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«^ Fernsprecher Nr. 8. -$$

Sr. 21. Lsmerftiz itn 18. Febriiar 1904.

Amtlicher Teil.

Hess. Nass. landw. Berufs-Genossenschaft

Sektion Hersfeld.

Tageb. Nr. 595.

Hersfeld, den 16. Februar 1904.

Die Herren Bürgermeister derjenigen Gemeinden des Kreises, in welchen Feldhüter im Jahre 1903 vor­handen waren, haben die in dem Ausschreiben vom 24. November 1902 I. A. Nr. 3708 (Kreisblatt Nr. 140) er- wähnte Lohnnach Weisung zu welcher ein For­mular von hier bezogen werden kann noch umgehenv hierher einzureichen.

In der Nachweisung ist außer dem gezahlten Lohn auch die Zeit anzugeben, für welche der Feldhüter bestellt war.

Freiherr von S ch l e i n i tz.

Hers seid, den 15. Februar 1904.

Die in der Gemarkung Philippsthal neben der Hers- feld-Vacha'er Landstraße zwischen Stat. 25,5 26,1 und 24 im sog. alten Wäldchen stehenden Buchen sollen znr Freilegung von Gelände zum Bahnbau in der Zeit vom 17. Februar bis 24. Februar d. Js. gefällt werden.

Der Durchgangsverkehr auf der Landstraße wird für diese 'Zeit gesperrt und der Verkehr über Philippsthal- Weidenheim - Vacha geleitet werden, was ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringe.

A. 603. Der Königliche Landrat

"Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rat.

Berlin, den 19. November 1903. Bekanntmachung.

Die Zinsscheine Reihe III. N r. 1 biß 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidierten 3Va vormals 4prozentigen Staatsanleihe von 1884 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1904 bis 31. Dezember 1913 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 1. Dezember 1903 ib von der Kontrolle der Staatspapiere in Berlin 8. W. 68, Oranienstraße 92/94, werktäglich von 9 Uhr vor. mittags bis 1 Uhr nachmittag», mit Ausnahme der drei

All verlillllgMlllllles Blatt.

Erzählung von A. v. Liliencron. (Fortsetzung.)

Pletten fand nicht gleich eine Antwort.

Euer Durchlaucht sind durch die Unglücksfälle des siebenjährigen Kriege» siegreich und ruhmreich hindurch, gegangen, so wird e« auch hier sein," ermutigte er.

Der Herzog schüttelte trübe den Kopf.

Ich vertraue dem Glück nicht mehr und erwarte keine Gunstbezeugung von dieser launischen Göttin," entgegnete er nicht ohne Bitterkeit.Aus diesem Grunde will ich nichts dem Zufälle überlassen, sondern werde alles so einleiten, daß der Erfolg nicht fehlen kann." Er machte eine kurze Bewegung mit der Hand, ein Zeichen, daß er da» Gespräch abzubrechen wünschte.An Schreckenstein« Witwe werde ich selbst schreiben," fügte er weicher hinzu.Die Brieftasche bringen Sie ihr später persönlich, und erzählen Sie ihr dann, was Sie etwa noch über den Tod diese» braven Offiziers er­fahren haben werden."

Pletten war entlassen. Noch ein dienstlicher Gruß, und der Graf wandte sich zur Tür. Dann wurde er zurückgerufen.

Sie tragen den Arm in der Binde - Sie sind ver­wundet ?" fragte der Herzog.Wann? Wo?"

Beim Nachtmarsche durch eine Kugel au« dem Hinterhalte, die hart an Schreckenstein vorbeisauste und mich traf," lautete die Antwort.

letzten Geschäftslage jede« Monat», ausgereicht werden.

Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrolle der Staatspapiere am Schalter in Empfang zu nehmen oder durch die Regierung» Hauptkaffen, sowie in Frank­furt a./M. durch die Kreiskasse zu beziehen. Wer die Empsangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat ihr persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Ab- Hebung der neuen Reihe berechtigenden Erneuerungs- scheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unent­geltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerierte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichnis einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.

Durch die Post sind die Erneuerungsscheine an die Kontrolle der Staat-papiere nicht einzusenden, da diese sich in Bezug auf die ZinSscheinauSreichung mit den Inhabern der Schein« nicht in Schriftwechsel ein- lassen kann.

Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkassen beziehen will, hat dieser Kasse die Erneuerungsscheine mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichnis wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinrscheine wieder abzuliesern. Formulare zu diesem Verzeichnisse sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den König- lichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der ge­nannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen. I 2367.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. gez. Unterschrift.

*

Cassel, den 26. November 1903.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben be­zeichneten Formulare von der hiesigen Regierung«-

Der Feldmarschall sagte nicht». Seine klugen Augen ruhten gedankenvoll auf dem jungen Offiziere, dann er. klärte er:Ich kenne Sie durch Schreckenstein und glaube, nicht falsch zu urteilen, wenn ich sage, hätte es in Ihrer Macht gelegen, Sie hätten auch jene letzte Kugel willig für den Freund aufgefangen."

Eine Bewegung, die er nicht bemeistern konnte, zuckte über de» Grafen Gesicht. Auch des Herzogs Augen schimmerten feucht. Er nickte Pletten wohlwollend zu.

Ich weiß genug. Sie sind opferfreudig und tapfer, besonnen und pflichtgetreu. Aus solchem Holze schnitzt man die Männer, die man im Heer und im Leben brauchen kann. Pflegen Sie Ihre Wunde, und erhalten Sie dadurch der Armee einen tüchtigen Offizier. Sie braucht solche Leute. Und nun, Gott befohlen!"

Sechste« Kapitel.

Der Feldzug 1793 wurde eröffnet. Die Armee sollte nach Kaub marschieren und dann zwischen dieser Stadt und Bacharach auf einer Pontonbrücke über den Rhein gehen.

Der König kam am 21. März mit der ersten Kolonne bei Kaub an und ließ die Truppen an sich vorbei über die Brücke marschieren. Der Herzog selbst ging mit der Avantgarde über den Rhein. Seine Stirn war um. wölkt, und wortlos ritt er mit seinem Gefolge den Truppen voran, die im Vorrücken blieben. Kaum daß der neue Feldzug sich zu entwickeln begann, so wurden Karl Ferdinand« wohlüberlegte Entschlüsse über den Haufen geworfen, und er in ungewollte Bahnen ge-

Hauptkasse und den Kleiskassen unsere« Bezirk« verab- reicht werden.

K. 2389. Königliche Regierung. Trott zu S 0 l z.

Nichtamtlicher Teil.

Der Krieg zwischen Japan und Nutzland.

Das Schicksal de« von Wladiwostok ausgelaufenen russischen Kreuzergeschwaders, das angeblich die Aufgabe hat, sich mit der Panzerflotte in Port Arthur zu ver­einigen, zieht das allgemeine Interesse mehr auf sich als die noch unverbürgten Fortschritte bet japanischen Operation gegen Port Arthur. So viel steht fest, daß da« unter dem Befehl beS Kapitäns Reitzenstein stehende Wladiwostok-Geschwader von der japanischen Flotte noch nicht gesichtet worden ist.

Petersburg, 15. Februar. Ein Telegramm der Statthalter« Alexejew vom heutigen Tage meldet, daß nach telegraphischer Mitteilung ihres Chefs des Kapitäns Reitzenstein, die Kreuzerabteilung unweit ba ts^ugarifchsn Straße einen Dampfer vernichtete und drei Tage lang einen starken Sturm bei 9 Grad Kälte und Schneegestöber aushielt. Der Feind sei der Abteilung nicht begegnet. General Pflug meldet aus Port Arthur von heute: Im Laufe des gestrigen Tages war die Lage in Port Arthur unverändert. Aus Jukau verlautet gerüchtweise, die Japaner bereiteten die Landung bei Tschinustao vor. Von der Grenzwache ist eine Meldung eingegangen, daß gestern unweit der Station Schahepu auf der Hsinmin- tuner Poststraße eine reitende Patrouille sichtbar wurde, die man wegen ihrer Tracht für eine japanische hielt. Eine gleiche Meldung liegt auch von der Station Fujatun vor. Wie die Nachforschungen ergeben haben, haben keinerlei japanische Panzerschiffe auf der Reede Tadungon gelegen.

London, 15. Februar. Der St. James' Gazette wird aus Kobe telegraphiert, die japanische Regierung sei zu den schärfsten VergeltungS-Maßregeln für den russischen Angriff auf die beiden unbewaffneten japanischen Handelsschiffe, von denen eines in den Grund gebohrt wurde, entschlossen. Japan hatte den russischen Handels-

drängt. Finsteren Blickes sah er auf die Höhen von Bacharsch, auf denen er mit der Avantgarde halte Posto fassen wollen, um dort die Ankunft der Armee abzu- warten und ihre Stellung zu decken. Seine Feinde aber halten den König gegen diesen Plan eingenommen, und der allmächtige Mannstein hatte es sogar durchzu- setzen gewußt, daß der Versuch des Herzogs, den König in dieser Angelegenheit zu sprechen, fruchtlos blieb. Mannstein verstand es, dem Herzog den Weg zu feinem Monarchen zu verlegen.

Der Feldmarschall biß sich auf die Lippen, als er daran dachte. Er sehnte sich danach, seinen trüben Ge­danken zu entfliehen. Nicht rückwärts, nur vorwärts wollte er blicken, und was sich vor leinen Augen jetzt entwickelte, nahm auch sofort feine ganze Aufmerksam­keit in Anspruch. Rasch wandte er sich an die Herren seines Gefolges.

Der Feind verstärkt sich und fährt Kanonen auf," sagte er,unsere Batterien müssen sich fertig halten zur Antwort, sobald sie da drüben das Feuer beginnen."

Er schickte die Adjutanten in verschiedenen Richtungen mit seinen Aufträgen weg. Dann gebot er Pletten, den er sich, als der Feldzug eröffnet wurde, zum Ordonnanzoffizier erbeten hatte:Sie werden mich be. gleiten, Gras!" Seite an Seite jagte er nun mit diesem zur Stellung der Vorposten, die schon lebhafte Schüsse mit dem Feinde wechselten. Die Kugeln schlugen rechts und links ein, und Pletten wagte die Bitte, daß der Feldmarschall sich doch nicht so sehr der Gefahr aus- setzen möchte. Der Herzog, vollkommen ruhig, einzig