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Gratisbeilagen rIllnprirtes Kenntagsbiatt" *IÜtistörte Lan-wirthsehaftliche Beilage".

- Sr. 1-1. LmcOz Sei 27. Ailziist M.

Amtlicher Teil

8

Unter Grebe in I. 5772.

Hersfeld, den 21. August 1903. dem Schweinebestande des Landwirts Conrad Biedebach ist die Rotlaufseuche ausgebrochen. Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungö-Rat.

Aufgefangen: ein 4 bis 5 Wochen altes Schaflamm.

S

N

Saatenstand um die Mitte des Monates August 1903 im Kreise Hersfeld.

Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = Mittel, 4 = gering, 5 = sehr gering.

(Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirtschaft rc. sowie des Innern vom 16. November 1901 - I B c 9476 M. f. L. - I b 3646 M. d. I. -)

F r u ch 1 a r t e n

Durchschnittsnoten für den

Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten

Staat

Regierungs­bezirk Cassel

1

2

3

4

5

| 12

23

3-4

45

Winterweizen ....

2,8

2,8

1

3

3

Sommerweizen . . .

. 2,6

2,8

2

1

Winterspelz ....

2,2

Winterroggen....

2,5

2,2

3

1

2

1

Sommerroggen . . .

2,8

2,9

Sommergerste....

2,6

2,7

1

2

3

Hafer ......

2,6

2,8

4

1

2

Kartoffeln.....

2,7

2,4

5

1

1

Klee.......

2,5

2,6

4

3

Luzerne......

2,8

2,8

1

Wiesen......

2,6

2,4

1

4

1

1

Königliches statistisches Bureau.

B l e n k.

her en, teil

Nichtamtlicher Teil

re«

N

Zur Orientlage.

Durch die prompte Zurückziehung des russischen

Ge-

schwaders aus der Bucht von Iniada wird in erfreu­licher Weise die Voraussicht bestätigt, daß die russische Politik mit der Entsendung von Kriegsschiffen in die türkischen Gewässer lediglich eigene Forderungen Ruß- lands an die Pforte unterstützen, keineswegs aber eine Schwenkung zu Gunsten der macedonischen Aufrührer

Meldung des Eigentümers bei dem Ortsvorstand zu Biedebach.

Hersfeld, den 20. August 1903.

Diejenigen Schmiedelehrlinge oder Gesellen des Kreises Hersfeld, welche sich der Gefellen-Prüfung unterziehen wollen, die Anfangs Oktober stattfinden soll, haben sich bis zum 7. September d. Js. bei dem Unterzeichneten zu melden, wo ihnen näheres mitgeteilt wird.

Valentin Glebe, Schmiedemeister.

vollziehen wollte. Die Regierung des Kaisers Nikolaus hat überdies nach Abfahrt der Flotte des Admirals Krieger in Konstantinopel einen Schritt getan, der von Wohlwollen für die Türkei zeugt und deshalb eine neue Absage an die revolutionären Pläne der bulgarischen

Banden bedeutet.

Sie erklärte sich ausdrücklich durch

die Antwort der Pforte auf das russische Ultimatum

fürbefriedigt".

Damit sind die russisch-türkischen Be­

Ziehungen wieder auf einen normalen, ja freundlichen Stand gebracht, und der Vertreter Rußlands am Gol­denen Horn fährt fort, an der Spitze der andern Bot­schafter mit dem Sultan als dem rechtmäßigen Herrscher

Macedoniens über die Niederwerfung des Aufstandes und die Neuordnung der Einrichtungen dieser Provinz des osmanischen Reiches zu verhandeln.

In den Reihen der Aufständischen wird die Ent­täuschung über den raschen, unblutigen Verlauf der russischen Schiffsbewegung nicht minder groß sein wie das Frohlocken beim Erscheinen der Kriegsflagge Ruß­lands in einer türkischen Bucht. Rings um Iniada und für einen langen Küstenstrich am Schwarzen Meere gab die Ankunft des Geschwaders das Zeichen zur Mord­brennerei bulgarischer Banden gegen türkische und griechische Ortschaften. Die Macedonier konnten das Unternehmen der russischen Marine nicht anders auf­fassen, als im Sinne einer offenkundigen Billigung und Begünstigung ihrer eigenen Gewalttätigkeiten. Die Scheinwerfer der Kriegsschiffe leuchteten den Aufrührern beim Uebersall friedlicher Dörfer. Jetzt, wo das Ge­schwader nach Sewastopol zurückgekehrt ist, werden die Führer der macedonischen Bewegung erkennen, daß die so heiß ersehnte militärische Einmischung einer Groß­macht in die Balkanwirren auch diesmal nur ein Trug­bild war. Die Erbitterung hierüber mag für die nächste Zeit noch ein helleres Ausflammen der Revolution zur Folge haben; schließlich aber müssen den Aufrührern doch die Kräfte ausgehen. Sie haben namenloses Elend über die Bevölkerung Macedoniens gebracht, den Frieden Europas aber zu stören, die Großmächte zu einer türken- feindlichen Politik zu zwingen, ist ihnen nicht gelungen.

Für die russische Politik bleibt ein mächtiger Antrieb zur Selbstbescheidung im europäischen Orient nach wie vor die Sorge um die Entwicklung der Lage in Ost­asien. Hell beleuchtet wird dieser Zusammenhang durch eine Erklärung des Fürsten Uchtomski, des Pfadpfinders und Vorkämpfers der großasiatischen Politik des Kaisers Nikolaus. Die bemerkenswerte Auslassung lautet:

Man könnte natürlich die Lösung unserer historischen Aufgabe: die Einnahme Konstantinopels beschleunigen, welches früher oder später eine russische Stadt sein muß, aber dies wird uns nicht entgehen, wenn man nicht an» nimmt, daß unsere Diplomatie in der Zukunft kolossale Irrtümer begeht. Weit wichtiger ist der Brand, welchen die Japaner in unserm fernen Osten entzünden wollen. Er ist deshalb gefährlich, weil in der Frage der Wieder­geburt der gelben Rasse wirklich die Lebens-Jnteressen Japans berührt sind. Es war ein Irrtum, uns ihre kriegerische Stimmung mit vorübergehenden chauvi-

Die Blüte des Bagno

f Roman von Goron und Emile Gautier.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Eine unwiderstehliche Schlaffheit hatte sich ihrer be­mächtigt, plötzliche Fieberschauer traten dazu und trieben ihr den Schweiß aus allen Poren, worauf wieder eisige Kälte den Körper überlief. Die Glieder waren steif und schienen schwer wie Blei zu sein. Aber außer billiliß einem starken Druck im Kopfe und dem anangenehmen IZL | Gefühl, wie in einem zu engen Tricot eingeschnürt zu t sein, hatte sie keine ausgesprochenen Schmerzen.

Sie konnte nicht ausstehen, und Saint-Magloire, welcher bald darauf eintrat, um seiner neuen Gewohnheit gemäß mit ihr zu frühstücken, fand sie in Angstschweiß gebadet noch im Bette vor.

lkereb

Mit der Gewandtheit des vollendeten Komödianten bezeigte er sofort ein lebhaftes Bedauern, und um ja nicht feinarmes, kleine» Frauchen" verlassen zu müssen, ließ er sich sein Frühstück auf einem Tische neben dem Krankenbette servilen.

Aber er mußte diesem improvisirtenluncheon allein zusprechen.

Die Baronin war völlig außerstande, ihm Gesellschaft zu leisten. Sie hatte heftiges Fieber, das von häufigem --iufstoßen ohne Erbrechen begleitet war, wie der Anfang der Seekrankheit.

Endlich verfiel sie ganz erschöpft in einen schweren,

unruhigen, von Zuckungen, Seufzern und Röcheln ge­störten Schlaf.

Der Baron klingelte.

Laufen Sie schnell zu Doctor Lemoine," befahl er mit sehr erregter Stimme dem Diener, der herbeigeeilt war,und bringen Sie ihn sofort hierher, ohne eine Minute zu verlieren . . Nehmen Sie mein Automobil .."

Der Diener beeilte sich, dem Befehl nachzukommen.

Als er wegfuhr, wußte bereits die ganze Diener- schaft, daß die wegen ihrer Güte und Milde allgemein verehrte gnädige Frau krank, vielleicht gar in Gefahr und der Baron darüber in Verzweiflung war.

Ganz gewiß," erklärte wichtig der Hausmeister, der von sich behauptete, ein besserer Menschenkenner zu sein und mehr Lebenserfahrung zu haben als irgend wer, ganz gewiß, wenn die gnädige Frau stirbt, überlebt sie der Baron nicht lange."

Na, Zerstreuungen und Tröstungen fehlen ihm doch nicht," versetzte der Kutscher.Dem laufen doch die Weiber nach, und was für Weiber: fein, piekfein sage ich! Davon wißt Ihr ja nichts. Aber ich weiß ea, ich fahre ihn ja zum Plästr-Vergnügen!"

Halten Sie Ihren frechen Schnabel, Sie Lausbub," unterbrach ihn die Beschließerin, die dem weiblichen Personal Vorstand, eine alte, runzelige, würdige Matrone mit großen Brillengläsern vor den Augen.Das ist doch nur so fürs Aeußerliche. Aber was die wirkliche Liebe angehl, da muß man gesehen haben, wenn der Herr Baron mit der gnädigen Frau allein ist. Er vergöttert sie.

Solch schönes Paar wie für einander geschaffen!

Ueber diesen Punkt waren alle einig.

Während die Dienerschaft ihre Ansichten austauschte, rollte das Automobil mit Windeseile durch die Straßen.

Fünfundzwanzig Minuten später kam Lemoine, den der Diener bei Tisch angetroffen, ganz bestürzt über die schlechte Nachricht, an.

Saint-Magloire empfing ihn und setzte ihm mit überzeugender Genauigkeit, wie er es in allen Dingen tat, den Fall auseinander, und zwar mit einem solchen Aufgebot technischer Ausdrücke, daß selbst der vorzüg­lichste Spezialist nichts dagegen hätte vorbringen können.

Wissen Sie, Herr Doctor," bemerkte er,ich habe seinerzeit aus Liebhaberei Medicin studirt. Während meiner großen Reisen hatte ich sogar öfters Gelegenheit, meine Kenntnisse praktisch zu verwerten, ich habe eine Unmenge Krankheiten und Kranke aller Art gesehen. Aber jetzt bin ich ratlos. Ich kann mir das Unwohlsein der Baronin nicht erklären."

Wollen sehen, was es ist," antwortete Lemoine bewegt.

Sie traten beide in das Zimmer Elenas ein.

Bei dem Geräusch der Schritte öffnete sie die Augen, und ein blasses Lächeln flog über ihre Züge, als sie den Doctor erkannte, dem sie die zitternde, feuchte Hand entgegenstreckte.

Ich bin ernstlich krank, lieber Freund," sagte sie schwach, während sie sich mit größter Anstrengung ein wenig aufrichtete und sich auf den Ellbogen stützte. Es war die höchste Zeit, daß Sie kamen!"

Wir wollen das schon wieder in Ordnung bringen",