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Gratirbeii«s*n r .^Uu^irttf Konnr«s»vlatt ' x.^Uuftrme landwirt^fc^aftlidye ^«Ua^/

Nr. 41 Isinierstiz ütn 9. April 1901

Verteilungen

auf das

mit den Gratisbeilagen

Jllustrirtes Somitagsblatt" -» Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das zweite Vierteljahr werden von allen Kaiser lichen Poftanftalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Teil.

Der Oberpräfident

der

Provinz Hessen-Nassau.

No. 2508. Cassel, den 19. März 1903.

Die IX. Vollversammlung der Landwirtschaftskammer hat in ihrer Sitzung am 10. d. Mts. beschlossen, für 1 baß Rechnungsjahr 1903 ein halb % des Grund» steuer-Reinertrages als Beitrag zu den Unkosten der Landwirtschaftskammer zu erheben. Unter Bezugnahme auf meinen Erlaß vom 13. März d. Js. No. 2269 ersuche ich ergebenst, wegen Ausschreibung, Einziehung s und Abführung der Beiträge das Weitere gefälligst zu veranlasien.

gez. Zedlitz.

| An den Herrn RegierungS-Prästdenten von hier. * *

*

Vorstehendes bringe ich zur Kenntnis der Herren - OitSvorstände des Kreises mit der Weisung, gemäß dem Ausschreiben vom. 15. März 1900, I. I No. 1732, ' (Kreisblatt No. 33) das Weitere zu veranlasien.

I. 2060. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rat.

Hersfeld, den 2. April 1903.

Der Vorstand der LandesverstcherungS-Anstalt Hessen- Nassau zu Gaffel hat beschlossen, die Krankenpflege auf dem Lande in Zukunft in der Weise zu unterstützen, daß bis auf weiteres für jede auf dem Lande neu am

Die Blüte des Bagno.

Roman von Goron und Emile Gautier.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Ich achte Ihren Schmerz," fuhr der Richter fort aber es ist unmöglich, Sie länger in Ihrem Irrtum zu lassen . . . Der Mann, den Sie anklagen und der gewiß der verwegenste aller Banditen war, ... er existirt nicht mehr. Er kam um, als er versuchte, von Cayenne zu entfliehen."

Das glaubt man . . . auch mein Mann glaubte es wie jedermann, aber ich bin sicher, ich, daß Rozen lebt."

Das Ministerium hat die offizielle Bestätigung seines Todes erhalten," erklärte der Staatsanwalt.

Und wer beweist, ob man nicht getäuscht wurde!"

Der Doktor machte dem Untersuchungsrichter ein Zeichen; dieser zuckte mit den Schultern.

Sie halten mich vielleicht für irrsinnig . . . Sie haben unrecht" rief Frau Lavardens.

Trotz aller Anstrengung konnte sie nicht einen Aus­bruch des Schmerzes verhindern.O mein Gott, mein Gott! Sie wollen mir nicht glauben!" Die Hände innig faltend, flehte sie:Meine Herren, ich bitte Sie im Namen der Gerechtigkeit, im Namen der Wahrheit . . hören Sie mich."

«Reden Sie," versetzte der Staatsanwalt gütig, und r» seinen Begleitern gewendet, fügte er leise hinzu: »Lassen wir sie fortfahren, um menschlich mit ihr zu sein."

zustellende Krankenpflegeschwester ein Zuschuß von in der Regel 100 Mark gezahlt wird, diese Zuschußzahlung . jedoch davon abhängig gemacht wird, daß einmal die Aufbringung der sonstigen Kosten der Einrichtung und Unterhaltung der Krankenpflegestation sicher gestellt wird, ferner die anzustellende Krankenpflegeschwester einen mindestens sechs monatlichen ordnungsmäßigen Unterricht in der Krankenpflege genossen hat und endlich die Krankenpflegerin verpflichtet wird, im Interesse der versicherungSpflichtigen Bevölkerung tätig zu werden, wobei jedoch eine Kontrole von Renten-Empfängern aus» geschlossen sein soll.

Sofern in den Landgemeinden Krankenpflegeschwestern unter Inanspruchnahme erwähnter Unterstützung angestellt werden sollten, ist mir seitens der betreffenden Herren Orisvorstände hierüber zu berichten.

I. 2059. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 2. April 1903.

Der Herr Minister für Handel und Gewerbe hat

durch Erlaß vom 2. März d. Js. C-B ^02

darauf

hingewiesen, daß durch das Ministerialblatt der Handel' und Gewerbe-Verwaltung wichtige Erlasse zur Ver­öffentlichung gelangen, von denen Sonderabdrücke nicht angefertigt werden, so daß die Behörden nur aus dem Ministerialblatt davon Kenntnis erlangen können.

In Anbetracht dessen empfehle ich den Herren OrtS- vorständen des Kreises das Abonnement auf das gedachte Ministerialblatt.

1. 2069. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Nichtamtlicher Teil.

Karfreitag.

Der stille Freitag, der Tag der Erinnerung an den Tod Jesu Christi, gilt uns als das höchste Fest des ganzen Jahres. Des Heiland Kreuzestod ist das heilige Versöhnungsopfer für die Sünde der Welt, die er­greifendste Kundgebung der Liebe Gottes. Um unsert­

Der Richter und der Doktor, obwohl sichtlich unzu. frieden, widersprachen nicht.

Zunächst muß ich Sie mit unseren Verhältnissen vertraut machen," begann Oliva von neuem.Mein Gatte war ohne Stellung. Er bemühte sich um eine neue, aber dies war schwer. Er hatte alle seine Ver­bindungen verloren. Und dann hallte er eine fixe Idee. Er wollte wieder eine Gesellschaft zustandebringen, nicht bloß, um den Kautschukhandel wieder aufzunehmen, sondern auch vor allem den mit Eisen» und Acajou- Holz, woran die Wälder dort drüben so reich sind. Wie er sagte, würde man mit einem unbedeutenden Kapital in einigen Jahren bedeutenden Gewinn erzielen können."

Wenn man nicht das gelbe Fieber ober Malaria bekommt," brummte der Arzt.

Das antworteten ihm die meisten Leute, an die er sich wandle. Die Zeit verging, und das wenige Geld, das wir hatten, wurde ausgegeben. Ich sah meinen armen Charles verzweifelt . . . ich hatte Furcht, daß er dem Trübsinn verfallen würde, täglich sah ich ihn mißgestimmter. Eines Tages kam er nach Hause zurück, und ich bemerkte mit Freuden, daß er vergnügt aussah. Er umarmte mich heiß und sagte zu mir:Wir find gerettet!" Als ich ihn, neugierig, von wo ihm das Glück gekonimen, auSfragte, erzählte er:Von einem Jugendfreund, den ich getroffen habe und den ich niemals wiedererkannt hätte, wenn er sich nicht selbst dicht vor mir gestellt hätte so ist er körperlich und moralisch verändert. Ach, ich wußte wohl, bei einer Intelligenz wie der seinen braucht man nie zu ver­

willen hat Gottes Sohn den Tod erlitten, zu unserer Erlösung von der Sünde Schuld und von des Todes Gewalt. Der Kreuzestod ist das Liebesopfer, das der Heiland für die ganze sündige Welt gebracht hat.

Das Kreuz auf Golgatha wird allezeit das erhabenste Vorbild sein für die Betätigung der idealen Welt­anschauung.Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" betete Jesus im Garten von Gethsemane in der letzten Nacht vor dem Todesgange nach Golgatha. Nicht der Wille des Ich, nicht die Selbstsucht soll für unser Tun und Lassen bestimmend sein, sondern der Gedanke der Unterordnung der persönlichen Interessen unter das Gemeinwohl. Wie Jesus Christus sein Leben für die Idee der Liebe opferwillig eingesetzt und hingegeben hat zum ewigen Zeugnis dessen, daß alle irdischen Gewalten nie und nimmer die ewigen Wahrheiten zu ertöten ver­mögen, so sollen alle, welche sich zum Christentum be. kennen, ihre Kräfte bis zur Selbstaufopferung dem Dienst dessen widmen, was höher und wertvoller ist als das persönliche Ich: dem Dienst der Allgemeinheit, des Vaterlands, der Kirche, der ganzen Menschheit. Das Wort des Heilands:Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" ist der erhabene Ausdruck für die Hingabe des Einzelwillens an den Willen, der jedes größere ob^ kleinere Ganze lenkt, dessen Glied der Einzelne ist. jn diesem Worte wurzeln die Liebe, der Patriotismus, die Treue im Berufe, die Treue des Glaubens und der Ge­horsam.

Was Großes und Edles in der Welt vollbracht wird, das läßt sich aus diesen Lebensquellen herleiten. Ma­die Apostel und ihre Nachfolger zu ihrem opferwilligen Wirken bewegt hat, das waren die Treue im Glauben und der Gehorsam gegen die Gebote des Christentums. Die Werke der Barmherzigkeit, die Anstalten zur Hülfe für Kranke, Blinde, Verwahrloste, Alte und Sieche; sie entspringen sämtlich der Liebe zur Menschheit. Was unsere Armee so stark und gewaltig, so herrlich und siegreich im Kriege macht, das ist die Unterordnung unter den Willen, der das Ganze bestimmt, der Gehorsam, der alles zusammenhält, der den Soldaten getrost und todes­mutig in das wildeste Kampfgewühl treibt, und es ist die Liebe zum bedrohten Vaterlande, die Liebe zu dem angestammten Fürsten und zu feinem Volke. Treue und Gehorsam sind die Lebensmächte, die auf allen Gebieten menschlicher Tätigkeit, in jedem Berufe notwendig sind, wenn die Arbeit im Dienste des Staates, der Kirche,

zweifeln." ... Ich versuchte herauSzubringen, wer der von Charles Gefundene fei.Ich kann's Dir nicht sagen, mein Liebling." . . . Und mein Gatte, der bis dahin nie ein Geheimnis vor mir gehabt, ging jeder meiner Fragen aus dem Wege.Du würdest überrascht sein," erklärte er endlich auf meine beharrlichen Fragen. Später sollst Du alles erfahren. Es handelt sich um einen Mann, den jedermann tot glaubt . . . und das ist er in der Tat, denn niemand würde in ihm den vermuten können, der eines schönen Tages verschwand. Ach, wenn er Fehltritte beging, hat er sie durch seine Intelligenz wieder gut gemacht. Er hat heute eine Situation. Ihn nennen, hieße ihn verraten. Und Du würdest mir keinen Verrat zumuten, zumal er ganz von selbst mir entgegenkam, mich nach dem Grunde meiner Niedergeschlagenheit fragte und mich mit dem Versprechen entließ, mich in acht Tagen mit einer Commandite von 100,000 Francs nach Venezuela zu senden, ohne jede Garantie, allein auf meine Redlichkeit hin als einzige Bürgschaft."

Während Charles so zu mir sprach, zermarterte ich mir das Hirn. Ich überlegte, ich suchte, welcher unter seinen Kameraden mir besannt war.Warum willst Du Dir das Köpfchen schwer machen, Liebling," fuhr Charles heiter fort,wir werden glücklich sein. Bereite aller vor, morgen werde ich auf dem Grebit LyonnaiS einen Check auf 100,000 Francs erhalten."

Frau Lavardens hielt einen Augenblick inne.Ich weiß nicht, weshalb," fuhr sie fort,aber ein Name kam mir urplötzlich in die Erinnerung. Ich betrachtete