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Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 2. Juni 1902.

Den Herren Bürgermeistern und Gutsvorstehern des hiesigen Kreises bringe ich hierdurch meine Verfügung vom 14. Februar 1902 J. I. Nr. 741, im Kreisblatt Nr. 21, wonach die durch Eintragung der Abfohlungs- ergebnisse vollständig ausgefüllten Deckregister bis zum 20. Juni d. Js. an den Stationswärter in Philippsthal eingereicht werden müssen rc., in Erinnerung, mit der Veranlassung, auch die Pferdezüchter an Zahlung der fälligen Deck- und Füllengelder erinnern zu wollen.

I. 934. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 22. Mai 1902.

Unter Bezugnahme auf das Ausschreiben vom 10. Juni 1887 Nr. 6140, Kreisblatt Nr. 70, wird hierdurch bekannt gemacht, daß vom 7. I u l i d s. I s. ab in hiesiger Stadt eine wiederholte technische Revision der Maaße, Waagen und Gewichte bei den Gewerbetreibenden stattfinden wird. Die Letzteren werden hierdurch auf die unliebsamen Folgen einer etwa sich vorfindenden Unrichtigkeit der Maaße rc. hingewiesen und gleichzeitig aufgefordert, dieselben, soweit deren fortdauernde Richtig­keit zweifelhaft erscheint, zuvor zur aichamtlichen Prüfung zu bringen, auch sämmtliche revistonspflichtigen Gegen­stände vor der Reviston einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und in Bereitschaft zu halten.

I. 2883. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rath.

Pieter Cafras und seine Familie.

Eine Erzählung aus dem Freiheitskriege der Buren.

Von A. von L i l i e n k r o n.

(Fortsetzung.)

Von hier aus sandte er Aldermann mit einem doppelten Auftrage nach Machadodorp, dem zeitweiligen Sitze der Transvaal-Regierung. In erster Linie sollte er dem greisen Präsidenten Krüger, der dort in seinem Eisenbahn-Salonwagen die Staatsgeschäfte leitete, ver­schiedene Botschaften übermitteln, dann aber war er angewiesen, sich nach einigen der kriegslustigsten und unerschrockensten Leuten umzuthun und sie dem General zuzuführen. De Wet zog aus allen Gegenden die tüch- tigsten Buren zusammen, um mit einer so auserlesenen Schar seine verwegenen Pläne durchzusühren. Man schätzte daher die Ehre hoch, zum Kommando dieses Generals zu gehören.

Aldermann langte in Machadodorp an, kurz bevor sich dort bedeutungsvolle Dinge abspielen sollten. Nach­dem er dem Präsidenten seine Botschaft überbracht hatte, stellte er sich dem General. Viljoen zur Verfügung, um diesem in seiner gefahrdrohenden Lage mit seinen artilleristischen Kenntnissen zur Seite zu stehen. Zugleich aber erbot er sich die Erlaubnis, wenn die Entscheidung der nächsten Tage gefallen sei, etliche der hier kämpfenden Buren dem Kommando De Weis zuführen zu dürfen.

Was De Wet und seine verwegene Schar dem Vater-

Hersfeld, den 2. Juni 1902.

Für den am 5. September 1887 geborenen Friedrich Geyer dahier ist um Entlassung aus dem preußischen Staatsverbande sowie für die am 23. April 1886 ge­borene Lisette Louise Geyer dahier ist um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

J. I. Nr. 3072. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 2. Juni 1902.

Die Liste der zu der Aerztekammer wahlberechtigten Aerzte für die Provinz Hessen-Nassau des hiesigen Kreises liegt vom 10. bis incl. 24. Iu n i d. I s. während der Dienststunden im Geschäftslocal des Landrathsamts zur Einsicht der Herren Aerzte offen.

I. 3087. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Friede.

Der heldenmüthige Kampf, den die beiden Buren- Republiken in Südafrika fast drei Jahre gegen die Welt­macht Großbritannien um ihre Freiheit geführt haben, ist zu Ende. Die Delegierten der Buren haben die schick­salsschwere Urkunde unterzeichnet, die dem Kriege ein Ziel setzt. Was England gewollt, hat es erreicht: Seine Macht in Südafrika ist unbestritten. Transvaal und der Orangestaat sind als selbständige Gebilde von der Landkarte verschwunden und dem britischen Weltreiche einverleibt. Es ist müßig, heute darüber zu rechten, ob es so kommen mußte und auf welcher Seite der größere Theil der Schuld war. In der Politik entscheidet der Erfolg. Aber auch der Erfolg des Siegers kann nicht das herzliche Mitgefühl mit dem Besiegten ersticken. Mit vollen Ehren sind die Buren aus dem ungleichen Kampfe mit dem übermächtigen Gegner hervorgegangen. In der Weltgeschichte ist ihnen einer der ersten Plätze gesichert für alle Zeiten.

Die Engländer haben ihren Erfolg theuer erkauft. Der Krieg hat nicht nur unzählige Menschenleben und gewaltige Summen Geldes verschlungen, sondern auch das Ansehen des britischen Reiches hat durch die Nieder­

lande in dieser bedrängten Zeit waren, wußte jeder Bur, und jedes Kommando stellte ihm daher auch willig die Männer zur Verfügung, die er bestimmte oder sich aus­suchen ließ.

Als der Feldmarschall Lord Roberts mit der Division Hamilton am 22 August bei der Wanderfontein-Station anlangte, war dies auf englischer Seite das Signal zum Vormarsch auf der ganzen Linie. Pole Carew nahm die Richtung auf Belfast, Buller diejenige aus Bergendal. Jetzt begannen die letzten größeren Kämpfe in diesem Feldzuge. Noch einmal spielten die schweren Geschütze der Buren, die alle hierher gebracht waren, und noch einmal leisteten einzelne Kommandos einen verzweifelten Widerstand.

Das schwierige Gelände veranlaßte eine starke Zer­splitterung der Burenstreitkräfte und dadurch eine sehr lange Gefechtsfront der Engländer, eine Ausdehnung von 48 Kilometer.

Am 24. August besetzte Pole-Corew Belfast, während Buller am 24. und 25. noch immer vergebens versuchte, nach Bergendal vorzudringen. Obwohl er seine sämmt­lichen Geschütze in Thätigkeit brächte und sich ein Artillerie- Duell entspann, das während des ganzen Feldzuges kaum furchtbarer gewesen war, so gelang es ihm doch nicht, vorzudringen. Die Johannesburger Polizei, die zu den widerstandsfähigsten Truppen gehörte, stand ihm gegen­über und wich und wankte nicht.

Wie immer hatten die Buren nur schwache Verluste.

lagen, die seine Truppen in dem ersten Theil des Kriege» erlitten, eine schwere Erschütterung erfahren. Dazu kommen die Verluste, die England infolge der Bindung seiner Kräfte an den südafrikanischen Boden hat in den Kauf nehmen müssen, wo sich seine Interessen mit denen andrer Mächte kreuzten. England hat wichtige Grund­gedanken seiner Politik preiSgegeben. Ohne den Buren­krieg hätte Rußland schwerlich Herr von Liatong werden und in der Mandschurei festen Fuß fassen können. Ebenso würde sich England unter andern Verhältnissen schwerlich bereit gefunden haben, den günstigen Boden zu verlassen, den ihm der Clayton-Bulwer-Vertrag in der Frage des Nicaragua-Kanals verlieh. Dasselbe gilt wohl von dem Abkommen über Klondyke.

Wie keine Regierung eine Hand gerührt hat, um den Buren Hilfe zu bringen, so wird auch keine Macht sich bereit finden, England an der Einheimsung der Früchte seines Sieges zu hindern. Wirtschaftlich wird durch die Umwälzung in Südafrika manches geändert. Eine Masse Güter ist durch den Krieg zerstört worden. Zahlreiche Bauten müssen neu errichtet werden. Was Wunder, daß man in England mit einem kräftigen Aufschwung von Handel und Industrie rechnet. Auch in Deutschland hoffen die Gewerbetreibenden, an diesem Aufschwünge theil zu haben, da die britische Regierung die Politik der öffnen Thür" verfolgt und der deutsche Handel schon lange lebhafte Beziehungen zu Südafrika unterhält. Da» deutsche Volk, das beim Beginne des Kriege» mit Leidenschaft für die Buren Partei ergriff, hat sich nur schwer zu der Einsicht bekehren lassen, daß Deutschland eine Intervention nicht auf sich nehmen durste, wenn e» nicht den Krieg auf sich ablenken wollte. Jetzt wird wohl kein Zweifel mehr herrschen, daß die Neutraliäts-Politik des Grafen Bülow die einzig richtige war und den Pflichten entsprach, die wir vor allem dem eignen Volke gegenüber zu erfüllen haben.

London, 2. Juni In der heutigen Sitzung de» Unterhauses verlas Balfour das am Sonnabend unter­zeichnete Abkommen über die Uebergabe der Burenstreit- kläfte.

Artikel 1 lautet: Die Burgherr im Felde legen sofort die Waffen nieder, übergeben alle Kanonen und Waffen sowie die Kriegsmunition, die in ihrem Besitze sind, oder unter ihrer Kontrolle sich befinden. Sie stehen von weiterem Widerstände gegen die Autorität König Eduards VII. ab, den sie als gesetzlichen Souverän an» erkennen.

Sie deckten sich hinter den Felssteinen und feuerten nur, wenn die Engländer sich im Sprunge vorwärts bewegten, dann aber mit solcher Sicherheit, daß die meisten An­griffe scheiterten.

Das kleine Häuflein Buren, das die Stellung im Centrum besetzt hielt, wurde von einer zehnfachen Ueber- macht bedrängt und hatte bereis vier Tage seine Stellung heldenhaft vertheidigt.

Jetzt machte die hereinbrechende Dunkelheit dem Kampfe ein Ende. Morgen, am 26. August, war ein Sonntag, jedoch keine Aussicht, den Tag des Herrn in Frieden zu feiern. Daher versammelten sich die Männer, die kaum die noch heißen Gewehre aus der Hand gestellt hatten, zu einem gemeinsamen Gottesdienste.

Felsgestein bildete die Seitenwände dieses freigewählten Gotteshauses, und der Sternenhimmel wölbte sich zu einem Dache darüber.

Die kurze Ansprache, in markigen Worten gehalten, trug das Gepräge eines unerschütterlichen Gottver- trauens und feuerte die Männer an, die Treue bis zum Tode zu halten. Dann tönte ein vollstimmiger Gesang durch die Stille des Abends und beschloß die würdige Feier.

Jetzt ging man autzeinnander. Die einen streckten sich zur Ruhe nieder, die andern bereiteten sich eine Mahlzeit und wieder andere saßen in Gruppen zu­sammen, um sich in ernsten Gesprächen das Herz zu eileichtern.