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KL- Fernsprecher Nr. 8. *^s
Ar. 121. Dienstag h 11 LktoKr
1901
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 7. Oktober 1903.
Wie aus dem nachstehend abgedruckten Verzeichniß ersichtlich ist, läuft die Amtsdauer der Schiedsmänner und deren Stellvertreter in dem größten Teile der Gemeinden des Kreises demnächst ab.
Die Herren Ortsvorstände der in Betracht kommen, den Gemeinden haben unter genauer Beachtung der in den Bestimmungen der §§ 2 u. 8 der Schiedsmanns« ordnung vom 29. März 1879 (Kreisblatt Nr. 52) die Neuwahl rechtzeitig vornehmen zu lassen und, nachdem die etwa geltend gemachten AblehnungSgründe erledigt sind, die Wahlverhandlung b i s z u m 15. November d. I S. an das Präsidium des Landgerichts zu Caffel einzufenden. Der Wahlverhandlung ist zugleich auch eine Mitteilung über das Alter, die Beschäftigung, etwaige Bestrafungen, Vermögenslage rc. der Gewählten beizufügen.
Die Erledigung dieser Verfügung ist mir bis zum 20. November d. I S. berichtlich anzuzeigen.
I. I. 6999. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Ablauf der Amtsdauer des
Gemeinde
Schied»-
Stell-
manneS
Vertreters
1
Allendorf
17. 12. 03
17. 12. 03
2
Allmershausen
26. 1. 04
26. 1. 04
3
Ausbach
—
2. 2. 04
4
Beiershausen
17. 12. 03
18. 12. 03
5
Bengendorf
4. 2. 04
4. 2. 04
6
Biedebach
—
26. 1. 04
7
Dünkelrode
2. 2. 04
2. 2. 04
8
Eitra
21. 1. 04
29. 1. 04
9
Friedlos
26. 1. 04
26. 1. 04
10
Frielingen
17. 12. 03
18. 12. 03
11
Gersdorf
17. 12. 03
17. 12 03
12
Gershausen
do.
18. 12. 03
13
Gethsemane
4. 11. 02
11. 11. 02
14
Gitterdorf
26. 1. 04
26. 1. 04
15
Goßmannsrode
17. 12. 03
17. 12. 03
16
Harnrode
4. 2. 04
4. 2. 04
17
Hattenbach
17. 12. 03
17. 12. 03
18
Heddersdorf
5. 2. 04
5. 2. 04
19
HeeneS
26 1. 04
26. 1. 04
20
Heimboldshausen
4 2. 04
4. 2. 04
21
Herfa
do.
do.
22
Hillartshausen
30 1. 04
2. 2. 04
23
HilmeS
30 1. 04
2. 2. 04
24
Hilperhausen
26 1. 04
26. 1. 04
25
Holzheim
17 12. 03
17. 12. 03
26
KatbuS
26 1. 04
26. 1. 04
27
Kemmerode
30 10. 03
30. 10. 03
28
Kerspenhausen
17 12. 03
17. 12. 03
29
Kirchheim
do
do.
30
Kleba
do.
do.
31
Kleinensee
4. 2. 04
9. 2. 04
32
KruSpiS
17. 12. 03
18. 12. 03
33
Landershausen
2. 2. 04
2. 2. 04
34
Lautenhausen
4. 2. 04
4. 2. 04
35
Leimbach
do.
14. 2. 04
36
LengerS
do.
do.
37
MalkonreS
2. 2. 04
2. 2. 04
38
Mecklar
29. 1. 04
26. 1. 04
39
MengShausen
17. 12. 03
17. 12. 03
40
Motzfeld
30. 1. 04
30. 1. 04
41
Niederjossa
18. 12. 03
18. 12. 03
42
Oberhaun
29. 1. 04
29. 1. 04
43
ObergeiS
do.
do.
44
Oberlengsseld
1. 2. 04
30. 1. 04
45
Philippsthal
2. 2. 04
2. 2. 04
46
Ransbach
2. 2. 04
2. 2. 04
JO
5?
Gemeinde
Ablauf der AmtSdauer des
Schieds- mannes
Stellver-
Vertreters
47
Reckerode
17. 12. 03
17. 12. 03
48
Reilos
29. 1. 04
26. 1. 04
49
Reimboldshausen
17. 12. 03
17. 12. 03
50
Rohrbach
26. 1. 04
26. 1. 04
51
Rotensee
do.
do.
52
Rotterterode
18. 12. 03
18. 12. 03
53
RöhrigShof
2. 2. 04
2. 2. 04
54
Schenklengsseld .
18. 12. 03
18. 12. 03
55
SiegloS
26. 1. 04
19. 2. 04
56
Stärklos
18. 12. 03
17. 12. 03
57
Tann
29. 1. 04
29. 1. 04
58
Untergeis
26. 1. 04
26. 1. 04
59
Unterneurode
30. 1. 04
2. 2. 04
60
Unterweisenborn
2. 2. 04
2. 2. 04
61
Wehrshausen
2. 2. 04
2. 2. 04
62
Widdershausen
4. 2. 04
4. 2. 04
63
WillingShain
17. 12. 03
17. 12. 03
64
Wölfershausen
4. 2. 04
4. 2. 04
65
Wüstfeld
2. 2. 04
12. 1. 03
Ungültigkeits Erklärung.
Der auf den Namen des Jsaak Katz zu Scheuk- lengsfeld unterm 11. Dezember 1902 für das Jahr 1903 zum Handel mit Vieh und zum Aussuchen von Bestellungen aus Eiseuwaaren, Dielen und landwirtschaftlichen Maschinen erteilte Wandergewerbeschein Nr. 2432 ist angeblich verloren. Er wird hierdurch mit dem Bemerken für ungültig erklärt, daß dem rc. Katz ein Ersatz-Wander- gewerbeschein erteilt worden ist.«
Cassel, den 3. Oktober 1903.
Königliche Regierung, Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten A. gez. Rudolph.
* *
* Wird hiermit veröffentlicht.
Hersfeld, den 12. Oktober 1903.
Der Königliche Landrat. J' V.
T h a m e r.
Hersfeld, den 6. Oktober 1903.
Unter dem Schweinebestaude des Bahnwärters Heinrich Brenl in Kalkobes ist die Pest ausgebrochen. I. 6768. Der Königliche Landrat.
I. V.
T h a m e r.
Gefundene Gegenstände:
Ein Regenschirm und ein Portemonnaie mit Inhalt. Meldung des Eigentümer» bei dem Ortsvorstand zu Sch enklengsfeld.
Nichtamtlicher Teil.
Berlin, 10. Oktober.
Se. Majestät der Kaiser fuhr am zweiten Jagdtage vom Hubertusstock aus, vom Forstmeister v. Minckwitz zu Groß Schönebeck begleitet, in der Richtung nach Klein-Dölln zu und erlegte in dem dortigen Revier drei starke Hirsche, und zwar zwei Vierzehn- und einen Zwölfender. Nach beendeter Frühpirsche empfing Se. Majestät gegen 11 Uhr Vormittags den Kriegsminister Generalleutnant v. Einem, den Generaladjutanten General der Infanterie v. Plessen und den Obersten v. Oertzen zum Vortrage. Die Herren verließen nach der Mittags- tafel um 2Va Uhr wieder das Schloß, während der Kaiser abermals zur Piische fuhr und bis zur Rückkehr Abends 6 Uhr noch vier Hirsche zur Strecke brächte.
Der pre^ußischeHandelsminister, Möller, hat bei einem Festmahl auf dem Peiner Walzwerk er
klärt/ er freue fich, die Ueberzeugung mitnehmen zu können, daß jetzt dem amerikanischen Petroleum-Monopol bald ein Ende gemacht werden könne durch die Bestrebungen, in Deutschland Erdöllager auszufinden, so namentlich in der Lüneburger Heide. Die Regierung stehe in dieser Frage auf dem Stand- Punkte, daß sich die aus diesen Bestrebungen entwickelnde Konkurrenz nur gegen das Ausland richte. Es wäre der richtige Standpunkt, wenn die deutschen Produzenten Hand in Hand gehen würden und zusammen große Raffinerien errichteten. Wie bei den Konferenzen des Ministers mit den Oel-Jndustriellen zur Sprache kam, beabsichtigt die internationale Bohrgesellschaft, in allergrößtem Maßstabe Oelbohrungen im Wrietzer Oelbruche vorzunehmen; sie hat teilweise auch bereits damit begonnen.
Am 15. d. Mts. findet auf Veranlassung des Reichsamts des Innern unter den Privatangestellten Deutschlands eine allgemeine Erhebung durch aus- zufüllende Fragebogen statt. Zweck dieser Erhebung ist, der Reichsregierung Material zu liefern, auf Grund dessen die Vorbereitungen zur Einführung einer Pensions- und HinterbliebenenVersicherung der Privatangestellten auf staatlicher Grundlage erfolgen können. Dirs: Er- Hebung erstreckt sich auf alle Privatangestellten, ganz gleich in welcher Branche oder welchem Betriebe sie tätig sind, ob sie in Handelsgeschäfteli, im Baugewerbe, in Bergwerken, Hütten oder Fabriken jeder Branche, als Betriebs- oder Bureaubeamte, ob in der Land- oder Forstwirtschaft, in Apotheken, bei Rechtsanwälten und Notaren, bei staatlichen oder Gemeindebehörden ohne Pensionsberechtigung beschäftigt sind. Die Angestellten haben die Bogen unverzüglich auszufüllen und im Kuvert verschlossen wieder abzuliefern. Die Kuverts werden erst im Reichsamt des Innern geöffnet.
Im Monat August d. Js. sind auf deutschen Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen — 8 Entgleisungen auf freier Bahn (davon 5 bei Personen- zügen), 14 Entgleisungen in Stationen (davon 8 bei Personenzügen), 1 Zusammenstoß auf freier Bahn (bei Personenzügen), 14 Zusammenstöße in Stationen (davon 1 bei Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurden 1 Reisender und 2 Bahnbedienstete getötet, 32 Reisende, 3 Bahnbedienstete und 1 Postschaffner verletzt.
Das KönigS-Ulanenregiment, welches bis jetzt auf den Mänteln dunkelblaue, mit schmalen weißen Passepoile versehene Achselklappen mit dem Königlichen Namenszug trug, trägt, laut Mitteilung des „Hann. Cour." seit kurzem solche ganz aus weißem Tuch, auf das der Kaiserliche Namenszug in rot eingestickt ist. Derartige Achselklappen wurden von den preußischen Ulanenregimentern bis jetzt nur bei der Garde getragen.
Die Erlaubnis, Kriegervereinsabzeichen bei Kontrollversammlungen anzulegen, ist, der «Tgl. Rdsch." zufolge, in Form einer Verfügung ergangen. Das Generalkommando des 2. (Pommerschen) Armeekorps hat die ihm unterstellten Bezirkskommandos angewiesen, daß bei den Kontrollversammlungen den Mannschaften die Anlegung des Kriegervereinsabzeichens zu gestatten sei. Die Vorsitzenden der Kriegervereine wurden gebeten, den Mitgliedern davon Kenntnis zu geben mit dem Hinzufügen, daß von dem Kommando der weitestgehende Gebrauch dieser Erlaubnis gewünscht und erwartet werde.
Nach der im ,Just.>Min.-Bl." bekannt gegebenen amtlichen Uebersicht ist die Zahl der bei den preußischen Gerichten beschäftigten Referendare im letzten Jahre abermals beträchtlich gestiegen. Sie betrug am 1. August b. JS. 5718 gegen 5319 am 1. August 1902, hatte also in Jaheesfrist um 399 oder 7,5 v. H. zugenommen. Im Jahre 1891 aber hatte die Zahl der Referendare in Preußen 2960 betragen. 1893 waren 3060 Referendare vorhanden, zwei Jahre später 3315, 1897 schon 3767 1889 bereits 4314, 4602 im Jahre 1900, 4954 im Jahre 1901.