Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnementspreis Vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 1b Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt. V .. . =J

Gratisbeilage« rIUaftrirtes Konnragsbiatt" x.Illaftpirte lanb«irthschaftliche Beilage

Rr. 89. IWiierstW Heil 89. Juli M.

Bestellungen

auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen

Jllnstrirtes Sonntagsblatt" -n» Mustrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Teil.

Cafsel, den 18. Juli 1903.

Nach § 19 A IV der Ausführungsbestimmungen des Bundesrats zu dem Gesetze, betreffend die Schlachtvieh« und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900, sollen die Be­schauer mindestens 2 geeignete Messer besitzen, welche nicht allein im sauberen Zustande zu erhalten sind, sondern auch im Falle der Verunreinigung durch Krank« Heitsstoffe wieder gereinigt und desinfiziert werden müssen.

Die Metall« und Stahlwaarenfabrik Gebr. Böhme in Schmalkalden hat solche Messer zu dem unten ange­gebenen Preise hergestellt. Diese Messer sind nicht nur wegen ihrer praktischen Konstruktion, sondern namentlich ihrer Billigkeit wegen sehr zu empfehlen.

Es werden von der betreffenden Firma offeriert:

Eine Garnitur (bestehend aus 2 Stück Schlacht­messern in dazu passenden Schiebkasten aus Zinkblech) aus Bessener Stahl aus Raffinierstahl die Messer mit 3 Nieten = 1,40 Mk. = 1,80 Mk. / dieGar- 6 = 1,60 , =2,00 ( nitur.

Ich stelle es Ihnen anheim, die in Ihrem Kreise amtierenden Fleischbeichauer auf die Offerte in geeigneter Weise aufmerksam zu machen.

A II. 8920. Der RegierungS-Präsident. J. V.: Mejer. * *

*

Hersfeld, den 27. Juli 1903.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden veran­

Die Blüte des Bagno.

Roman von Goron und Emile Gautier.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung)

Wenn Oliva erfahren hätte, daß er in Saint- Magloire Rozen wiederzuerkennen glaubte, keine Vernunft- gründe, keine Macht der Erde hätten sie abhalten können, es den Behörden triumphirend anzukündigen. Dann wäre alles verloren gewesen, denn man hätte sie nicht angehört und ihre Anschuldigungen ihrer geistigen Gestörtheit zugeschrieben.

Saint-Magloire Härte sicher davon erfahren und seine Maßregeln getroffen ... er wäre geflohen, wenn er die Gefahr für zu groß erkannt, er wäre kaltlächelnd der Situation begegnet, wenn er sich stark genug gefühlt hätte, ihr die Stirn zu bieten.

Das war auch die Ansicht Cardecs, des Chefs der Geheimpolizei, des einzigen Menschen, welchem Lemoine seinen Verdacht mitgeteilt hatte.

Was Madame Lavardens anbetraf, so hielt sie Lemoine stets mit Hoffnungen und Versprechungen hin, um Zeit zu gewinnen, genau wie Saint-Magloire es mit Sokolow getan.

Warten Sie ruhig," wiederholte er ihr bei jedem neuen Versuch:der Erfolg ist uns sicher, wenn wir nichts überstürzen. Warten Sie ruhig."

Leider erschöpften sich die körperlichen Kräfte der armen Frau von Tag zu Tag mehr. Nur geistig war

laßt, Vorstehendes den Fleischbeschauern bekannt zu geben.

I. I. 6163. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.

Berlin, den 26. Juni 1903.

Der Geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Turn­lehrervereins beabsichtigt eine Statistik über den jetzigen Stand des Turnwesens aufzustellen und wird zu diesem Zweck Fragebogen an die Leiter der höheren und niederen Unterrichtsanstalten sowie an Kreis- und Lokalschul- inspektoren versenden.

Das Königliche Provinzial - Schulkollegium Die Königliche Regierung veranlasse ich, die Genannten an« zuweisen, die ihnen zugehenden Fragebogen sorgfältig auszufüllen und pünktlich wieder zurückzusenden.

Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-

Angelegenheiten. I. A.: gez. Althoff.

An sämtliche Königliche Provinzial-Schul-Collegien und Regierungen. U. III B. 1277. U. II U. I.

* * *

Cafsel, den 18. Juli 1903.

Abschrift zur Kenntnisnahme mit dem Austrage, die Leiter der uns unterstehenden Schulen sowie die Orts- schulinspektoren mit entsprechender Anweisung zu ver­sehen. Die Kreisschulinspektoren sind direkt benachrichtigt worden.

Königliche Regierung,

Abteilung für Kirchen- und Schulwesen. F l i e d n e r. An die Herren Landräte und Stadtschuldeputationen des Bezirks. J. B. 10367.

* * *

Hersfeld, den 27. Juli 1903.

Wird den Herren Ortsschulinspektoren des hiesigen Kreises mit dem ergebensten Ersuchen mitgeteilt, für sorgfältige Ausfüllung und pünktliche Rücksendung der den Leitern der Ihnen unterstellten Schulen zugehenden Fragebogen gefälligst Sorge tragen zu wollen.

I. 5132. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Berlin, den 2. Juli 1903.

In unserem Erlaß vom 12. Mai 1881 M. d. g. A. M. 2871, M. d. J. II 4425 ist darauf hin-

und blieb sie ebenso fest wie am ersten Tage. Sie hatte übrigens sehr bescheiden gelebt und sich hart ein­schränken müssen, um nicht in Schulden zu geraten.

Lemoine wußte, daß sie zu stolz war, um irgend­welche Unterstützung anzunehmen, aber er hatte ihr nach und nach, dank seinen ausgedehnten Verbindungen einige gutbezahlte Clavierstunden verschaffen können. Sie ahnte nicht, wem sie ihr Brot zu verdanken hatte.

Eines Tages kam dem Doctor eine ganz vorzügliche Idee. Er hatte Elena Ruiz wieder einmal ausgesucht und glaubte, wenn er Oliva bei ihr als Gesellschafterin unterbringe, daß dieselbe ihm zur Erreichung seines Zieles vielleicht von großem Nutzen sein könnte.

Seit dem Tode ihres Sohnes litt Elena aber mehr seelisch als physisch. Saint-Magloire vernachlässigte sie mehr und mehr, seine Geschäfte und seine Leiden­schaft für Germaine nahmen ihn ganz in Anspruch. Das trug noch dazu bei, den Zustand Elenas zu verschlimmern.

Sie bedurfte einer ununterbrochenen Pflege, einer hingebenden Anhänglichkeit. Wer hätte sie ihr besser vermitteln können als Madame Lavardens!"

Die Charaktere der beiden Frauen ähnelten sich; ihre Lage hatte ebenfalls Verwandtschaft in einigen Punkten. Sie waren beide lebhaft, energisch, aber gut, gefühlvoll und größter Ergebung und Aufopferung fähig. Beider Herzen waren von unsagbaren Schmerzen erfüllt. Oliva beweinte ihren ermordeten Gatten, Elena grämte sich zu Tode über die unwiederbringlich verlorene Liebe Gastons.

gewiesen worden, daß öffentliche Vorstellungen von so­genannten Magnetiseuren die Möglichkeit einer Schädi­gung der dabei als Medien benutzten Personen sehr nahe legen und deshalb angeordnet worden, daß die Veranstaltung derartiger öffentlicher Vorstellungen nicht zu gestatten sei.

Aus Anlaß eines Falles von schwerer Gesundheit»- schädigung, welche neuerdings durch die Einwirkung eines Suggestors in einer öffentlichen Vorstellung herbeigeführt worden ist, bringen wir obigen Runderlaß unter Hinweis darauf ergebenst in Erinnerung, daß den Magnetiseuren die Suggestoren und Hypnotiseure gleich zu achten sind. Wir ersuchen daher erneut, die Polizeibehörden anzu- weisen, die Veranstaltung öffentlicher Vorstellungen von Einwirkungen auf den Menschen mittels Suggestion, Hypnose, Magnetismus und ähnlicher Methoden nicht zu gestatten.

Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und

Medizinal'Angelegenheiten. I. A.: gez. Förster. Der Minister des Innern. I. V.: gez. v. Kitz in g. An die Herren Regierungs-Präsidenten und den Herrn Polizei-Präsidenten in Berlin.

* »

Gaffel, den 17. Juli 1903.

Abschrift zur Kenntnis und Nachachtung im Anschluß an meine Verfügung vom 21. Mai 1881 A. I. 6748.

Der RegierungS-Präsident. I. V.: Mejer.

An die Herren Polizei-Direktoren hier, in Hanau und Fulda sowie die Herren Landräte des Bezirks. A. 11.9168.

* * *

Hersfeld, den 27. Juli 1903.

Vorstehendes wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Kenntnisnahme und Nachachtung mitgeteilt.

J. I. 5165. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 28. Juli 1903.

Am 13. bezw. 27. August cr. werden in der Stadt Fulda V i e h m ä r k t e unter den seither bekannt ge- gebenen Bestimmungen abgehallen.

Mit dem Auftrieb an jedem der genannten Markt- tage darf um 6 Uhr morgens begonnen werden.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

In seinen geheimsten Gedanken kam Lemoine immer wieder zu der Ansicht, daß beide Frauen durch ein und denselben Henker litten: Rozen.

Er beschloß deshalb, sie zu vereinigen. Bei Elena hatte er sicher leichtes Spiel. Aus der Hand des guten Doctors", der ihren Sohn bis zum letzten Atem­züge mit einer Hingebung gepflegt, als ob es sein eigenes Kind sei, nahm sie ohne Einwand, ja mit geschlossenen Augen eine Freundin an.

Es blieb ihm nur übrig, Oliva zu überreden.

Als sie wieder bei ihm vorsprach, um sich über den Fortgang und möglichen Erfolg seiner Untersuchung zu erkundigen, benutzte er die Gelegenheit, ihr den Vor­schlag zu machen.

Ich bin dem Ziele wieder ein gutes Stück näher," antwortete er auf ihre gewohnte Frage.

Sie sagen mir das schon seit langer Zeit," murmelte Madame Lavardens traurig.

Weil ich eben schon seit langer Zeit dieselbe Spur verfolge. Je mehr ich darauf weiterschreite, je fester wird meine Ueberzeugung."

Wen haben Sie im Verdacht? Warum nennen Sie ihn mir nicht?"

Weil Sie dann nicht mehr zu halten wären und alles verderben würden. Lassen Sie sich daran genügen, zu wissen, daß der Mann, in welchem ich Rozen wieder­erkannt zu haben glaube, reich, mächtig, verwegen und aalglatt ist . . . Der Kampf gegen ihn muß mit Ge- duld und List geführt werden. Warten Sie noch einige Zeit ruhig."