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OMF” Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigensalls durch Extrablätter verbreiten.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Berlin, den 25. Februar 1902.
Bekanntmachung.
Die Zinsscheine Reihe II, Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten
Gräfin Wallerstein.
Novelle von Elsbeth Borchart.
(Fortsetzung.)
Ueber die Ursache nachgrübelnd, in Gedanken verloren, geht sie über den Schloßhof dem Verwalterhause zu. Da sie die Augen zu Boden gesenkt hält, bemerkt sie nicht, daß ihr ein Mann in den Weg kommt. Beinahe wäre sie auf ihn gestoßen, wenn er nicht plötzlich dicht vor ihr Halt gemacht hätte.
„Nanu, Fräulein Anneliese, bin ich denn so klein, daß Sie mich vollständig übersetzen und beinahe um« rennen?" Anneliese sieht erschrocken auf. Vor ihr steht Hans Eckhof.
„Ich — ich habe keine Zeit I" erwidert sie schnell und will weitergehen.
„Halt! Bleiben Sie gefälligst einen Augenblick stehen " — Es liegt etwas Zwingendes in seinem Ton, und Anneliese zögert unwillkürlich, bis Eckhof sie wieder erreicht hat.
„Sehen Sie mich einmal an, Fräulein Anneliese! — Nun? — So! Sie sehen ja ganz verändert aus! Was fehlt Ihnen?" Er nimmt theilnehmend ihre kleine Hand in die seine.
„Nichts, gar nichts!" stammelt sie verwirrt und will ihm ihre Hand entziehen, doch er giebt sie nicht frei.
„Was soll das?" fragt er streng. „Wollen Sie mich glaube» machen, daß Sie launenhaft sind, Anneliese? — Wie Sie gleich entrüstet auffahren! — Was ist's denn
Zprozentigen Staatsanleihe von 1892—1894 über die Zinsen für die Zeit vom 1. April 1902 bis 31. März 1912 nebst Erneuerungsscheinen (Anweisungen auf die folgende Reihe werden vom 1. März 1902 von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranieustr. 92/94, geöffnet Vormittags von 9—1 Uhr mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jedes Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrolle der Slaatspapiere am Schalter in Empfang zu nehmen oder durch die Regierungs-Hauptkassen sowie in Frankfurt a/M. durch die Kreiskaffe zu beziehen.
Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden ErneuerungSscheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vor- zulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzu- geben.
Durch die Post sind die ErneuerungSscheine an die Kontrolle nicht einzusenden.
Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkaffen beziehen will, hat derselben die Erneuerungsscheine mit einem doppelten Verzeichniß ein- zureichen. Das eine Verzeichniß wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichniffen sind bei den gedachten Provinzialkaffen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die ErneuerungSscheine abhanden gekommen sind, in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkaffen mittels besonderer Eingabe einzureichen. I. 276.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
gez. v. H 0 f f m a n n.
sonst? Behandelt man einen Freund ohne Grund so abweisend, wie Sie es plötzlich thun?"
Anneliese befindet sich in grenzenloser Verlegenheit. Wie dumm und kindisch ist sie doch gewesen, und was muß der Mann, den sie hochachtet und verehrt, von ihr denken! — Sollte sie ihm jetzt den wahren Grund nennen, so müßte sie ja vor Scham vergehen. Sie sieht, wie er unmuthig die Stirn runzelt, und fühlt, daß sie etwas antworten muß, wenn sie ihn nicht ernstlich erzürnen will.
„Hertha will nicht", sagt sie stockend, „daß — ich mich unnütz im Hofe aufhalte und — und — darum —"
Eckhof horcht hoch auf — plötzlich scheint ihm ein Licht aufzugehen, und er lacht laut auf: „Hahahaha! Und Sie befolgen natürlich buchstäblich, was man von Ihnen verlangt! — O Fräulein Anneliese, — sollten Sie etwa auch mich schlecht behandeln?" In seinem Gesicht wetterleuchtet eö von Neckerei und Belustigung, und Anneliese muß unwillkürlich mitlachen.
„Herr Eckhof! That ich das wirklich?" fragt sie, ihm wie abbittend die Hand hinhaltend. Es kümmert sie jetzt garnicht mehr, ob Hertha vielleicht Zeuge davon ist; ihr liegt augenblicklich vielmehr daran, Eckhof wieder zu versöhnen.
Und ihr lieblich bittender Ton verfehlt seinen Eindruck nicht auf Eckhof. Er ergreift ihre Hand und drückt sie warm, mit der andern scherzhaft drohend: „Aber nie wieder — unartig sein, hören Sie?"
„Nein, gewiß nie, nie wieder I" giebt Anneliese unter herzlichem Lachen zur Antwort. Dann ruft sie
Caffel, den 1. März 1902.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben be- zeichneten Formulare von der hiesigen Regierungs-Haupt- kaffe und den Kreiskaflen unseres Bezirkes verabreicht werden. K. 404.
Königliche Regierung. J. A.: gez. Schenk.
Caffel, den 14. Juni 1902.
Nach einem Berichte des Landraths in Eschwege sind die bei dem Domänenpächter Bartram zu Netra eingestellten galizischen Arbeiter Carol Burg aus Soel (18 Jahre alt) und Maria Teper aus Topazsko (40 Jahre alt) kontraktbrüchig geworden und haben sich in der Nacht vom 7. auf den 8. d.Mts. unter Zurücklaffung ihrer Legitimationspapiere heimlich von ihrer Arbeitsstelle entfernt.
Ich ersuche, nach dem Verbleib der Genannten Ermittelungen anzustellen und sie im Betretungsfalle aus Preußen auszuweisen.
Der Regierungs-Präsident. I. V. M a u v e. An den Herrn Polizei - Präsidenten hier, die Herren Polizeidirektoren in Hanau und Fulda und die Herren Landräthe des Bezirks (ausschließlich Eschwege). A. II. 8193.
* * *
Hersfeld, den 23. Juni 1902.
Wird den Ortspolizeibehörden und der Königlichen Gendarmerie des Kreises zur Fahndung nach den Vorgenannten mitgetheilt.
Im ErmittelungSfalle ist mir sofort zu berichten.
I. 3534. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, __Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 13. Juni 1902.
Die unter den Schafbeständen zu Kleinenses ausge- brochene Räude ist erloschen. I. 3321. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, ________________________Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 11. Juni 1902.
Unter den Schweinebeständen in Wippershain und Unterhaun ist die Rothlaufseuche ausgebrochen. I. 3275. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rath.
ihm noch ein freundliches Abschiedswort zu und eilt leichten Schrittes davon.
Eckhof sieht ihr sekundenlang nach, und ein Lächeln umspielt seine Züge. Wie lieblich seine Anneliese ist und wie leicht lenkbar! Eine starke Hand, die sie richtig zu leiten versteht, — ja, das ist's, was Anneliese braucht. Keine schwere Aufgabe, fürwahr! — Ein andres Ding wäre es bei der jungen Gräfin. Ob die sich wohl von einem andern Willen je lenken und beeinflussen ließe, geschweige denn überhaupt einen andern Willen anerkennen würde? — Er lacht wieder. — Ob es den Versuch lohnte? — Welche Vermessenheit! — Er dreht sich mit einem energischen Ruck um und geht weiter auf das Schloß zu.
In den Souterrainräumen befindet sich die sogenannte Kanzlei, in der die schriftlichen Arbeiten erledigt werden, die das große Gut mit seinen vielen kleinen Nebengütern und Pachthöfen in reichem Maße erforderlich macht.
Hierhin lenkt Eckhof seine Schritte, öffnet die Thür und tritt ein.
Eine Anzahl junger Leute sitzt an kleinen Pulten vertheilt, über Schriftstücke gebeugt. Bei dem plötzlichen, unerwarteten Eintritt Eckhofs heben alle die Köpfe und erheben sich grüßend von ihren Plätzen, um sich nach einer kurzen Handbewegung des Verwalter» wieder zu setzen.
Daß Eckhof oft unerwartet erscheint, um ihre Arbeiten zu kontrollieren, ist ihnen nichts Neues. Sie arbeiten darum mit verdoppeltem Eifer.