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Sr. 141.

Sonnohnü Sei 21. Soltmitr

1902.

Erstes Blatt.

Amtlicher Theil.

In einer kurzen Reihe von Jahren hat sich wie kaum über etwas Anderes die Ansicht über die Heilbarkeit der Lu»gent»berk»lose, der Lungenschwindsucht geändert.

Schon daß wir nicht wie früher die Kranken zur Heilung in ferne Länder schicken müssen, sondern in der Heimath zu heilen wissen, ist ein großer Fortschritt. Dazu kommt aber noch, daß wir zur Emleitnug der Kur nicht wie bei anderen Krankheiten an eine bestimmte Jahreszeit oder ein besonderes Wetter gebunden sind, sondern in dafür geeig­neten Anstalten können Lungenkranke das ganze Jahr hin­durch Heilung finden. Ja sogar in Uebereinstimmung mit unseren eigenen Erfahrungen wird ans fast allen L»»gen- heilanstalte» berichtet, daß die Kur im Winter einen besseren Erfolg verspricht als int Sommer. Diese Thatsache entspricht allerdings auch vollständig unseren Er­wartungen seitdem wir wissen, daß wir zur Heilung der Lungenschwindsucht den Körper nicht verzärteln und ver- weichlichen dürfen, sondern daß die besten Erfolge im kalten Klima und durch Abhärtung erzielt werden. Die weitver­breitete Annahme, daß die Kranken der Heilstätten im Winter leichter Erkältungen ausgesetzt wären als im Sommer, ist eine irrige. Selbstverständlich ist auch in Gegenden, wo Lungenheilanstalten errichtet wurden, wo also zweifellos eine reine und gute Luft, das nothwendigste Erfordernis; zur Heilung der Lungentnberknlose, vorhanden

Saatenstaud um die Mitte des Monates November 1902 im Kreife Hersfeld.

Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 ----- gering, 5 = sehr gering.

(Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirthschaft rc. sowie des Innern vom 16. November 1901 I B c 9476 f. £ I b 3646 M. d. I.)

Fruchtarten

Durchschnittsnoten für den

Staat

Regierungs­bezirk Cassel

Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten

23

3-4

1

Winterweizen....

2,8

2,5

Sommerweizen . . .

Winterspelz ....

2,2

Winterroggen . . .

2.9

2,4

Sommerroggen . . .

.

Sommergerste . . .

Hafer......

Kartoffeln.....

Klee......

2,4

2,4

Luzerne.....

2,4

2,6

Wiesen......

*

Hersseld, den 26. November 1902.

Wird veröffentlicht.

Hersfeld, den 26. November 1902.

Am Sonnabend den 13. Dezember d. I. Vormittags 11 Uhr. findet im städtischen Nathhaus« saale dahier eine KreiStagSsitzung mit folgender Tages­ordnung statt:

1. Nachbewilligung von 16712,91 Mk. zu den Kosten der Landwegebau-Unterhaltüng für 1901 und 1902 und Ermächtigung des Kreisausschusses, die Gewerk­schaft WintershaU in Heringen zu Präzipualleistungen für den Wegebau auf den Landwegen Friedewald Widdershausen, HönebachBengendorf und Heim- boldshausenBerka heranzuziehen.

2. Prüfung und Feststellung der von dem KreiSauS- fchusse revidirten und von der Seitens des Kreis­tags in dessen Sitzung am 22. 3. 1902 beauftragten Kommission geprüften Kreiskommunalkassen-Rechnung für 1/4. 1901/02. (§ 87 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885).

3. Begutachtung des von Königlicher Regierung Ab­theilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten

ist, im Winter auch hier die Luft noch reiner und staub­freier, als im Sommer.

Im Uebrigeu mag das Wetter sein wie es will, das hat anf die Kur gar keinen Einfluß; vor allen Singen kommt es darauf au, daß bei der Lungenschwindsucht so früh wie irgend möglich eine Kur eingeleitet wird, unter keinen Umständen darf man sich auf den Sommer ver­trösten oder auf besseres Wetter warten wollen, denn gar 31t oft wird durch ein solches Znwarten die zuvor noch gute Allssicht auf Heilung durch Weiterschreiten der Krank­heit gänzlich zu nichte gemacht. Denn auch heutzutage vermögen wir die Lungenschwindsucht, die häufigste und eine der gefährlichsten aller Krankheiten, nur im Anfangs­stadium zu heilen und deshalb ist eine Knr möglichst frühzeitig, nach Feststellung der Krankheit unbedingt sofort einzuleiten, sei es im Winter oder im Sommer, sei es schlechtes oder glites Wetter, während andererseits die Krankheit zu Hause gerade im Winter bei dem oft nicht zu vermeidenden ausgedehnten Aufenthalt in geschlossenen Räumen nur um so raschere Fortschritte macht.

Heilstätte zu Oberkaufungen

im Oktober 1902. Dr. Curschmann, Chefarzt.

Indem ich vorstehende Abhandlung hiermit znr öffent­lichen Kenntniß bringe, verfehle ich nicht, besonders die Krankenkassenvorstände und diejenigen Personen im Kreise, denen die Fürsorge für Kranke obliegt, auf den Inhalt der Belehrung hinzllweisen.

Hersfeld, den 27. November 1902.

Der Königliche Landrath. J. V.

T h a m c r.

2

3

4

5

6

1

2

5

4

2

1

Königliches statistisches Bureau. B l e n ck.

Der Königliche Landrath. I. V.: Thamer.

in Cassel, untern 11. 9. 1902 ad. I. F./O. Nr. 8011 gestellten und vom Kreisausschusse dahier unterm 24. 10. 1902 bereits genehmigten Antrags auf Bildung eines dem Oberförsterei-Verwaltungs- bezirk entsprechenden neuen Gutsbezirks Oberförsterei Lautenhausen aus Theilen der Gutsbeziike Heringen und Friedewald auf Grund des § 2 Absatz 4 und 6 der Landgemeindeordnung.

4. Wahl eines Schiedsmannes für den aus der Ge. meinde Solms und dem Gutsbezirk Engelbach zu­sammengesetzten Schiedsmannsbezirk an Stelle des am 20. 7. 1902 verstorbenen Bürgermeisters Heinrich Kalbfleisch in Solms.

A. 3688. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schlei n itz, Geheimer Regierungs Rath.

Hersfeld, den 26. November 1902.

Der nächste Kursus zur Ausbildung von Lehrschmiede- meistern an der Lehrschmiede zu Charlottenburg beginnt

am Montag, den 2. Februar 1903 und sind etwaige Anmeldungen an den Direktor des Instituts, Ober-Noß- arzt a. D. Brand zu Charlottenburg, Spreestraße Nr. 42 zu richten, wovon ich die Interessenten im Kreise in Kenntniß setze.

Der Königliche Landrath.

I. V.

Thamer.

Hersfeld, den 25. November 1902.

Infolge Versetzung des Inhabers der II. Schulstelle in Nansbach wird die Letztere vom 1. Januar 1903 ab vakant.

Das Einkommen derselben besteht neben freierWohnung in 1000 Mk. Grundgehalt und der Einheitssatz der Alterszulage beträgt 120 Mk.

Bewerber wollen ihre MeldungSgesuche nebst Zeug­nissen innerhalb 2 Wochen bet dem Ortsschul- inspektor Herrn Pfarrer Rotte in Nansbach oder dem Unterzeichneten einreichen.

I. 7397. Namens des Schulvorstandes: Der Königliche Landrath.

I. V.

Thamer.

Amtliche Bekanntmachung der Landwirthschafts­kammer.

Am 7. Januar 1903 beginnt an der hiesigen Lehr­schmiede ein neuer Kursus von 3monatiger Dauer. Derselbe schließt mit einer Prüfung ab, durch deren Be­stehen die Befähigung zur selbstständigen Ausübung des Hufbeschlaggewerbes erworben wird. Der theoretische und praktische Unterricht, wie auch die Prüfung ist un­entgeltlich. Für Wohnung und Kost haben die Zöglinge selbst zu sorgen.

Anmeldungen von Schmieden, die unbescholten sind und drei Jahre gelernt haben, sind bis zum 15. De­zember d. J. an den unterzeichneten Vorstand der Lehr­schmiede zu Fulda zu richten. Gleichzeitig sind die Ge­burtsurkunde, ein Führungsattest und ev. Nachweisungen über die bisher erlangte technische Ausbildung vor- zulegen.

Fulda, den 9. November 1902.

Der Vorstand der Lehrschmiede zu Fulda.

Kreisthierarzt F r o e h n e r.

Nichtamtlicher Theil.

Advent.

Der Advent hat für die Christen eine doppelte Be­deutung ; Er weist vorwärts auf die Wiederkunft des Herr» und erinnert die christliche Kirche daran, daß die in ihrem Glaubensbekenntniß ausgedrückte Hoffnung, wonach der Herr, der da sitzet zur Rechten Gottes, wiederkommen wird, um sein Reich aufzurichten, und die Hoffnung, der sie im Bekenntniß von der Aufer­stehung des Fleisches Ausdruck gibt, nicht leer sind. Der Advent heißt die Christen auch dankbaren Herzens zurückschauen. Wir dürfen uns desGotteSsohnesfreuen, der in den Tagen des Kaisers Augustus, da die Zeit erfüllt war, Mensch geworden ist. So ist die Adventszeit eine Vorbereitung auf Weihnachten mit seiner Heilsverkünden- den Engelsbotschaft:Fürchtet euch nicht; siehe ich ver­kündige euch große Freude, die ollem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids."

Jesus von Nazareth ist der verheißene Messias. Der Glaube, daß Jesus Christus, der eingeborene Sohn Gottes, in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, das Bekenntniß zu den Heilsthatsachen, prägt der christlichen Hoffnung ihre Eigenart auf. Die christliche Kirche hofft nicht auf einen kommenden Messias, sondern sie wartet auf die Wiederkunft ihres Heilande«. Sie freut sich, daß der, der in Niedrigkeit erschienen ist, wiederkommen' wird in Herrlichkeit. So empfängt die christliche Hoff-