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HeMer Keisblatt.
Gratisbeilagen: „Jllustrirtes Souvtagsblatt" nnd »Llluftrirte Landwirtschaftliche Beilüge". .__________________________________________ KS" F-rnspr-cher Nr. 8. ^F _____
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Amtlicher Teil.
Gaffel, den 28. Juni 1904.
Die Regierung» Hauptkasse hier habe ich angewiesen, den Standesbeamten des Bezirks die von dem Königlichen Statistischen Büreau zu Berlin festgesetzten Kopialien- Entschädigungen für die im Rechnungsjahre 1903 eingereichten Zählkarten über Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle zu zahlen.
Ich ersuche, die Standesbeamten Ihres Kreises hiervon mit dem Bemerken in Kenntnis zu setzen, daß, wenn die Abhebung der Beträge bei den betreffenden Kreis- rc. Kosten nicht binnen Monatsfrist erfolge, die Zustellung durch die Post portofrei erfolgen werde, soweit die Standesbeamten nicht am Amtssitze der Kasse selbst wohnen.
A. I. 4858. Der Regierungs-Prästdent
I. V.: (gez.) M ej e r.
An die Herren Landräte des Bezirks und an die Magistrate hier und in Hanau.
♦ * *
Hersfeld, den 5. Juli 1904.
Vorstehende Verfügung des Herrn Regierungü-Präst- deuten wird hierdurch veröffentlicht.
J. I. Nr. 4478. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rat.
Unter Bezugnahme auf die im Regierungsamtsblatte Nr. 17 vom 27. v. MtS. abgedruckte Polizeiverordnung des Herrn Oberpräsidenten vom 18. April b. Js. bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß für die Zuteilung des im § 1 der Verordnung bezeichneten Kennzeichens für auswärtige Kraftfahrzeuge folgende Verteil- ungSstellen eingerichtet worden sind:
1) Frankfurt a/M ain, Königliches Polizei-Prä- sidium, Neue Zeil 60, daselbst,
2) H o m b u r g v. d. H., Polizeiverwaltung im Stadthause daselbst,
3) Wiesbaden, Königliches Polizei-Präsidium, Friedrichstraße daselbst.
Die VerteilungSstelle unter Nr. 1 gilt als Zentralstelle ; bei ihr sind für die unter § 1 o. a. O. fallenden | nichtpreußischen Kraftfahrzeuge, die außerhalb des
Wer wet^ es?
Historischer Roman von F r. Ferd. C in b r i n i. (Fortsetzung.)
»Wünschst Du noch etwas?' fragte der Graf, ohne sich um,»wenden.
»Ich möchte gern" — Philipp hustete wieder — „ich möchte gern mit Ihnen wegen der Johanne Weber--"
Der Husten Philipp» wurde jetzt so stark, daß er den Satz nicht vollenden konnte. Der Graf lachte, trat aus den Diener zu, klopfte ihm mit der Rechten auf die Schulter und sagte:
»Alter Sünder, willst Du wirklich heiraten? Hast Du an der Amsterdamer Geschichte nicht — — doch lassen wir die Vergangenheit ruhen. Also diesmal hat'« Dir die Köchin angetan. Nun, ihre Kunst muß ich loben; ich stelle sie jedem französischen Koch an die Seite. Was weißt Du über ihr früheres Leben? Du weißt, nur ganz sichere Personen kann ich um mich dulden."
*0 , die ist sicher und gut wie Gold!" beteuerte Philipp.
»Unterschreibe ich noch nicht so ohne weitere»", meinte der Graf. »Noch ist sie nicht gründlich au«, probiert, hat noch nicht die Probe bestanden — doch «jabie mir kurz ihre Vergangenheit."
Philipp sagte mit dürren Worten, daß seine An- gebelete au» Hildburghausen stamme, woselbst noch ihre Mutter wohne, die von ihr unterstützt würde. »Sie
Regierungsbezirks Wiesbaden, also auch für diejenigen, die. im hiesigen Bezirk« betroffen werden, Erkennungs- Nummern zu beschaffen. (A. II. 7286.)
Cassel am 24. Mai 1904.
Der Regierungspräsident. Trott zu S o l z. *
Wird mit Bezug auf die diesseitige Bekanntmachung vom 28. April d. I«. — Kreisblatt Nr. 52 — zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
I. I. 3383. Der Königliche Landrat.
I. V.:
T h a m e r.
Hersfeld, den 9. Juli 1904.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises, welche mit der Erledigung meines Ausschreiben« vom 15. Juni cr. I I Nr. 3848 (Kreisbl. Nr. 71) die LandwirtschaftS- kammerbeiträge pro 1904 betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran erinnert. (Frist bis zum 16. d. MtS, evtl. 3 Mk. Ordnungsstrafe.)
I. I 3848. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer RegierungS-Rat.
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Nichtamtlicher Teil.
Der Krieg zwischen Japan und Rußland.
Mit dem Vormarsch einer japanischen Division mit Reiterei und starker Artillerie gegen die russische Süd- front scheint die Zeit der größeren Operationen wieder begonnen zu haben. Schon wird ein bedeutender Ersolg dieser Armeeabteilung in folgender Meldung berichtet:
London, 9. Juli. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus Tokio vom heutigen Tage hat General Oku gestern Kaiping nach heftigem Kampfe besetzt. — Der Daily Chronicle berichtet aus Tokio, daß die Japaner in der Nähe von Kaiping mehr als zehn Kanonen erbeutet und über 50 Gefangene gemacht hätten.
Nach anderen Berichten haben die Japaner vorläufig nur eine Stellung in der Nähe von Kaiping erreicht.
war," schloß er, „früher im Wasungen Damenstift, dann bei einem Rat Rückert und zuletzt beim Geheimrat Kümmelmann am Herzoglichen Hofe bedienstet."
„Na," meinte der Graf, »ich werde die Sache im Auge behalten. Vorläufig sag' ihr. daß ihr Lohn auf 500 Franc« erhöht ist und--" Er brach ab, ging einige Male im Zimmer auf und ab, blieb dann vor dem Diener stehen und sagte nachdrücklich: „Wenn ich meine Einwilligung zu der Heirat gebe — Apropos, will sie Dich denn?"
Philipp zupfte verlegen an seinem Rocke und lispelte: „Ja, Herr Graf I"
„Gut! Wenn ich meine Einwilligung zu der Heirat gebe, bann nur unter den Dir bereit« bekannten Be. dingungen, die noch durch jolgende ergänzt werden: Erstens muß die Verbindung ohne« jede« Aussehen vollzogen werden, und zweiten«, nicht bevor wir nach Eis- hausen übergesiedelt sind. Da» sag' ihr."
Philipp zog mit befriedigtem Lächeln ab.
Der Gras kehrte an den Schreibtisch zurück und entfaltete da» zweite Schreiben; auch in diese» vertiefte er sich und legte e« dann zu den übrigen in da» Fach. Seine schmalen Lippen flüsterten nur: „Ducheffe d' Angoulüme", bei welchen Worten ein sarkastische» Lächeln seine sonst gleichmäßigen Züge entstellte.....
3. Kapitel.
Da» Landschloß von Eishausen, anderthalb Stunden von Hildburghausen, am Wege nach Koburg gelegen, war auf einem mäßig hohen Bergkegel, der einen Herr-
Abermals wird ein Erfolg des russischen Wladiwostock- Geschwader« berichtet, da» der japanischen Transport- Flotte schon so viele Verluste beigebracht hat.
In Tokio geht das Gerücht, daß der seit einigen Tagen vermißte japanische Dampfer „Seiyei Maru" von den Russen in den Gewässern von Hokhaido (Aesso) in den Grund gebohrt worden ist.
Petersburg, 9. Juli. Nach einer Meldung der Nowoje Wremja au» Liaujang äußerte General Kuroki zu einem gefangenen russischen Offizier, die Absicht der Japaner sei, die Südmandschurei zu erobern, Port Arthur wie Niutschwang im Sturm zu nehmen, diese'.Punkte zu befestigen und mit starken Garnisonen zu versehen; darauf wolle man e» den Russen überlassen, diese Punkte zurückzuerobern, wozu enorme Mittel an Geld und Menschen erforderlich wären. Kuroki ist überzeugt, daß Rußland hierfür noch 800 000 Mann aufstellen müßte. Nach der Ansicht japanischer gefangener Offiziere in Liaujang dagegen beabsichtigen die japanischen Heerführer die Russen bis über den Baikalsee zurückzujagen. An diesem See, dem sogenannten heiligen Meer für die Astaten, solle die Grenze für Rußland in Asien gesetzt werden.
Ueber die Gerüchte, die in Japan darüber umliefen. daß die russische Port-Arthur-Flotle al« letzte Zufluchtstätte den deutschen Hafen von Kiautschou aufsuchen sollte, wird folgendes gemeldet:
Tokio, 9. Juli. Die Richtigstellung aus Berlin über die etwaige Aufnahme der jetzt in Port Arthur eingeschlossenen russischen Kriegsflotte in Kiautschou werden hier allgemein als wahr betrachtet; ja, die öffentliche Berichtigung der von einem unverantwortlichen und minderwertigen Tokior Preßerzeugnis lanzierte Nachricht überräscht angenehm.
Die Meldung von einem gescheiterten Versuch japanischer Torpedoboote, in den Hasen von Port Arthur zu gelangen, wird jetzt auch von russischer amtlicher Stelle veröffentlicht. Eine Meldung berichtet darüber wie über die Lage in der Festung überhaupt folgende« :
Petersburg, 9. Juli. Wie General Shilinsk dem Kriegsminister unterm 7. Juli meldet, versuchten, Nachrichten au« Port Arthur zufolge, vier japanische Torpedoboote am 2. Juli um 9 Uhr abends in den Hafen einzudringen. Das eine von ihnen sank unter dem Feuer einer Batterie beim Goldenen Berge, da« zweite vor der Batterie, das dritte verlor den Schornstein,
lieben Rundblick gestattet, errichtet. Von jener Höhe breitet sich ein LandschastSbild, welches da« Werratal zwischen den fränkischen Vorhügeln des Thüringer Waldes barbietet, vor den Blicken des Beschauer» au«, wie er schöner kaum gedacht werden kann.
Hier wohnte die gräfliche Familie Vavel de Versay seit etwa zwei Jahren.
Im dritten Stockwerk der umfangreichen, in seinem Innern wenig freundlichen Gebäude lag der Rittersaal, mit schöner Stuckdecke verziert. An den Wänden hingen, oberhalb des eichenen Panels, mit dem Staub der Jahrhunderte bedeckt, Oelbilder, Männer mit bärtigen, düster dreinschauenden Gesichtern darstellend; hier und da stand eine alle Rüstung, an den Säulen und in den Ecken lehnten Schwerter, Lanzen und Schilder.
Oberhalb dieses, das ganze Rechteck des Schlosse« aussüllenden Raumes erhob sich ein großer Doppelboden. Im unteren Stock wohnte die Familie Squarre. Alle übrigen Räume standen zur Benutzung des Grafen und der Gräfin.
So waren denn das ganze Gebäude, die fünfund- zwanzig Zimmer der drei Stockwerke, samt allen Kellern und Böden ganz allein für vier Menschen zur Benutzung gestellt, die unter einem Willen, dem des Grafen, standen.
Es ging eben im Schlosse alle« einen besonderen Gang, der sich lediglich danach richtete, daß die Gräfin, die verschleierte Dame, nach dem Willen der Grafen, für niemand auf der Welt existieren sollte.
Und dieses mysteriöse Wesen erforderte die Auf- stellung eine« großen und kostspieligen Sicherheit«.