Illustrierte
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Fig- 4.
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7.
Landwirtschaft.
Fig. 3. Richtig gestellte Augenklappen, Wohlthat für das Pferd.
Die großen Vorzüge, welche diese auswechselbaren Patent-Augenklappen besitzen, sind folgende:
1. Die Klappen gewähren den Pferden, so weit sie durchsichtig sind, einen freien Ausblick nach vorn und nach den Seiten; sie verhindern jedoch ein Nückwärtssehen.
Auswechselbare Patent-Augentiuppe: „Chic" (transparent).
günstigen Einfluß auf das Auge aus. E; ist mehrfach vorgekommen, daß z. B. bodenscheue Pferde diese Untugend
Fig. . .
aufgetrennten Schlaufe unter Vorführung, wie die Schiene zum Einnähen hineingeschoben wird.
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LandwirlschastlicheMeisage
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1903.
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Jnhatts-Vcrzcichnis: Auswechselbare Augenklappen (mit 7 Abbildungen). Welche Arbeiten bringt den Januar dem Landwirt? Ueber Erfahrungen ?.er Moorkultur. Bepsla zung w Wune« und Weiden. Ratschläge zur Krähenvertilgung. Siebtrommel für Düngerstreuer und Kalk mit verstellbarer Maschemveite mit Abbildung). Die Viehwirtschaft im Januar. Fütterung eingesäuerter Kartoffeln. Für unsere Landleute. Die Knochenfütterung beim Hunde. Die künstliche Brut und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft. Die Pekingente. Unser Garten im Januar. Standort für Aprikosen. Vorrichtung zum Fangen von Fischen in Gräben (mit Abbildung). Die Goldorfe als Zier- und Nutzfisch. Was ein Vogelnest wert ist. Selbstanzeigende Schießscheibe (mit Abbildung) Schwarze wolle e oder seidene Kleidungsstücke zu reinigen. Mittel gegen versengte Stosse. Kalbswürstchen. Schneebälle. Durchgeschlagene Wurzelsuppe. Briefkasten.
Auswechselbare Augenklappen.
Der Kampf um die Frage: „Scheuklappen" oder „Weg mit den Scheuklappen!" ist durch die Erfindung der „auswechselbaren Augenklappen", welche die Mängel der alten ledernen Scheuklappen völlig beseitigen, in ein ganz neues Stadium getreten.
Fig. 1. Fehlerhafte Scheuklappen. Marter für das Pferd.
Form; sie werden auf Wunsch auch in vornehmer Ausstattung mit eingelegten Initialen oder Kronen (Fig. 4) geliefert. Die Anwendung dieser neuen Scheuklappen ist folgende: Man trennt aus dem Kopfgeschirr, an welchem sie angebracht werden sollen, die ledernen Scheuklappen zwischen dem Backenstück und der Schlaufe heraus und schiebt an derselben Stelle eine Schiene (Fig. 7) so ein, daß ihr durch eine kleine Metallplatte verschlossenes Ende nach abwärts gerichtet ist. Hierauf werben die Löcher der Schiene auf das Backenstück abgezeichnet und die Schiene wie eine Scheuklappe eingenäht.
Um das feste Aufliegen des Backenstückes ' auf der Schiene zu ermöglichen und die Schiene so weit als möglich unsichtbar ^u machen, ist der aus der Schiene liegende Teil des Leders in gleicher Länge mit der Schiene gehörig abzuschrägen. Schließlich giebt man dem Ganzen noch einen der Farbe des Geschirres entsprechenden Putzoder Lackanstrich. Hierbei ist jedoch sorgfältig zu beachten, daß nicht etwa Farbe oder Lack in den Lauf der Schiene gerät, da hierdurch das leichte und glatte Auswechseln der Augenklappen gehindert wird. In diese Schienen werden die Augenklappen eingeschoben (vergl. Fig. 6). Das Einund Ausschieben geht bei einiger Uebung sehr leicht von Stätten. Einmal eingezogen, können sie ihre Lage selbst nach längerem Gebrauche niemals ändern. Der Winkel, in dem sie zum Pferdeauge stehen und der etwa 40 Grad beträgt (vergl. Fig. 3), bleibt mithin stets genau derselbe.
2. Die
3. Die
4 Sie
5. Sie
6. Sie
7. Die
Stellung der Klappen ist unveränderlich. Klappen lassen sich sehr leicht auswechseln, sind von großer Haltbarkeit, find außerordentlich leicht, lasten sich leicht reinigen.
Klappen, besonders die blauen, üben einen
Diese auswechselbaren Augenklappen, welche in 15 Staaten patentiert sind, sind von dem Versicherungsdirektor Ernst Diedrich in Hamburg (Neuerwall 13, Arkadenpastage) erfunden worden. Dieser, ein sehr thätiges Mitglied des Tierschutzvereins, hat sich bereits seit längerer Zeit mit dem Gedanken beschäftigt, die Mängel, welche den bisher gebräuchlichen Scheuklappen, die man mit Fug und Recht als „Marterwerkzeuge" für die Pferde bezeichnen kann, zu beseitigen, und ist es ihm nach mannigfachen Versuchen gelungen, eine ganz neue Art von Scheuklappen zu konstruieren. Diese, von ihm als auswechselbare Patent- Augenklappen bezeichnet, bestehehen aus zwei Teilen, nämlich aus der eigentlichen Klappe (Fig. 4 u. 5) und einer Schiene (Fig. 6 u. 7), die zur Aufnahme der ersteren dient.
Die etwa 12 Vr cm lange und 2Vr cm breite Schiene setzt sich aus zwei durch eine Celluloidplatte von einander getrennten Blechplatten zusammen. Während die eine mit der Celluloidplatte versehene seitliche Hälfte der Schiene, welche in das Backenstück des Kopfgeschirres eingeschoben wird, gerade verläuft, ist der andere zur Befestigung der Klappe dienende Teil winkelförmig geknickt.
Die Scheuklappen selbst bestehen aus Celluloid. Sie werden in verschiedenen Farben: schwarz, naturlederfarben
Fig. 2. Auswechselbare Patent-Augenklappe, transparent und aus einem Stück.
<gelb), blau usw. geliefert. Die beiden letzteren sind durchsichtig, so daß auch die Pferde bei ihrer Anwendung auch seitwärts zu blicken vermögen (Fig. 2). Ein Rückwärtssehen ist dagegen vollständig ausgeschlossen^ da das Hintere, der Schiene zugekehrte halbmondförmige L>tück der Augenklappen (Fig. 4) nicht durchscheinend, sondern duff ist. Die Klappen haben eine sehr gefällige und hochelegante
Vorderansicht
Fig. 6. Schiene mit halbeingeschobener Augenklappe.
Fig. 5. Auswechselbare Patent-Augenklappe „Elegant" (undurchsichtig).
Das Gewicht der Augenklappen ist ein sehr geringes. Ein Paar derselben wiegt kaum 100 g, während ein Paar mittelgroße Scheulrder etwa 340 g wiegen. Sie unterscheiden sich hierdurch wesentlich von den gebräuchlichen ledernen. Ihre Haltbarkeit ist dabei eine sehr große; ein Verbeulen ist so gut wie ausgeschlosten. Gereinigt werden die Augenklappen nur mit kaltem Waster und Seife; hierauf werden sie mit einem weichen Tuche trocken gerieben. Die Preise schwanken je nach Größe und Farbe zwischen 6 bis 6,50 Mk. für das Paar. 2 dazu gehörende Schienen kosten 50 Pfg. Das Einlegen von Initialen oder Kronen wird extra berechnet. Jeder Sattler ist im stände, Kopfgeschirre, gleichgültig ob sie neu oder alt sind, mit der Einrichtung zum Auswechseln der Augenklappen zu versehen.
nach Benutzung der auswechselbaren Augenklappen ganz verloren haben.
8. Sie haben ein vornehmes und hochelegantes Aussehen, dabei ist
9. ihr Preis nur ein mäßiger.
Durch diese auswechselbaren Augenklappen werden die Mängel, welche den ledernen Scheuklappen anhaften, vollständig beseitigt. Alle^diejenigen, welche die auswechselbaren Augenklappen bereits bei ihren Wagenpferden benutzen, sprechen sich ohne Ausnahme sehr günstig über dieselben aus und wollen sie nicht mehr misten. Selbst die Kutscher, die doch sonst von Neuerungen nicht viel halten, loben dieselben sehr. ,
Die Diedrichschen Augenklappen sind in der That, wie die Jll. Landw. Ztg. in diesem Aufsätze ganz richtig her- vorhebt, eine recht praktische Erfindung, die berufen zu sein scheint, eine vollständige Umwälzung in der Anwendung der Scheuklappen hervorzurufen. Sie eignen sich für alle Fuhrwerke, die vom Bock aus gefahren werden. Im Vergleich zu den anderen Scheuklappen sind sie nicht allein eine große Wohlthat und Erleichterung für die Pferde, sondern fie sind auch wegen ihrer gefälligen und eleganten Form ein Schmuck eines jeden Geschirres. Dieser letzte Punkt, der doch nicht belanglos ist, kommt in den beigegebenen Abbildungen bei weitem nicht in vollem Maße zum Ausdruck. — Einen Versuch mit dieser Neuerung zu machen, dürfte sich daher nur empfehlen.
Welche Arbeiten bringt der Januar dem Landwirt?
Inventur und Bücherabschluß muß jetzt von allen Landwirten, deren Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr zufammenfällt, vorgenommen derben. Die Inventur ist der großen Vorräte halber zwar viel schwieriger, aber es ist jetzt auch dafür und für die Abschlußrechnungen mehr Zeit als im Sommer. Alsdann wird man sich mit dem Bestellungsplan für das Frühjahr befassen, Ankauf von Sämereien, Düngemitteln u. s w., damit rechtzeitig Alles an Ort und Stelle. Im Felde ist nun die größte Ruhe des ganzen Jahres eingetreten. Die Zuckerrübenabfuhr wird bei jedem, die Kartoffelabfuhr bei milderem Wetter fortgesetzt. Anzuraten ist die Anfuhr der voluminösen Düngemittel, wie Kalk, Kainit u. a. m. Event. Abfuhr von Feldsteinen, Mistausfuhr, Eiseinfuhr,