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Erstes Blatt.

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die Expedition.

Amtlicher Theil.

Cassel, den 7. Juni 1902.

Nach einer Mittheilung des Herrn RegierungS- Präsidenten zu Lüneburg ist der für die laufende arbeite» saison in Lüdersburg, Kreis Bleckede, in Beschäftigung genommene 23jährige polnische Arbeiter Filip Wildhirt aus Wildenthal, Bezirk Kolbuszowa in Galizien, in der Nacht vom 10. auf den 11. b. Mts. heimlich entwichen.

Ich ersuche nach dem Verbleib des rc. Wildhirt Er­mittelungen anzustellen und ihn im Betretungssalle aus dem preußischen Staatsgebiete auszuweisen.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: M a u v e. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier, die Herren Polizei-Direktoren in Hanau und Fulda und die Herren Landräthe des Bezirks. A. II. 7915.

* *

Hersfcld, den 19. Juni 1902.

Sßuo den Ortspolizeibehörden und der K. Gendarmerie des Kreises zur Recherchirung nach dem rc. Wildhirt mrlgetherlt. Im Betretungssalle ist mir sofort Anzeige zu erstatten.

11 38951 Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

. . , Lomberg, 13. Juni 1902.

Unter dem Schwemebestande des Landwirths Johannes gebrochen^ ^ '^erhülsa ist die Rothlaufseuche auS-

v. Gehren.

____________ Der Landrath.

.,.. Gesunden : ein Anfhalteriemen. ^Meldunjsd7s EmU thlimers bet dem Ortsvorstand zu Harurode.

Gefunden: im Distrikt 81 des Schutzbezirks Lingen- bach eine Axt. Meldung des Eigenthümers bei der Königlichen Oberförsterei Friedewald.

Nichtamtlicher Theil.

König Albert von Sachsen f«

Shbillenort, 19. Juni. Der König von Sachsen ist Abends 8 Uhr 5 Minuten sanft und rnhig entschlafen.

Mit dem im Alter von 74 Jahren verschiedenen König Albert von Sachsen ist der letzte Heerführer aus dem deutsch-französischen Kriege, der letzte Ritter des eisernen Großkreuzes dahingegangen. Die Popularität, welche König Albert nicht nur in seiner sächsischen Heimath, sondern im ganzen deutschen Vaterlande genoß, war eine wohlverdiente. Es war nicht nur die schlichte, ge­winnende Einfachheit, die ihn auszeichnete und ihm die Herzen eroberte. Für das deutsche Volk war und blieb er der ruhmgekrönte Soldat, der Feldherr, der sich un­vergängliche Verdienste um die Einigung des deutschen Vaterlandes erworben hat. Und diese Verdienste waren nicht nur militärischer Natur. Wie sich König Albert nach der Entscheidung des Jahres 1866 ohne Rückhalt auf die Seite Preußens stellte, wie er im Kriege gegen Frankreich sich als ein genialer Heerführer erwies und im Felde die Kaiserkrone schmieden half, so ist er auch nach der Wiederaufrichtung des deutschen Reiches ein Hort nationaler Gesinnung geblieben.

Politischer Wochenbericht.

Unser Kaiser weilt seit einigen Tagen in den schönen Rheinlanden. Der Besuch hat einen dreifachen Zweck: Zunächst gilt er dem KönigS-Husaren-Regiment, das seit 50 Jahren seinen Standort in Bonn hat; ferner einer schönen akademischen Erinnerungsfeier, dem 75- jährigen Stiftungsfeste des studentischen KorpsBorussia", dem der Kaiser seit seinem Studium in der rheinischen Musenstadt angehört und das außer vielen andern Fürstensöhnen den Kronprinzen zu seinen Mitgliedern zählt, um wie der Kaiser in seinem Trinkspruch sagtesie vorbereiten zu helfen, sie einzuführen in das Leben." Ueberall ist dem Kaiser und mit ihm seiner Gemahlin von den treuen Rheinländern begeistert ge­huldigt worden. Auch die Ortschaften, die das Kaiser­paar aus Anlaß der zweihundertjährigen Zugehörigkeit der Grasschaft Mörs zu Preußen berühren wird, haben alles zum würdigen Empfang der hohen Gäste aufgeboten.

Vorher war der Kaiser im Frankenlande, um an einem nationalen Feste von hervorragender Bedeutung, der Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Germanischen Museums in Nürnberg, theilznnehmen. Außer dem Kaiserpaar war der Protektor des Museums, Prinz-Regent Luitpold von Bayern, er­schienen, und auch der König von Württemberg und der Großherzog von Baden hatten sich nach der altehr­würdigen ehemaligen freien deutschen Reichsstadt begeben. Der König von Sachsen und der Kaiser von Oesterreich hatten Vertreter entsandt, die Universitäten, die Akademien und wiffenschaftlichen Gesellschaften aus allen Gauen des Reiches hatten Abordnungen entboten. Auch auf weite Kreise des nationalgesinnten Publikums hatte die Ge- dächtnißseier anziehend gewirkt: ein Beweis, daß deren Werth von allen Schichten der Bevölkerung gewürdigt wurde. Von kleinen Anfängen hat sich das Germanische Museum zu einem umfassenden Kulturbilde der deutschen Vergangenheit ausgewachsen. Von der vorgeschichtlichen Zeit bis in die neuere herab bringt es uns zahlreiche, für die Kultur-Entwicklung in Betracht kommende Denk­mäler zur Anschauung; die häuslichen Einrichtungen, das Gerichtswesen, das in den Schlöffern und Burgen, wie in den Städten pulsierende Leben in Krieg und Frieden, die Entwicklung der Künste treten uns sichtbar und in trefflicher Anordnung entgegen.

Es ist natürlich, daß die Bedeutung des Augenbl icks den Kaiser ergriff. In seiner tiefempfundenen, schwungvollen Rede entrollte er die wechselvolle Geschichte des deutschen Volkes von trauriger Ohnmacht und Zer­rissenheit bis zur festen nationalen Einigkeit. Das Germanische Museum, in trüber Zeit gegründet, ist d em Kaiser das Symbol des Einheitsgedankens. In der That ist die Zusammengehörigkeit des deutschen Volkes durch die Nürnberger Feier vor aller Augen geführt worden. Und daß das schöne Fest sich gerade in einem Lande abgespielt hat, dessen Bevölkerung man par» tikularistische Bestrebungen nachsagt, ist ein Zeichen da­für, daß die frühern Gegensätze immer mehr zurücktreten, daß das Deutsche von Jahr zu Jahr stärker und mächtig wird als das spezisisch Bayerische, Sächsische, Württem­bergische, Preußische. Der hier und da künstlich er­zeugte Pessimismus muß vor jener Erscheinung verblassen.

Schwarzmalerei ist auch im Hinblick auf die Arbeiten des nun geschlossenen preußischen Landtages nicht am Platze. Zwar ist im Abgeordnetenhause viel Zeit bei der Etatsberathung verschwendet worden; aber im allgemeinen kann man dem preußischen Parlamente das Zeugniß nicht versagen, daß es fleißig und erfolg­reich gearbeitet hat. Wir wollen nur an die sogenannte Polen-Vorlage erinnern, durch deren schnelle Annahme der Landtag ein hocherfreuliches Verständniß für die nationalen Ziele bekundet hat, die Graf Bülow zum Schutze des Deutschthums in unsern Ostmarken mit anerkennenSwerther Thatkraft und Konsequenz verfolgt.

ES ist klar, daß die für unsre Ostmarken beschlossenen Maßregeln lediglich Preußen-Deutschland angehen. Trotz­dem hat sich der Czeche KlofacS im öster­reichischen Abgeordnetenhause wiederholt erdreistet, unserer Regierung am Zeuge zu flicken. Das letzte Mal behauptete er von der vom Grafen Bülow am 12. Juni im preußischen Herrenhause gehaltenen Rede, sie sei eine absichtliche Aufhetzung des deutschen Elements außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches und in erster Linie in Oesterreich gewesen. Die hier zutage tretende Unverfrorenheit und Frivolität ist um so größer, als Graf Bülow wie jedermann weiß eine durchaus loyale Politik gegen unsere Verbündeten verfolgt, und ihm, dem Meister der Beredsamkeit, der seine Worte sorgfältig abwägt, eine Entgleisung nicht zugetraut werden kann. Wer seine Rede liest, der wird keinen Satz finden, der die ihm fälschlich zugeschriebene Deutung zuließe. So hat denn auch nicht nur der österreichische Minister-Präsident v. K ö r b e r den Czechen entschieden zurechtgewiesen, sondern auch das österreichische Abgeordnetenhaus hat unzweideutig zu erkennen gegeben, daß es mit solchen, das Ansehen des Parlaments schwer schädigenden Leuten »ichs zu thun haben will.

In England wirft die Krönung des Königs Eduard VII. ihre Schatten voraus. Nachdem der Krieg in Südafrika beendet ist, kann man sich ungestört der Festesfreude hingeben. Aus allen Welttheilen sind bereits Theilnehmer an der Feier in England eingetroffen. Bei der Gelegenheit dürfte auch die schon lange schwebende Frage der engeren Vereinigung des britischen Mutter­landes mit seinen Kolonien auf die Tagesordnung kommen.

Politische Nachrichten.

Berlin, 19. Juni.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin reisten heute um 12 Uhr mittags von Bonn nach Aachen ab, wo sie nachmittags 23/4 U^C ein- trafen.

Der Tr i n k sp ru ch, den bei dem Festkommers des Korps Borussia am 18. d. MtS. der Kaiser auf Ihre Majestät die Kaiserin aus- brachte, hatte folgenden Wortlaut:Von unsern Ur­ahnen und Vorfahren wissen die Chroniken zu melden, daß, wenn sie im Waffengang zusammenkamen, in Turnieren die Lanze miteinanderbrachen, es sich von selbst ver-