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JET Fernsprecher Nr. 8. -L»
«r. 61 Aechg ta 31. Mai M01
Amtlicher Teil.
Nachstehend veröffentliche ich die Nachweisung über die Ergebnisse der F r ü h j a h r s k ö r n n g der Zuchtbullen im Kreise.
Die Ortspolizeibehörden und die Königliche Gendarmerie haben st r e n g st e n s darüber zu wachen, daß die zur Körung nicht vorgeführten und die für untauglich befundeirenBullen zurNachzucht nicht verwendet werden.
Zuwiderhandlungen gegen die Polizei-Verordnung vom
17. Januar 1879 — Kreisblatt Nr. 8 — sind unnach- sichtlich zur Bestrafung zu bringen.
Hersseld, den 18. Mai 1904.
I. I. 3167. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Nachweisung über die Körung der Zuchtbullen im Frühjahr 1904.
Cy
Gemeinde.
Anzahl der
Bullen.
Namen der Eigentümer.
Datum der
Körung.
Resultate der Körung.
Bemerkungen.
Alter und Race der Bullen.
Farbe und Abzeichen.
Befund.
A. Körungsbezirk Hersfeld.
1
Hersfeld
1
OekonomOtto Schimmelpfeng
25/4.
18 Monate, Simmenthaler
Gelbschack
gut
2
Biedebach
1
Gemeinde
18 Monate, „
brauchbar
Besser futtern.
3
Friedlos
1
Landwirt Martin Strüber
18 Monate, „
PP
Besser futtern.
4
Kathus
1
Landwirt Johannes Paul
10/5.
18 Monate, „
PP
sehr gut
5
Mecklar
1
Gastwirt Johannes Claus
25/4.
16 Monate, „
Rotschack
brauchbar
6
Obergeis
1
Landwirt Valentin Reiffert
7/5.
2 Jahre, „
Gelbrotschack
unbrauchbar
Zum 1. Juli nochmal vorführen.
7
Rotensee
1
Landwirt Andreas Künne
9/5.
18 Monate, „
Gelbschack
noch unentwickelt
Wippershain
1
Landwirt Heinrich Bube
18 Monate, „
sehr gut
B. Körungsbezirk Niederaula.
1
Niederaula
1
Landwirt Johannes Rohrbach
27/4.
11/2 Jahr, Simmenthaler
Gelb mit weißen Flecken
recht gut
2
Frielingen
1
Gutspächter Karl Eschstruth
22/4.
0/4 Jahr,
n
sehr gut
3
1
do.
0/4 Jahr,
Weiß mit gelben Flecken
untauglich
4
1
do.
1V2 Jahr, Simmenthaler Kreuzung
Gelb mit weißen Flecken
gut
5
Goßmannsrode
1
Landwirt Jakob Ruhn
2 Jahre, do.
tauglich
Nur bis zur Herbstkörung für tauglich
6
Hattenbach
1
Landwirt Jakob Reuber
25/4.
2 Jahre, do.
PP
untauglich
erklärt.
7
1
do.
—
—
—
Konnte nicht vorgeführt werden.
8
Holzheim
1
Landwirt Adam Ellenberger
27/4.
0/2 Jahr, Simmenthaler
Gelb mit weißen Flecken
gut
9
1
Küfer Johannes Opfer
1 Jahr,
Weiß mit gelben Flecken
gut
10
Kerspenhausen
1
Landwirt Jakob Johs. Schenk
1 Jahr, Simmenthaler Kreuzung
Gelb mit weißen Flecken
Zurückgestellt bis zur Herbstkörung.
11
do.
1
Landwirt ValentinGrenzebach
2 Jahre, Simmenthaler
Weiß mit gelben Flecken
gut
12
bo.
1
do.
0/2 Jahr,
Gelb mit w eißen Flecken
sehr gut
13
Kirchheim
1
Gutspächter Wilhelm Hold
22/4.
0/2 Jahr,
gut
14
Kleba
1
Landwirt Heinrich Lipphardt
25/4.
0/2 Jahr,
gut
15
Mengshausen
1
Bürgermeister Wegfahrt
27/4.
0/2 Jahr, Simmenthaler Kreuzung
Weiß mit gelben Flecken
tauglich
16
Niederjossa
1
Gastwirt Ludwig Eyd
25/4.
2 Jahre, Simmenthaler
Gelb mit weißen Flecken
gut
17
do.
1
do.
0/2 Jahr, Simmenthaler
gut
18
do.
1
Müller Johs. Steinberg
0/2 Jahr,
gut
19
ReimboldShausen Willingshain
1
Landwirt Johs. Bornemann
22/4.
0/2 Jahr,
Weiß mit gelben Flecken
gut
20
1
Landwirt Heinrich Pfalzgraf
0/2 Jahr, „
Gelb mit weißen Flecken
tauglich
C. Körungsbezirk Friedewald.
1
Gethsemane Harnrode
1
Gemeinde
26/4.
O/a Jahr, Reinfranke
Dunkelgelb
gut gut
2
1
Landwirt Gustav Theune
22/4.
0/2 Jahr, Reinsimmenthaler
Gelbschack
Kleinensee
1
do.
0/4 Jahr, Simmenthaler Kreuzung
Gelbschack
gut
Noch zu jung.
1
Gutsbesitzer v. Krosigk
02 Jahr, 0/2 Jahr,
Hellgelb
nicht gut
4a
1
George Zierdt
Gelbschack
gut
5
Lautenhausen
1
Landwirt Heinrich Heiderich il
26"4.
0/4 Jahr,
Hellgelb
gut
D. Körungsbezirk Schenklengsfeld.
>
Musbach
1
Landwirt K. Gebauer
29/4.
2 Jahre, Simmenthaler
Gelbschack
untauglich
2
1
do.
l3/4 Jahr, Simmenthaler
PP
untauglich
3
Ransbach
1
Landwirt Asmus Burghardt
P/4 Jahr,
Halbschack
tauglich
4
Schenklengsfeld
1
Müller George Bein
0/2 Jahr,
Rotschack
tauglich
5
Wustfeld
1
Landwirt Johs. Heusner
30/4.
0/2 Jahr, „
Halbschack
tauglich
6
PhilippSthal
1
Landwirt Adam Kropp.
29/4.
0/2 Jahr,
Halbschack
tauglich
Hersseld, den 26 Mai 1904.
Der auf Donnerstag, den 9. Juni 1904 in der Stadt Fulda angesetzte Viehmarkt wird unter den seither bekannt gegebenen Bestimmungen abgehalten. Mit dem Austrieb darf um 6Va Uhr morgen« begonnen werden.
J. I. Nr. 3268. Der Königliche Landrat.
I. V.:
T h a m e r.
Nichtamtlicher Teil.
Der Krieg zwischen Japan und Rußland.
Die Niederlage der Russen bei Kintschau stellt sich als sehr bedeutend heraus. Sie haben auch ihre neuen rückwärtigen Stellungen räumen und stch in dem unmittelbaren Bereich der Festung Port Arthur zurückztehen müssen, wobei ihnen eine große Anzahl Ge- schütze verloren ging. Die Japaner haben aber den
Sieg mit sehr schweren Opfern erkauft; ihre Infanterie muß den Anlauf gegen die verderbensprühenden Feuer- schlünde mit rücksichtslosester Todesverachtung unternommen haben. Das Ergebnis des mörderischen Kampfes meldet folgende Nachricht:
Tokio, 28. Mai. Die Russ>n räumten auch die Bahnstation Nankwanling und zogen sich gegen Port Arthur zurück. Sie verloren im Verlaus der Kampfes fünfzig Geschütze verschiedenen Kalibers und vierhundert Tode. Die Japaner hatten einen Verlust von dreitausend Mann. Dies erregt hier keine Verwunderung, da die heldenmütigen Sturmangriffe auf die feindlichen Artilleriestellungen sechzehn Stunden gedauert haben.
London, 28. Mai. Nach allen hier vorliegenden Berichten war die Schlacht um den Nanschau-Hügel bet Kintschau äußerst heiß und blutig. Der Hügel war nach allen Regeln der Kunst aufs stärkste befestigt. Den ganzen Tag, vom ersten Dämmern an, nachdem das an sich unwichtige Kintschau besetzt war, raste der Kamps um jene Stellung. Die Japaner hatten nur leichte Feldartillerie gegen die zahlreichen schweren Geschütze der Ruffen, die in zehn mit Stacheldraht und Laufgräben
umgebenen Schanzen ausgestellt waren. Um 3 Uhr nachmittags gingen die Japaner mit ausgepflanztem Bajonett zum Sturm vor, aber eine Reihe nach der anderen wurde niedergemacht, immer wieder stürmten frische Truppen über die Haufen der Gefallenen. Endlich um 7 Uhr abends wurde der Hügel erobert. Die Ruffen zogen sich bei Einbruch der Nacht auf Nankwanling zurück, wo sie eine zweite Verteidigungslinie errichtet hatten. Ueber das Schicksal des rechten Flügel« der Ruffen fehlen bisher Nachrichten. Der Bahnhof von Tafangscheng (erste Station südlich Kintschau) sowie der Bahnhof von Kintschau selbst wurde von den Ruffen in die Luft gesprengt. Diese kämpften mit Todesverachtung und gaben die durch die japanische Ueberzahl unhaltbar gewordene Position in bester Ordnung auf.
Tokio, 28. Mai. Die dritte japanische Armee ist jetzt mit ihren Hauptkrätten bei Takuschan gelandet. Ihre Vorhut hat am 26. b. M. bereits Sinjen besetzt. Viele Transporte sind noch zur See unterwegs. In Japan glaubt da» Volk bestimmt, daß Port Arthur schon in den ersten Junitagen erobert werden wird. Auch die Ruffen in den neutralen Hasenplätzen meinen, die Festung werde sich nicht lange halten können.