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Xr. 82. Aenstüg bei 14. Zli 1901

Amtlicher Teil.

Die sofortige Einsendung der bei der am

Juni er. stattgehabten Reichstagswahl unbenutzt ge­bliebenen Wahlzettel-Umschläge bringe ich hier­durch erneut in Erinnerung.

Hersfeld, den 13. Juli 1903.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 10. Juli 1903.

Durch Ministerial-Erlaß vom 14. April d. Js. Gesch.- m T Ga 2797 M. f. L. rc. t s .

' M6462KEMe78l m,9rorbnctben' ^k fortab von allen Schweinen, die im mittleren Grade mit Trichinen behaftet befunden werden, ein knochenfreies, ans der Keule zu entnehmendes Fleischstück von etwa 1 kg Gewicht durch die Ortspolizeibehörden oder die mit deren Obliegenheiten in Bezug auf die Durch­führung des Fleischbeschaugesetzes betrauten Beamten rc. an das Hygienische Institut, Abteilung III der Tierärztlichen Hochschule zu Berlin N. W. Luiseustraße 56 eingesandt wird.

Als im mittleren Grade mit Trichinen behaftet sind folche Schweine anzusehen, bei deren Untersuchung im dritten Teile bis zur Hälfte der vorgeschriebenen Präparate (vergl. §§ 4 und 5 B. B. I). Anl. b und § 53 der preußischen Ausführungsbestimmungen vom 20. März d. Js.) Trichinen ermittelt werden.

Von dem zur Einsendung gelangenden Stücke sind ab­gesehen von den allgemein vorgeschriebenen Proben, nach­träglich noch weitere 4 Proben zu untersuchen. In den Begleitschreiben zu der Sendung ist sodann anzugeben, wie­viel Trichinen bei der Untersuchung der allgemein vorge­schriebenen Proben und der Proben aus dem eingesandten Fleischstücke gefunden wurden.

Die O r t s p o l i z e i b e h ö r d e n des Kreises haben gegebenen Falles hiernach zu verfahren.

I. 1. Nr. 4510. Der Königliche Landrat.

I. V.: T h a m e r.

Hersfeld, den 10. Juli 1903.

Unter den Schafbeständen in Hillartshausen ist die Rande ausgebrochen.

I. 4547. Der Königliche Landrat.

J. V.

T h a m e r.

Die Blüte des Bagno.

Roman von Goron und Emile Gautier.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung )

«Eins erscheint mir auf alle Fälle zweifellos," ent- gegnete der Doctor:Wenn Ihr Gemahl Rozen in Paris wiedergesehen hat, so ist kein anderer als Rozen der Mörder, welcher sich von einem eventuellen Denuncianten befreien wollte. Aber um da mit Erfolg weiterzubauen, müssen wir selbstverständlich zuerst entdecken, unter welchem Namen sich der Geist RozenS verbirgt. Das ist das erste, was wir wissen müssen. Nehmen Sie Ihre ganzen Gedanken und Erinnerungen zusammen, gnädige Frau, suchen Sie in den geheimsten Winkeln Ihres Gedächtnisses nach und sagen Sie mir, ob Ihr Gemahl Ihnen wirklich niemals Andeutungen machte, welche Ihnen jetzt in Ihrer Untersuchung von Nutzen sein könnten."

Leider Gottes nein, Herr Doctor!" seufzte Oliva. Ich habe nicht bis heute gewartet, um mir diese Frage

ouf welche ich nicht antworten kann. Mein Mann sprach niemals anders als von Gaston Rozen oder ganz kurzGaston."

Nun, in Ermangelung des Namens, einer Adresse

Berlin, den 10. Juni 1903.

Die Standesbeamten haben im Text der von ihnen aufgenommenen Urkunden die Vornamen solcher Per­sonen, welche als Anzeigende bei Geburts- oder Sterbe­fällen, als Eheschließende, EheschließungSzeugen oder behufs Aufnahme einer sonstigen Urkunde (vergl. § 25 des Gesetzes vom 6. Februar 1875, Artikel 68 §§ 1, 2, 70 Abs. 1 des preußischen Ausführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuches vor ihnen erscheinen, grund­sätzlich und ohne Rücklicht auf eine etwaige abweichende Schreibart in vorgelegten älteren Urkunden oder eine abweichende Unterschrift der Beteiligten selbst in der von dem Königlichen Staatsministerium beschlossenen neuen Rechtschreibung einzulragen und zugleich in den zahlreichen Fällen, in denen den Beteiligten die Schreib­art ihres Vornamens gleichgültig ist, auf diese dahin einzuwirken, daß sie sich bei Abgabe ihrer Unterschrift der nämlichen Schreibweise bedienen. Desgleichen ist bei Eintragungen in das Geburtsregister die neue Schreib­weise anzumenden, falls -nicht der zur Erteilung der Vornamen an das Kind Berechtigte eine andere Schreibart ausdrücklich verlangt.

Der Minister des Innern. I. A.: gez. v. Kitzing. An den Herrn Regierungspräsidenten in Düsseldorf.

* * *

Abschrift lasse ich Eurer Hochwohlgeboren zur ge­fälligen Kenntnisnahme und weiteren Veranlassung er» gebenst zugehen.

Der Minister des Innern. I. A.: gez. v. K i tz i n g. An den Herrn RegierungS-Präsidenten in Cassel. I a 791, * * * Hersfeld, den 10. Juli 1903.

Vorstehendes wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Nachachtung mitgeteilt.

I. 4545. Der Königliche Landrat.

J. V.:

___T h a m e r.

Hersseld, den 21. Juni 1903.

Nach der Polizeiverordnung des Polizeipräsidenten zu Berlin vom 2. April v. Js., abgedruckt im Kreisblatt Nr. 107 vom Jahre 1902, ist für die bei Rind­viehtransporten nach dem Zentralvieh- hofezuBerlin erforderlichen Ursprungs­zeug nisse einneuesFormular vorgeschrieben.

Der Polizei-Präsident zu Berlin hat bei dem Herrn Landwirtschaftsminister darüber Klage geführt, daß gegen diese Vorschrift noch vielfach verstoßen werde, indem nicht selten Ursprungszeugnisse anderer Form und anderen Inhalts vorgelegt würden, so daß die Veterinärpolizei des Zentralviehhofs häufig genötigt sei, sich zwecks Er­

oder eines Spitznamens könnten Sie sich vielleicht einiger Züge erinnern, welche die Physiognomie dieses Rozen charakterisirten?"

Ich weiß nur, daß er ein sehr schöner Mensch war, groß und stark gewachsen, und daß er ganz außer­gewöhnliche Augen hatte;wie Sammet und Feuer," sagte mein Mann, welcher behauptete, nie einen ähnlichen Blick gesehen zu haben.

Das ist alles recht unbestimmt und unklar," sagte der Doctor,immerhin kann man nicht wissen, ob nicht doch die eine oder die andere diese Eigentümlichkeiten im geeigneten Augenblick Licht in die Sache bringen kann."

Lemoine war dermaßen von dieser dunklen Geschichte und dem Vorsatz, sie zu ergründen, beschäftigt, daß er gar nicht daran gedacht hatte, wieder in den Salon zulückzukehren.

Er war mit Oliva im Speisezimmer sitzen geblieben, so daß die alte Perrine nicht abräumen konnte.

Es ist spät geworden," sagte er endlich,ich werde Sie begleiten."

O, bemühen Sie sich, bitte, nicht," antwortete Oliva,ich fürchte mich nicht; die Rue des Dames ist ja auch recht ruhig."

Es ist beinahe Mitternacht," entschied der Doctor und stand auf,es wäre unschicklich meinerseits, Sie allein gehen zu lassen."

gänzung fehlender Angaben mit den betreffenden Polizei­behörden in Verbindung zu setzen, wodurch die Kontrolle des Viehauftriebs erschwert werde.

Die Ortspolizeibehörden des hiesigen Kreises werden hierdurch erneut auf die Beachtung der eingangs er­wähnten Polizeiverordnung hingewiesen.

1. 3995. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 10. Juli 1903.

Am Mittwoch, d e n 15. b. M t S. von Vor­mittags 9 Uhr ab findet dahier ein

Fohlenmarkt statt, mit welchem eine Prämiiruttg der besten vor- geführten Saugfohlen und der Fohlen im Alter von 13 Jahren verbunden ist.

Die Herren Bürgermeister wollen die Pferdezüchter des Kreises hiervon in Kenntnis setzen und auf eine rege Beschickung des Marktes hinzuwirken.

Sofern die Beteiligung der Interessenten eine un­genügende fein sollte, ist die Abhaltung von Fohlen, märkten rc. für die künftigen Jahre fraglich und werden voraussichtlich Mittel zur Hebung der Pferdezucht im Kreise auch dann nicht mehr zur Verfügung gestellt werden.

J. I. 4524. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

In Kleinensee ist eine Telegraphenanstalt mit Un« fallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirk­samkeit getreten.

Cassel, den 6. Juli 1903.

Kaiserliche Ober-Postdireklion. I. V.: B u ch h o l z.

Nichtamtlicher Teil.

Die Papstwahl.

Angesichts des hoffnungslosen Zustandes des Papstes Leo XIII. beschäftigt sich die europäische Presse lebhaft mit der Frage, wer wohl der Nachfolger sein werde. Das Kardinalö-Kollegium besteht aus einigen sechzig Personen, von denen die Hälfte Italiener sind. All­gemein ist die Annahme, daß wieder ein Italiener als Papst aus dem Konklave, d. h. aus der von der Außen­welt abgeschlossenen, Tage und selbst Wochen dauernden Sitzung der zur Papstwahl versammelten Kardinäle, her-

Er zog seinen Mantel an und ging, gefolgt von Madame Lavardens, zur Tür. Er gab ihr noch den Rat, keine neuen Schritte selbständig zu unternehmen.

Diese Affaire, deren schwierige Lösung wir suchen, erfordert die größte Vorsicht. Gehen Sie nicht mehr auf die Bureaux der Sicherheitspolizei und erklären Sie allen, die es hören wollen, daß Sie, des Kampfes müde, es aufgegeben haben, den Mörder Ihres Mannes zu finden. Ich werde Sie durch Herrn Martin benach­richtigen, wenn ich Sie sprechen muß."

eIch werde pünktlich Ihren Wünschen folgen," antwortete die Witwe.

Sie traten auf die Straße hinaus und gingen schweigend nebeneinander den Außen-Boulevards zu, wo Oliva in einen Fiaker stieg.

Auf baldiges Wiedersehen," sagte Sie,erlauben Sie mir, Ihnen nochmals für Ihre edelmütige Auf­opferung zu danken."

Auf Wiedersehen, gnädige Frau!" sagte der Doctor, grüßte und ging wieder nach seiner Wohnung zurück.

Man möchte nach alledem wahrhaftig annehmen," dachte er bei sich,daß Charles Lavardens von diesem Rozen oder vielleicht doch von einem seiner Complicen ermordet worden ist."

Er war bereits ganz nahe bei seinem Hause und sah, daß soeben dort ein Herrschaftswagen vorfuhr.