besichtigte alsdann die Landesbibliothek, die Papyrus- sammlung und die elsässischen Münzen. Das Frühstück wurde bei dem kommandirenden General Herwarth von Bittenfeld eingenommen. Es nahmen daran theil: Der Statthalter Fürst zu Hohenlohe Langenburg, Staats­sekretär von Köller, der Gouverneur v. Sick sowie die Generale, die in der Generalstellung befindlichen Obersten und das Gefolge des Kaisers. Heute Nachmittag machte der Kaiser um 4 Uhr mit dem Statthalter eine Aus­fahrt nach den Forts bei Oberhausbergen und besichtigte dort unter Führung des Gouverneurs die in der Nähe des FortsKronprinz" neu angelegte und der Voll­endung entgegengehende sog. Kirschbaumhöhen - Batterie. Um 5 Uhr erfolgte die Rückkehr. Abends 8 Uhr findet bei dem Staatssecretär v. Köller Diner statt.

In der Kommission des Abgeordnetenhauses zur Be­rathung des Antrages Graf Douglas, betreffend B e - kämpfung der Trunksucht, schlug der Vor­sitzende Dr. Ehlers zunächst vor, in der Generaldiskussion nicht über die Uebelstände der Trunksucht, die im Plenum schon genügend erörtert seien, zu sprechen, sondern sich auf die Mittel zur Abwehr der Trunksucht zu beschränken. Bei diesen sollen zuvörderst die einzelnen Punkte des Antrages Graf Douglas berathen werden, dann erst andere Verbesseiungsvorschläge. Für die erste Sitzung nach Pfingsten soll und will die Regierung Material für folgende Punkte beschaffen: die auf dem Verwaltungs­wege zur Bekämpfung der Trunksucht in letzter Zeit er­griffenen Maßregeln; die jetzt in den außerpreutzischen Staaten geltenden Bestimmungen, soweit sie sich seit 1892, wo dem Reichstag ein Gesetz vorgelegt war, ver­ändert haben; und die in den letzten Jahren bei Be­kämpfung der Trunksucht in außerdeutschen Staaten ge-