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BNt dem v Oktober beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllilstrirtes Sonntagsblatt" und Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage".

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

Ein Auszug aus dem mit dem ^.«Oktober in Kraft tretenden Eisenbahnfahrplan wird einer der ersten Nummern des neuen Quartals beigelegt werden; ebenso erhalten die Abonnenten am Jahresschluß gratis einen Wandkalender und ein Mfirkteverzeichnis.

SS* Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigensalls durch Extrablätter verbreiten.

finden durch dasKreisblatt" zweckentsprechende Verbrei­tung und kostet die fünfgespaltene Garmondzeile oder deren Kaum jo pfg.

Zu zahlreichein Abonnement ladet ergebenst ein

die Expedition.

Amtlicher Theil.

Berlin, den 26. August 1902.

Von dem Generalkommando VIII. Armeekorps ist zur Sprache gebracht worden, daß Ersuchen von Civilbehörden um Vollstreckung von Polizeistrafen und um Einziehung rückständiger Steuerbeträge für die zur Einstellung ge­langenden Militärpersonen in letzter Zeit wieder in erheblichem Umfange gestellt worden sind.

Der Engel von dkissfeld.

Von Adolf Reiter.

(Fortsetzung.)

An demselben Nachmittage war Agathe nach einem erquickenden Schlummer hinuntergegangen, um sich eine Feder zu holen, damit sie an ihren Vater einen Brief schreiben konnte. Bei dieser Gelegenheit begegnete sie in dem geräumigen Vestibül zwischen der dritten und vierten Treppe einer Dame, welche einen sechsjährigen Knaben an der Hand führte. Kurz vor Agathe ließ er, sein Pserdchen einige Stufen herunterfallen; Agathe nahm das Spielzeug auf und reichte es dem Kinde zurück. ä ,

Ich danke Ihnen recht sehr!" rief der Knabe im echten Wiener Dialect ihr freundlich zu.

Sie war freudig überrascht.

Ah, Du Kleiner, bist Du nicht ein Wiener < Deine Sprache verräth Dich." w

»Jawohl, die Eltern haben mich mitgenommen.

Hub Sie, meine Dame, scheinen eine Landsmännin von uns zu fein," bemerkte die Mutter des Kleinen; «wie reizend, daß" ....

Die Dame wurde von einem ihr schnell folgenden Herrn unterbrochen, in welchem Agathe sofort den Ve- annten Hero's von heute früh wieder erkannte.

Euere Hochwohlgeboren ersuchen wir infolgedessen ergebenst, den in Betracht kommenden Behörden und Beamten die Beachtung unserer Verfügung vom 4. No­vember 1898 II 15 350/50 a F. M. II 11 564 nach­drücklichst in Erinnerung zu bringen.

D.r Finanzminister. Im Auftrage. (Unterschrift.)

Der Minister des Innern. I. V. (Unterschrift.) An den Herrn NegierungS-Prästdenten in Cassel.

II. a. 5547. F. M. II. 7365.

* *

Caffel, den 8. September 1902.

Abschrift unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 9. Dezember 1898 A. II. 12101 zur genauen Be­achtung und Jnstruirung der Nachgeordneten Behörden und Beamten.

Der Negierungs-Präsident. J. V.: M a u v e. An die Herren Landräthe des Bezirks. A II. 9?r. 11640.

*

Der Landrath.

I. I. 5442. Hersfeld, den 20. September 1902.

Wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Nach- achtung sowie zur Bescheidung der Gemeinderechner und StaatSsteuer-Erheber mitgetheilt.

Der Ministerial Erlaß vom 4. November 1898 ist mittelst diesseitiger Verfügung vom 21. Dezember 1898 I. I. 6930 (Kreisblatt Nr. 152) v eröffentlicht.

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Berlin, den 23. August 1902.

Auf die gefällige Anfrage vom 23. Mai d. Js. 1403

F. I d. betreffend die Wirkung der Unterschriflsver- weigerung bei Aufnahme einer standesamtlichen Urkunde erwidere ich im Einverständniß mit dem Herrn Justiz­minister ergebenst, daß ich Bedenken trage zu dieser Frage Stellung zu nehmen, da nach den §§ 13 und 15 des Gesetzes vom 6. Februar 1875 den Gerichten die Ent­scheidung darüber zusteht, inwieweit nach Lage des Falles durch die Nichtunterschrist der Erschienenen die Beweiskraft einer standesamtlichen Urkunde aufgehoben oder abgeschwächt wird. Jedenfalls wird aber bei Verweigerung der Unterschrift der Grund der Weigerung in die Urkunde einzutragen und dabei er­sichtlich zu machen sein, ob und inwieweit der Inhalt der Urkunde bei der Unterschriftsverweigerung nicht ge- nehmigt wird.

Außerdem haben die Standesbeamten zweckmäßiger- weise in solchen Fällen auf die bedenklichen rechtlichen Folgen hinzuweisen, welche möglicherweise durch eine I

Nun komm, komm, Elschen, wir haben große Eile, wenn wir nicht zu spät erscheinen wollen. Pardon, gnädige Frau," wendete er sich noch anFrau Walther," die Anfangs sich durch das sonderbare Benehmen des Herrn verletzt fühlen mußte, aber bald ihm Dank dafür wußte, der Anstandspsticht, sich seiner Frau vorzustellen, durch ihn so plötzlich überhoben worden zu sein. Aber doch empfand sie wohl mehr wegen der ganzen miß­lichen Verhältnisse Kränkung. Sie konnte daher auch nicht umhin, von diesem kleinen Zwischenfall Hero Mit­theilung zu machen.

Was war das für ein verletzendes Benehmen Deines Bekannten aus Wien? Warum gestattete er mir nicht einmal, seiner Frau auf ihre freundlich an mich ge­richtete Frage kurz Antwort zu geben?'

Hero wußte nicht recht, was er erwidern sollte. Nun, Du siehst doch, mein Weibchen, daß er mit seiner Familie keine Zeit übrig gehabt hat," bemerkte er nach einer Weile.

Der fatale Umstand, daß gerade gegenwärtig so viele Fremden, namentlich auch eine große Zahl aus den distinguilten Kreisen Oesterreichs in Florenz angekommen waren veranlaßteHerrn Walther," auf schleunigen Abzug zu sinnen. Wo sollte er nun hin? Wo konnte er mit seiner Agathe vor den profanen Blicken der Be- kannten aus der österreichischen und ungarischen Elite gehörig versteckt sein? Weiter wünschte er nichts mehr

spätere gerichtliche Ungültigkeitserklärung der Urkunde können.

Der Minister des Innern. I. A.: (Unterschrift).

An den Herrn Regierungs-Prästdenten zu Bromberg.

*

Abschrift erhalten Sie zur gefälligen Kenntnißnahme und weiteren Veranlaffung.

Der Minister des Innern. J. A.: (Unterschrift).

An sämmtliche Herren Regierungs-Präsidenten (mit Aus­nahme von Bromberg). Ia. 1273.

*

Caffel den 12. September 1902.

Abschrift zur Kenntniß und Mittheilung an die Standesbeamten in den Landgemeinden.

Der Regierungspräsident. J. V.: Mauve.

An die Herren Landräthe des Bezirks. A, I. 7622.

*

Hersfeld, den 20. September 1902.

Wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.

3055. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 22. September 1902.

Die Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 28. Februar 1880 Nr. 2182, Kreisblatt Nr. 18, Ein­zahlung der Forstgelder an die zuständige Königliche Forstkaffs betreffend, wird hierdurch mit Frist bis zum 27. d. Mt s in Erinnerung gebracht.

Gegen etwaige an diesem Termine noch säumige Herren Bürgermeister wird eine Ordnungsstrafe von je 3 Mark festgesetzt werden.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Gesunden: auf der Straße nach Schlitz eine Taschen­uhr. Der Eigenthümer kann dieselbe bei dem Ortsvor- stände zu Niederjoffa in Empfang nehmen.

Nichtamtlicher Theil.

Die Reservisten.

Die deutschen Truppen kehren jetzt von den Kriegs­übungen zurück; in den Standorten schließt sich die Ent­lastung der ausgedienten Mannschaften zur Reserve an.

als das stille Glück, in irgend einem idyllischen Winkel mit Agathe unerkannt und so zu sagen von der lärmenden Welt vollständig abgeschlossen zu leben. Hier, in Florenz, wagte er sogar nicht mehr, am hellen Tage auszugehen. Er mußte die Oeffentlichkeit scheuen, und das ertrug er schwer.

Beim Diner, das auf ihrem Zimmer eingenommen wurde, fiel sein Blick so zufällig auf eine Annonce in der schweizerischen Zeitung LAmi du peuplo, nach welcher eine Baronin sich bereit erklärte, einem jungen Ehepaare welches in Abgeschiedenheit vor allem geräusch­vollen Verkehr, aber in reizender Gegend zu leben wünscht, von ihrer in der Nähe des Luzerner See'S liegenden Villa, einen aus fünf Piöcen bestehenden Seitenflügel, comsortable möblirt, abzutreten. Anfragen waren an Baronin d'EnverS in Villa Blumenhof bei Luzern zu richten. . _, ,, .,

Hoch erfreut sandte er sofort ein schreiben an bie Baronin, und umgehend ging auch die Slntwort an HerrnHero Wallher" mit der freundlichen Mittheilung ein, daß die Wohnung von ihm unb seiner Gattin jederzeit bezogen werden könne. Der Brief enthielt noch eine genaue Beschreibung der Villa, des großen von den reizendsten Gebirgspartieen umgebenen Gartens und der ganzen Umgegend überhaupt.

Weibchen, das ist ja ein wahres Paradies für uns, ganz" so, wie mir es uns nur wünschen sönnen Y* rief