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Herchlder Kreisblatt.

t Gratisveilagen:Jüustriltts SonntagsvlaU" und ^llustrtrte Landwirtschaftliche Beilage.^ Xsr Kernsprecher Nr. 8.

St. 151. Lomtrstafs itn 22. Dezember 1901

Verteilungen

auf das Nmfelüer Kreisblatt für das erste Quartal 1905 werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Ex- Vedition angenommen._____________

Amtlicher Teil.

Cassel, den 12. Dezember 1904.

Wie in den Vorjahren wird auch tm Jahre 1905 ein Rutfus zur Unterweisung von Volksschullehrern im Obstbau in der Obstbau-Anstalt zu Oberzwehren und in Gelnhausen obgehalten werden.

Wir ersuchen, uns bis spätestens zum 10. Ja­nuar k. J s diejenigen an den öffentlichen Volksschulen des Kreises angestellten Lehrer zu bezeichnen, die zur Teilnahme an einem der Kurse geneigt und bereit sind, auch eventuell anzugeben, an welchem von beiden Kursen sie teilzunehmen wünschen. Bei Auswahl der Lehrer ist zu berücksichtigen, daß sie nicht allein Neigung und Verständnis für den Obstbau zeigen, sondern auch Ge­legenheit haben, das Erlernte praktisch zu verwerten. Ferner ist es erwünscht, daß die Gemeinden ihr Interesse on der Ausbildung des Lehrer« dadurch bekunden, daß fie sich von vornherein zu einem demnächst an unsere Hauptkasse zu zahlenden Kostenbeitrage, dessen Höhe zu berichten ist, verpflichten.

Einstweilig angestellle Lehrer werden zu den Kursen nicht zugelaffen werden.

Die in Vorschlag kommenden Lehrer sind darauf auf­merksam zu machen, daß sie sich im Falle ihrer Einbe­rufung mit einem ArbeitSanzugs zu versehen haben.

Auch aus jüdische Lehrer ist bei den Vorschlägen Rücksicht zu nehmen. (B. 19844.)

Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen. Fliedner.

An die Herren Landräte des Regierungsbezirks. *

*

Hersfeld, am 16. Dezember 1904.

Unter Mitteilung der vorstehenden Regierungsverfügung

§wti Weihnacht««.

Novelle von Carl C a s s a u.

^Nachdruck verboten.^

Sie waren schon in der Schule zu Bonningen Kon­kurrenten, John Alser« und Werner Ramp. Damals handelte es sich nur um den Schulplatz, denn John Alfers, der Sohn eines Bauern, konnte es Werner Ramp nicht vergessen, daß er, der Sohn einer Anbauers, über ihm laß. Er rechnete da nicht mit dem Fleiße und der Be- »abung, die bei Werner Ramp hervorstechend waren, bei John Alfers aber viel zu wünschen übrig ließen. Als sie die Schule später verlassen hatten, wurde John Alfers Viehhändler und lebte stets lustig und in Freuden darauf los, aber Werner Ramp bebaute seinen Acker fleißig und versah einen kleinen Kramladen, wodurch er bescheident- lich, aber stetig, sein Vermögen vergrößerte, während John Alfers täglich von seinem Besitztum zehrte. Denn das Leben kostete Geld, und besonders ein solches Leben in Völlerei, Spiel und Soff, wie es John Alfer« trieb, ko ning es weiter, bis beide Männer in die reiferen Jahre kamen, wo der Mann an da« Heiraten denkt. Werner Ramp, Blick fiel auf die hübsche und fleißige Gesine Schultz, die Tochter de« Anbauers Christoph Echultz, die den fleißigen Werner Ramp auch Neigung tvtgegenbrachle. Eben auf diese war auch das Verlangen

John Alfers gefallen. Aber Gestne war viel zu ver-

an die Königlichen Ortsschulinspektoren des hiesigen Kreise« ersuche dieselben ich hierdurch ergebenst, mir diejenigen Herren Lehrer, welche zur Teilnahme an einem der in Rede stehenden beiden Kurse bereit sind, gefälligst b i S zum 30. d. M t S. namhaft machen zu wollen.

I. 1. 9277. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 19. Dezember 1904.

Nach § 46 des Gewerbesteuergesetzes vom 24. Juni 1891 hat eine Neuwahl der Mitglieder und Stellvertreter der Steueraus schü sse der Gewerbesteuerklassen III und IV im Veranlagungsbezirke Hersfeld für die nächsten 3 Jahre stattzufinden. '

Zur Vornahme der Wahl ist Termin im Sitzungs­zimmer des Königlichen Landralsamtes im Stift hier anberaumt worden und zwar für die Klasse III auf Dsnnerstag, den 29, d. Alts.,

Vormittags 10 Uhr, für d i e Klasse IV auf Donnerstag, den 29. S. Alts,

Vormittags 11 Uhr.

Zu wählen sind je 5 Abgeordnete und eine gleiche Anzahl Stellvertreter.

Die Wahlen erfolgen nach relativer Stimmenmehrheit.

Wählbar sind nur solche männliche Mitglieder der betreffenden Gewerbesteuerklasse, welche das fünfund- zwanzigste Lebensjahr vollendet haben und sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden.

Von mehreren Inhabern eines Geschäftes ist nur einer wählbar und zur Ausübung der Wahlbefugnis zu verstatten. Aktien- und ähnliche Gesellschaften üben die Wahlbefugnis durch einen von dem geschäftsführenden Vorstände zu bezeichnenden Beauftragten aus ; wählbar ist von den Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes nur Eines. Minderjährige und Frauen können die Wahlbefugnis durch Bevollmächtigte aurüben, wählbar sind letztere nicht.

Die Wahlberechtigten b. f. sämtliche zur Zeit der Wahl zur Gewerbesteuer veranlagten Gewerbetreibenden des VeranlagungSbezirks in ihrer Klaffe werden zu obigem Termine mit dem Hinweise eingeladen, daß, falls die Wahl der Abgeordneten und Stellvertreter seitens der Steuergesellschaft verweigert oder nicht ordnungs-

nünftig; sie sah wohl ein, daß sie keinen Mann gebrau­chen konnte, der alle Tage die Wirtshäuser abstreife, wenngleich es nicht zu verkennen war, daß der Beruf John Alfers vielfach dahin führte. Sie gab ihm des­halb bei seiner Anfrage einen abschlägigen Bescheid, wo­rüber er Gesine Schultz und deren Vater ungerechtfertigt einen wütenden Haß zuwarf. Seitdem nun Werner Rampf sie geheiratet hatte, haßte er beide noch mehr, zumal er wohl einsah, daß es mit dem Ladengeschäfte Ramp« noch beffer unter den Händen Gesines zuging, wie vorher. Neidisch, wie er war, ärgerte ihn das doppelt. Sie wohnten auf der Straße einander vis-ä-vis, und so kam er auf die Idee, auch einen solchen Laden einzurichten. Aber das Geschäft wollte nicht gehen, denn im Hause war keine Sorgsamkeit; wie hätte denn da« Geschäft gehen sollen? John Alfers suchte aber die Ur­sache davon nicht bei sich selbst, wo sie doch lag, sondern in dem Glücke, welches den Glückspilz Ramp verfolge, und wurde nur noch wütender, neidischer und gehässiger. Die Feindschaft zwischen Werner Ramp und John Alfers ward in ganz Bonningen bald stadtkundig, aber jeder­mann wußte auch mehr ober weniger, daß Alfers daran die Schuld trug. Inzwischen nötigten die Verhältnisse John Alfers bald, feinen Viehhandel, zu dem ihm das Kapital fehlte, aufzugeben. Dafür fing er das Wildern und das Schwärzen, oder wie man sagt, die Schmug­gelei an. Das hielt ihm noch so einigermaßen über

mäßig bewirkt wird ober die Gewählten die ordnungs­mäßige Mitwirkung verweigern, die dem Steuerausschusse zustehenden Befugnisse nach § 48 des Gesetzes für das Steuerjahr 1905 auf den Vorsitzenden übergehen.

Der Vorsitzende der Steuerausfchöffe der GewerbesteuerklaffenIII undIV. Freiherr von Schleinitz.

Cassel, am 30. November 1904.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 19. September d. Js. A. II. 13097 bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten durch Erlaß vom 7. November b. Js. III. 10375 M. b. ö. A., III. a. 8488 M. b. I., zur Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen für den Regierungsbezirk Posen die weiteren Nummern J. 401 bis 500 überwiefen haben. (A. II. 16195.)

Der Regierung» Präsident. J. V.: von Kamele.

*

Hersfeld, den 7. Dezember 1904. Wird veröffentlicht.

I. 8999. Der Königliche Landrat

' Freiherr von Sch leinitz,

Geheimer RegierungS-Rat.

Lehrschmiede zu Fulda.

Am 3. Januar 1905 beginnt ein neuer dreimonat­licher LehrkursuS in der Lehrschmiede zu Fulda.

Der Herr Regierungspräsident zu Cassel hat der Lehrschmiede Fulda die Berechtigung zur Vornahme von Prüfungen der in der Lehrschmiede im Hufbeschlag ausgebildeten Personen und zur Ausstellung der zum Betrieb des Hufbeschlaggewerbes befähigenden Prüfungs­zeugnisse für diese Personen erteilt.

Der Unterricht ist unentgeltlich, für Kost und Wohnung haben die Kursisten selbst zu sorgen; dagegen wird ein Taschengeld von wöchentlich 1 Mark gewährt. Die Prüfungsgebühren trägt die Kasse der Lehrschmiede.

Es steht eine Prämie von 50 Mark für denjenigen Kursisten, welcher das beste Prüsungsergebnis erzielt, zur Verfügung.

Anmeldungen find bis zum 31. Dezember b. J. an den Leiter der Lehrschmiede, Herrn Kreistierarzt Dr. F r o e h n e r in Fulda, einzureichen. Der Anmeldung sind hinzuzufügen: eine Geburtsurkunde, ein Unbe. scholtenheilszeugni» und ein Nachweis, daß der Auf- nahmesuchende drei Jahre ordnungsmäßig das Schmiede, Handwerk erlernt hat.

Wasser, da er die Waren auf diese Weise immerhin einige Pfennige billiger als Werner Ramp verkaufen konnte. Werner Ramp war von feiner Militärzeit her ein tüchtiger Schütze, und so erreichte er es denn, daß er sich vom Schützenverein in Bonningen als Preis für die beste Leistung eine neue Büchse erwarb, die in seiner Stube an der Wand hing. Seitdem er aber verheiratet war, ging er nicht mehr so viel in den Schützenverein, sodaß die Büchse nach und nach fast in Vergessenheit kam.

In dem großen Forst bei Bonningen existierte auch eine Försterei, welche der Förster Adriam Behr, ein treuer, rechtschaffener Mann, verwaltete.

Im Forsthaufe wurde auch Schenkwirtschaft betrieben! Da kam eines Tages ein Mann aus Bonningen, der Christian Konz hieß, und mit Adrian Behr eine Verab­redung traf, daß der Förster feinen Sohn Martin Konz, einen so ziemlich nichtsnutzigen Bengel, bei sich in die Lehre nehmen wollte.

Der Junge tat aber nur äußerlich gut. Er rauchte heimlich Zigarren, was Herr Adrian verboten hatte, und kaufte sie zurrst bei Werner Ramp, bei welcher Gelegen, heil er dann zufällig die Büchse gewahrte. Bald aber kam der Förster hinter die Rauchgelüste seines Lehrlings, untersagte ihm dieselben und steckte sein Verbot auch Werner Ramp. Werner Ramp war gewissenhaft. Als Martin Konz also wiederkam, schlug er den Verkauf