Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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HersWer meisblatt.
Gratisbeilagen: „Jllustrirtes Sonntagsblatt" und „Jllustrirte Landwirtschaftliche Beilage",
«sr Fernsprecher Nr. 8. -$*
«r. 62.
SonnabtnÖ hi 2$. Mai
1901
Amtlicher Teil.
Unter Bezugnahme aus meine Bekanntmachungen vom 4. Mai, 26. September. 8. Oktober, 31. Oktober und 2. Dezember 1903 und vom 2. März und 22. April b. I«. bringe ich hierdurch jur öffentlichen Kenntnis, baß die Herren Minister de» Innern und her öffentlichen Arbeiten durch Erlaß vom 12. April d. Js III. 3240 M. d. ö. A. - .. k « c.c i na- 2297 M. d. I. iur Kennzeichnung der Krastfahr- zeuge für den Regierungsbezirk Stade die weiteren Nummern 8 1501—1600 überwiesen haben. (A. II. 6224.)
Caffel am 6. Mai 1904.
Der Regierungspräsident. I. V.: M e j e r.
Hersfeld, den 16. Mai 1904.
Bon dem „Kaiser-Wilhelm-Dank", Verein der Sol- datenfreunde zu Berlin, Linkstraße 11, iß eine Zeitschrift »Die Polizei" begründet worden, welche sich unter Vermeidung jeder Agitation die Aufgabe stellt, die Polizeibeamten über ihre dienstlichen Aufgaben zu unterrichten und ihren Gesichtskreis zu erweitern.
Da diese Bestrebungen für die Polizeiverwaltung von Interesse sind, mache ich auf die Zeitschrift aufmerksaüi.
Die Zeitschrift erscheint vierzehntäglich und kann durch die Post aber den Buchhandel zum Preis« von 1,50 Mark vierteljährlich (von der oben genannten Ge-
Saatenftand um die Mitte der Monate» Mai 1904 im Kreise Hersseld.
Begutachtungsziffern (Norm): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 = gering, 5 = sehr gering.
(Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirtschaft rc. sowie des Innern vom 16. November 1901 — I B C 9476 M. f. ß. — I b 3646 M. d. J. —)
Fruchtarten
Durchschnittsnoten für den
Anzahl der von
den Vertrauensmännern abgegebenen Noten
Staat
Regierungsbezirk Cassel
1
2
3
4
5
1—2
2—3
3-4
4—5
Winterweizen .... Sommerweizen . . . Winterspelz .... Wintetroggen.... Sommerroggen . . . Sommergerste.... Hafer...... Kartoffeln..... Klee....... Luzerne......
Wiesen......
Wird veröffentlicht.
Hersseld, den 25. Mc
2.4
2,5
2,3
2,5
2,7
2,5
25
2.8
2,5
2,6
2,6
ti 1904. D«
2,4
2,6
2,8
2,8
2,5
2.5
2.6
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Rat.
Nichtamtlicher Teil.
Politischer Wochenbericht.
Unmittelbar vor dem Psingstfeste ist der Sozialdemokratie die dritte Wahlniederlage beigebracht worden, nach Zschopau-Marienberg und Altenburg nunmehr auch Frank s u r t a. O.-L e b u s. In der Stichwahl wurde hier der frühere nationalliberale Führer Bassermann gegen den bis- beriaen sozialdemokratischen Mandatsinhaber Dr. Braun mit erheblicher Majorität gewählt. Die bürgerlichen Parteien ttaten am Tage der Stichwahl wie ein Blaun für Bassermann ein. ist dies ein hocherfreuliches Zeichen für das Wieder erwachen gesunden politischen Sinnes int Bürgertum, und ebenso erfreulich ist es, daß sich auch bei dieser Nachwahl wieder ein starker Rückgang der sozialdemokratischen (Stimmen bemerfbar gemacht hat. Dieser Rückgang deutet doch offenbar auf allgemeine Ursachen hin, unter denen wohl der „Jung brunneu des Dresdener Parteitages an erster Stelle zu nennen fern bürste. Sache des Bürgertums muß es sein, die günstige t-“9e m. ^r^m Umf für sich auszunußen und auf der ganzen Linie mit geeinten Kräften dem wankend ge- wordenen Gegner die Stirn zu bieten.
..... l11'^*6 ^ '" die Feierklänge des diesjährigen ?^"l?^berschallende Kriegslärm. Ins besondere gilt dies für O st as i en. Auch die Javaner haben l-Vthin die Ungunst des Schicksals erfahrem Das gleiche
schäftsstelle unter Kreuzband zum Preise von 1,80 Mark vierteljährlich) bezogen werden.
I. I. No. 2947. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS Rat.
Hersseld, den 16. Mai 1904.
In der Stadt Hersfeld ist die Schweineseuche aus- gebrochen.
I. I. 2988. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.
Hersfeld, den 16. Mai 1904.
Unter dem Schweinebekande des Metzgermeisters Peter Wolff zu Hersfeld ist die Rotlausseuche ausgebrochen I. 1. 2986. Der königliche Landrot
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungt-Rat.
Hersseld, den 19. Mai 1904.
Nach Mitteilung des Herrn Landrat in Rotenburg a/F ist die Räude unter den Schafen in Rengshausen erloschen und unter den Schafherden in Breitenbach a/F. ist die Räude au-gebrochen.
I. I. Nr. 3121. Der königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierung» Rat.
Schicksal, das vor einiger Zeit dem russischen Schiffe „Petro- pawlowsk" widerfuhr, ist nunmehr auch zwei japanischen Schiffen widerfahren. Der Kreuzer „Kasuga" stieß in dichtem Nebel bei Port Arthur gegen den Kreuzer „Joschino"; letzterer sank in wenigen Minuten, nur 90 Mann wurden gerettet. Am gleichen Tage stieß das Panzerschiff „Hatsuse" gegen eine russische Miene und sank ebenfalls. Im übrigen ist die Situation auf den, ostasintischen Kriegsschauplatze zur Zeit so unklar wie nur möglich. Sowohl von russischer wie von japanischer Seite wirb ausführlich über größere Gefechte auf der Halbinsel Liautung berichtet, in denen beide Teile gesiegt haben wollen. Bemerkenswert ist endlich das Auftauchen größerer russischer Truppmabteilungen in Korea, das man noch vor titriern von russischen Streitkräften gesäubert glaubte.
Auch in Südwestafrika nehmen die kriegerischen Operationen ihren Fortgang. Die Herero vermeiden es, sich unsern tapfern Truppen in offenem Kampfe zu stellen, und ziehen sich mit ihren Viehherden in entlegene Gegenden ober über die Grenze zurück. Major v. Estorff folgt mit seiner Kolonne dem Feinde, und dürfte der Vormarsch von Otjo sondu gegen Okamatangara gerichtet sein. Hierauf deutet unter anderm auch eine Nachricht über einen gelungenen Ueberfall hin, den Oberleutnant Böttlin, der Führer der der Kolonne zugewiesmen Bastard Abteilung, auf eine zwischen Okarutuo und Okamatangara gelegenen Hererowerft gemacht hat.
Der K o n f l i k t z w i s ch e n F r a n k r e i ch und b c m Vatikan hat zunächst zur Abberufung des französischen Botschafters Nisard geführt. Die antiklerikalen Kreise Frank
reichs drängen zu weitergehenden Maßnahmen, wie ftünbigung des Konkordats und Trennung der Kirche vom Staate. Doch liegt vorerst kein Grund zu der Annahme vor, daß die französische Regierung sich den sozialistisch-radikalen Treibern willfährig erweisen wird. Vielmehr verlautet bisher, daß sich die gemäßigten Mitglieder des Kabinets Combes entschieden gegen jeden über die Abberufung des französischen Bot< schasters beim Vatikan hinausgehenden Schritt ausgesprochen haben.
In der französischen Deputiertenkammer hat es kürzlich eine Heeresdebatte gegeben. Kriegsminister Andre erklärte, er werde keiner Vorlage zugänglich sein, die der Stärke des Heeres Abbruch zu tun geeignet wäre. In der gleichen Richtung aber bewegten sich auch die Darlegungen sämtlicher Redner aus dem Hause. Fragen der Wehrkraft gegenüber herrscht eben sowohl in Frankreich wie in England eine fast völlige Einmütigkeit der Volksvertretung. Wollte Gott, es wäre bei uns in Deuffchland ebenso.
Der Krieg zwischen Japan und Rußland.
Seit etwa zwanzig Tagen befindet sich jetzt da» Hauptquartier Kuroki», bei Befehlshaber« der ersten japanischen Armee, in Föngwantscheug, und nur kleinere Teile dieser Streitmacht hoben in der Zwischenzeit Verstöße nach Westen und Nordwesten gemacht. Andererseits hat sich General Kuropatkin bisher auf die Beobachtung und gelegentliche Zurückweisung solcher Unternehmungen beschränkt. Ueber die Tätigkeit der beiden anderen japanischen Armeen ist wenig Zuverlässige» bekannt geworden, und über die Vorgänge auf der eigentlichen Liautung Halbinsel bringen, nachdem die Verbindung mit Port Arthur wiederum gänzlich abgeschnitten ist, nur Gerüchte nach dem Norden.
Ein Augenzeuge berichtet über den Kampf nördlich von Takuschan am 20. Mai folgende«: Eine Kosaken- fotnie marschierte von Takuschan nördlich, al» plötzlich abend« in der Nähe bei Dorfe» Sithutschindse drei Schwadronen Japaner anrückten. Der Kommandeur der Sotnie Bekemischew kommandierte „Vorwärt»", worauf sich die japanische Kavallerie zurückzog. Im Vorgehen erst bemerkten die Russen zahlreiche japanische In« fanterie, die in einem Hinterhalt gelegen hatte. Die Japaner gaben ein lebhafte» Feuer ab. Bekemischew wurde schwer verwundet, ebenso zwei andere Offiziere und 30 Kosaken. — 20 Werst südlich von Föngwant- scheng ist das Lager einer japanischen Infanterie« Division a;bß Artillerie sestgestellt worden; ringsum sind ebenfalls Truppen verteilt.
Nach einer Meldung au» Tokio fanden die Japaner bei einer Rekognoszierung die Stellungen bei Kaiping von den Russen verlassen. Es wird ein Angriff auf die russischen Stellungen bei Kintschau erwartet, oder er ist schon im Gange. Die Japaner haben schwere Geschütze in Position gebracht. Die Russen sollen 30 größere und einige kleinere Geschütze haben. Es wird sein heftiger Widerstand erwartet, da die Besestigungen stark mit Minen, Drahtnetzen u. bergl. geschützt find.
Tschifu, 26. Mai. Eine Dschunke, bU Dalny am 23. b. Mts. verlassen hat, berichtet, die japanische Armee hätte Sanschilipu, die zweite Eisenbahnstation von Port Arthur, erreicht, wobei die Russen hartnäckig dem Vorrücken Widerstand leisteten. Es solle am 22. b. Mts. bei Sanschilipu eine 8 ch lacht statt- gesunden haben, deren Resultat noch unbekannt ist. Die Russen bei Talienwan seien bereit die Stadt beim Anrücken der Japaner zu zerstören. Nach den letzten zur Verfügung stehenden Nachrichten seien die bet Kintschou gelandeten Japaner an der Eisenbahn entlang im Vorrücken begriffen, während diejenigen, die in Pitsewo gelandet feien, an der Ostküste der Halbinsel entlang auf Dalny vorrücken. In der letzten Nacht wütete im Golf von Petschili ein heftiger Sturm.
Petersburg, 27. Mai. Ein Telegramm Alexe- jem» an den Kaiser vom 25. Mai lautet: Ich erhielt heute einen Bericht de» Admiral» Wittbost; Der Feind beschoß die Jntschendfibucht mit Kanonenbooten. Am