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mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^ „Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate November und Dezember 1902 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Land- briefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher Theil
Hersfeld, den 6. November 1902.
Im Verlage von Carl Meyer Berlin SW. 11 Hedemannstraße ist unter dem Titel: Gesetzes- und Staaten- Kunde von Heinrich Wiegaud erschienen, das sich für den praktischen Gebrauch der Bürgermeister uud Gemeinden
vorzüglich eignet. Es bietet in dem Wortlaut der Gesetze ■ ' die wichtigsten Bestimmungen von 80 Reichs- und Preußischen Gesetzen, welche für das gewöhnliche Leben am £ meisten in Betracht kommen, geordnet nach den Titeln: Personenrecht, Sachenrecht, Gewerbe- uud Haudelsrecht, Gesellschaften und Genossenschaften, Recht der Schuldver- hältuisse, Geld nnb Geldersatzmittel, Versicherungswesen, .2 Gerichtswesen, Verkehrswesen, Militär- nnb Marinewesen, Staats-Verwaltungswesen, Staats-Finanzen.
Ein ausführliches Register erleichtert das Anffinden der einzelnen Materien und Hiuweise im Text das Auffinden der vollständigen Gesetze in den Gesetz-Sammlungen.
Der Preis beträgt gebunden 2,50 Mk., bei Abnahme __- von 12 Exemplaren 2,25 Mk., von 25 Exemplaren 2 Mk. Die Herren Bürgermeister, welche das Werk zu beziehen wünschen, fordere ich auf bis zum 1. Dezember mir Mit- ® Heilung zu machen.
$ I 6854 Der Königliche Landrath
' | \ Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rath.
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Hersfeld, den 6. November 1902.
Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß Beitragsmarken für die Invalidenversicherung fortan bei den Postanstalten gegen Marken einer anderen Lohnklasse unter folgenden Bedingungen umgetauscht werden.
Die Marken, deren Umtausch gcwünfdjt wird, müssen unbeschädigt sein. Es findet nur ein Umtausch gegen andere Marken statt. Der etwaige höhere Werth der letzteren muß vom Empfänger baar zugezahlt werden. Eine Baarzahlung aus der Postkasse ist ausgeschlossen.
Jede Postanstalt hat nur die Marken derjenigen Ver- sicheruugs-Austalk zum Umtausch anzunehmen, deren Marken sie verkauft. Der Umtausch von verdorbenen oder unbrauchbar gewordenen Versicheruugsmarkeu bleibt, wie bisher, ben Versicherungsanstalten vorbehalten.
V. 966. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 6. November 1902.
Den Ortspolizeibehörden des Kreises wird die pünktlich e Einsendung der gewerblichen Katasterblätter an den pfW Herrn Gewerbc-Jnspector b i s zum 1. D e z e m b e r d. J. hH' hiermit besonders zur Pflicht gemacht, weil dieselben nach
diesem Zeitpunkte dringend von demselben gebraucht werden.
I. 6844.
Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersseld, den 30. Oktober 1902.
Die unter dem Schweinebestande des Schreiners Johannes Fischer zu Wüstfeld ausgebrochene Rothlaus-
seuche ist erloschen.
I- 6712.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Bei dem Gärtner Schwabe und dem Werkmeister Stoll in Eisenach ist die Geflügelcholera ausgebrochen. Eisenach. den 3. November 1902.
Großherzoglicher Bezirksdirektor.
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Hersfeld, den 5. November 1902.
I.
Wird veröffentlicht.
6834. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Betanntmachung.
Diejenigen Herrn Bürgermeister, welche sich zum Zwecke der Anskunstsertheilung über die nächstjährige Gebüudesteucr- Veranlagung noch nicht aus dem Katasteramt eingefunden haben, werden ersucht dies schleunigst nachzuholen, da der Termin bereits verstrichen ist.
Hersfeld, den 3. November 1902.
Königliches Katasteramt. S ch meiße r.
Nichtamtlicher Theil.
Politischer Wochenbericht.
Unser Kaiser weilt auf englischem Boden, er ist dem Zuge seines Herzens gefolgt, als er seinem königlichen Oheim zu desseu Genesung von schwerer Krankheit persönlich begrüßen und beglückwünschen wollte. Es handelt sich ausschließlich um einen Familienbesuch. Daß feine politischen Zwecke mit der Reise verbunden sind, geht schon aus der Zusammensetzung des kaiserlichen Gefolges hervor, dem seine politisch hervortretende Persönlichkeit angehört. Der Kaiser ist so oft in England gewesen, daß man in der Wiederholung eines ihm lieb gewordenen Besuchs nichts anderes zu suchen braucht als den Beweis seiner unveränderten Gesinnung für den Bruder seiner Mutter und der guten Beziehungen, die zwischen beiden Regierungen bestehen. Was von der Absicht, ein Büuduiß zu schließen, verbreitet wird, gehört in das Gebiet der Fabel. Wenn einzelne britische Minister dem Kaiser ihre Aufwartung machen werden, so liegt die Erklärung in der Umgestaltung des Kabinets, die sich seit dem letzten Besuche des Kaisers vollzogen hat. Wer der Reise des Kaisers durchaus eine politische Bedeutung beimessen will, der mag sie in dem Beweise finden, daß die Preßtreibereien, hier wie dort, ohne jeden Belang für die Herrscherhäuser und die Politik der Regierungen sind.
Die englische Regierung hat zu Gunsten der nothleidenden Buren und loyalen Kolonisten in der Kap- folohie eine Kredit-Vorlage über 160 Millionen Mark dem Unterhause übermittelt. Die Engländer scheinen den Buren in der Praxis mehr entgegenkommen zu wollen, als es nach den Friedensverhandlungen schien. Allerdings legen es die Verhältnisse in den neu erworbenen Gebieten sowohl als auch in der Kapkolonie der britischen Regierung nahe, den Bogen nicht zu straff zu spannen. Die Stimmung gegen England ist auch in diesem seit einem Jahrhundert mit England verbundenen Gebiete keineswegs günstig. Der kapläudische Premierminister Gordon Spripp hat sich durch die Ablehnung der Vorlage über die Reorganisation der kapländischen Truppen schon die vierte Niederlage zugezogen.
Unter diesen Umständen wächst die Bedeutung der Reise, die der englische Kolonialminister Chamberlain Ende November nach Südafrika anzutreten gedenkt. Dieser vielvermögende Mann wird dann Gelegenheit haben, sich von den Verwüstungen des Krieges persönlich zu überzeugen und auf Grund seiner Beobachtungen eine Besserung der Zustände herbeiführen können.
In Nordamerika sind die Wahlen zum Seuat uud zu den Repräsentauteukammern unter großer Betheiligung
vorgeuonuuen worden. Wenn auch die Demokraten
ver
schiedene Gewinne zu verzeichnen haben, so ist doch ben Republikanern die Mehrheit im neuen Hause sicher. Ju
der Politik der Vereinigten Staaten wird also alles alten bleiben: Nach außen hin wird die Fahne des
beim Jm-
perialismus entfaltet sein und im Innern werden die Trustmagnaten das Uebergewicht behalten.
Der schlichte, herzliche Empfang, der dem dänischen Thronerben am deutschen Kaiserhofe bereitet ist, hat wieder einmal gezeigt, daß wir im Frieden leben wollen und auf unserm guten Rechte stehend, jedem freundlich und ehrlich ins Auge sehen können. Dieser Besuch war eine kurze Episode, ebenso wie der internationale Tuber - k n l o s e - K o n g r e ß, der in Berlin getagt und, vom Kaiser mit herzlicher Anerkennung begrüßt, berathen hat, wie man einem der schlimmsten Feinde der Menschheit, der mörderischen Lungenschwindsucht, mit wehrhaftem Rüstzeug eutgegcutreteu kann. Aber diese Arbeit trat zurück vor dem Interesse am Reichstag, der noch immer au den Waffen schmiedet, die die heimische Produkion gegen ben Wettbewerb des Auslandes schützen sollen. Die Bemühungen der Freunde des Zolltarifs, sich auf einer mittleren Linie zu einigen, um dies für alle Zweige der nationalen Arbeit hochwichtige Werk zu staude zu bringen, haben bisher zwar noch keinen greifbaren Erfolg gehabt. Indes läßt die Thatsache, daß der Wille, etwas positives 31t schaffen, vorhanden ist, die Hoffnung nicht unbegründet erscheinen, daß schließlich ein gangbarer Weg zum Ziele gefunden mirb. Jedenfalls haben die verbündeten Regierungen ihre Schuldigkeit uach jeder Richtung hin gethan, sie haben es weder am guten Willen, noch an Thaten, noch an Belehrungen und Warnungen fehlen lassen. Scheitern ihre guten Absichten an dem Widerstände des Reichstages, so können sie ihre Hände in Unschuld waschen. Die Verantwortung für die unheilvollen Folgen aus der dann entstehenden Lage würde allein der Reichstag zu
tragen baben.
Politische Nachrichten.
Berlin, 6. Novembcr.
Ihre Kaiserlichen Majestäten unter- nahmen gestern im Laufe des Nachmittags eine Promenade im Park von Sanssouci. Um 7 Uhr 50 Min. Abends empfing Se. Majestät der Kaiser den Reichskanzler zum Vortrag. — Graf Bülow wurde danach zur Abendtafel zugezogen. — Abends 11 Uhr ist Se. Majestät der Kaiser von Wildpark nach Kiel abgereist. Dort traf Se. Majestät mit Gefolge heute früh kurz nach 9'/4 Uhr ein. Zur Begrüßung hatten sich auf dem Bahnhöfe eingefunden; die Prinzen Heinrich und Adalbert von Preußen, Staatssekretär v. Tirpitz, Admiral v. Koester, Kontreadmiral v. Borcken- hagen, der zweite Admiral des ersten Geschwaders und Andere. Seine Majestät begab Sich mit Gefolge zur Landungsbrücke und fuhr mit dem Verkehrsboot „Hulda" nach der „Hohenzollern". Als die Kaiserstandarte auf der „Hohenzollern" gehißt hatte, feuerten die im Hafen liegenden Schiffe den Salut.
Se. Majestät der Kaiser traf mit dem Prinzen Heinrich im offenen Zweispänner um 11 Uhr 50 Min. Mittags auf dem Exerzierplätze vor der Matrosenkaserne in Kiel ein. Etwas später folgte Prinz Adalbert. Das 3. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 85, sowie eine Abtheilung Matrosen bildeten dort Spalier. Als der Kaiser vor dem Exerzierschuppen den Wagen verließ, spielte die Kapelle des 1. Seebataillons den Präsenlir-