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Gratisbettasen r „^Uti^rirU# Konntagrblatt" *♦ „aunftritit landwiethschaftUchO VeUags
| «r. W. _________ J Amtlicher Theil.
(Der Sektionsvorstand»
I Nr. 2467.
Hersseld, den 12. August 1902.
Die nachstehend aufgeführten Herren Ortsvorstände sind mit Rücksendung des neuen Verzeichnisses der land- unb forstwirthschaftlichen Betriebsunternehmer im Rückstände.
Der Wiedereimeichung des mit der Offenleglingsbe- __ scheinigung zu versehenden Verzeichnisses wird innerhalb
— 3 Tagen entgegengesehen.
. Bengendorf, Bingartes, Eitra, Engelbach, Frielingen, Gershausen, Gethseinane, Gittersdorf, Heringen fisc. Oberförsterei, Hersfeld fisc. Oberförsterei, Hilmes, Hilperhausen, Kleinensee, Kohlhansen, Lampertsfeld, Leimbach, Lengers, Malkomes, Meckbach fisc. Oberförsterei, Meisebach, Obergeis, Oberrode, Ransbach, Reimboldshansen, Rohrbach, Sorgn, Untergeis, Unterneurobe, Widdershausen, Wil- — Helmshof, Wippershain, Wippershain fisc. Oberförsterei, — Wölfershausen, Wüstfeld.
s, Freiherr von Schleinitz.
t j -------------------- Berlin, den 2. Juli 1902.
| Anläßlich mehrfach vorgekommener Verstöße ersuche ,' ich Euere Hochwohlgeboren ergebenst, die Ihnen unter» r s stellten Polizeibehörden gefälligst darauf aufmerksam zu : > machen, daß Ausländern bestimmungsgemäß Führungö- ; j Atteste nicht zu ertheilen sind.
♦ « Der Minister des Innern.
* ” I. A. gez.: Bifchoffshausen.
- An den Herrn RegierungS-Präsidenten in Caffel. Ilb2626. * * Caffel, den 25. Juli 1902. Abschrift zur Beachtung.
Der RegierungS-Präsident. I. V.: M a u v e.
An den Herrn Polizei-PrästdeNten hier, die Herren Polizei-Direktoren zu Fulda und Hanau und die Herren Landräthe des Bezirks. A. II. 9772.
M Hersseld, den 11. August 1902.
Vorstehendes wird den Polizeibehörden des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.
« 4428. Der Königliche Landrath
Ä Freiherr von S ch leinitz,
8 Geheimer Regierung-Rath. ।
$ Gin verlorener Sohn.
Erzählung von A. R.
N (Fortsetzung.)
„Wissen deine Eltern es schon?" fragte sie neugierig. $ „Nein — das ist es ja eben, die Allen wollen ganz wo anders hinaus, und ich will ja auch garnicht sagen, was hätte sein können, wenn ich nicht schon so jammer- W voll verschossen gewesen wäre in Lizzie. Du gefällst mir ja sehr gut, kleine Cousine, wirklich, ich habe dich riesig gern I"
। »O John I" sie lachte hell auf, „da- ist ja sehr rührend; meinst du damit, daß du mich wohl auch ge- I nommen hättest
Sie halte plötzlich begriffen. Er verbeugte sich galant.
"^ hätte dich aber nicht genommen!" Sie lachte noch immer.
John machte ein langes Gesicht.
Ach so dann ist ja alles in Ordnung!" sagte er etwas beleidigt.
. , ^"«dalene dachte über dies alles nach. Als sie < einige Wochen, nachdem der Onkel ihre bleichen Wangen bemerkt hatte, auf dem Verdeck des Dampfers faß, der sie nach Europa zurückbringen sollte.
. - o ben öuten dicken John bätte ich nicht heirathen können, nie und nimmermehr!"
Warum sollte sie überhaupt heirathen? Es lag
Lrmierßlill Den 11 August
Caffel, den 5. August 1902.
Auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schonzeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird der Anfang der diesjährigen Jagd auf Rebhühner, Wachteln und Haselwild auf
den 25. August, für Hasen, Auer-, Birk- und Fasanen-Hennen dagegen auf den 15. September
festgesetzt und die Zeit, während welcher der Dachs erlegt werden darf, derart ausgedehnt, daß die Jagdzeit vom 16. September bis 14. Dezember d. I., beide Tage einschließlich, läuft.
Namens de« Bezirksausschusses:
Der Vorsitzende. I. V.: (Unterschrift.)
Caffel, den 5. August 1902.
Abschrift zur Kenntnißnahme und weiteren Veröffentlichung.
Der Vorsitzende des Bezirksausschusses.
In Vertretung: (Unterschrift).
An die Herren Landräthe des Bezirks und die Königlichen Polizeidirektionen zu Caffel und Hanau. B.A. Nr. 3322.
* * * Hersseld, den 12. August 1902. Wird veröffentlicht.
I. 4590. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Caffel, den 6. August 1902.
Mit ergebenstem Danke für die bisherigen Bemühungen theile ich ergebenst mit, daß der Fürsorgezögling Franz Christian Mackowiak aus Marburg inzwischen wieder aufgegriffen ist, weshalb ich mein Ersuchen vom 19. v. Mts. II. Nr. 3546 als erledigt hierdurch zurückziebe.
Landeshauptmann in Heffen. I. A.: v. Dehn-Rotfelfer. An den Königlichen Herrn Landrath in Hersfeld.
* * *
Hersfeld, den 11. August 1902.
Wird den Octöpolizsibehörden und der Gendarmerie des Kreises unter Hinweis auf das Ausschreiben vom 19. Juli ds. Js., I. 4198, (Kreisblatt Nr. 88) mitgetheilt. I 4552. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer RegierungS-Rath,
ja gar kein Grund dazu vor. Sie wollte bei den Eltern bleiben und ihnen immer eine gute Tochter fein. Das würde ihr Leben ausfüllen. Die Pflegeschwester Selma freilich, ihre Cousine, dachte ganz anders. Sie hatte ihr noch bei ihrem letzten Besuch im St. Georges- Hospital so ernstlich zugeredet, Diakonissin zu werden, dann erst werde sie den Frieden der Seele finden.
Magdalene hatte dazu geschwiegen, sie wies den Gedanken nicht ab, im Gegentheil, sie erwog ihn in ihrem Herzen, aber fürs erste wollte sie ihre Eltern nicht verlaffen, sie war ja erst 21 Jahre alt. Plötzlich nahmen ihre Gedanken eine andere Richtung! Sie sah das blaffe Gesicht des jungen Keller vor sich, die ernsten, braunen Augen, der tieftraurige Blick! Sie hörte die Abschiedsworte, die er ihr gesagt hatte: „Ich danke Ihnen, Fräulein Grünwald, für alle Ihre Güte, ich werde sie nie vergessen " Und dann nach einer Pause: „Sagen Sie, bitte meinem Bruder, daß ich es einsehe, welch ein schlechter Kerl ich gewesen bin mein Lebenlang, und daß ich versuchen wollte, geduldig zu sein !"
Magdalene traten noch jetzt die Thränen ins Auge, als sie an jenen Abschied zurückdachte. Ach, sie nannte sich im Herzen unglücklich, und doch hatte sie den Gebrauch aller ihrer Glieder, fühlte sich frisch und gesund und sollte bald in ihr Elternhaus heimkehren, wo liebende Herzen sie sehnsüchtig erwarteten!
Wie reich war sie doch im Vergleich zn dem armen Rudi, der aus eine vergeudete Jugend voller Schuld
Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spa'tzeil«
10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg.
Reklamen die Zeile 20 Pfg.
Bei größeren Aufträgen entsprechender
Rabatt.
1902.
Königliche Lehranstalt
für Wein-, Obst- und Gartenbau.
Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß an der hiesigen Lehranstalt
1) ein Obstverwerthungskursus für Frauen in der Zeit vom 25. bis 30. Autgust d. Js.,
2) ein Obstverwerthungskursus für Männer in der Zeit vom 1. bis 6. September d. Js. abgehalten werden. Die Kurse beginnen jedesmal an den zuerst genannten Tagen Vormittags 9 Uhr. Der Unterricht wird theoretisch und praktisch ertheilt, sodaß die Theilnehmer Gelegenheit haben, die verschiedenen Verwerthungsmethoden einzuüben.
Der Unterricht umfaßt: Obstweinbereitung und Behandlung desselben im Keller, Bereitung von Essig, Branntwein und Beerenwein; Schaumweinbereitung, Untersuchung des Mostes auf Zucker und Säure; Bereitung von Gelee, Marmelade und Herstellen von Konserven und Obstsäften; Dörren des Kern- und Steinobstes und des Gemüses; Obsternte, Aufbewahrung und Verpackung des frischen Obstes.
Das Honorar beträgt 6 Mk., für Nichtpreußen 9 Mk. Unterkunft für die Frauen besorgt die Direktion, an welche auch die Anmeldungen zu den Kursen bis spätesten» 14 Tage vor Beginn derselben zu richten sind.
Geisenheim a/Rhein, den 23. Juli ^902.
Der Direktor: Goethe, Königl. Landesökonomierath.
Nichtamtlicher Theil.
Wie aus S t e t t i n vom 12. d. gemeldet wird, ist der auf der Werft des Vulkan für den Norddeutschen Lloyd erbaute neue Doppelschrauben-Schnellpostdampfer„ Kaiser W i l h e lm II." heute Vormittag 10 Uhr in Gegenwart Sr. Majestät des Kaisers glücklich vom Stapel ge- laufen. Um 10 Uhr kam Se. Majestät, begleitet von dem Staatssekretär des Reichs-Marineamts, Vizeadmiral v. Tirpitz auf der Werft an. Der Kaiser, welcher Admiralsuniform trug, wurde empfangen von den Ministern v. Goßler, Kraetke, Möller und Budde, den Spitzen der Militär- und Zivilbehörden, der Direktion und dem Aufsichtsrath des „Vulkan" und den Direktoren des „Norddeutschen Lloyd". Die Ehrenkompagnie wurde von dem Grenadierregiment Friedrich Wilhelm IV. ge« stellt, und Tausende von Zuschauern begrüßten den Kaiser mit Hurrah von Tribünen und von zahlreichen
und Sünde zurücksah und jetzt dalag, ein von Gottes Hand schwer getroffener, zeitlebens gelähmter Man»!
VIII.
Der Dampfer näherte sich der Elbmündung.
MagdalenenS Herz begann zu klopfen in gemischten Gefühlen. Aufgeregt ging sie auf dem Verdeck auf und nieder und suchte sich ihr Wiedersehen mit Martin Keller auszumalen. Gewiß, er würde bald nach ihrer Ankunft im Elternhause kommen und sich Nachrichten von seinem Bruder holen. Ob es ihr dann gelang, ruhig zu bleiben?
Sie lehnte sich über die Brüstung und sah in das weite Meer hinaus. Ein scharfer Wind fächelte ihr um die Wangen und spielte mit ihrem blonden Haar. Sie band den Schleier fester um die kleine Reisemütze und sog mit vollen Zügen die reine, salzige Luft ein.
Da legte sich eine Hand auf ihre Schulter. Sie gewahrte, sich umschauend, die alte Engländerin, welcher sie sich zur Ueberfahrt angeschloffen hatte.
„Ich möchte Sie einem Herrn vorstellen, dear," sagte die Dame in ihrem gebrochenen Deutsch, „hier ist er, Mr. Morton aus New-Uork."
Magdalene verneigte sich leicht. Sie hatte schon öfters während der Fahrt bemerkt, daß der jetzt vor ihr stehende Herr sie beobachtete, p^t reichte er ihr mit freundlicher Treuherzigkeit die Hand.
„Wir haben einen gemeinschaftlichen Freund, Miß Grünwald," sagte er, „es ist der junge Keller.