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Illustrierte

Landwirt schafllicheZöeilage

mmHersfelder Arcioblatt."

1

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Nr. 1

Hersfeld

1899

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tiefe Nacht?!

Landwirtschaft. ^A

alts-iverzciHuiS: Neujahr, von S. Barmkay. Ruo. Sack's Stoßfänger mit Krastmcper (mit 3 Abbildungen). Zur Kultur des Mohns. Eme neue Rübenkrankheit. Der Wert der einzelnen Stroh, arten, ^aferfchramm. Bei der Fabrikation von Dauerbutter. Die Hufentzündung der Pferde. Die zweckmäßige Behandlung frisch importierten Viehes. Beinpflege bei den Zugtieren. Wie fol man die Schafe tränken? DurchfaU bet Ziegen. Rieten und Mehl für Mastschweine. Abgebrochene Hörner. Grünfutier für Hühner im Wrncer. Geflügelzukbistationen. Aufziehen der Klubrmge bei Geflüge«. Verheerende Epidemien unter den Fasanen und Rebhühnern. Frostspanner uno Leimringe. Paffende Erde für Zimmerpflanzen. Dem japaniicmn Chrysanthemum droht eine große Gefahr. In Ziergarten zeigen sich in den Kieswegen zuweilen Unebenheiten. Raubgier und Schnellwüchfigkeit der Bachforelle. Karpseniütterungsversuche. Die Ukeleis. Schlachthau-blut als Fischfu'.ter. SturmlaternePhönix" (mit Abbildung). Die Baustelle der Deutschen LandwirtsLaits-Gesellschast. Warnung vor Ankauf amerikanischen Luzernesamens. Zur Pflege der Bienen. Sollen Lungen» keanle 'aosahren? Bei ^ieberkrankheiten, Lungenentzündung, Halsentzündung rc. Eiweiß als Heilmittel, Ueber die Verdausichkeit der Eier. Natron- und Cremortartari-Kuchcn. Warmer Schaumwein. Man remwe Obst und Gemüse vor dem Genusse. Konservierung der Farbe in der Wäsche. Brieikasten. \

Willkommen uns! Mit Hellem Jauchzen Begrüßen wir dich, junges Jahr;

Du steigst empor aus Zukunftsdunkel Verheißungsvoll und maienklar!

Dich, Hold' Geheimnis, zu entschleiern verlangt das Herz voll heißer Macht: Bringst du uns Glück, bringst du uns Jammer,

. Kommt Sonnenlicht kommt

Giebst du uns Glück, dann tauchen selig Wir in die Flut der tust hinein, Und giebst du Herzeleid und Kummer, Dann soll auch dies getragen sein!

ZumProfit" laßt die Gläser tönen D süße Zaubermelodie l

Mög' sie noch oftmals uns erklingen In lustdurchwürzter Harmonie!

uns I I

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M

Und

Mit

Du junges Jahr, wir feiern heiter froh dein hoffnungsreich' Ersteh'n, Sang und Jubel nun begonnen,

So sollst du auch zu Ende geh'n . .

b. Barinkay.

; M&s Siels äugt! mt KnfmOr.

(Mit 3 Abbildungen.)

Dieser Stoßfänger wirkt als Pferdeschoner, weil er die Zugkraft gleichmäßig verteilt und das Ziehen erleichtert; Derselbe wird daher von Landwirten und FuhrwerkS- chesitzern viel gekauft.

I Wenn die Zugkraft, welche irgend ein Pflug bei der Arbeit erfordert, von Kraftmessern, wie sie hier abgebildet

im Schritt und ohne Ueberanstrengung auszuüben ver­mögen, immer beurteilen zu können, ob man die Spann­kraft vorteilhaft ausnutzt und ob die Geräte sich in ordnungsmäßigem Zustande befinden.

gur Kultur des Mohn«.

Die Kultur des Mohns ist in Deutschland noch nicht in dem Maße verbreitet, daß ihre Steigerung schon nicht mehr wünschenswert erschiene, und wenn auch eine all» gemeine Beteiligung am Mohnbau nicht denkbar ist, so ! kann die Mohnkultur doch in Gegenden mit günstigen > Absatzverhäklnissen recht gute Erträge liefern.

Am besten eignet sich zum Anbau der graue Mohn mit offenen Köpfen; er ist ergiebiger als der weiße und blaue Mohn, wenn auch die Preise für den weißen Mohn höher sind.

Auf gutem, kleefähigen Boden, der eine zeitige Be­arbeitung gestattet, von Nässe frei ist und auch keine zu große Mengen von Unkraut aufweist, kommt der Mohn sehr gut vorwärts. Als Vorfrucht eignen sich am besten Hackfrüchte; häufig bringt man ihn auch in die Brache.

Die Bearbeitung des Bodens muß eine sorgsame, gartenmäßige sein, deshalb ist ein fleißiges Eggen und Krümmern im Frühjahr angezeigt. Die Einsaat erfolgt so zeitig wie möglich, das heißt Ende März oder Anfang April, und kann entweder breitwürfig ausgesäet oder ge­drillt werden; in anbetracht der Samenersparnis und der

i und beschrieben sind, graphisch dargestellt wird, so erkennt |man daraus, daß die Zugtiere, je nach der Beschaffenheit des Bodens, bedeutende Stöße auszuhalten haben, die ihre (Leistungsfähigkeit sehr beeinträchtigen.

Diese plötzlichen Stöße be-

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~ Fm. 1.

Jorgestell mit elastischerJog- »rrichtung als Stoßfänger

wegen sich in einem Umfange von 10200 Kilo und werden von den Zugtieren in ähnlicher Weise empfunden, als wenn man in einem Wagen ohne Federn auf harter Straße mit mehr oder weniger Unebenheiten fährt. Das Zugtier muß dies immerfort er­tragen, bis es sich wundzieht und zeitweilig dienstuntauglich wird; wenn es geheilt ist, geht die Plage von vorn wieder an.

uub «raftm,«« " ^ sollte deshalb jeder Zug

Die einige 8uvo^ an Ackergeräten, Maschinen und tann an diesem Vorgestell Fuhrwerken elastisch mit dem von nicht benutzt werden.) Rud. Sack konstruierten und von

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der Firma Chr. Schubart & Hesse in Dresden beziehbaren Stoßfänger ausgerüstet sein, wie ihn die Fig. 13 darstellen. Derselbe besteht aus einem sechsgliedrigen, eine Spiralfeder umschließenden Gelenk­rahmen, der im Ruhestande ein Rechteck bildet. Die parallel zur Achse der Feder liegenden Seiten sind geteilt Und bilden Gelenke, die mit der Zugstange bzw. Anhänge­vorrichtung verbunden sind. Die Feder steht mit beiden Enden auf tellerförmigen Scheiben, durch welche eine Zunge geht, die an der linken Nahmenseite festgenietet und an der rechten Seite lose zwischen zwei Stiften geführt ist. Wenn der sechsgliedrige Rahmen bei der Arbeit langgezogen und die Feder zusammengedrückt wird W (s. Fjg. 2 und 3), so tritt die Zunge aus dem Rahmen heraus und von der Gewichtsskala auf derselben ist die Zugkraft ab- zulefen.

Es ist doch gewiß sehr wichtig, den Verbrauch an Zugkraft zu

SHeefnflir^^9- 2' ..., kennen.und somit, da anderer-

I. ÄS s««""**""«- teils besannt ist, miedet Zug- & 11 »">« »»Ve. W* äußrere non angemessener ^°hen, m. auss äußerste individueller Kraft bei gutem Futter in 810 Arbeitsstunden

f,h.S ^»^>anve von oben ge- a.i.?'H- ^gl- von der Seite

angespannt.

Ein Hauptvorteil des elastischen Zuges ist ferner die bedeutende Verminderung der benötigten Zugkraft (20 bis 30 Prozent) und die Vermeidung von Brüchen an den Geräten. Denn bei einem plötzlichen Zusammenstoß zweier Körper werden dieselben leichter zerbrochen oder beschädigt,,,-----.....

wenn beide hart sind, als wenn einer davon weich oder Saategge abgeeggt. Die Saatmenge beträgt auf den elastisch ist. Endlich ist ein elastischer Zug von Wichtigkeit Morgen 3 Pfd. Die Pflege ist dieselbe, wie bei der Zucker-

beim Anziehen schwerer Lasten oder beim Inbetriebsetzen rübe, das heißt, sobald die Pflanzen kräftig ausgelaufen

von Roßwerken mit starker Uebersetzung, wie Göpel-Dresch- sind, giebt man die erste Hacke, in 14 Tagen die zweite

Maschinen u. s. w. und, falls noch nötig, fährt man mit einem Häufelpflüge

Der Vorzug dieses Stoßfängers mit Kraftmessung liegt die Reihen durch; zu dichte Saat ist nicht gut, da die in der eigentümlichen Wirkung des die Feder umgebenden Ernte in diesem Fall kleine Köpfe mit Keinem Samen Rahmens, welcher die Druckhöhe derselben zu verdoppeln ergiebt; es wird also unter Umständen auch ein Verziehen und die Stoßwirkung auf die Feder um die Hälfte zu der Pflanzen stattfinden müssen.

vermindern geeignet ist. Wenn z. B. die Feder 50 mm Der richtige Erntezeitpunkt ist eingetreten, sobald sich Druckhöhe hat, so ist die Ausdehnung des Rahmens in die Körner von der Innenwand des Kopfes loslösen und der Zugrichtung etwa 100 mm (gleich der Elastizität eines beim Berühren des letzteren das eigenartige Rascheln hören lassen; meistens wird man Mitte oder Ende August mit der Ernte anfangen. Sie dauert allerdings ziemlich lange, da man immer nur die reifen Köpfe abschneiden darf und I die übrigen nachreifen lassen muß. Baut man den grauen I Mohn mit offenen Köpfen, so muß man die Körner gleich I beim Abschneiden der Köpfe ausschütteln, da sonst durch I ben Transport zu viel Verluste entstehen. Bei den ge­schlossenen Köpfen ist dies nicht nötig; man ladet sie auf einen Kastenwagen und läßt sie im Hofe noch etwas nach­trocknen; alsdann werden sie mit dem Messer durchschnitten und des Samens entledigt; da das Ausschneiden mit dem Messer jedoch bei größeren Anbauflächen zu lange dauern ! würde, so werden die Köpfe auf Maschinen gequetscht oder auch ausgedroschen. Mittels der Windfege trennt man die im Samen zurückgebliebenen kleinen Faserstückchen und schüttet den Mohn dann ganz flach auf einem luftigen Boden aus, schaufelt ihn öfters um und füllt ihn schließlich zum Verkaufe in Säcke ein.

leichteren Unkrautvertilgung ist das Drillen vorzuziehen; nach der Drillmaschine wird das Feld mit einer leichten

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FiS- 3.

Klastische Augvorrkchtnng (Stoßfänger) mit Kraftmesser.

Zum Gebrauch an beliebigen Maschinen, Geräten und Fuhrwerken eingerichtet. Gewicht 45 Kilo.

dicken weichen Kissens), und wenn die Zugkraft 400 Kilo wäre, so könnten diese von einer Feder von 200 Kilo Druckkraft aufgefangen werden. Daher ist dieser Apparat in hervorragender Weise befähigt, die beim Zuge von Ackergeräten und auch in vielen anderen Fällen vor­kommenden Stöße abzuschwächen, bzw. den durch den Stoß veranlaßten Mehrbedarf an Zugkraft in sich aufzunehmen und darnach wieder abzugeben. Der durch das Hindernis veranlaßte Stoß dehnt den Rahmen des Stoßfängers aus; um das Maß dieser Ausdehnung wird die Ueber­windung des Hindernisses verlangsamt und somit der sonst bei jedem Anprall entstehende Verlust an Zugkraft vermieden.

Der Stoßfänger wird in verschiedenen Stärken für ein- und zweispännigen Betrieb (bis 600 Kilo) und für vierspännigen Betrieb (8001200 Kilo Druckkraft) aus­geführt und ist bei Bestellung anzugeben, für welche* Ge­spannkraft derselbe dienen soll, nicht aber, welche Last bewegt werden soll.

Besonders lohnend ist der Anbau von Mohn als Ueber« frucht, in Mohrrüben, Futterrüben u. f. w.

Der Ertrag richtet sich ganz nach der Pflege, der Witterung und der Kultur des Bodens; man kann ihn auf 1520 Hektoliter reinen Samen vom Hektar annehmen. | Die Verwendung des Mohnes besteht zum Teil in feinem direkten Konsum, zum größten Teil aber in der Gewinnung eines sehr geschätzten Speiseöles; aus 1 Ztr. Mohn kann man 3540 Pfd. Oel gewinnen. Als besondere Neben» Nutzung, die der Mohnbau dem Landwirt gewährt, ist die Gewinnung von Opium anzusehen; 814 Tage nach dem Abfall der Blütenblätter, wenn die grünen Samenkapseln schon gut entwickelt sind, ritzt man jeden Kopf einmal mit einem Messer und nimmt nach einiger Zeit den ausge- flossenen und inzwischen angetrockneten Milchsaft ab; diese Nebennutzung thut dem Ausfall der Ernte keinen Abbruch; man kann vom Hektar 810 kg trockenes Opium gewinnen, das zu hohen Preisen von den Apotheken gekauft wird;