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HersWer KreisblM
x Gratisbeilagen: „Jllustrirtes Sonntagsblatt" und „Jllustrirte Landwirtschaftliche Beilage.^
X3? Fernsprecher Nr. 8. -^
Sr. 26. AtOs hu 1. März 1901
Amtlicher Teil.
Casiel, den 22. Februar 1904.
Unter Bezugnahme aus die Vorschriften im § 5 be* EnteignungSgesetzes vom 11. Juni 1874 und § 150 des Zuständigkeit-gesetze« vom 1. August 1883 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Genehmigung zur Vornahme von Vorarbeiten für eine Kleinbahn von Hersfeld über Schenklengsfeld nach Heim- boldshaufen erteilt ist.
An Ortschaften, welche durch die Bahn aufgeschlossen werden, kommen in Betracht: Oberrode, Kathus, Sorga, Malkomes, Dünkelrode, Echenkfolz, Conrode, Landershausen. Unterweisenborn, Schenklengsfeld, Oberlengsfeld, Hilmet, Motzfeld, Hillartshausen, Laulenhausen, Unterneurode und Ausbach.
Die beteiligten Grundbesitzer des diesseitigen Bezirks sind gehalten, das Betreten ihrer Grundstücke zu dem Zwecke zu gestatten.
Namens des Bezirksausschusses.
Der Vorsitzende. J. V.: gez. Piutti.
* * •
Wird veröffentlicht. HerSfeld, den 26. Februar 1904.
Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer RegierungS-Rat.
HerSfeld, den 25. Februar 1904.
Vom 1. April b. Js. ab wird an der Schule zu Schenklengsfeld eine Lehrerstelle frei. Das Einkommen derselben besteht neben freier Wohnung in 1100 Mark Grundgehalt und der Dienstalterszulagen Einheitssatz beträgt 130 Mk.
Bewerber wollen ihre mit den erforderlichen Zeugnissen versehene Meldungsgesuche bis zum 18. März d. Js. bei dem Königlichen Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Schenk in Schenklengsfeld oder dem Unterzeichneten einreichen.
Der Schulvorstand von Schenklengsfeld: Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrat, Geheimer Regierungs-Rat. I. 1128.
Hersfeld, den 26. Februar 1904.
Soweit solches nicht bereits geschehen sein sollte,
An mßiMMllts Blatt.
Erzählung von A. v. L i l i e n c r o n.
(Fortsetzung.)
Achtes Kapitel.
Der Sieg bei Kaiserslautern war so entscheidend gewesen, daß der Feind nicht die geringste Begierde zeigte, einen zweiten Versuch des Angriffs zu wagen. Den Be- fehlen des Herzogs von Braunschweig zufolge wurde die Stellung bei Kaiserslautern nach der Schlacht in kräftigen Verteidigungszustand gefetzt. Karl Ferdinands Vorsicht wirkte auf alle übrigen Punkte der preußischen Stellungen, und die rastlose Tätigkeit des Erbprinzen von Hohenlohe versäumte weder Zeit noch Mittel, um die schon von Natur starken Befestigungen bei Sarenstal und beim Lindbronner Schloß durch Kunst noch unangreifbarer zu machen. Die gleiche Tätigkeit belebte den Generalleutnant von Courbi^re, der bei Bobental kommandierte, und den Oberst von Götze, dessen Brigade die Scheer- höhle besetzt hatte. Karl Ferdinand war in gehobener Stimmung.
»So, jetzt soll der Feind nur kommen und zwar ein recht übermächtiger," meinte er schmunzelnd, „wir werden ihn mit blutigem Kopfe heimjagen und ihm die Trefflichkeit in Wahl und Einrichtung unserer Stellungen beweisen. Kein Punkt ist vernachlässigt oder sich selbst überlassen."
haben die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises von denjenigen Militärpflichtigen ihrer Gemeinden, welche sich zur Stammrolle gemeldet, bezw. sich dahier zum Ersatz Geschäft zu stellen haben, die Loosungs- scheine alsbald einzuziehen und mir dieselben mit einem namentlichen Verzeichnis umgehend ein - zureichen.
J. I. 739. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
HerSfeld, den 23. Februar 1904.
Auf Grund des § 50 der Ausführung-bestimmungen betreffend die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, einschließlich der Trichinenbeschau vom 20. März 1903 hat der Herr RegierungS-Präsident angeordnet, daß sämtliche im Regierungsbezirke Cassel gegenwärtig an einem öffentlichen Schlachthause oder überhaupt als Trkchinenschauer amtlich tätigen Personen, welche nicht bereits nach den neuen Bestimmungen ausgebildet und geprüft oder nicht schon die Nachprüfung des § 9 der Prüfungsvorschriften für die Trichinenschauer bestanden haben, dieser Nachprüfung sich noch im Laufe der Jahres 1904 zu unter- ziehen haben.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden veranlaßt, die hierunter namhaft gemachten Trichinenbe- schauer auf die vom Herrn Kreistierarzt anberaumten Termine Morgen» 9 Uhr in da« hiesige städtische Schlachthaus zur Nachprüfung vor - z u l a d e n.
Mitzubringen ist das Mikroskop, Trichinenschaubuch sowie die Prüfungsgebühr von vier Mark.
I. 1060. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungü-Rat.
*
1) Am 3. März d. Js.: Die Trichinenschauer im hiesigen Schlachthaus: August Altenburg, Ernst Andrä, Johannes Dömich, Ferdinand Heer, Johanna Hoßfeld, Anna Krahl.
2) Am 7. März d. I».: Justus Schmidt aus Allen- dorf, Nuhn aus Asbach, Jakob Schmidt aus Aua, Heinrich Sitzmann aus Auebach, Jakob Glebe aus Beier-hausen, George Wenk aus Bengendorf.
3) Am 9. März d. Js.: Orth aus Asbach, Kehl aus Biedebach, Mohr aus Conrode, Reinmüller aus
„So ausgedehnt auch der Postierungskordon von Lautereck bis Forllouis ist, alles hängt wie Ringe einer starken Kette aneinander, alles unterstützt sich wechselseitig," stimmte Pletten erfreut bei.
Der Herzog wurde ernster. „Die längste Linie ist von den Preußen besetzt,' und dort kann man ruhig sein," sagte er, „aber der kleinere Teil, den die österreichischen Truppen inne haben, bei Lembach, Matschtal, Fröschweiler, da ist mir die Sache nicht geheuer. Geschieht ein Unglück, so passiert es auf jenem Fleck."
„Davor bewahre uns Gott, daß wir durch unsere Alliierten in eine böse Lage geraten," ereiferte sich Pleiten. „Euer Durchlaucht haben so umfassende Verteidigung-arbeiten durchführen lassen, daß eine feindliche Ueberrumpelung doch wohl ausgeschlossen ist."
Karl Ferdinand zuckte die Achseln.
„Ich werde morgen nach Bergzabern reiten und dem Grafen Wurmser den dringenden Rat geben, Hagenau und das Ufer der Moder zu verlassen und die bessere Stellung hinter der Sauer zu wählen." Er machte eine kurze Pause, strich mit der Hand über die Augen und sagte dann in verändertem Tone: „Sie kennen mich ja, ich bin ein Schwarzseher geworden, also lassen wir das. Ich habe einen Auftrag für Sie, Pletten. Sie werden als Kurier nach Berlin reifen und Majestät von hier Briefe und Berichte mitbringen. Am 18. Dezember können Sie dort sein. Die Rückkehr eilt nicht, denn ich wünsche, daß Sie den 22. und 24. Dezember in Berlin sind, um Majestät meine Glückwünsche auszusprechen zum
Friedewald, Hahn aus Friedlos, Otto aus Frielingen.
4) Am 14. März b. J-.: Eichennauer aus Friede- wald, Sumerer aus Frielingen, Fink aus Gershausen, Heiderich aus Gethsemane, Croll aus Gittersdorf, Kehl aus Goßmannürode.
5) Am 17. März d. Js.: Schwalm aus Gersdorf, Wiegand aus Harnrode, Schmauch aus Hattenbach, Grau aus Heddersdorf, Schade aus Heenes, Brandenstein aus Heimboldshausen.
6) Am 21 März d. Js.: Gerke aus Hattenbach, Sippel aus Herfa, Engelhardt aus Heringen, Münzel aus Hillartshausen, Schäfer aus Hilperhausen, Eckhardt aus Kalkobes.
7) Am 24. März d. Js.: Deiseroth aus Hilmes, Gast aus Holzheim, Rügsr aus KathuS, Hellwig aus Kemmerode, Both aus KerSpenhausen, Stange aus Kirchheim.
8) Am 28. März d. Js.: Grebe aus KerSpenhausen, Ruppel aus Kirchheim, Brill 3r aus Kleinensee, Katz- mann aus Kohlhausen, Faust aus Kruspi», Bücking aus Landershausen.
9) Am 30. März d. Js.: Baumgardt aus K'eba, Malkmes aus Laulenhausen, Deiserolh 6r aus Leu ers, Klotzbach aus Malkomes, Möller aus Meckbach, Schäfer aus Mengshausen.
10) Am 7. April d. Js.: Rohrbach aus Mecklar, Jäger aus Motzfeld, Schuchard aus Niederaula, Stein- berger aus Niederjossa, Opfer aus Obergei», Braun aus Oberhaun.
11) Am 11. April b. I».: Bickhardt aus Niederaula, Nuhn aus Niederjossa, Walpert aus Obergeis, Ritz aus Petersberg, Eibert aus Philippsthal, Vaupel aus Reckerode.
12) Am 14. April d. Js.: Nuhn aus Niederaula, Wiegand aus Philippsthal, Klomp aus Reilos, Paul aus Rotensee, Klee aus Rotterterode, Ries aus Schenk- lengsfeld.
13) Am 18. April b. Js.: Richter aus Niederaula, Hahn aus Rohrbach, Schüler aus Schenklengsfeld, Proetzsch aus Sieglos, Weppler aus Solms, Heinz aus Sorga.
14) Am 21. April b. Js : Witzel aus Stärklo», Rödiger aus Tann, Vaupel aus Untergeis, Groscurth aus Unterhaun, Rüger aus Unterweisenborn, Zinn aus Widder-Hausen.
15) Am 25. April d. Js.: Koch aus Wehrshausen,
Einzüge und zur Hochzeit des hohen Brautpaares." „So werde ich am Abend des 24. Dezember die Rückreise antreten," lautete Plettens Antwort.
Der Herzog lächelte und nickte ihm gütig zu, „etwas anderes hab« ich nicht von Ihnen erwartet," erklärte er. Plettens Weg führte über Koblenz. Er war Tag und Nacht gefahren, um es zu ermöglichen, dort einen Ruhetag machen zu können. Jetzt hielt fein Wagen vor dem Pfarrhause vop Sassenheim. Jungfer Anna Rosine öffnete die Tür. Sie sah blaß und verweint aus und noch hagerer als sonst in dem schwarzen Trauerkleide.
„Es ist hier doch kein Unglück geschehen?" Die gnädige Frau . . ." entfuhr es dem Grafen in angstvoller Hast, während fein Blick voll gespannter Unruhe an Jungfer Anna Rosine hing. Dies« fuhr mit der Schürze über die Augen.
„Kreuz und Leid reißt bei uns nicht ab," murmelte sie. „Vor acht Tagen haben wir unsern Herrn Pfarrer begraben."
„Ich weiß, daß Sie seit zwanzig Jahren dem lieben verewigten Herrn den Haushalt führten," sagte darauf Pleiten, „daher werden Sie wohl wissen, ob nicht irgend ein Anverwandter lebt, der die vereinsamte kleine Familie aufnehmen würde. Ich habe über einen Tag zu verfügen und könnte bei den Reiseeinrichtungen behülflich sein."
Anna Rosine wiegte sich von einem Fuße auf den anderen. Sie schien unschlüssig, was sie sagen sollte.
„Sprechen Sie getrost," ermunterte Pletten, „Sie