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ir. 102. S-nmkii» -es 30. AiiWst 1902.
M Verteilungen ist auf das Hersselder Kreisblatt ) mit den Gratisbeilagen [» „Jllustrirtes Sonntagsblatt" und „Wustrirte landwirthschaftl. Beilage" iüu für den Monat September werden von allen
[ Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 24. August 1902.
Königliches Landrathsamt ersuche ich ergebenst, die nachfolgenden Trichinenbeschauer zur Nachprüfung in meine Wohnung vorzuladen und zwar auf: Freitag, den 12. September 1902, Vormittags 9 Uhr:
I 1. August Altenburg in Hersfeld.
2. Ernst Andrä in Hersfeld.
3. Adam Gast in Holzheim.
4. Conrad Eckhardt in Kalkobes.
■ 5. Heinrich HeUwig in Kemmerode.
6. Peter Both in KerSpenhausen.
7. Wiegand Nuppel in Kirchheim.
8. Johannes Baumgardt in Kleba.
9. Johannes Brill III. in Kleinensee.
' 10. Adam Katzmann in Kohlhausen.
Sonnabend, den 13 .September 1902,Vormittags 9 Uhr: H 1. Johannes Dömich in Hersfeld.
M 2. Johanna Hoßfeld in Hersfeld,
3. Adanr Grebe in KerSpenhausen.
4. Heinrich Stange in Kirchheim.
5. Wilhelm Faust in Kruspis.
| 6. Johannes Busching in Landershausen.
► 7- Konrad Malkomes in Lautenhausen.
8. Georg Deisenroth VI. in Lengers. Wilhelm Klotzbach in Malkomes.
10. Konrad Möller in Meckbach.
5? 11; Anna Martha Rohrbach in Mecklar. Dienstag, den 16. September 1902, Vormittags 9 Uhr:
1. Anna Krahl in Hersfeld.
- 2. Minna Otto in Hersfeld.
^ 3. Philipp Schäfer ih Mengshausen.
4. Heinrich Jäger in Motzfeld.
5. Ferdinand Nuhn in Niederaula.
6. Ludolph Schuchhardt in Niederaula.
7. Johannes Nuhn in Niederjossa.
| 8. Konrad Steinberger in Niederjosso.
9. Heinrich Opfer in Obergeis.
19. Johannes Valentin Walper in Obergeis.
H . Adam Andreas Broun in Oberhaun.
Dieselben haben zur Nachprüfung ihr Mikroskop rJ|, ''^ Nebcngeräthschasten, ihr Fleischbeschaubuch und 3 Mark Prüfungsgebühr mitzubringen.
-^ Die sämmtlichen übrigen Trichinenbeschauer ersuche lch auf
Ä ^^^ag- den 23. September 1902, Vormittags 9 Uhr: M ^'" Prüfung ihrer Mikroskope, welche kostenlos ist, vor- zuladen. Ein Trichinenbeschauer kann die Mikroskope mehrerer Trichinenbeschauer mitbringen. Auch können ^Lnchrnenbeschauer zur Prüfung ihrer Mikroskope, am 131 und 16. September 1902, den Tagen der voll- ständigen Nachprüfung, kommen.
tM „., . . Medizinalrath Dr. Victor, Kreisarzt. ,1 An sivmgliches Landrathsamt in Hersfeld.
: Hersfeld, den 26. August 1902.
^ Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hier
mit angewiesen, die oben namhaft gemachten Trichinen- beschauer zur Nachprüfung — dem Ersuchen des Herrn Kreisarztes gemäß — vorzuladen ; die übrigen Trichinenbeschauer haben ihre Mikroskope an den bestimmten Tagen zur Nachprüfung zu bringen oder zu schicken, was denselben baldigst bekannt zu geben ist.
J. I. 4923. Der Königliche Landrath.
J. V.: Braun, Kreisdeputirter.
Hersfeld, den 20. August 1902.
Ein der Gemeinde Kathus zustehender Bulle, roth- schäckig, 14 Monate alt, Simmenthaler Rasse, ist von der Körungskommission besichtigt und zur Nachzucht für tauglich befunden worden.
I. 4783. Der Königliche Landrath
I. V.: Braun, Kreisdeputirter.
Nichtamtlicher Theil.
Politischer Wochenbericht.
Schon mehrmals hat sich Deutschland des Besuches König V i k t o r E in a n u e l s zu erfreuen gehabt. Nach seiner Thronbesteigung aber dürfen wir ihn jetzt zum erstenmal in unserer Mitte begrüßen als einen ernsten, hochbegabten Herrscher, von dessen »»beirrtem Streben sein Land vieles erwarten darf. König Viktor Emanuel findet bei uns offene Herzen. Bereits in der dritten Generation wird von den Häusern Hohenzollern und Savoyen treue Freundschaft gehalten, die dem politischen Bündnis der Staaten das Siegel ausdrückt. Wir freuen uns des kräftig aufstrebenden Bundesgenossen und wünschen dem italienischen Volke, daß es aus der Grundlage nationaler Einheit und Wohlfahrt mit Erfolg seine Weltstellung ausbaue. Möge dereinst die Geschichte rühmen, daß die Regierung des gegenwärtigen Königs von Italien.» für sein Land eine lange, Epoche friedlicher Errungenschaften und glücklichen Fortschritts Heraufge- führt hat.
Unter den jüngsten politischen Ereignissen Deutschlands ist als bemerkenswerth die R e i ch s t a g S w a h l in F o r ch h e i m - K u l m b a ch hervorzuheben. Noch bei keiner der in letzter Zeit stattgehabten Ersatzwahlen ist die mangelnde Zugkraft der Zollwucher-Parole deutlicher zutage getreten. Alle Kandidaten mit Ausnahme des ernsthaft nicht in Betracht kommenden socialdemokratischen standen auf dem Boden des Schutzes der nationalen Arbeit. Die Anhänger der freisinnigen Volks- partei hatten von vornherein von der Aufstellung einer eigenen Kandidatur Abstand genommen und sich zum Eintreten für den zolltariffreundlichen nationalliberalen Kandidaten verpflichtet. Es ergiebt sich hieraus die unumstößliche Thatsache, daß man auch in freisinnigen Kreisen selber des öden Manchesterthums der Parteileitung überdrüssig zu werden beginnt. Als ein weiteres erfreuliches Moment erscheint es sodann, daß in der Stichwahl der Nationalliberale über den Centrumsmann siegte. Dem partikularistischen Nörglerthum, dem man sich leider in bayerischen Centrumskreisen vielfach hin. giebt, ist damit eine deutliche Absage zutheil geworden.
Die Ausgleichs-Verhandlungen in Oesterreich-Ungarn sind noch nicht abgeschlossen. Wie gemeldet wurde, haben die beiden Finanzminister sich über die Steuersrage geeinigt. Bei der Feststellung eines neuen Zolltarifs wurde in verschiedenen wichtigen Punkten eine Vereinbarung, in manchen andern eine Annäherung erzielt.
In En g l a n d haben die schönen Worte Kaiser Wilhelms bei der Enthüllung des Denkmals seiner erlauchten Mutter warmen Widerhall gefunden. Wohl selten waren die Kundgebungen der Sympathie für den deutschen Kaiser so allgemein wie dieses Mal, und ganz offen wurde in den Londoner Zeitungen der Wunsch ausgesprochen, daß es Kaiser Wilhelm recht bald gelingen möge, die deutsch-britischegg Beziehungen in
traditionell-freundschaftlicher Weise zu gestalten und alte Bande wieder enger zu knüpfen.
Einen Gegensatz zu derartigen deutschfreundlichen Aeußerungen bildet die neueste chauvinistische Kundgebung, die sich in F r a n k r e i ch bei der Gedenkfeier des 32. Jahrestages der Schlacht von Mars-la-Tour auf dem Schlachtfelde daselbst abspielte. Insbesondere hat sich dort der Bischof Turinaz von Nancy dem Kriegsminister Andrs in der Förderung des Revanchegedankens würdig angeschloffen.
Politische Nachrichten.
Berliu, 28. August.
Der König von Italien ist Mittwoch Nachmittag auf der Wildpark-Station eingetroffen, in seinem Gefolge befanden sich neben den militärischen Begleitern der Minister des Auswärtigen, Prinetti, und der Berliner Botschafter, Graf Lanza. Auf dem Bahnhöfe hatten sich außer dem Kronprinzen und dessen Brüdern Eitel Fritz und Joachim nebst den übrigen in Berlin anwesenden Prinzen der Reichskanzler, Gras Waldersee und der deutsche Botschafter in Rom, Graf Wedel, eingefunden. Beim Einlauf des Zuges schritt der Kaiser dem König entgegen. Die Monarchen begrüßten sich sehr herzlich und küßten sich wiederholt auf die Wange. Sodann ging die Fahrt nach dem Neuen Palais. Im ersten Wagen saßen der Kaiser und der König Viktor Emanuel, in einem späteren der Reichskanzler und Prinetti. Im Muschelsaale begrüßte die Kaiserin ihren hohen Gast. Unmittelbar nach dem Eintreffen des Königs im Neuen Palais empfing der Kaiser den Reichskanzler zu längerm Vortrage. Um 8 Uhr fand Familientafel statt, wobei der König zwischen dem Kaiserpaar, ihm gegenüber der deutsche Kronprinz saß. Am Donnerstag zog der König von Italien feierlich in Berlin ein.
Heute Abend um 6 Uhr fund in der Bildergallerie des Königlichen Schlosses in Berlin bei Ihren Majestäten eine Gala-Tafel statt.
Im Verlaufe der Tafel brächte der Kais er folgenden T r i n k s p r u ch aus:
„Wenn ich Euere Majestät von ganzem Herzen hier willkommen heiße, so ist das nicht der hergebrachte Ausdruck einer Höflichkeitsform, sondern der der tiefsten Herzensüberzeugung. „Willkommen" sei Euerer Majestät dargebracht als dem Sohne jenes ritterlichen Königs Umberto ohne Furcht und Tadel, der seine Freundschaft und Bundestreue von meinen Vorgängern an der Krone — besonders meinem seligen Herrn Vater — mit vollster Wärme auf mich, den so viel Jüngeren, über- trug. Ihm bewahre ich stets, so lange ich lebe, ein heiliges, dankbares Andenken in meinem Herzen. „Willkommen" sei Euerer Majestät zugerufen als König der herrlichen, schönen Italien, des Landes unserer Träume, des Jungbrunnens unserer Künstler und Dichter. „Willkommen" seien Euere Majestät und als treuer Bundesgenosse, nach Wiedererneuerung des uns unter» einander und mit unserem erhabenen Freunde, Seiner Majestät dem Kaiser und Könige Franz Josepf verknüpfenden Bündnisses, welches in alter Kraft fortbesteht und in das Sein unserer Völker sich fest eingelebt hat, nachdem es Jahrzehnte hindurch Europa den Frieden gesichert hat und, so Gott will, noch für lange sichern wird! Mit mir in jubelndem Gruß ruft das gesammte deutsche Vaterland: Seine Majestät der König Hurrah, hurrah, hurrah!"
Der König vonItalien erwiderte in deutscher Uebersetzung Folgendes:
„Die Gefühle wahrer Zuneigung, die Euere Majestät für mein Land, mein Haus und meine Person zu bekunden geruht haben, sind ein kostbares Unterpfand einerFreundschaft, die ich von ganzem Herzen erwidere. Auch ich gedenke mit lebhafter Rührung der brüderlichen Zuneigung, die Eurer Majestät erlauchter Vater mit dem »reinigen vereinte, und der herzlichen Intimität, die zwischen unsern beiden ruhmreichen