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Gratisbeilagen^ „Iürrftrivter Sonntagsblatt" *♦ „JUuftrirte landWirthschaftliche Beilage/*
K. 62. LoNtrsias bett 21 Mai 1602.
Amtlicher Theil.
Der Vorsitzende
des Sektionsvorstands.
Hersfeld, den 27. Mai 1902.
Die Herre n Ortsvorstände des Kreises, welche noch _
1) mit der Einreichung des neuen Verzeichnisses der Unternehmer land- und forstwirthschaftlicher Betriebe,
2) mit Einzahlung der Umlagenbeiträge pro 1901 im Rückstände sind, werden an die Erledigung mit Frist bis zum 5. I u n i d. I s. erinnert.
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 24. Mai 1902.
Nach Mittheilung der Königlichen Staatsanwaltschaft zu Cassel sind die Herren Orts« bezw. Gutsvor- stände zu
Bingartes, Eichhof, Holzheim, Kleinensee, KruSpiS, Lengers, Mecklar, Meisebach, Oberrode, Tann und Wilhelmshof mit Einsendung der Anzeige über das Ableben bestrafter Personen für das zweite Kalenderhalbjahr 1901 im Rückstände, und werden dieselben deshalb hierdurch an die alsbaldige Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 24. September 1890" Nr. 8876, Kreisblatt Nr. 114, erinnert, mit Frist bis zum 3. Juni d. Js., bei Meidung von 3 Mark Strafe. Die erfolgte Einsendung der fraglichen Anzeige ist mir berichtlich anzuzeigen.
I. 2930. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Aufruf.
Die Kunde von dem unermeßlichen Unglück, welches über die französische Kolonie der Insel Martinique herein, gebrochen ist, und in einem Augenblick mit zerstörender Gewalt unzählige Menschenleben und wecthvolles Eigenthum vernichtet hat, ruft von einem Ende der Welt zum andern tiefe, schmerzliche Theilnahme hervor.
Einer Anregung seiner Allerhöchsten Proteetorttt Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin folgend, glaubt das unterzeichnete Central-Comito durch einen Aufruf zur Betheiligung an der den Ueberlebenden
PieterEafras und seine Familie.
Eine Erzählung aus dem Freiheitskriege der Buren.
Von A. von Lilienkron. (Fortsetzung.)
VI.
D i e Zerstörung der Burenfarm.
Die verhängnisvollen Fehler im Verlaufe der weiteren Kriegführung wurden wohl von den Burenführern erkannt, aber noch war es ihnen trotz aller Energie nicht immer möglich, ihre eigenen Pläne und Anordnungen durchzuführen, da die freien Bürger, denen jeder straffe Gehorsam der soldatischen Erziehung fehlte, langsam erst begreifen lernten, wie oftmals der ganze Erfolg eines Unternehmens davon abhing, daß jeder einzelne sich blindlings den Befehlen des Führers unterordnete. Allmählich aber gewann diese Ueberzeugung immer mehr Eingang bei den Buren, und sie widerstrebten nicht, alsbald nach JoubertS Tode, ihre Führer sich nicht allein aus die Vertheidigung beschränkten, sondern auch angriffs- weise vorgingen.
Der Krieg gewann von nun an ein anderes Bild, denn nachdem Crouje zur Kapitulation gezwungen worden war, war der Oranjestaat und bald daraus auch ganz Ratal in die Hände der Engländer übergegangen.
Die Briten triumphierten und sahen schon das Ende des Krieges vor sich, aber die ungeübte Schar einfacher Farmer und Herdenbesitzer, denen ein fünf- bis sechsmal
zu gewährenden Hilfe den Wünschen aller derer in Deutschland gerecht zu werden, die, bewegten Herzens, durch eine Spende ihrem Mitgefühl Ausdruck verleihen möchten.
Die Vermittlung des „Rothen Kreuzes", dessen über den Schranken jedes trennenden Unterschiedes stehenden Zwecke und Ziele allen Völkern gemeinsam sind, ent« spricht der solidaren Hilfsbereitschaft aller Nationen in Leid und Noth.
Gaben nimmt die Kasse der Königlichen See- han-lung, Berlin W., Behrenstratze 47, entgegen.
Sammelstellen werden eröffnet, die Gabenlisten in der Preffe veröffentlicht werden.
Berlin, den 15. Mai 1902.
Wilhelmstr. 73.
Das Central-Comito der
Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz und des Preußischen Landesvereins vom Rothen Kreuz.
B. von dem Knesebeck, Vice-Ober-Ceremonienmeister und Königlicher Kammerherr, Vorsitzender.
von Spitz, General der Infanterie z. D>, 1. stellvertretender Vorsitzender.
Dr. Koch,
Präsident des Reichsbank-Direktoriums, Wirklicher Geheimer Rath, 2. stellvertretender Vorsitzender.
Lademann, Erster Staatsanwalt beim Königlichen Landgericht II Berlin, 1. Schriftführer.
Magnus, Geheimer Regierungsrath, 2. Schriftführer.
Havenstein,
Präsident der Seehandlung, Schatzmeister, von Endres,
Königlich Bayerischer Generalmajor und Militär- Bevollmächtigter, Bevollmächtigter zum Bundesrath für den Bayerischen Landeshilfsverein vom Rothen Kreuz.
Graf Vitzthum von Eckstädt, Hauptmann v. d. A., Vorsitzender des Direktoriums und Vertreter des Landesvereins vom Rothen Kreuz für das Königreich Sachsen.
größeres und ausgebildetes Heer gegenüberstand, verzagte dennoch nicht.
Diese Männer setzten ihre Hoffnung auf den Herrn der Heerscharen und auf ihr gutes Recht.
Siegreich hatten sich diese 40 000 Buren gegen 240 000 Mann gewehrt. Das gab ihnen, in dem Mißgeschick ihrer jetzigen Lage den Mut, trotz aller Widerwärtigkeiten weiter auszuharren.
Der August war gekommen, und immer mehr verbreiteten sich Nachrichten, die von einem rücksichtslosen Vorgehen der Engländer sprachen. Matt hörte von niedergebrannten Farmen, von Plünderungen und von einem rohen Verhalten des Feindes den Frauen gegenüber.
Pieter Lafras und sein Sohn, die unter dem Kommando des Generals Viljoen standen, waren von Ladysmith nach Norden vorgerückt und nahmen eine feste Stellung in den GebirgSgeländen von Machadodorp ein. Das veranlaßte die beiden englischen Heerführer, Buller und French, die hier die verschiedenen Burenabtheilungen bedrängten, abzuwarten, bis Lord Roberts mit Verstärkungen von Pretoria eintreffen würde.
Man stand vor den letzten größeren Kämpfen dieses Feldzugsjahres. Aber während die Engländer mit den gemachten Erfahrungen rechneten und sich durch das Be- wußtsein ihrer Uebermacht gehoben fühlten, griff bei einzelnen Burenkommandos der zersetzende Einfluß eines dauernden Rückzuges um sich, und es gab viele unter | den Buren, die den Feldzug schon als einen verlorenen
Freiherr Varnbüler von und zu H e m m i n g e n , Königlich Württembergischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister für den Württembergischen Landesverein vom Rothen Kreuz.
Dr. von Iagemann, Grobherzoglich Badischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister, Wirklicher Geheimer Rath, für den Badischen Landesverein vom Rothen Kreuz.
Dr. von Neidhardt, Großherzoglich Hessischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister, Wirklicher Geheimer Rath, für den Hessischen Landesverein vom Rothen Kreuz.
Dr. £ i e b e r, General-Arzt a. D., Generalsekretär.
Beiträge werden auf dem Landrathsamte entgegengenommen.
Zusammenstellung
der von den landwirthschaftlichen Vertrauensmännern des Kreises Hersfeld über den Saatenstand um die Mitte des Monats Mai 1902 abgegebenen Begutachtungs- ziffern (Note 1 ----- sehr gut, 2 ----- gut, 3 mittet, 4 ----- gering, 5 ----- sehr gering). (Runderlaß der Herren Minister für Landwirthschast rc. sowie des Innern vom 16. November 1901 — I. B.c. 9476 $U& — Ib. 3646 M.d.J.)
Fruchtarten
Durchschnittsnoten für den
Anzahl der von gegenwärtig ehrenamtlich thätigen 7 Vertrauensmännern abgegeb-men
Staat
Regierungsbezirk
1
2
3
Roten
4
5
außerdem
Winterweizen .
2,5
2,4
1
2
3
1 : 2—3
Sommerweizen
Winterspelz . .
2,7
2,6
1
2,3
Winterroggen .
2,8
2,6
1
5
1 : 3—4
Sommerroggen
3,0
2,8
Sommergerste.
2,9
2,7
1
3
Hafer.....
2,9
2,9
2,8
2,9
6
1 : 2—3
Kartoffeln . . .
2
Klee......
2,9
2,8
5
1:2-3,1:3-4
Luzerne ....
2,9
2,9
1
Wiesen ....
3,2
2,9
5
1
1 : 3—4
Königliches statistisches Bureau.
Blenck.
betrachteten. Ihre Maßnahmen zum Gefechts wurden daher immer von dem Gedanken an einen gesicherten Rückzug beeinflußt.
Lafras bedrückte diese Muthlosigkeit einzelner Kameraden auf das tiefste. Er selbst gab in keiner Weise die Hoffnung auf ein endliches Gelingen auf, aber er verfehlte sich weder den Ernst der Lage, noch die Gefahr, der seine Farm ausgesetzt war, wenn sie von Streifkolonnen der Kavallerie-Division French oder von Soldaten des Generals Buller heimgesucht wird.
Zur Sicherheit hatte er vor einigen Tagen Dirk dahin entsendet mit dem Austrage, eine gedeckte Ver- bindung zwischen dem Wohnhause und dem ganz nahe daran liegenden Kraal herzustellen, weil sich in letzterem eine kleine Pforte befand, die in einen trocknen Graben führte, durch den man völlig gedeckt den nahen Wald erreichen konnte.
Verschiedene Anordnungen, die Dirk mit Galants Hülfe durchführen sollte, um die Farm einigermaßen in Vertheidigung-zustand zu setzen, waren dem Knaben noch mitgegeben worden.
Es war ein Sonnenblick für die einsamen Frauen, als der Liebling des Hauses heimkehrte und ihren sehnen- den Herzen von allem genau berichtete, was sie zu missen begehrten.
„Wir denken nicht daran, den Muth zu verlieren, wenn wir auch manchmal nicht aus- und einwiffen," erklärte Dirk mit hochrothen Wangen den Seinen. „All-