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Ioinierstaz Den 28. Ns-tmier

1901

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 23. November 1903.

Die Sitzungen zur Voreinschätzung für 1904 finden für die vereinigten VoreinschätzungSbezirke des Kreises HrrSfeld, wie folgt, statt:

1. Allendorf, (in Gershausen) am 28. d. Mts. Mittags 12 Uhr.

2. Obergeis , am 8. Dezember Vormittags 9Va Uhr.

3. KalkobeS, am 26. d. Mts. Vormittags 9 Uhr, 4. ASbach, am 28 d. Mts. Vormittags 9V2 Uhr. 5. R 0 h r b a ch, am 26. d. MtS. Vormittags 9Va Uhr.

6. Eitra, am 27. d. Mts. Vormittags 10 Uhr,

7. U n t e r h a u n , am 28. d. Mts. Vormittags 9V2 Uhr.

8. Willingshain, am 28. d. Mls. Vormittags 10 Uhr.

9. Kirchheim , am 27. d. MtS. Vormittags 9V2 Uhr.

10. Hallendach, am 30. d. MlS. Vormittags 9V2 Uhr,

11. Mengshausen, am 30. b. Mts. Vormittags 10 Uhr.

12. Mecklar, am 28. d. Mts. Vormittags 9 Uhr.

13. Riede ra u la, am 1. 12. Vormittags 9Vs Uhr.

14. Sorga, am 1. 12. Vormittags 9 Uhr.

15. F r i e d e w a l d, am 26. und 27. b. Mts. Vor­mittags 9 Uhr.

16. Heringen, am 4. 12. Vormittags 9V2 Uhr.

17. RanSbach, am 4. 12. Vormittags 9V2 Uhr.

18. LengerS, am 3. 12. Vormittags 9 Uhr.

19. L a n d e r s h a u s e n , am 27. d. Mts. Vormittags 10 Uhr.

20. Philippsthal, am 3. 12 Vormittags 9V2 Uhr.

21. SchenklengSfeld, am 26. und 27. b. MlS.

Vormittags 9 Uhr.

Der Vorsitzende der Veranlagungskommission.

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rat.

J. III. 2409.

Heröfeld, den 24. November 1903.

Die Herren Vorsitzenden der Voreinschätzung»' Kommissionen mache ich darauf aufmerksam, daß Formulare zu Liquidationen über Versäumnisgebühren

Ohne furcht und Cadel.

Erzählung von Lucie I d e l e r.

(Fortsetzung.)

Sie sollen ausgenommen werden, wie immer," be­fahl der Baron kurz.Aber die Waffen hast du doch diesmal noch bekommen?"

Ja, gnädiger Herr. Dreihundert gute Gewehre, ebenso viele Waffen und große Vorräte an Schießbedarf. Morgen muß alles ankommen, der Absender ist zuver­lässig. Alles ist sorgfältig unter Heu und Stroh ver­packt und gilt als Fourage für die Franzosenpferde. Für den Herrn Baron von Durand in Falkenwalde," dann läßt jeder französische Kommandeur die Wagen undurchsucht ziehen. Morgen werden sie hier sein. Aber viel Geld hat e« wieder gekostet."

Macht nichts! Und sollt' es mein ganzes Vermögen kosten, es dient dem Vaterlande."

Der Baron trat an seinen Schreibtisch, regelte die Rechnung, und Kaschke bemerkte:Also morgen in der Dämmerung, Herr Baron. Wir beide laben ab, und meine Anna hilft uns, wir wissen ja Bescheid. In die Turmstube."

Durand nickte.Verlaß du mich nicht auch," sagte er ernst,du und dein getreues Kind, ihr seid die beiden einzigen, aus die ich vertrauen kann, und die zu mir halten." Er reichte dem Förster die Hand.

O, gnädiger Herr!" rief dieser in ausbrechendem Zorn,die Bande im Dorf ist es aber nicht wert, daß Sie sie schützen und für sie sorgen. Sie verdienten es,

und Reisekosten in der Funk'schen Buchdruckerei hier zu haben sind.

Der Vorsitzende der Veranlagungskommission.

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer RegierungS-Rat.

I. III. 2432.

Der Sektionsvorstand.

A. 3387.

Hersfeld, den 23. November 1903.

Die Herrn Ortsvorstände des Kreises, welche noch mit Einsendung der Protokolle über die im 1. 3. vor­gekommenen Betriebsveränderungen im Rückstände find, werden hieran mit Frist bis zum 1. Dezember d. Js. erinnert.

Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz,

Geheimer RegierungS>Rat.

Asnigliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Nichtamtlicher Teil.

Berlin, 24. November.

Zur gestrigen Frühstückstafel bei Ihren Majestäten im Neuen Palais war Lord Lonsdale geladen. Nachmittags 6 Uhr traf Prinz Heinrich ein, der heute morgen wieder abreiste. Heute vor­mittag von 10 Uhr ab hörte S e. Majestät der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, des Chefs des Admiralstabes und des Chefs des Marinekabinetts.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen vollendet am Mittwoch sein 35. Lebensjahr. Die Feier des Geburtstages ist wegen der Trauer um die Prinzessin Elisabeth auf den 1. Januar festgesetzt worden.

Für den Staatsdienst im Baufach ist die Vor­prüfung und die erste Hauptprüfung durch die Diplom­

daß ihnen die Franzosen die Gehöfte niederbrennten. Um ein Haar hätte ich heute daruntergeschoffen, die Büchse lag mir schon an der Backe!"

Und Kaschke erzählte mit leiser, stockender Stimme von der schändlichen Verleumdung, die der Schneider Pelereit in der Dorsschenke verbreitet hatte.

Trotz aller Selbstbeherrschung wurde Maximilian von Durand totenbleich.Und das sagt man von mir?! Und das glaubt man?" Wie ein Verzweiflungsschrei entrang es sich der gequälten Brust.So beschimpft man meine Ehre!" Er sank stöhnend auf einen Sessel, es war fast zu viel nach dem, was er schon halte er­tragen müssen. Seine Mutter trat neben ihn und drückte sein Haupt an ihre Brust, der Förster ergriff die herabhängende linke Hand und führte sie an seine Lippen, dem bärtigen Manne standen die Tränen in den Augen.

Lieder Herr, Ihre Ehre steht zu hoch über diesen Giftzungen, sie ist rein und blank, wie das silberne Wappenschild, das in der Schloßhalle hängt. Und wenn der Tag der Erhebung endlich anbricht, wird es sich ja herausstellen, wer seinem König am treueßen gedient hat, Sie, der Verkannte, ober die sündlichen Schwätzer, die ein solches Gerücht verbreiten. Aber wenn es Ihnen vielleicht morgen die Kinder auf der Dorfstraße nach- rufen, wie sie es schon öfter getan haben, so brauchen Sie doch die Peitsche gegen die Rangen. Als ich heute in der Wut meine Büchse auf sie anlegte, verkroch sich der Maulheld, der Schneider Petereit, der die Ver­leumdung ausgebracht hatte, sofort hinter die andern."

prüfung ersetzt worden; die Staatsbauverwaltung trifft die Auswahl unter den Diplomingenieuren, die sich zur Ausbildung im Staatsbaudienste. melden. Es wird aber damit gerechnet, daß auch andere als die aus- gewählten Bauingenieure ihre Ausbildung im Dienste der Staatsbauverwaltung anstreben werden. Für diese sind vom Minister der öffentlichen Arbeiten die folgen­den Bestimmungen getroffen worden:Es können auch über den Bedarf der Staatsbauverwaltung hinaus Diplomingenieure lediglich zu ihrer Ausbildung ohne Anwartschaft auf Anstellung im Staatsdienst nach bestandener zweiter Hauptprüfung soweit zugelaffen werden, als dies ohne Ueberlastung der Baubeamten durch die Ausbildungstätigkeit und ohne Gefährdung der gründlichen Ausbildung der Diplomingenieure möglich ist. Diese Diplomingenieure scheiden nach be­standener zweiter Hauptprüfung aus dem Staatsdienste aus, sind aber berechtigt, dann den Titelstaatlich ge. prüftet Baumeister" zu führen. Alle zur Ausbildung zugelassenen Diplomingenieure erlangen mit dem Dienst­antritt das Recht, während der Ausbildung den Titel Königlicher RegierungSbauführer" mit dem Range der Referendarien zu führen. Mit dem Ausscheiden aus der staatlichen Ausbildung erlischt das Recht zur Führung dieses Titels.

Gutem Vernehmen nach wird der Reichstag am 3. Dezember zusammen- treten.

Die Beratung des zu Anfang dieses Jahres dem Bundesrate zugegangenen Gesetz-Entwurfes über die Kaufmannsgerichte, der in den Ausschüssen liegen geblieben ist, weil man sich nicht darüber einigen konnte, ob diese neuen Sondergerichte, die der Entwurf vorschlug, den Gewerbegerichten oder Amtsgerichten angegliedert werden sollen, ist, wie neuerdings verlautet, in den BundesratS-Ausschüssen jetzt wieder ausgenommen worden. Sie soll so be­schleunigt werden, daß die Vorlage dem Reichstage alsbald noch in der nächsten Session zugehen kann. Da der Gesetz-Entwurf nicht zurückgezogen, sondern umgearbeitet worden ist, ist anzunehmen, daß er in seinen Grundzügen, namentlich auch wegen der An- gliederung der Kaufmannsgerichte an die Gewerbe­gerichte, aus den Beratungen des Bundesrats unver­ändert hervorgehen wird.

Wenn ich ihre Kinder auf der Straße schlagen wollte," entgegnete der Baron tonlos,so würden sie mir die gefüllten Scheunen anstecken. Dann fänden die durchziehenden Franzosen keine Vorräte mehr bei mir, und die Dorfschaft müßte es entgelten. Es hängt eins am andern. Der Schneider ist der schlimmste von allen, ich begreife es nicht, ich habe dem Mann nie etwas getan."

Im Gegenteil, du hast ihn unterstützt, als feine Frau bei der Geburt ihres zehnten Kindes schwer krank war," schaltete die Baronin ein.

Aber es ist ganz nutzlos, unanständige Leute an» ständig zu behandeln," grollte Kaschke.Er hat die Unterstützung ohne Dank hingenommen, am nächsten Tag war sie vergessen, und jetzt ist er wieder der alte Ver­leumder. Seine Kinder sind die allerungezägensten und frechsten im ganzen Dorf, man müßte gegen sie die Rute und gegen den Vater den Stock gebrauchen."

Aber der Baron wehrte ab.Laß sie, wir wollen kein Wort mehr über sie verlieren."

Kaschke aber erzählte, wie der Bauer Graumann Partei für den Baron ergriffen habe, und erzählte auch, daß man glaube, der Baron wolle ein Fräulein von Selnitzka aus Groß-Rauschen heiraten.

Darüber brach nun der Baron in ein helles Lachen aus.Jadwiga oder Klementine?" fragte er lustig. Die eine 40, die andere 42 Jahre. Verblüht und ge- fallsüchtig, keinen heilen Strumpf am Fuß und nie einen Pfennig in der Tasche, liederlich von oben bis unten Da könnte ich mehr an Schulden bezahlen, als mir die