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W- Fernsprecher Nr. 8. *^s
ür. 141. Sm<W t« 2t. Wm>« 1913.
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Amtlicher Teil.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorstände, welche mit der Ablieferung der anteiligen Kosten für Beschaffung der Formulare zur Steuerveranlagung pro 1904 im Rückstände sind, werden ersucht, den fälligen Betrag innerhalb 3 Tagen an das Steuerveranlagungs-Bürean (im Stift 671 n) abzuliefern.
Hersfeld, den 28. November 1903.
Der Vorsitzende der Veranlagungs-Commission
I. III 2463. Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rat.
Bei Prüfung der Kontrol-Auszüge und der Zu- und Abgangs-Listen über Staats st euer Zu- und Abgänge hat sich ergeben, daß die A u f st e l l u n g der Kontrolauszüge durch die Ortsvorstände oft nicht derart erfolgt ist, daß die gemachten Eintragungen ohne weiteres in das Notizregister übernommen werden können. Die Aufstellung und besonders die Begründung der Zu- und Abgänge läßt häufig zu wünschen übrig und macht ost wiederholte Rückfragen erforderlich.
Um den Ortsvorständen die Anfertigung der Kontrolauszüge zu erleichtern, ist von dem Königlichen Steuer- Sekretär Kunze in Glatz ein kleines Handbuch zur fachgemäßen Aufstellung derKontrolaus- züge herausgegeben worden. Das betr. Buch ist unter Abstandnahme von der Anführung jeglicher Bestimmungen derart angefertigt, daß darin nur den gesetzlichen Bestimmungen genügende praktische Beispiele ausgenommen worden sind. An der Hand dieses Buches wird den Ortsbehörden eine vorschrifts- und sachgemäße Anfertigung von Kontrolanszügen leicht ermöglicht.
Der Preis des Buches beträgt nur 75 Pfennig e. Diejenigen Herrn Bürgermeister, welchen die Beschaffung des erwähnten Buches erwünscht ist, wollen dies innerhalb 14 Tagen zu meiner Kenntnis bringen, Damit das weitere von hier aus. veranlaßt werden kann.
r Der Vorsitzende der Veranlagungs-Commission
III2455. Freiherr von Schleinitz,
« Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 24. November 1903.
Der Gemeindebezirk Asbach wird mit Gültigkeit vom 1. Dezember 1903 ab anderweit wie folgt in zwei Schaubezirke eingeteilt:
I. Bezirk:
(Schlachtviehbeschauer Andreas Orth.)
Von Haus Nr. 1 bis einschließlich 49 und den Eichhof mit Eichmühle.
II. Bezirk:
(Schlachtviehbeschauer Bürgermeister a. D. C. Nuhn.)
Von Haus Nr. 50 bis einschließlich Haus Nr. 93.
I. 8194. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rat.
Hersfeld, den 24. November 1903.
Unter der Schafheerde des Schäfers Ortwein in Hersfeld ist die Räude ausgebrochen. I. 8261. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Nichtamtlicher Teil.
Politischer Wochenbericht.
Was nach den Wahlmänner-Wahlen zum preußischenAbgeordnetenhausezu erwarten war, ist durch die Abgeordnetenwahlen bestätigt worden. Die zweite preußische Kammer wird beinahe ebenso zu- sammengesetzt sein wie bisher. Der von den Demokraten mit großer Zuversicht angekündigte Ruck nach links ist ausgeblieben; man könnte eher von einem Ruck nach rechts sprechen. Eine trübe Katzenjammer-Stimmung liegt über den Sozialdemokraten. Da» ist begreiflich; denn kläglicher konnten sie nicht abschneiden. Ihrem Unmuts über die fehlgeschlagenen Hoffnungen suchen sie jetzt durch Schimpfen auf das Dreiklassen-Wahlsystem Luft zu machen; als ob sie nicht vorher gewußt hätten, wie man in Preußen wählt. Erfreulich ist, daß sich kein freisinniger Wahlmänner-Körper hat bereit finden lassen, dem Abgeordnetenhause das Danaer-Geschenk eines Sozialdemokraten zu bescheren. Die Freisinnigen, die einem Bündnisse mit der Umsturzpartei das Wort ge- redet hatten, haben ihre gerechte Strafe erhalten: sie sind durchgefallen.
Wann das preußische Abgeordnetenhaus seine Arbeiten beginnen wird, weiß man noch nicht. Dagegen steht es nunmehr fest, daß der im Juni gewählte Reichstag am nächsten Donnerstage feine Pforten öffnet. Große Teile des Etats sind bereits bekannt gemacht. Zu den Borlagen, die bem Reichstage zugehen werden, gehören, soviel man weiß, das Militärpensionsgesetz, die Börsen- gesetz-Novelle, das Gesetz wegen der kaufmännischen Schiedsgerichte, das Automobil-Polizsi-Gesetz und der Entwurf zur Entschädigung unschuldig Verhafteter. In- wieweit die Handelsverträge zur parlamentarischen Genehmigung fertig werden, ist noch nicht abzusehen. Zu den ersten Aufgaben des Reichstages dürfte die Ver. längerung des Handels-Pcovisorium» mit England gehören.
Im Auslande ist die parlamentarische Maschine schon im Gange. Großes Aufsehen hat das Rede-Duell TiSza- Körber weit über die Grenzen Oesterreich-Un» garns erregt. Der österreichische Ministerpräsident, v. Körber, hatte im Wiener Abgeordnetenhause auch dem Ausgleich mit Ungarn, besonders in der Armsefrage, warm empfundene Worte gewidmet. Tags darauf sprach der ungarische Ministerpräsident, Graf Tisza, im Pester Abgeordnetenhause in einer gesucht verletzenden Form seinem österreichischen Kollegen jedes Recht ab, sich in die ungarischen Angelegenheiten zu mischen und be- sonders um die ungarische Armee zu kümmern. Daß solche Zwischenfälle die Einigkeit der beiden Reichs- Hälften nicht fördern, liegt auf der Hand, und es ist
lediglich der monarchischen Staatsform zu danken, daß das allgemeine Vertrauen zu Oesterreich-Ungarn trotz aller Wirren unerschüttert ist. Hoffentlich wird es der monarchischen Gewalt auch gelingen, bald mit starker Energie einen Ausweg aus dem jetzigen parlamentarischen Tohuwabohu zu finden. Bereits hört man, daß in Wien und Pest mit Italien über einen Handelsvertrag verhandelt wird, auch ohne daß ein neuer autonomer Zolltarif vorher festgestellt ist. Dies Beispiel könnte auch an andern Stellen Nachahmung finden. Freilich bleibt dann immer noch die ungeheure Schwierigkeit bestehen, den Ausgleich zwischen beiden Reichshälften neu abzuschließen.
Auch in F r a n k r e i ch ist das Parlament der Schauplatz interessanter Verhandlungen gewesen. Die General- Debatte über die französische auswärtige Politik hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß bei unsern westlichen Nachbarn der Rache-Gedanke nach wie vor lebendig ist. Die Franzosen wollen zwar Schiedsgerichte einsetzen und abrüsten, aber nur unter der Voraussetzung, daß sie vorher Elsaß-Lothringen zurückerhalten. Wir werden also unser Pulver trocken halten müssen. Im übrigen wurde in der französischen Deputierten-Kammer viel von der „Extratour Italiens mit Frankreich" gesprochen, und der ehemalige Kammer-Präsident Deschanel bezeichnete es als die Hauptaufgabe der französischen auswärtigen Politik, Rußland und England einander zu nähern. Dieser Plan wird indeß wohl ein frommer Wunsch bleiben. Man müßte blind sein, um nicht zu sehen, daß die Interessen Rußlands und Englands überall zuwiderlaufen.
Lehrreich in dieser Beziehung ist die Expedition des indischen Vizekönigs, Lord Curzons, in den persischen Golf und noch mehr sein Unternehmen gegen Tibet. Beides richtet sich gegen Rußland. Während dieses in Ostasien und am Balkan festgelegt ist, will England seinen Einfluß in den Ländern am persischen Meerbusen und in Mittelasien erweitern. Der Augenblick ist entschieden günstig. Rußland kann den Engländern nicht in den Arm fallen und muß ingrimmig zusehen, wie diese sich in einer Gegend festsetzen, die es bereits als seine eigene Domäne betrachtet hatte.
Advent.
Wir stehen im Advent, an der Türe des Kirchenjahres, das uns wieder grüßt mit seiner frohen Botschaft. Es ist das christliche Kirchenjahr eine der edelsten Blüten des christlichen Geistes. Denn wie der Geist des Christentums den Stein durchdrang und herrliche Kirchen und Dome schuf, wie er des Toner sich bemächtigte und die ergreifenden Choräle und die Kirchenmusik schuf, so hat dieser Geist des Christentums sich auch der Zeit bemächtigt und hinein in das Jahr, in die Wochen, und die Sonntage das Bild Christi gezeichnet und so das Kirchenjahr geschaffen. Wie lieblich ist's doch, daß im Kirchenjahr ein Band der Gemeinschaft vorhanden ist, das die ganze Christenheit umschlingt. In Nord und Süd, in Ost und West, zu Lande und auf dem Meere, in der Kirche und zu Hause werden die Herzen der Christen von denselben göttlichen Gedanken, Worten und Taten bewegt, wie sie in den Texten des Kirchenjahres ausgesprochen sind; ja selbst wo eins auf dem Krankenlager einsam liegt und es gedenkt: heute feiert man Advent in der ganzen Christenheit auf Erden, so ziehen damit all die Klänge vom Gotteshaus ins stille Kämmerlein herein und tragen etwas vom Gruß aus der Gemeinschaft der christlichen Kirche bei sich.
Ein Prophetenwort reicht uns zum Beginn des neuen Kirchenjahres unser Text, Jeremios 31, 31, dar. In den Weissagungen reicht sich altes und neues Testa- ment die Hand.
Für uns ist erfüllt, was dem Volke Israel durch Prophetenwort in unserer Epistel verheißen war: Ich