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KST Fernsprecher Nr. 8. -^g_________________________________________________

Ä?m Akilstlig Htt 1 MeillKr 1903

Amtlicher Teil.

Sie Nemchlen jum Hailse her Abgesrhiltteil idrtjftnil.

Mit Bezug auf die Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern vom 20. September d. Js. Kreisblatt Nr. 117 und auch die diesseitige Verfügung vom 13. d. Mts. Kreisblatt Nr. 122 wird gemäß § 10 des Reglements über die Ausführung der Wählen zum Hause der Abgeordneten vom 14. März 1903 Kreis- blatt Nr. 112 und 113 hinsichtlich der Landgemeinden des Kreises bestimmt, daß die Wahl der Wahlmänner am 12. November d. Js., Vormittags 9 Uhr in den durch meine gedachte Verfügung bezeichneten Wahl­lokalen stattzufinden hat.

Gleichzeitig erhalten die Herren Bürgermeister und Orts­verwalter des Kreises hierdurch die ausdrückliche Weisung, folgende, entsprechend zu ergänzende Bekanntmachung in Ihren Verwaltungsbezirken sofort in ortsüblicher Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen zu lassen:

Die Wahl der Wahlmänner des Urwahlbezirkes Nr. . . findet am 12. November d. Js., Vormittags 9 Uhr, in dem Geschäftszimmer des Bürgermeisters zu....... statt. Sämtliche Urwähler der hiesigen Gemeinde (des Gutsbezirkes) werden hierdurch zur Wahl mit dem Be­merken zusammenberufen, daß

1. der........zu......als Wahlvorsteher

2. der........zu ..... . zu dessen Stellver­treter ernannt worden ist."

.......den . .ten...... 1903.

Der Bürgermeister (Gutsbezirksvorsteher)

Diese Bekanutmachung ist nach ersolgter Veröffentlichung mit der Bescheinigung, daß dieselbe auf ortsübliche Weise zur Keuntnis der Wahlberechtigten gebracht worden ist, zu versehen und ungesäumt, also vor Beginn der Wahl, dem Herm Wahlvorsteher zu übersenden.

Gegen diejenigen Ortsvorstände, welche dieser Vorschrift nicht pünktlich nachkommen sollten, wird unnachsichtlich mit Strafe vorgegangen werden.

Hersfeld, den 2. November 1903.

I. 7617. Der Königliche Landrat

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 29. Oktober 1903.

Auf Sonnabend den 21. November d. Js. Vor­mittags lOVa Uhr ist eine Kreistagssitzung in den Sitzungssaal im Landratsamtsgebäude dahier anberaumt worden.

Tagesordnung.

1. Prüfung und Feststellung der von dem Kreisaus- schusse revidirten und von der seitens des Kreis­tags in dessen Sitzung am 28/3. 1903 beauftragten Kommission geprüften Kreiskommunalkassen-Rechnung für 1/4. 1902/03 (§ 87 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885).

2. Begutachtung des landespolizeilich genehmigten Pro­jekts zum Neubau der sogenannten Giesbrücke in Stat. 0,5 4- 74 und zum Neubau der Mühlgraben­brücke in Stat. 0,6 des Heringer Landwegs nebst der hierdurch bedingten Aushöhung dieses Wegs zwischen Stat. 0,5 + 38 und Stat. 0,6 + 28 innerhalb der Gemarkung Heringen.

3. Begutachtung des landespolizeilich genehniigten Pro­jekts zur Kanalifirung der Landwegestrecke Hönebach Friedewald zwischen Station 8,5 4" 64 und 8,7 4- 18,5 im Ort Friedewald.

4. Begutachtung des landespolizeilich genehmigten Pro­jekts zum Neubau eines Landwegs von Landershausen nach Wölf innerhalb der Gemarkungen Landers­hausen Kreises Hersfeld und Wölf Kreises Hünfeld und die Korrektion des Landwegs MengersWölf.

5. Erhöhung des Zuschusses für die gewerbliche Fort­bildungsschule von 200 Mk. auf 360 Mk.

6. Wahl von Sachverständigen und Stellvertretern zur Abschätzung der Kriegsleistungen im Falle einer Mobilmachung gemäß § 33 des Reichsgesetzes vom 13. Juni 1873 (für die Kalenderjahre 1904, 1905 und 1906).

7. Wahl der Körungs-Kommission (Polizeiverordnung vom 17. Januar 1879, Amtsblatt Seite 40) für die Jahre 1904, 1905 und 1906 und Bewilligung der Reisekosten von 25 Pfg. für den km für die Mit­glieder.

8. Wahl der Mitglieder der Pferde-Musterungs- Kommission für einen vom 1/4. 1904 ab laufenden sechsjährigen Zeitraum.

9. Wahl der Taxatoren für den Pferdeaushebungsbezirk Kreis Hersfeld für einen vom 1/4. 1904 ab laufenden sechsjährigen Zeitraum.

10. Wahl von Schiedsmännern und deren Stellvertretern für die aus mehreren Gemeinden zusammengesetzten Schiedsmannsbezirke (§ 3 Abs. 2 und § 11 der Schiedsmannsordnung vom 29. März 1879) nach vorgängiger Beschlußfassung über die etwa vor- zunehmende anderweite Abgrenzung der Schiedsmanns­bezirke (§ 1 Ziffer 2 der Schiedsmannsordnung) für die Jahre 1904, 1905 und 1906.

11. Wahl von Mitgliedern und Stellvertretern der Ver- anlagungs-Kommission auf Grund des § 34 des Ein­kommensteuer-Gesetzes vom 24. Juni 1891 infolge Ausscheidung solcher.

A. 3295. Der Königliche Landrat

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 2. November 1903.

Die Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 1. Oktober 1880, Nr. 11469, Kreisblatt Nr. 79, den Erlös für verkauftes Gemeindeobst betreffend, wird hier- durch mit F r i st bis zum 6. d. M t S. in Erinnerung gebracht.

Gegen etwaige an diesem Termine noch säumige Herren Bürgermeister wird eine Ordnungsstrafe von je 3 Mark festgesetzt werden.

Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.

Hersfeld, den 30. Oktober 1903.

Unter der Schafheerde Nr. II. in Baumbach, Kreis Rotenburg, ist die Räude ausgebrochen. l. 7592. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Nichtamtlicher Teil.

Die Kaiserbegegnung in Wiesbaden wird wahrscheinlich viel mehr Federn in Bewegung setzen, als jene Vorgängerin, die gleichfalls im Anschluß an einen Darmstädter Aufenthalt des Zaren vor Jahren in Wiesbaden stattfand. Der Grund liegt in der all­gemeinen politischen Lage, insbesondere den Schwierig- keilen, vor die sich die russische Politik gestellt sieht. Es geschieht auf Wunsch des Zaren, daß an der Begegnung die leitenden Minister, Graf v. Bülow und Graf Lambsdorff, teilnehmen, denen sich wahrscheinlich noch die beiderseitigen Botschafter in Petersburg und

Berlin anschließen werden. Wie die Initiative zu der Zusammenkunft von dem Kaiser von Rußland aus. gegangen ist, so werden sich wohl auch die politischen Besprechungen um Fragen drehen, die man hauptsächlich auf russischer Seite erörtert zu sehen wünscht.

Die Hauptsorgen Rußlands liegen gegenwärtig im nahen und im fernen Orient zugleich. Zwar ist es dem engen Zusammengehen Rußlands mit Oesterreich- Ungarn gelungen, den Brand in Macedonien zu lokalisieren und den Anschluß der übrigen Großmächte an das Reformprogramm zu erreichen. Aber gleichzeitig hat sich eine Annäherung zwischen Frankreich, Italien und England vollzogen, und zwar auf Grund der Mittelmeer-Jnteressen dieser Mächte, die vielleicht nicht ohne Rückwirkung auf die europäische Herrschaft der Türkei bleibt. Frankreich erstrebt das Protektorat über den größern Teil von Marokko und will dafür Italien in Tripolis gewähren lassen. Kommen diese Pläne zur Ausführung, so fragt ea sich, wie lange sich noch die Herrschaft des Sultans in Konstantinopel halten und eine Lösung der Dardanellenfrage aufschieben läßt. Unmittelbar bedrohlich für den Frieden ist die Lage in Ostasien. Rußland wünscht den Frieden zu erhalten, weil die Zeit für Rußland läuft, d. h. weil sich seine Stellung in der Mandschurei und in Korea mit jedem Jahre mehr verstärken und so die jetzt noch größere Macht Japans zur See ausgleichen wird. Mögen die japanisch-russischen Verhandlungen in Tokio auch beider­seits auf einen friedlichen Ausgleich gerichtet sein, so können doch zufällige Ereignisse, Unbesonnenheiten eines Schiffskommandanlen, unterstützt von dem Drängen der japanischen Kriegspartei, eine Entscheidung mit den Waffen herbeiführen.

Wenn diese Dinge in Wiesbaden zur Sprache kommen, so werden der Zar und seine Ratgeber auf eingehendes Verständnis rechnen können. Steht auch Deutschland im nahen wie im fernen Orient mit seinen Interessen erst in zweiter und dritter Linie, so ist doch der Wert unserer Freundschaft nicht gering. Die deutsche Politik hat durch ihre loyale Unterstützung des russisch-österreichischen Vorgehens in Macedonien den Frieden erhalten helfen und durch ihre Erklärung, daß wir kein politisches Interesse im Norden Chinas haben, das Verbleiben Rußlands in der Mandschurei wesent' lich erleichtert. Sogar die russische Presse fängt jetzt an, dies zu begreifen. Wir haben jene Haltung ein­genommen, nicht aus Liebedienerei für Rußland, sondern weil sie unsern Friedens Interessen diente. Umso mehr können wir es als Gewinn betrachten, daß sich der Mangel politischer Gegensätze zwischen Deutschland und Rußland so deutlich zeigt, und umso freundschaftlicher wird sich, wie wir glauben, der politische Gedanken- Austausch unter den beiden mächtigen Herrschern und ihren Staatsmännern in Wiesbaden vollziehen.

Politische Nachrichten.

Berlin, 1. November.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen am Sonnabend mit den Damen und Herren der Umgebung um 11 Uhr 35 Mtn. auf dem Stettiner Hauptbahnhofe ein und begaben sich, vom Publikum lebhaft begrüßt, mit Dampfer nach der Werft ,,Vulkan" zur Taufe und zum Slapellauf des LinienschiffsK". Die Stadt und die aus dem Strom liegenden Schiffe hatten Flaggenschmuck angelegt. Auf der Werft hatten sich zahlreiche geladene Gäste ein- gefunden, für die Damen war eine besondere Tribüne errichtet. Die Majestäten wurden, kurz vor 12 Uhr, an der Anlegestelle vom Staatssekretär v. Tirpitz, dem Kommandirenden General, General der Kavallerie v. Langenbeck, und dem Oberpräsidenten Freiherr» v. Maltzahn, sowie von den Herren des AufsichtSratS und der Direktion desVulkan" empfangen. Der Kaiser schritt die Front der Ehrenwache ab und betrat