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Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 4. Oktober 1903.

Die Erledigung der diesseitigen Verfügungen:

1. vom 28. Februar 1880, Nr. 2182, Kreisblatt Nr. 18, Einzahlung des Forstgeldes betreffend,

2. vom 15. April 1886, Nr. 4578, Kreisblatt Nr. 46, Körung der Zuchtbullen betreffend,

3. vom 7. August d. Js., J. I. Nr. 5375, Kreisblatt Nr. 94, Schneiden der Hecken an den Landwegen betreffend, wird hierdurch mit Frist b i s z u m 9. d. M t s. in Erinnerung gebracht.

Sofern die oben bezeichneten Verfügungen bis zu diesem Termine nicht erledigt sind, werden die rück­ständigen Berichte bei den betreffenden Herren Bürger­meistern durch einen Warteboten abgeholt werden.

Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nat.

Bekanntmachung.

Um die Gebäudesteuer-Veranlagung der im laufenden Jahre neuerbauten und veränderten Gebäude, in die Wege leiten zu können, werden die Herrn Bürgermeister oder deren Stellvertreter ersucht, innerhalb der nächsten

Die Blüte des Bagno.

Roman von Goron und Emile Gautier.

(Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Höre einmal," sagte Macaron,wir haben noch eine Rechnung zu begleichen."

Er drückte fest den Arm seines Kompagnons und schrie ihn mit heiserer Stimme an:

»Jetzt ist'S an uns beiden, Gaston Rozen, falscher Bruder . . . Die Genossen, die du auf der Königsinsel verraten hast, schreien nach Rache, und ich bin es, ich, der dich deinen Verrat büßen lassen wird ... Ich schlage dich tot, Hund!"

Du bist verrückt," murmelte Rozen, wenn du mich nur hierher bemüht hast, um mir solche Dummheiten zu sagen."

Nein, um dir das zwischen die Rippen zu rennen."

Und um die Worte zur Tat zu machen, hob Bastien das Messer ....

Saint-Magloire hatte die Bewegung gesehen; mit einem heftigen Stoße machte er sich von der Faust Bastiens los und schleuderte ihn zu Boden.

Verfluchter Bube," knirschte Rozen,bu bist's, der sterben soll."

Und bevor noch Bastien die Zeit hatte, aufzuspringen, - » Rozen, dem die Gefahr doppelte Kraft verlieh, auf Bastien.

Der Kampf war kurz.

4 Wochen auf dem Katasteramt zu erscheinen und die Bauriffe mitzubringen.

Hersfeld, den 5. Oktober 1903.

Königliches Katasteramt. Schmeißer.

Die Herren Ortsschulinspektoren und die Herren Lehrer des Bezirks Hersfelv I werden benachrichtigt, daß die

amtliche Kreiskonferenz am 22. Oktober cr. in Niederaula im Saale des Herrn Stein von Vormittags 10 Uhr an gehalten werden soll. Niederaula, den 6. Oktober 1903.

Der Kreisschulinspektor Schröder.

Nichtamtlicher Teil.

Ein schlechter Tausch.

Infolge der Anregungen des Dresdner Parteitages haben die sozialdemokratischen Blätter gegen die Krieger­vereine mobil gemacht. Der Kehrreim ihrer Angriffe lautet jedesmal, daß man in diesen Vereinen Hurra schreien und patriotische Lieder singe müffe, aber bei- leibe nicht seiner Meinung Ausdruck geben dürfe. Darum so heißt es dann verlasset die Krieger­vereine und tretet den sozialdemokratischen Vereinen bei, da könnt ihr tun und lassen, was ihr wollt." Ist ein solcher Tausch zu empfehlen? Wer die Tatsachen unbefangen prüft, der wird die Frage entschieden verneinen.

Im Kriegerverein wird allerdings stets de» obersten Kriegsherrn, unsers Kaisers, gedacht und die Liebe zum gemeinsamen Vaterlande gepflegt. Aber für einen alten Soldaten ist das selbstverständlich. Wir können stolz sein auf unsere deutsche Abstammung und auf unser deutsches Vaterland; und wer sein Vaterland liebt, der liebt auch dessen Oberhaupt, der das Kommando über des Vaterlandes starken Hort, das Heer, führt. Nicht wie einem Zwingherrn, sondern wie dem verehrtesten Kameraden gelobt der alte Soldat in den Kriegervereinen dem Kaiser freiwillig und aus Herzensgründe immer wieder Treue und Gehorsam.

Eine Schande ist ein derartiges Tun in keinem Falle und eine Sünde gleichfalls nicht. Denn des Königs Rock haben wir alle ohne Unterschied der Stellung

Während Bastien sich gegen Rozen wehrte, der ihm die Kehle zuschnürte, stach er mit seinem Messer nach dem Gegner. Aber das Messer glitt über die Schulter Rozens, durchschnitt die Kleider, ohne tief in das Fleisch einzudringen.

Rozen ließ mit einer Hand den Hals Bastiens los und packte ihn bei dem Handgelenk, welches er zum Zerspringen drückte. Unter diesem kräftigen Druck öffnete sich die Hand ... die Waffe fiel zur Erde.

Mit Aufbietung aller Kräfte hob Rozen seinen Gegner in die Höhe und ließ ihn mit dem Kopf auf die Erde schlagen.

Zu Hülfe!" stöhnte Macaron.

Plötzlich fühlte sich Rozen nach rückwärts gerissen und auf den Boden gestreckt . . . und ehe er noch irgend eine Bewegung machen konnte, um sich zu verteidigen, lag er geknebelt auf dem Rücken, festgehalten von der herkulischen Faust . SauclairS. Während dieser den Schurken niederhielt, fesselte ihn Duloup mit einem starken Stricke an Armen und Beinen.

Dann untersuchten die beiden Bastien.

Armer Kerl," murmelte Sauclair, vom Mitleid übermannt.Er hat ausgelitten."

Er wird gerächt werden." versetzte Duloup.

Sie bemächtigten sich Rozens und trugen ihn an einen Laternenpsahl, wo sie ihn aufstellten.

Kennst du das Schicksal derjenigen, die Verrat üben?" fragte Duloup mit schrecklicher Ruhe.Wir und der Kamerad, den du soeben umgebracht hast, "sind beauftragt, die Toten von der Königsinsel zu rächen.

und Bildung getragen, soweit uns ein gütiges Geschick gesunde Glieder und gesunden Geist gegeben hat. Hier gilt keiner mehr und keiner weniger, hier ist jeder ein Teil des Ganzen, der nach seinen Kräften Vaterland, Haus und Herd schützt. Wer die Pflicht des Deutschen, sein Vaterland und seinen Kaiser zu lieben, für einen lästigen Zwang ansieht, der ist überhaupt kein Deutscher mehr und ist nicht wert, so zu heißen. Die Sozial- demokraten haben den Umsturz unsers Herrscherthrone» und den Verrat des Vaterlandes offen auf ihr Banner geschrieben. Sie gehören deshalb nicht in die Krieger­vereine hinein, und wer als Mitglied eines solchen mit den Sozialdemokraten liebäugelt oder gar ihren Spuren folgt, der wird aus den Kriegervereinen hinausgewiesen, und das von Rechtswegen; denn er ist ein Wort­brüchiger und ein Heuchler.

Was aber die sonstigen Ansichten des alten Kriegers betrifft, so gibt es darüber in den Kriegervereinen keinerlei Vorschriften. Der Lutheraner wird ebenso wie der Katholik und der Jude, ein Mann von konservativer Ge- sinnung ebenso wie ein Anhänger freisinniger Grundsätze im Kriegerverein willkommen geheißen. Keiner fragt ihn nach seinen Ansichten, keiner hänselt ihn deshalb. Jedermann achtet und ehrt die Ueberrc^aung de? andern. Von Gewissenszwang ist also keine Spur vorhanden. In den Kriegervereinen findet jeder auf dem Boden einer kameradschaftlichen Geselligkeit Erholung und Ver­gnügen und, wenn er krank wird oder in Not gerät, Unterstützung.

Anders sieht es in den sozialdemokratischen Vereinen aus. Hier gibt es keine Freiheit. Die persönliche Ueber­zeugung wird vergewaltigt. Wer nicht nach der Pfeife der sozialdemokratischen Machthaber tanzt, der wird ge­piesackt und drangsaliert, ja ihm wird sein anständiges Fortkommen auf der Welt auf alle erdenkliche Weise erschwert. Er darf nicht mehr glauben, was er will, er darf nicht mehr sprechen, was er will, nicht mehr tun, was er will, ja nicht einmal mehr denken, was er will. Er wird in das Sklavenjoch der sozialdemokratischen Herrschaft hineingezwungen, er muß in den Vereinen die Lieder mitsingen, die fast durchweg von Haß und Neid strotzen und jede edle Regung de» Menschenherzens verspotten; er muß jede Hetzrede eines hergelaufenen .sozialdemokratischen Fanatikers oder Soldschreier» mit lautem Beifall begleiten, er muß schweigen zu den un-

Ich, der Genosse Duloup, werde dir zeigen, wie wir die Verräter bestrafen. Mit deinem Blute werde ich dein Todesurteil schreiben."

Die Augen vor Schrecken verdreht, wandt sich Rozen in seinen Fesseln. Er versuchte, mit den Zähnen den Knebel zu zerreißen, der ihn schier erstickte. Er wollte um Hülfe rufen, seinen Henkern zu entgehen . . . Die Gefahr, verhaftet zu werden, schreckte ihn jetzt nur wenig. Sein Leben wollte er retten . . . das Leben, welches ihm vielleicht noch die Möglichkeit gab, mit Erfolg zu kämpfen.

Aber Duloup hatte bereits kaltblütig fein breites Messer geöffnet, und mit einem kurzen, scharfen Ruck schnitt er das rechte Handgelenk seines Opfers durch. Ein Blutstrom schoß aus der Wunde.

Sauclair hielt seinem Genossen ein Stück Papier hin, und Duloup tauchte seinen Finger in das Blut Saint-MagloireS und schrieb mit großen, ungefügen Buchstaben:

Verräter!"

Siehst du." sagte er zu Rozen,man wird nun wissen, warum wir dich gerichtet haben."

Dann reichte er Sauclair sein Messer.

Die Reihe ist an dir," sagte er.Stich ins Herz."

Sauclair versenkte mit einem furchtbaren Stoß das Messer in die Brust des Verräters.

Ein Zucken ging durch den Körper Rozens, die Augen öffneten sich unförmlich weit, und ein heiseres Röcheln drang unter dem Knebel von seinen Lippen. Dann