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Xr. 130. AeHüz Hea 1 N-veiilKr ' 1902.
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auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt"^ „Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate November unv Dezember 1902 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, kand- briefträaern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 1. November 1902.
Im Monat Oktober d. Js. sind dahier für folgende
Herren Jagdscheine ausgestellt worden:
A. Jahresjagdscheine:
a. entgeltliche:
am 1/10. für Bergbanbeflissener, Cand. jur. Karl Liesegang in Heringen,
„ 2/10. „ Landwirth Jakob Lehn in Rohrbach,
„ 4/10. „ Landwirth Karl Nagel in Wilhelmshof,
„ 6/10. „ Hauptmanir Stintheim ans Osterode (Ostpreußen),
„ 9/10. „ Gutspächter Rudolf Cammann zu Hof Thal- hausen bei Wehrshansen,
„ 15/10. „ Gastwirth Courad Grenzebach in Niederaula, „ 11/10. „ Seine Hoheit Landgraf Ernst von Hessen in Philippsthal,
„ 13/10. „ Praktikant Hans Schlesinger in Hersfeld,
„ 13/10. „ Wirth Adam Johann Schenk aus Essen a.d.R.,
„ 13/10. „ Kgl. Forstmeister a. D. Faber in Friedewald, „ 15/10. „ Hauptmann a. D. L. von Batiinbach in Kirchheim,
„ 15/10. „ Kaufmann Heinrich Gebhard in Hersfeld,
„ 15/10. „ stud. Franz Aumann in Hersfeld,
„ 15/10. „ Arzt Dr. Klemm in Hersfeld,
„ 18/10. „ Lehrer Theodor Ackert in Hersfeld,
Der Engel von (Ueissfeld.
Von Adolf Reiter.
(Fortsetzung )
In diesem Augenblick klopfte es leise an die Thür; die Kammerzofe trat ein, näherte sich ihrer Herrin und flüsteite ihr Etwas in'S Ohr.
„Ah so," bemerkte die Sängerin nickend und entließ die Zofe.
„Der Graf Renard läßt sich anmelden, lieber Schwortz- kopf. Bitte, haben Sie die Güte, sich morgen zum ge- meinschastliche» Frühstücksessen bei mir sehen zu lassen; ich habe einen schönen AcktundsechSziger Ausbruch aus dem Chateau Monl'fchen Keller.
Schwartzkopf erhob sich unwillig, denn er verstand den Wink, daß er sie sofort verlassen möchte, sehr gut. Ihr kräftiger Händedruck und der strahlende Blick, welchen sie ihm nur flüchtig zuwarf, reichten aber hin, ihn wieder zu beglücken. Er küßte entzückt die ihm gereichten Fingerspitzen und folgte ihr nach der Thür hin, durch welche er einen Ausgang nach hinten hinaus hatte.
„Haben Sie von dem schönen Zobelpelze gehört, der für die Königin von Dänemark gearbeitet wurde, nun aber, nachdem sie ihn nicht genommen hat, bei der hiesigen Firma Guidon Tisserand u. Co. käuflich ist?"
„Ist derselbe noch immer zu haben?"
„Ich denke. Adien, mein Guter! Also auf Wiedersehen, morgen Vormittag!" —
am 18/10 für Bürgermeister Ferdinand Nuhn in Niederaula, „ 18/10. „ Heßler in Philippsthal,
„ 20/10. „ Kaufmann August Wendeberg aus Cassel,
„ 21/10. „ Postverwalter Eichmann in Niederaula,
„ 21/10. „ stud. Beruhard Becker in Hersfeld,
„ 22/10. „ Sattler Jakob Gluth in Asbach,
„ 23/10. „ Zimmermeister Georg Lämmerzahl in Hersfeld
„ 23/10. „ Landwirth Georg Gliemeroth jun. in Wölfers- hausen,
„ 25/10. „ Landwirth Johannes Jäger in Schenksolz,
„ 27/10, „ Oekonom August Brauu in Hersfeld,
„ 28/10. „ Gutsbesitzer und Bürgermeister August Reinhard in Landershausen,
„ 30/10. „ Lederfabrikant Heinrich Hermann Rehn in Hersfeld,
„ 30/10. „ Versicherungs-Juspektor I. H. Stelzner in Hersfeld,
„ 30/10. „ Königl. Oberförster Schwecht in Philippsthal, „ 30 10. „ Hauptmann a. D. Rudolf Frank zu Eichhof, „ 31/10. „ Major Rosenstock von Rhöueck in Philippsthal.
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b. unentgeltliche:
3/10. für Königlichen Oberförster Diedrich in Heringen, 3/10. „ „ Förster Finke in Lengers,
3/10. „ „ „ Herterich in Herfa, 3/10. „ „ „ Bode in Hönebach, Kreis Rotenburg a. F., 3/10. „ „ Forstaufseher Dalchow iuHeringen, 6/10. „ „ Förster Spörer in Meckbach, 6/10. „ „ Hülssjäger Stiebeling in Hersfeld, 7/10. „ Forstlehrling Heinrich Langerhaus in Holzheim, 17/10. „ Königlichen Förster Rohloff in Friedewald, 17/10. „ „ Forstaufseher Mainz in Friedewald, 18/10. „ Stadtforstverwalter Reinhard Pfannkuchen in Hcrsfeld,
22/10. „
25/10. „
25/10. „
28/10. „
30/10. „
30/10. „
von Baumbach'schen Forstverwalter Lichten- berg in Frielingen, Königlichen Förster Kohl in Niederaula,
„ „ Neuschäfer in Hattenbach, „ Forstaufseher Betteuhausen in Niederaula, „ Förster Hoff in Heimboldshausen, „ „ Fischer in Friedewald.
B. Tagesjagdscheine:
2,10. für cand. phil. Walther Kürschner in Hersfeld, 3/10. „ Referendar von Baumbach in Kirchheim, 3/10. „ „ Gottheiuer in Kirchheim,
Noch an demselben Abend fuhr Schwartzkopf nach dem genannten Geschäftshause, um den Pelz zu kaufen und ihn der Opernsängerin Ferrara sofort übersenden zu lassen. —
Dieser Vorfall verbreitete sich sehr bald in den Kreisen von Theaterfreunden; man erzählte sich auch bereits, daß die schöne Freda an einem der nächsten Abende in einer historischen Oper die Rolle einer Königin spielen und bei dieser Gelegenheit den vielbesprochenen „Königin-Pelz" tragen werde. Frau Schwaitzkopf hatte Alles erfahren, aber sie schwieg und — sann auf Rache!
Der Abend, an welchem jene Oper gegeben werden sollte, war gekommen, unb Martha erschrak, als Frau Schwartzkopf sie aufforderte, mit ihr ius Thalia-Theater zu gehen. Die Gesellschafterin machte ernstliche Vorstellungen — sie bat, sie flehte: allein Frau Schwaitzkopf war von ihrem Vorhaben einmal nicht abzubringen.
„Bitte, welche Veranlassung haben Sie denn, die Ferrara, welche Ihnen so viel Leid verursacht, wieder sehen zu wollen?"
„Meine liebe Freundin, es ist heute das letzte Mal, und, ich will gleich hinzufügen, wohl auch mein letzter Theaterbesuch überhaupt."
Sie schluchzte laut aus; die Thränen rollten ihr über die Wangen, was sie jedoch nicht hinderte, mit Hilfe des Kammermädchens die Toilette zum Besuch der Vorstellung zu machen. —
Das Theater war fast überfüllt. —
„Die schöne Freda als Königin mit dem wirklichen
am 22/10. für Ziegeleibesitzer Karl Krapf in Wehlheiden- Cassel.
Der Königliche Landrath.
J. B.:
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In einigen Tagen werden die zur Erfüllung ihrer Dienstpflicht eingezogenen Rekruten den Fahneneid leisten. Der auf die Fahnen geschworene Eid ist ein Eid der Treue; er ist das Gelöbniß des jungen Soldaten, dem Kaiser gewissenhaft zu dienen, gehorsam zu sein und sein Leben zu opfern, wenn der Kaiser es befiehlt. Mit dem Fahneneide übernimmt der Soldat die Pflicht, wohin es auch sei, dem Feldzeichen zu folgen, das als Symbol der Soldatenehre und der Macht des Königs und Kaisers dem Regiment vocangetragen wird, und es zur Ehre des Kaiserhauses und zum Schutze des Vaterlandes bis zum letzten Blutstropfen zu, vertheidigen.
Die Verantwortung, die der Soldat mit dem Fahneneid auf sich nimmt, ist groß. Zum ersten Male in seinem Leben setzt er seine ganze Persönlichkeit ein für "in? g' rße Sache, indem er auf den eigenen Willen verzichtet und seine Eigenthümlichkeiten und Gewohnheiten hintansetzt. Der Fahneneid ist eine heilige Handlung, deren Ernst dem Soldaten nicht klar genug zum Bewußtsein kommen kann. Er wird daher in feierlicher Weise geleistet; er soll einen tiefen Eindruck auf die jungen Mannschaften machen ; damit sie einen Halt gewinnen nicht nur für ihre Dienstzeit im stehenden Heere, sondern auch darüber hinaus, in den Strudeln des Lebens. Den Ehrenmann verpflichtet das Gelöbniß der Treue zu unserm Kaiser, auch nach dem Heeresdienst die hier gepflegten Grundsätze und Gesinnungen zu bethätigen.
Schon die Dankbarkeit an unser Kaiserhaus sollte die deutschen Männer zu einer unverbrüchlichen Treue gegen den Schirmherr» des Reiches bis in den Tod bestimmen. Was Preußen, was das deutsche Reich geworden sind, das verdanken sie in erster Linie der Thatkraft, Gewissenhaftigkeit und Fürsorge der Herrscher aus dem Hohenzollernhause. Väter im besten Sinne des Wortes sind die Hohenzollern ihrem Volke: Sie haben
Königin-Pelz!" — „Famos! Wie natürlich sie heute wieder einmal spielen wird!" — Und wißt Ihr auch, wer ihr den Pelz verehrt hat?" — „Ein Herr Schwartzkopf, ein Sachse!" —
Diese und ähnliche Worte waren es, welche Frau Schwartzkopf kurz vor Beginn der Vorstellung von allen Seiten her leise sprechen hörte.
„Verstehen Sie's, was man sich da alles mittheilt?" flüsterte sie ihrer Gesellschafterin ins Ohr. „Ueberall weiß man die Geschichte von dem Pelz; und wie man über mich lacht!" Doch schien ihr diese Schmach zu Martha's Verwunderung nicht so nahe zu gehen.
Der Vorhang ging auf und die Freda spielte in ihrem Zobelpelz die Königin wunderhar schön.
Wahrhaft hinreißend war das Lpiel im zweiten Akt, wo sie auf der Flucht vor ihrem Gemahl, als Bäuerin verkleidet, überall unbehindert passirte. Unbefangen und gewandt sprach sie in der Weise der Bäuerinnen, bis sie mit ihrem ebenfalls in Bauerntracht gekleideten Gefolge nach der Grenzstation kommen sollte, von wo aus ihnen alle» die goloene Freiheit winkte. Allein dort war eine Anzahl Gendarmen stationirt, welche genau revidire» und die Königin recognosciren sollten; hauptsächlich hatten sie auf die Dame mit den bekannten „Königin-Pelz" zu vigiliren. Das hatte der treue Kammerdiener der Königin erfahren, und um nun seiner Herrin die Flucht nach dem Auslande mit Sicherheit zu ermöglichen, entschloß sich eine in bem Alter der Königin stehende Hofdame, welche auch fast das Aussehen der Landesmutter hatte, in dem erwähnten Pelz