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SS* Fernsprecher Nr. 8.
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Mittwoch Ki 18. NooernKr
1903
Amtlicher Teil.
Im Anschluß an meine Bekanntmachungen vom 4. Mai, 26. September und 8. Oktober d. I. A. II. 4805, 12091 und 12749 (Amtsblatt Seite 133, 308 und 318) bringe ich zur allgemeinen Kenntnis, daß die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten durch gemeinsamen Erlaß vom 21. Oktober d. Js. III. 14019 M. d. ö. A., Ila. 7904 M. d. I. für die Kraftfahrzeuge im Regierungsbezirke Magdeburg die weiteren ErkennungSnummern M. 1001 bis 2000 überwiesen haben. (A. II. 14224.)
Lasset am 31. Oktober 1903.
Der Regierungspräsident. I. V.: M e j e r.
Der Verband deutscher Brieftauben - Liebhaber-Vereine hat für das Abschießen und Fangen von W a n d e r - falten, Hühnerhabichten und Sperb er - we ib chen pro 1903 eine Prämie von 3000 Mark ausgesetzt, welche durch gütige Unterstützung des Königlichen Kriegsministeriums um 500 Mark erhöht wird, sodaß eine Gesamt Prämie von
3500 Mark verteilt werden kann.
Diese 3500 Mark gelangen Anfang Dezember 1903 zur Verteilung und zwar 2900 Mark nach dem Verhältnis der eingelieferten Fänge, während die weiteren 600 Mark zu Sonderprämien an die höchstbeteiligten Schützen verteilt werden.
Für jedes Paar Wanderfalkenfange wird eine Zusatzprämie von 1 Mk. vorabgezahlt.
Zur Erhebung eines Anspruches an diese Prämien müssen die „beiden Fänge" eines Raubvogels, nicht der ganze Raubvogel, bis spätestens Ende November 1903 dem Verbands - Geschäftsführer W. Dördelmann zu Hannover-Linden franko eingesandt werden.
Die Läufe sind bis kurz über dem ersten Gelenk ab- zuschneiden, so daß ein kleiner Federkranz stehen bleibt.
Es wird gebeten, die Fänge zu sammeln und der Portoersparnis halber zusammen einzusenden; bei kleineren Posten empfiehlt sich Briefsendung oder Muster ohne Wert. Vor der Absendung wolle mau die Fänge gut dörren.
Sendungen, die irgend welche Spur von Verwesung
W# M MeMrg.
Roman von G König-Liebthal.
(Schluß.) •
und geräuschlos trat die Menge zur Seite, die ersten Töne der Orgel wurden hörbar und die erwartungsvolle Unruhe und Neugierde der in der Kirche Harrenden war befriedigt.
Es war keine zahlreiche und glänzende Versammlung, die sich um deu Altar gruppierte. Nur die nächsten Verwandten waren hierzu eingeladen worden und standen nun ernst und würdevoll zu beiden Seiten des mit Blumen geschmückten Altars, an der Spitze Graf Ravenstein in glänzender Uniform, die er heute angelegt hatte, geschmückt mit zahlreichen Orden. In unmittelbarer Nähe von ihm hatte die Freiin von Hardenfels Platz genommen und schaute voll inniger Freude aus ihren Sohn, der heute nach bangen Tagen die geliebte Braut endlich heimführen konnte. .
Wie immer, bei solchen Gelegenheiten, waren auch hier die Augen der Zuschauer aus die beiden Bräute gerichtet, deren kostbare Gewänder in einer fast blendenden Pracht rauschten und in deren Falten das Licht der Altarkerzen spiegelte.
Die Orgeltöne verstummten und mit würdevollen Schritten betrat der Pfarrer, den Loschwitz einst zum Hirten der Gemeinde Waldenburg berufen hatte, die Stufen des Altars und hielt nun mit bewegter Stimme die Traurede,
verraten, müssen ohne weiteres dein Feuer überwiesen werden und kommen deshalb nicht in Anrechnung.
Nur die Fänge obengenannter Raubvögel können Berücksichtigung finden.
Eine möglichst weite Verbreitung dieser Bekanntmachung ist dringend erwünscht.
Der Präsident: Graf v. A l t e n - L i n s i n g e n.
e Der Geschäftsführer: W. Dördelmann.
Die vorstehende Bekanntmachung wird mit dem Hinzufügen veröffentlicht, daß durch Erlaß des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 22. Juni d. I. Gesch.-Nr. I. B b. 3913/111. 5936 das bisherige Verfahren zur Feststellung und Zahlung der Schußprämien anderweit geregelt und bestimmt worden ist, daß vom laufenden Rechnungsjahre ab die Erleger von getöteten Raubvögeln die Fänge hinsichtlich der Erhebung des Prämienanspruches an den „Verband deutscher Brieftauben- Liebhaber-Vereine" nach Maßgabe der vorstehenden Bekanntmachung einzusenden haben.
Ich ersuche alle Beteiligten, sich das Abschießen und Fangen von Wanderfalken, Hühnerhabichten und Sperberweibchen im Interesse des Brieftaubenwesens besonders angelegen sein zu lassen. (A. II. 13485.)
Cassel am 25. Oktober 1903.
Der Regierungspräsident. J. V.: M e j e r.
Hersfeld, den 16. November 1903.
Unter dem Schweinebestand des Küfers Johannes Daube zu Sorga ist die Rotlaufseuche ausgebrochen.
1. 8000. ‘ Der Königliche Landrat
Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 16. November 1903.
Unter der Schafheerde in Sterkelshausen, Kreis Roten- burg a/F., ist die Räude ausgebrochen.
I. 8005. Der Königliche Landrat
Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rat.
Asnigliches Lan-ratsamt.
Sprechstunde: Täglich von 9—12 Uhr an den Wochentagen vormittags.
die in den Worten ausklang: „Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."
Gewaltig war der Eindruck dieser Rede; manches Auge wurde feucht und manches Herz gerührt. Ein krrrzes, einfaches „ja" hallte jetzt nacheinander viermal durch die Kirche, als der Pfarrer gefragt hatte, ob sie sich als Gatten angehören wollten und zwei Paare waren nun miteinander fürs Leben verbunden.
Das letzte Wort des Segens war gesprochen; noch einmal rauschten die vollen Akkorde der Orgel durch das Gotteshaus und unter ben Glück- und Segenswünschen der Freiin von Hardenfels und des Grafen Ravenstein verließen die Neuvermählten die Kirche. Ungeduldig stampften die Rosse vor den Equipagen, der letzte Gast war eingestiegen und fort ging es durch das mit Laubgewinden geschmückte Dorf nach dem Schlosse. Noch immer flogen die Mützen und Hüte der Zuschauer in die Höhe und das Rufen und Jubeln wollte kein Ende nehmen.
„Auf nach dem Schlosse!" rief eine Stimme und in wenigen Minuten war der Kirchplatz leer. Die Harden- felser und Waldenburger schienen einen Wettlauf mit einander zu machen, jeder wollte der erste sein, und noch war keine Viertelstunde vergangen, so wogte es var dein Schlosse und im Parke von Waldenburg aus und ab.
Bald öffnete sich das Portal und heraus traten mit strahlenden Gesichtern die Neuvermählten und Ravenstein mit der Freiin, und stürmisch drang ihnen der fast tausendstimmige Rnf entgegen: „Hoch die gnädigen Herrschaften von Hardenfels und Waldenburg!"
Nichtamtlicher Teil.
Vusttag.
Bußfertig zu sein, iß die Anforderung, die an den Christen jeder Tag und jede Stunde stellt. Der Buß- tag aber ruft das ganze christliche Volk zur Buße auf, zur Buße nicht blos für die Sünde jedes einzelnen im Volk, sondern für die Volkssünde. Und da ist der große Schmerz des aufrichtig Bußgesinnten der, daß die Mahnung zur Buße noch immer von so wenigen in unserm Volke vernommen und von noch wenigern verstanden und beherzigt wird. Gilt es aber in einem Punkte, daß der Christ immer zuerst an seine eigene Sünde und dann erst an die Sünde der andern zu denken hat, so gilt es in diesem Punkte. Ehe wir den Unglauben der andern schelten und beklagen, sollten wir zuerst bedenken, ob auch unser Glaube der rechte, unser Bekenntnis aufrichtig, unsere Liebe warm genug ist, ob unsere Werke auch wirklich derart sind, daß die Leute, die sie sehen, dadurch angeleitet werden, unsern Vater im Himmel zu preisen.
Es ist durchaus im Sinne rechter Buße, daß wir zunächst uns selber richten, ehe wir die andern richten. Diejenigen, die sich zum Hause des Herrn halten, sollten sein wie die Stadt, die auf dem Berge liegt, und die nicht verborgen bleiben kann. Das Salz der Erde, das Licht der Welt sollen sie darstellen. Und wenn die« jenigen, die draußen sind, auf sie blicken, was sehen sie allzuoft? Da find unzählige Spaltungen unter denen, die sich gläubig nennen, und der Geist der Fried- fertigkeit erweist sich allzuschwach. Engherzigkeit, Aeußer- lichkeit und Selbstruhm kennzeichnet allzuoft die engern Kreise der christlichen Gemeinden. Wäre unser Glaube tiefer gegründet, unsere Werke würden mehr von unserm Glauben zeugen.
Aber freilich, die Schuld der andern, die den Herrn nicht bekennen mögen und sich von seinem Evangelium fern halten, wird dadurch nicht vermindert. Die einen lassen sich verführen durch weltlichen Sinn und die Freude am Irdischen, die andern durch angebliche Wissenschaft und Einflüsterung des an den Sinnenschein verhafteten Verstandes. So ist es gewiß immer gewesen, und die an den Namen Jesu Gläubigen sind
Ohne furcht und Cadel.
Erzählung von Lucie Jdeler.
Seit dem Tilsiter Frieden hatte Preußen, in den Staub getreten von dem französischen Eroberer, aus tausend Wunden blutend, ohnmächtig am Boden gelegey. Alle Versuche, das französische Joch abzuschütteln, mißlangen; auch Ferdinand von Schill starb am 31. Mai 1809 zu Stralsuud den Heldentod, ohne daß es seinem geknechteten Vaterlande auch nur das geringste genügt hätte, und alle Länder jenseits der Elbe, gehörten zum Königreich Westfalen unter der Herrschaft von Napoleons jüngstem Bruder, Hieronymus Bonaparte.
Die Provinzen, die Friedrich Wilhelm III. behalten durfte, und die sehr widerwillig und sehr zögernd von den übermütigen Siegern geräumt wurden, waren entsetzlich verwüstet und ausgepreßt, besonders in dem schönen, fruchtbaren Ostpreußen hatten die Franzosen dermaßen gehaust, daß sich Not und Mangel überall fühlbar machten. Die Gehöfte waren niedergebrannt und das Vieh fortgetrieben, Edelleute wie Bauern verarmten, unb wenn auch nach dem Tilsiter Frieden das zertretene Land sich allmählich etwas wieder aufrichtete, weil auf den fetten Aeckern die Feldfrüchte gediehen: Not und Mangel blieben doch überall, und die Menschen mußten sich anfs äußerste einschränken' Eine halbe Stunde von der Landesgrenze, die das Königreich Preußen von Rußland trennt, lag die ursprünglich sehr wohlhabende Ortschaft Falkenwalde^ Die Einwohner bestanden meist aus Deutschen, obgleich der Teil von