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«r. 79.

Dienstag Lei 7. Juli

1991

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Wnstrirtes Sonntagsblatt" und Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das dritte Vierteljahr werden von allen Kaiser­lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 3. Juli 1903.

Die Einsendung der rückständigen Anbau-Erhebungs- kalten (Verfüg. vom 26. Juni d. I., J. 1. 3809 Kreis­blatt Nr. 76) bringe ich hiermit in Erinnerung mit Frist bis zum 8. d. M t s.

J. I. 3809. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 2. Juli 1903.

Der Metzgermeister Eduard Trostmann zu Heringen hat die nachträgliche Gestaltung zu dem von ihm auf feinem in der Gemarkung Heringen be- 253 legenen Grundstück, Kartenblatt 12 Parzellen Nr.

errichteten und bereits in Betrieb genommenen

Schlachthause beantragt und sind die betreffenden Zeichnungen und Beschreibungen zur Einsicht der Beteiligten hier aus­gelegt.

Etwaige Einwendungen hiergegen können innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten schriftlich in zwei Exemplaren angebracht werden. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr geltend gemacht werden.

Die Blüte des Bagno.

Roman von Goron und Emile Gautier.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung )

Unglücklicherweise für ihn wurde der von ihm ent­fesselte Aufstand rasch unterdrückt, so daß die kaiserlichen Truppen seine Mordbanditen ohne Mühe vernichten konnten.

Tausende derselben wurden kurzer Hand geköpft, ge­spießt oder zerstückelt. Er aber, der Mandarin und An­stifter, hatte ein Recht auf rücksichtsvollere Behandlung und größere Umständlichkeiten.

Zuerst warf man ihn ins Gefängnis und ließ ihn alle nur erdenklichen Martern erdulden unter der An. klage der Aufwieglung, des Hochverrats und der Tempel­schändung.

Man drohte ihm, ihn in zweihundertundsieben kleine Stücke zu hacken, wenn er nicht seine Schuld gestehe und die Namen der anderen Mandarinen nenne, welche man ebenfalls stark im Verdacht hatte, den Aufruhr unterstützt zu haben. Du, aus Furcht, schwach zu werden, sich mit entsetzlichem Heroismus die Zunge ab und ins G^ch^"kigen Fetzen dem untersuchenden Beamten

Wütend und entschlossen, sich noch länger an den na en fernes Opfers zu weiden, ließ dieser ihn in den c ' roo man ihn in einen engen, niederen 1 ^ sperrte, in welchem sich ein Mensch nur zu-

Ueber die etwa rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird zur mündlichen Erörterung Termin auf

Msntag, den 20. d. Mts,

Vormittags 10 Uhr in das Geschäftslokal desLan'dratSamts hier anberaumt.

Im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden wird dennoch mit der Erörterung etwaiger Einwendungen vorgegangen werden.

II. 2514. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Die Königliche Maschinenbau - und Hütten- Schule Duisburg eröffnet am 7. Oktober d. Js. in ihren beiden Abteilungen: 1. Maschinenbauschule für Schlosser, Schmiede, Maschinenbauer, Keffelschmiede und ähnliche Gewerbetreibende; 2. Hüttenschule für Eisen- und Metallhüttenleute und-Gießer, Arbeiter von Kokereien, Glashütten, Cementfabriken und der chemischen Groß­industrie einen neuen Lehrgang. Das Programm der Anstalt wird auf Verlangen kostenfrei zugesandt.

Die Anstalt gehört nach Ziffer 3 der Ausführungs- bestimmungen zur Prüfungsordnung für die mittleren und unteren Staatseisenbahnbeamten zu denaner­kannten Fachschulen", deren Reifezeugnisse für die An­nahme zum Werkmeisterdienst folgende Vergünstigungen gewähren : Nur die Reifeprüfungen der von der Staats- Eisenbahn-Verwaltung anerkannten Fachschulen gelten als Nachweis der erforderlichen theoretischen Kenntnisse. (§ 37,4 der Prüfungsordnung.) Solange Bewerber mit solchen Zeugnissen vorhanden sind, dürfen andere Be­werber nicht angenommen werden. Die Letzteren haben eintretendenfalls eine besondere Prüfung abzulegen und zwar auch dann, wenn sie das Reifezeugnis einer nicht anerkannten Fachschule besitzen. Min. Erlaß vom 23. Mai 1900.

Duisburg, den 1. Juli 1903.

Der Direktor. Barthel.

*

Wird veröffentlicht.

Hersfeld, den 2. Juli 1903.

Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rat.

sammengekauert aufhalten konnte. In dieser entsetzlichen Lage blieb der Verstümmelte Wochen und Monate, bis es seinen Verwandten endlich gelang, die Kerkerwache mit Geld zu bestechen und ihn zu befreien.

Sie hielten ihn lange Zeit in einem einsam gelegenen Landhause verborgen, wo er dank seiner außerordentlichen Zähigkeit, dieser bewundernswerten Lebensausdauer, welche die chinesische Rasse charakterisirt, langsam genaß.

Er wollte nach Schanghai fliehen und von dort nach Amerika auswandern. Total ruinirt, wie er war, fehlte es ihm aber an dem nötigen Geld, um die Ueberfahrt zu bezahlen. Der Verzweiflung nahe, gelang es ihm endlich, auf einem deutschen Schiff, welches zur Abreise nach Montevideo bereit war, als Küchengehülfe einzutreten.

Doit angekommen, begann für ihn eine Reihe von Irrfahrten, aus welchen er sich immer wieder geschickt herauszog, und die ihn endlich nach BnenoS Aires ver­schlugen, wo er das ehrliche, aber wenig einträgliche Geschäft eine» Dienstmannes oder QuaiarbeiterS betrieb.

Dort hatte ihn der Zufall in die Hände der von dem Großen Chako zurückkehrenden Rozen und Macaron fallen lassen. Rozen hatte sich seiner in einer Spiel­hölle, wo man den armen, stummen Chinesen gehörig ausbeutelte, angenommen und sich dadurch die unendliche Dankbarkeit und Ergebenheit Dus gesichert.

Der Schlaumeier wußte wohl, was er tat, als er auf diese geschickte Weise in dem rätselhaften und zu­gleich praktischen Gehirn des Ex-Mandarinen die fanatische Bewunderung wachrief, die aus ihm seine blindergebene Creatur, seinen Sklaven machte, den er

Nichtamtlicher Teil.

Vaterländische Vereine.

Man hört oft abfällige Urteile über dieVereins­meierei". In der Tat gibt es kaum in einem anderen Lande so zahlreiche Vereine wie bei uns, und es darf deshalb nicht Wunder nehmen, wenn sich vielfach eine Abneigung gegen die Vereinstätigkeit bemerkbar macht. Die Masse der hundertfältigen Vereinsbildungen droht den gesunden Kern zu erdrücken, den die Vereine haben, die ihre einzige Aufgabe darin erblicken, für ein be­stimmtes patriotisches Ziel zu wirken. Was durch solche Vereine erreicht werden kann, das hat, um von dem segensreichen Wirken der ausschließlich aus Wohlfahrts­pflege gerichteten Vereinsbestrebungen abzusehen, in her­vorragendem Maße der im Jahre 1859 gegründete deutscheNationalverein" bewiesen, dem ein nicht ge­ringes Verdienst an der Wendung der deutschen Ge- schicke bis zum Jahre 1866 gebührt.

Unter den Vereinen, die heute in ähnlicher Weise für vaterländische Zwecke wirken, gebührt der erste Platz zweifellos den deutschen Kriegervereinen. Sie sind die Träger der Erinnerung an unsere ruhmreichen Feld- züge, in denen der Reiche wie der Arme, der Arbeitgeber wie der Arbeiter, Katholiken und Protestanten, Kon­servative und Liberale Blut und Gut für das eine große Ziel, die Einigung der deutschen Stämme Hingaben. Die Pflege vaterländischen Geistes in den Kriegervereinen bildet umso mehr ein Bollwerk gegen die internationale Gleichmacherei der Sozialdemokratie, als auch die solchen Einflüssen erklärlicherweise leichter zugängliche Jugnrd an den Veranstaltungen vielfach teilnimmt. Das Heran­wachsende Geschlecht kann daher von den alten Kriegern lernen, daß es noch etwas Höheres gibt auf dieser Erde als das ausschließliche Begehren nach Besserung der sozialen Lage unter Nichtachtung von Liebe und Treue zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Vaterland.

Auch die deutsche Kolonialgesellschaft gehört den vaterländischen Vereinen. Es ist ihr mit zu danken, daß das Verständnis für unsere junge KolonialPolitik im deutschen Volke immer fester Boden faßte. Um die Kolonialgesellschaft können sich alle die scharen, die den kolonialen Fragen nicht grundsätzlich ablehnend gegen­über stehen.

heute als Vertrauten, morgen als Wachthund verwendete.

Und welch kostbaren Vertrauten dieser Mann abgeben konnte, von dem man nicht zu befürchten brauchte, daß er in der Erregung seiner Zunge die Zügel schießen ließ, da er ja keine mehr besaß . . .

Rozen hatte einen wirklich glücklichen Griff getan. Nach wenigen Wochen war ihm Du mit Leib und Seele verfallen. Rozen vergaß ihn nicht, als er nach Paris übersiedelte. Er nahm ihn endgiltig in seinen Dienst und machte aus ihm sein Factotum, seinen Majordomus.

In dieser Eigenschaft finden wir ihn in dem eleganten Hotel der Champs-Elysees wieder, unterwürfiger denn je. Er war bereit, für Saint-Magloire zu jeder Tag­oder Nachtstunde durchs Feuer zu gehen, ohne Ueber« legung, ohne Schwäche, ohne Gewissensbisse.---

Die Klapper des Zimmertelephons, welche seinen Verschlag mit dem Arbeitskabinett des Herrn verband, schreckte Du aus seinen Träumen auf. Mit der einen Hand ergriff er das Hörrohr, während er mit der anderen auf der Claviatur des Telefcriptor spielte. Er gab das verabredete Zeichen, um am anderen Ende des Drahtes anzuzeigen, daß er ganz Ohr sei.

Gehen Sie zur gnädigen Frau," rief Saint- Magloire,und sagen Sie ihr, daß ich bedaure, heute Abend nicht mit ihr speisen zu können. Ich werde auf dem Kriegsministerium erwartet und werde erst sehr spät zurückkommen."

Du gab das Zeichen, daß er verstanden habe, und entfernte sich mit elastischen und fast lautlosen Schritten um nach den Wohnräumen der Baronin zu gehen.