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Soinitrfloi ta 12. November

1903.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 9. November 1903.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden bezüglich der Aufstellung der Staatssteuerlisten für 1904aufdie nach­folgende Bestimmung besonder« aufmerksam gemacht:

Nach Artikel 45 Nr. 4 der Ausführungsanweisung vom 6. Juli 1900 zum Einkommensteuergesetz hat die Voreinschätzungs-Kommission wegen derjenigen Steuer­pflichtigen, deren steuerpflichtige« Jahreseinkommen nach dem Ermessen der Voreinschätzungskommission mehr als 3000 Mk. beträgt, die Richtigkeit und Vollständigkeit der Eintragungen Spalte 6 zu a 7, 8, 9, 11, 12, 14, 15, zu a 16, 18, 19, zu I. 20, 21, 23 ebenfalls zu prüfen und namentlich darauf zu achten, daß die seit dem Vorjahre in den Verhältnissen der einzelnen Steuerpflichtigen eingetretenen Aenderungen berücksichtigt sind, jedoch Vorschläge wegen des zu veranlagenden Steuersatzes nicht zu machen.

Hiernach hat somit in den Fällen, in denen das steuerpflichtige Einkommen nach dem Ermessen des Ortsvorstandes mehr als 3000 Mk. beträgt, die Aus- füllung der vorbezeichneten Spalten gleichfalls zu er» folgen, damit die Voreinschätzungs-Kommission in der Lage ist, die gemachten Eintragungen auf ihre Richtig­keit hin zu prüfen.

Die Gemeindevorstände wollen dies bei der z. Zt. stattfindenden Ausstellung der neuen Listen beachten und das hiernach Erforderliche alsbald noch veranlassen.

Der Vorsitzende der Veranlagungskommission.

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

I. III. 2280.

Hersseld, den 7. November 1903.

Die unter dem Schweinebestande des Landwirts Adam Ostheim zu Remsfeld, Kreis Homberg, aus» gebrochene Rotlausseuche ist erloschen. I. 7783. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS Rat.

Hersfeld, den 9. November 1903.

Zum 1. Januar 1904 stehen dem Vorstand der

Roman von G. Könrg-Liebthal. (Fortsetzung.)

Stumm nickte der finsterblickende Mann. Soviel Geld hatte er nie besessen; er war bereit, es zu verdienen.

Also abgemacht," flüsterte der Freiherr und stand auf, um ihm die Hand zu reichen, er, der sich nie in die Wohnung der Tagelöhner wagte, um sich nicht zu beschmutzen. Er, der stolze Freiherr von Hardenfels machte hier Gemeinschaft mit einem solchen Buben, der um Geld ein ganze« Dorf einäschern konnte, ohne an die Menschenleben zu denken, die dabei zu Grunde gehen können.

Doch der Andere schlug nicht ein und zögernd zog der Freiherr seine Hand zurück.

Es geht nicht," Euer Gnaden," sagte er nach längerem Schweigen,es geht nicht. Ja, das alte Waldenburg! Das wäre eine leichte Arbeit gewesen; ein Hau« nach dem andern wäre niedergebrannt und kein« wäre übrig geblieben. Aber jetzt ist alle« neu das Schloß, die Häuser. Waö soll da abbrennen? geht nicht, Euer Gnaden, Ihr Plan ist nicht gut."

Unwillig setzte sich der Freiherr nieder; er mußte dem Mann Recht geben, es war nicht so leicht.

Was nun aber?" fragte er und knirschte mit den Zähnen.

O," entgegnete der sonderbare Gast des Freiherrn und zog blitzschnell seinen Dolch hervor.Wie wärS,

Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau größere Mittel zu 38/4°/oigen Darlehen zur Verfügung.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises mache ich hierdurch aufmerksam mit dem Bemerken, daß ein etwaiger Geldbedarf seitens der Gemeinden tunlichst bald bei der Versicherungsanstalt anzumelden ist.

I. V. 996. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Königliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Nichtamtlicher Teil.

Berlin, 10. November.

WieW. T.-B." von verläßlichster Seite erfährt, ist das Befinden Sr. Majestät des Kaisers auch weiter durchaus zufriedenstellend. Se. Majestät arbeitete gestern längere Zeit mit dem diensttuenden General ä la suite von Löwenfeld. An den König von England richtete Se. Majestät anläßlich dessen gestrigen Geburtstags ein längeres Glückwunschtelegramm. Heute hörte Se. Majestät im Neuen Palais die Vor« träge des Chefs des Militärkabinetts, des Chefs des Admiralstabes der Marine und des Chefs des Marine« kabinetts.

Der heute vormittag ausgegebene Bericht über da« Befinden Sr. Majestät des Kaisers und K ö n i.g « lautet:

Die langsame Besserung im Aussehen der linken Stimmlippe hält an. Se. Majestät der Kaiser wird heute morgen den gewohnten Spaziergang im Freien wieder aufnehmen.

Neues Palais, 10. November.

v. Leutholo. Moritz Schmidt. Jlberg.

Fernsprechmeldung.

Berlin, 11. Nov. Das heute Morgen über das Befinden Sr. Majestät des Kaisers aus­

wenn wir hiermit arbeiteten, das geht beffer und schneller!"

Der Freiherr schauderte zusammen, als er die blanke Klinge blitzen sah. Doch nur einen Augenblick; er wußte ja, daß sie nicht gegen ihn gerichtet werden sollte, sondern dem ins Herz gestoßen, den er haßt.

Ha! Ha! lachte er teuflisch. Und ohne sich zu besinnen, nickte er zustimmend.

Wer soll es sein, Euer Gnaden? Der Herr? Die Tochter?"

Der, nein, die Tochter, seine Tochter, hören Sie? Mit ihm werde ich allein Abrechnung halten. Ja, seine Tochter! -^- Mein Sohn kann ihr das Grabgeleite geben, dagegen habe ich nichts."

Aber das kostet mehr, Euer Gnaden, das kostet dreißigtausend."

Ich werde sie sicher treffen, ich hab schon mehr ins Jenseit« befördert."

Schaudernd wandle sich der Freiherr ab, seine Kniee zitterten und zögernd sprach er:Ich will sie zahlen."

So kann ich gehen?"

»J°."

Schon näherte sich der nächtliche Gast dem Fenster um sich hinauszuschwingen, als er noch einmal mitten ins Zimmer trat und vor dem Freiherrn stehen blieb.

Nun?" fragte dieser verwundert.

Sicher ist sicher, Euer Gnaden. Geben Sie mirs schriftlich mit Ihrer Unterschrift, daß ich dreißigtausend Mark für die Arbeit bekomme. E« ist so Brauch unter uns."

Lange zögerte der Freiherr, das Verlangen seines

gebene Bulletin lautet: Der gestrige Spaziergang ist Sr. Majestät gut bekommen. Die Wunde sieht gut aus.

Der König von Württemberg hat dem Schwäbischen Merkur" zufolge auf die Nachricht von der glücklich verlaufenen Operation Seiner Majestät dem Kaiser telegraphisch seine Glückwünsche zum Aus« druck gebracht.

Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten hat folgenden Erlaß an die Eisenbahndirektionen gerichtet: Zur Erhöhung der Betriebssicherheit wird es beitragen, wenn als Zugführer bei Schnell- und Personenzügen tunlichst solche Beamte verwendet werden, die neben den in der Prüfung geforderten Kenntnissen eine gründliche Kenntnis der Instandhaltung der Eisen­bahnwagen, insbesondere der Brems-, Heizungs­und Beleuchtungseinrichtungen, besitzen. Um das Auf­rücken solcher Beamten in Zugführerstellen zu begünstigen, erhält Ziffer 19 der AuSführungSbestimmungen zur Prüfungsordnung folgenden Zusatz:Anwärter für Zugführerstellen können ohne Rücksicht auf das Be» förderungsdienstalter nach dem Ermessen der Eisenbahn» direktion außer der Reihe zum Zugführer befördert werden, wenn sie das Schlosser-, Schmiede», oder Stell­macherhandwerk erlernt haben, längere Zeit in einer Wagenwerkstätte beschäftigt waren und die Fähigkeit besitzen, die an den Wagen während des Betriebe« vor- kommenden kleinen Schäden zu beseitigen. Ueber die Auswahl solcher Anwärter haben sich die zu einer An- stellungSgruppe gehörigen Eisenbahndirektionen zu ver­ständigen."

DieNordd. Allg. Zlg." schreibt: Dank der Opfer­willigkeit des Reichstages ist es möglich gewesen, der deutschen Wehrmacht zur See eine Grundlage zu geben, auf der sie sich organisch aufbauen kann. Es ist zu hoffen, daß die Volksvertretung sich auch in Zu­kunft in ihren Entschließungen von den gleichen Er» wägungen wird leiten lassen, damit Deutschland die Seegeltung erlange, deren es bedarf, um seine Ent­wicklung vor Störungen zu bewahren.

Der Vorstand des sozialdemokratischen Zentral, Verbandes der Fleischer und BerusSgenossen Deutsch' lands veröffentlicht imVorw." eine neue Erklärun gegen die sozialdemokratische Leitung des Rabatt, sparvereinsSüdost" in Berlin. Dari^

Mordgesellen zu erfüllen. Endlich gab er nach, er stand auf, schrieb einige Zeilen schnell auf ein Blatt Papier, welches oben das Wappen des Freiherr» zeigte, fetzte feinen Namen darunter und überreichte es ihm. Dieser las es durch, nickte befriedigt und steckte es ein und der Freiherr von Hardenfels war allein.

IX.

Die Freiin von Hardenfels war durch Kurt von ollem unterrichtet, was in Waldenburg geschehen war. Sie freute sich herzlich über das Glück ihres Sohnes unv nie vergaß sie, wenn dieser nach Waldenburg ritt, Grüße an Lucie zu bestellen. Als Kurt ihr erzählte, daß Raven ihm Waldenburg geschenkt hatte, war ihre Ueberraschung größer, als die Freude, die ihr Kurt durch diese Mitteilung zu machen hoffte. Doch, als sie vernahm, daß er es bereits wieder an Loschwitz abge­treten habe, umarmte sie ihn und sagte zufrieden zu ihm:

Kurt, ich danke Dir, Du hast meinen innersten Wunsch erfüllt, da Loschwitz Waldenburg nun wieder hat." So war endlich die Bedenkzeit für Kurt zu Ende.

Papa will Dich sprechen," sagte die Freiin bedrückt zu Kurt, cfe sie diesen im Parke traf.

Nun, Du weist ja, Mama, warum ich zu ihm kommen soll," erwiderte Kurt mit unheimlicher Ruhe. Von Lucie laß ich nicht, mag kommen, was da will. Vielleicht bin ich heute zum letzten Male in Hardenfels. Aber weine nicht, Mama. Gott wird uns wieder zu­sammenführen, wenn auch nicht in Hardenfels."

«So gehe, mein Sohn," schluchzte die Freiin.