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Ir. 96.

Sonnaüettl) den 16. Anglist

Amtlicher Theil

Hersfeld, den 11. August 1902.

Zufolge Mittheilung des Herrn Negierungs-Präsidenten zu Cassel entziehen sich die nachstehend namhaft gemachten Personen der über sie nach verbüßter Gefängnißstrafe ver­

1.

hängten Polizeiaufsicht:

der Fleischer Julius Wetzel, geb. am 28. April 1860 zu Marienwerder,

Arbeiter Wilhelm Ahlgrimm aus Gr. Wöllwitz,

Dienstknecht Peter Warzecha, geb. am 30. Juni 1866 in Alt-Schalkowitz, Landkreis Öppeln,

Bäcker und Fabrikarbeiter Friedrich Krause, geb. am 28. Dezember 1872 zu Spandau,

Arbeiter CarlSadowski (letzter Aufenthaltsort Rasten- burg),

Fleischer Rudolf Biermann, geb. am 18. April 1864 zu Schwerin a. W.

Handelsmann Jürgen Westedt, geb. zu Groß Thondorf, Kreis Uelzen,

Arbeiter Hermann Haupt, geb. am 17. August zu Elbingerode,

Arbeiter Ludwig Beuter, geb. am 14. Februar zu Nürnberg,

Kesselschmied Paul Wröbel, geb. am 13. Januar zu Opato, Kreis Kempen,

1868

1874

1861

Arbeiter Hermann Raday, geb. am 21. März 1849 zu Trachenberg, Kreis Militsch,

Arbeiter Hermann Mundl, geb. am 16. Septenlber 1866 zu Gellin,

13. die Ehefrau Wilhelmine Sommerfeld geborene West, geb. am 3. September 1838 zu Birkholz, Kreis Friedeberg,

14. der Schmiedegeselle Karl Gundlach (nähere Personalien unbekannt)

Maurergeselle Johann Trimborn, geb. am 12 März 1869 zu Bonn,

16. die ledige Anna Maria Stolzenwaldt, geb. am 26. Dezember 1870 zu Danzig,

17. der Arbeiter und Glaser Carl Heinrich Büsche, geb.am3. November 1855 in Hannover.

Arbeiter Heinrich A u g u st Möller, geb. am 15. Sep­tember 1854 in Stieghorst, .

Heizer Carl Eduard August Lenz, geb. am 30. April 1870 in Lehe.

23.

25

Tischler Bernhard Heinrich Anton Weser, geb. am 2. März 1854 in Morsee, Amt Budjadingen,

Weißbinder Bernhard Pöhler, geb. am 26. August 1866 zu Offenbach,

Arbeiter Ernst Beuchel, geb. am 7. März 1871 zu Gablenz i. S.

Schiffer Eduard Carl Müller, geb. am 11. Mai 1878 zu Marschehnen, Kreis Fischhausen,

Arbeiter Albert Rohbeck, geb. am 13. März 1848 zu Jastrow, Dt. Krone,

Schuhmacher Theodor Kohlmeyer, geb. am 14. Juni 1836 zu Sesterbach, Kreis Cochem,

Schlächtergeselle Albert Voigt, geb. am 5. März 1864 zu Oranienburg, Kreis Niederbarmien,

Schiffer Wladislaus Lewandowski, geb. am 9. Juni 1867 zu Neudorf, Kreis Jnowrazlaw.

Arbeiter Heinrich Langholz, geb. am 18. August 1877 zu Spich, Kreis Siegburg,

Arbeiter August Grathke, geb. am 19. Januar 1857 zu Sandhof,

Korbmacher August Temme, geb. am 9. Mai 1851 zu Hollfeld, Kreis Minden,

Bergmann Michael Grünberg, geb. am 28. April 1870 zu Montan,

Arbeiter Friedrich Bietz, geb. am 5. Juni 1861 zu Jahnsfeld, Kreis Kandsberg a. W.

Fleischer Rudolph Pleines, geb. am 6. Januar 1849 zu Strickershagen, Kreis Stolp,

Schlosser Jakob Werheit, geb. am 27. September 1869 zu Gronau, Kreis Mühlheim a. RH.

Kutscher Eduard Sahmel, geb. am 22. Oktober 1869 zu Goldap, "

Tuchmachergeselle Wilhelm Schmidt, geb. am 2. April 1848 ju Schwiebus, Kreis Zülichau-Schwiebus, 3«Ä^ °'b ""«-»-- E ä ^b°>--->'. »« °« 27.

Weber Dudek (nähere Personalien unbekannt), Bäckergeselle Friedrich August Stürmer, geb. am 27. Dezember 1867 zu Battenhausen, Kreis Frankenberg. SmHei die eine oder andere dieser Personen im hiesigen Kreise Aufenthalt nehmen sollte, ist die Polizeiaufsicht über n6d) Maßgabe der im Amtsblatt pro 1900 (S. 223) ver­öffentlichten Instruktion auszuüben und mir davon Nachricht

I. 5448.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 13. August 1902.

An pünktliche Einzahlung der am 15. d. MtS. fällig werdenden zweiten Rate der für das laufende Rech­nungsjahr zu entrichtenden Kreissteuer bei der im dies­seitigen Geschäftslokale befindlichen Kreiskommunalkasie wird hiermit erinnert.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes: Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath, Landrath.

Hersseld, den 9. August 1902.

Auf Grund des § 82 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885 wird hierdurch das Ergebniß der am heutigen Tage stattgefundenen Kreistagssttzung zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Zu dem einzigen Punkt der Tagesordnung wurde der Antrag des Kreisausschusses in Hersfeld der Kreis­tag wolle beschließen:

»der KreiSausschuß wird ermächtigt mit der König­lichen Eisenbahn-Direktion in Caffel einen Vertrag in Gemäßheit des von letzterer unterm 27. Juni 1902 mitgetheilten Entwurfs abzuschließen, durch den der Kreis Hersfeld verpflichtet wird, gemäß § l des Ge­setzes vom 20. Mai 1902 Lit. A. Absatz 1 und 2 den erforderlichen Grund und Boden für den Bau einer Eisenbahn von Hersfeld nach Treysa zu über­weisen bezw. die zum Erwerbe desselben aufzu- wendenden Kosten dem Eisenbahnfiskus, soweit der Kreis Hersfeld in Betracht kommt, zu erstatten.

Mit Vollziehung des Vertrages werden außer dem Landrath die Mitglieder des Kreisausschuffes: die Herren Bürgermeister Strauß in Hersfeld und Nutzn in Asbach beauftragt"

einstimmig angenommen.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes:

Freiherr von Schleinitz,

Königlicher Landrath, Geheimer RegierungS Rath.

A. 2686.

Hersseld, den 12. August 1902.

Die Schulstelle in Unterweisenborn wird vom 1. Oktober d. Js. ab frei. Das Einkommen derselben besteht neben freier Wohnung in 1000 Mk. Grundge­halt und 150 Mk. Kirchendienstvergütung. Der Ein­heitssatz der Alterszulage beträgt 120 Mk.

Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeug­nissen bis zum 5. September d. I. bei dem Königlichen Ottsschulinspektor Herrn Pfarrer Schenk in Schenklengs- selb oder dem Unterzeichneten einreichen.

I. 4577. Der Königliche Schulvorstand:

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath, Landrath.

Hersseld, den 8. August 1902.

Der von der Gemeinde Heringen nach der diesjährigen Frühjahrskörung angeschaffte Bulle, l3/4 Jahre alt, gelbschäckig und von Simmenthaler Kreuzung ist von der Körungskommission zur Zucht für tauglich befunden worden.

I. 4528. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, / Geheimer Regierungs Rath.

Hersseld, den 13. August 1902.

Im Hinblick aus den Umstand, daß die Gefahr eines Brandunglücks um so größer ist, je mehr Nahrung dem ausgebrochenen Feuer sich bietet, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, thunlichst darauf hinzumilken, daß jetzt, wo nach begonnener Ernte die Scheuern mit brennbaren Stoffen ungefüllt sind, soweit möglich, ein Jeder s e i n e V o r r ä t h e gegen Feuer Sgesahr versichert, damit im Falle eines Unglücks eine thunlichst erreichbare Ausgleichung des er­littene» Schadens stattfinden möge.

Ich mache hierbei ausdrücklich daraus aufmerksam, daß nach dem Erlaß des Herrn Ober-Prästdenten vom 28. Februar 1878 (cfr. Kreisblatt Nr. 20) die Ab­

haltung von Hauskollekten aus Anlaß von Beschädigungen durch Brand ebensowenig wie bei H a g e l s ch l a g genehmigt werden wird.

Gleichzeitig richte ich an die Kreisbewohner die dringende Mahnung, ein besonderes Augenmerk auf die sichere Aufbewahrung der Streichhölzer zu richten, damit namentlich unverständige Kinder nicht in deren Besitz gelangen und durch Spielen damit, wie schon oft geschehen, Feuerschaden verursachen. Die Herren Ortsvorstände wollen für thunlichste Bekanntwerdung des Gesagten Sorge tragen und auch die Herren Lehrer hieraus Anlaß nehmen, in entsprechender Weise auf die Schulkinder einzuwirken.

I. I. 4638. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Kill Mtiiiitr über lit deutsche Industrie.

In New-Iork ist kleines Buch ver­öffentlicht worden, das man als einen den amerikanischen Industriellen gewidmeten Leitfaden für den Kamps um die europäischen Märkte bezeichnen kann. Der Verfasser, Frank A. Vanderlip, hat die deutschen Verhältnisse sorg­fältig studiert. Sein Urtheil über Deutschland und seine wirthschastlichen Kräfte ist schmeichelhaft, fast zu schmeichel­haft für uns. Man hat hin und wieder den Eindruck, daß Vanderlip die Farben so glänzend aufgetragen hat, um die Amerikaner gründlich von dem hier und da vor- handnen Irrtum zurückzubringen, als könnten sie die wirthschaftliche Kraft Deutschlands nach Wunsch und Belieben über den Haufen rennen.

Vanderlip hat gefunden, daß es nur ein Volk in Europa giebt, von dem Amerika industriell noch etwas zu lernen habe, eben die Deutschen. Er rühmt unsern Industriellen zunächst zwei Vorzüge nach: die vorzügliche technische Bildung und die sorgfältige Schulung für den Handel im Auslande. Namentlich seien ihre Agenten den Vertretern amerikanischer Firmen durchweg darin überlegen, daß sie die Sprache des Landes beherrschen, in dem sie sich niederlassen. Weiter hebt Vanderlip hervor, daß die Wissenschaft in Deutschland sich in einem bei keinem andern Volk erreichten Maße in den Dienst der Industrie gestellt hat. Die meisten technischen Er­findungen der letzten Jahre seien von Deutschen ge­macht. In vielen Fällen seien die Amerikaner vor den Deutschen besonders dadurch im Nachtheil, daß sie sich kleinen Wünschen ihrer Kunden nicht anzupassen vermögen.

Deutschland entspricht überhaupt nach der Meinung des Verfassers nicht den landläufigen Vorstellungen, die man sich von der »Alten Welt" machte. Vanderlip schildert in wenigen Strichen, wie Deutschland vor seiner Einigung aussah und vergleicht damit das Bild, das sich heute bietet: »Eine Bevölkerung von 56 Millionen, die in einem großen Nationalstaat fest geeinigt ist; das zweitgrößte internationale Verkehrssystem der Welt; ein Handel, der nur dem Englands und Amerikas nach, steht, der sich seine Märkte in den entferntesten Gegenden der Welt erobert hat; ein Industrie-System, das jede Hilfsquelle des Landes ausgenutzt, die Einöden unter Kultur gebracht, durch die sorgfältige Anwendung der Wissenschaft auf den Ackerbau das Erträgnis des Boden- mehr als verdreifacht und die Zuckerrüben Industrie ge­schaffen hat; ein System, das die Kohlenförderung ver. vierfach!, den größten Chemikalienhandel entwickelt, die g-ößte elektrische Industrie, die drittgrößte Textil-, Eisen- und Stahlindustrie, die zwei größten Schiffahrts-Unter« nehmen der Welt hervorgebracht, das die Stadtbevölkerung verdreifacht, eine starke und drohende Auswanderung aus ein unbedeutendes Maß zurückgebracht, die Löhne gehoben, den Werth des Grund und Bodens gesteigert, die Staatseinkünfte verdreifacht hat, eine starke, felbst- vertrauende, fortschreitende blühende Nation:Das ist das moderne Deutschland als das Ergebnis von 30