Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark, ^s
Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer eingespaltenen Zeile 10 pfg., im amtlichen Teile 20 pfg. Reklamen die Zeile 25 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.^nsnsnr
herrWer Kreisblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Kernsprech-Nnschlutz Nr. 8
Nr. 17. Donnerstag, den 9. Februar 1905.
Amtlicher teil.
Hersfeld, den 4. Februar 1905.
In Frankreich gelten Auslandspässe nicht ohne weiteres als Legitimation bei der Empfangnahme von Postsendungen. Sie werden vielmehr nur dann als vollgültige Beweisstücke für die Identität des Empfängers angesehen, wenn sie ein in dem betreffenden Ausstellungslande bevollmächtigter französischer diplomatischer Vertreter oder Konsul visiert hat, und diese Bescheinigung von dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Paris bestätigt ist, oder wenn sie in Frankreich von einem bevollmächtigten Konsul des Ausstellungslande» visiert sind, was hiermit veröffentlicht wird.
I. 864. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Ral.
Bekanntmachung.
In die Ostasiatische Besatzungs-Brigade werden wieder Mannschaften der Reserve und Landwehr I. Aufgebots eingestellt. Die Ausreise nach Ostasien erfolgt voraussichtlich im Flühjahr d. Js. — Mannschaften von durchaus guter Führung, welche zum Uebeitritt in die Besatzungs-Brigade bereit sind, können sich bis spätestens zum 22. Februar 1905 mündlich oder schriftlich beim unterzeichneten Kommando melden. Es wird dringend empfohlen, sich ebenda zur militärärztlichen Untersuchung vorzustellen. Etwaige Kosten für den Weg zur Untersuchung und zurück dürsen der Staatskasse nicht erwachsen. Sämtliche Mannschaften müssen sich vor Einstellung in die Besatzungs-Brigade für die Zeit bis zum 30. September 1907 zum Dienst in Ostasien vertraglich verpflichten.
Die monatliche Besoldung beträgt:
1. für Feldwebel bezw. Wachtmeister a. Löhnung 90,00 Mk. b. Dienstzulage 30,00 Mk. 2. für Vizefeldwebel bez. Vizewachtmeister 57,00 Mk. 3. für Sergeanten 49,50 M. 4. für Unteroffiziere 36,00 M. 5. Sanitälrgefreite 21,00 M.
6. für Gefreite 16,50 Mk. 7. für Gemeine 13,50 Mk.
Alle aus dem Beurlaubtenstande Angeworbenen erhalten eine monatliche Kopitulantenzulage von 18 Mk. und ein jährliches Kapitulations-Handgeld von 100 Mk. Für solche Kapitulanten, welche bereits 2 Jahre Dienst in China geleistet haben, beträgt das KapitulationS-Handgeld für jedes weitere Dienstjahr daselbst 300 M.
Außer diesen Gebührnissen wird den Mannschaften für die Dauer des Aufenthalts auf chinesischem Boden eine Teuer- un^srus-gk gezahnt, selche gegenwärtig täglich wir Partere - ur.tercP p.fre 4.00 Mk., ’« dir übrige« Ustero^rzlkre 1.75 Mk. ll: m: Gefreite nib 3rar.se 1,00 Äk d-: ägt.
Der Stern des weissen pauses.
s;3:a os» J. JaeL
j'a4^—- vrrtmerr.^ (Fo-tsstzang.)
S^n nach jut und blieb vor :3t sieben. Das Feuer zeigte ihm ihre -chlanke Gestalt und ihr Gesicht, bleich, stolz, entschlossen, doch wunderschön. O, wie der Anblick rarer erhabenen Gestalt sau wildes Herz mit leidenschaftlichem Verlangen erfüllte und das fege südliche Blut durch seine Adern jagte. Mußte er ibr wirklich entsagen ? Er vreßre die Zähne fest aufeinander, und seine Lippen wurden bleich vor Verzweiflung.
„Nein, Sie sollen es mir nicht noch einmal wiederholen. Meine Liebe ist kein Ding, das Sie in den Staub ziehen und mit Füßen treten dürfen. Ich habe Ihnen geboten, was zu empfangen Sie vielleicht eines Tages floh sein werden — die Liebe und den Schutz eines Gauen. Sie schlendern mir meinen Antrag ins Gesicht, aber ich sagte Ihnen, kein Mädchen sollte ihn so leicht beiseite schieben — und Sie am allerwenigsten.
Envas in seinem Ton trieb ihr das Blut ins Gesicht.
„Ich verstehe Sie nicht," entgegnete sie kalt.
„Nicht?" Er sah sie an unD ein Lächeln träufelte seine grausamen Lippen.
„Ich denke doch, der Sinn meiner Sorte ist klar. In 1" Regel machen die Männer solchen Mädchen keinen Heirars- ^"wog, die der Seit Anlaß geben, leicht von ihren m reden, wut^ S« inner. bet a^ tV
~ trieben, 13 Liter. Ton gesprochenen Sjrte rraien ; ' "r a- Istr .saÄü ihr €^l Als ihr bas Ki- ce-tJGj ehr : äch ELc nute, räume chr C3 Serif* munter »ir des «»"S^ ? ™ Sem» Sem? M^ s Uwe- T “5 bmm, tok pll^uh erwachs-..", Ümma w
T. ch er war schneller als sie. Er erreuhte drqetbe vor ihr unl legre die Hand auf den Drucker.
„N. ch nicht," sprach er, „ich habe Jhnemnoch etwas zu sagen.“
Die genauen Bestimmungen können beim unterzeichneten Kommando eingesehen werden.
Hersseld, den 4. Februar 1905.
Königliches Bezirks-Kommando.
Hersfeld, den 6. Februar 1905.
Wird veröffentlicht. Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hiermit angewiesen, die vorstehende Be- kanntmachung in ihren Gemeindebezirken wiederholt auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. I. I. 497. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungsRat.
Hersseld, den 3. Februar 1905.
Unter dem Schweinebekande des Adam Prenzel in Gittersdorf ist die Schweiueseuche ausgebrochen. I. 826. Der Königliche Laodrot
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung» Rat.
Am 25. Januar 1905 vormittags hat sich der Kaufmann und Reisende bei der Firma Joh. Phil. Müller, Holzhand- iung hier, Karl Heinrich Zubrodt geboren am 20. 4. 1864 zu Cronberg i. T. aus ferner hiesigen Wohnung Bebraer Bahnhofstraße Nr. 3 entfernt und ist bis jetzt in dieselbe nicht wieder zurückgekehrt. Er ist zuletzt am 26. Januar d. J. zwischen 12 und 1 Uhr mittag» in der Pedro Jung- straße hier auf dem Wege nach Klein Steinheim gesehen worden. Die vorliegenden Umstände lassen vermuten, daß ihm ein Leid zugestoßen oder zugefügt worden ist, umsomehr als er einen Geldbetrag von annähernd 300 Mark bei sich trug. — Zubrodt ist etwa 1,76 bis 1,80 m groß, von kräftiger Statur, hat dicken schwarzen Schnurrbart, dunkle Haare, an der linken Stirnseite zwei Narben. — Er war bekleidet mit dunkelgrauem weißkarrirtem Anzug, Sackrock, Hose und Weste aus einem Stück, dunkelgrauem Havelock, weichem schwarzen Filzhut, dunkelgrauen Strümpfen, Schnürstiefeln, weißleinenem Hemd mit rot gesticktem Namen H Z ebenso ein weißes Taschentuch, Umlegekragen und grauer rot gemusterter Cravatte. Er trägt eine silberne Uhr mit Goldrand und Kette, an welcher ein Fischchen hängt.
Um Mitteilung, falls über die Person etwas ermittelt werden sollte, wird ersucht. Hanau, den 1. Februar 1905.
Königliche Polizei-Direktion.
Aomgliches Landratsamt.
Sprechstunde: Täglich von 9—12 Uhr
an bei Wochentagen benairugä.
Er leg» tea änz 0 sie -ne siäänLe sie ec nahraer Sc^ T2k rrrrch tdiaa stuhewn KiL^e 0i Lü« S xr’mten •ant ne barntn rweder.
Es ww ihr, als ob alles am sie her undvalch und nebelhaft würde wie im Traum.; nur crus war Aar vor ihrem Augi; und das, war das dunkle Gesicht des Mannes, welcher sich zu tät herrabbeugre.
„HUda, ich halte die Mrcrel in der Hand, den Mann Ihrer Liebe zu ruinieren, chn von seinem Reichtum tn Armut hinabzuzichen. Sie können ihn retten. Wenn sie die Meine werden, will ich davon absteben, von meiner Macht Gebrauch zu machen; doch um keinen audereu Preis. Ich liebe Sie ;o sehr, daß ich Sie lieber um einen solchen Preis heirate, als Sie verliere; lieben Sie chn genug, um seinetwillen die Meine zu werden?"
„Nein, nein, nein!" rief sie mit vor Auflegung halb erstickter Stimme. „Was Sie da sagen, ist nicht war, daran zweifle ich gar nicht, aber selbst wenn es wahr wäre, wurde ich Sie nicht heiraten und könnte ich damit ihn, mich und alle, die mir teuer find auf dieser Welt, retten. Sie find falich unb grausam, ein Verräter, ein Feigling, und ich verachte, ich hasse Sie!"
Selten stand plötzlich allein in der herbstlichen Dämmerung. Das Feuer brannte noch hell, beleuchtete aber nicht mehr das bleiche, erregte Gesicht Hildas. Ihr Platz war leer, sie war verschwunden und nun wo Seiten wußte, daß er nichts mebr pt beren hatte, daß je ne Siebe sowohl als die Ränke, durch welche seine rutbrige Mater verruchte, fern Z et m erreichen machtlos traten, wenderr er sich und ging.
H« war es übe iebtPsihlazeo. Lb irr ra cächfter Plan cwch vtißglmke» würde? Mühw w«w isiache; zwrw- iam.w Haß c b be-uwlrchr awak r ihm Er-o b; dwwzew inaa. ihs es Kw> nach r.re niferi Mache als Sex; sckchr sich etmera, unb ihn die tsiach^ nach der er dörirme, tr.r-xnbai kanrue. Das war die Wawchem
* *
*
Fräulern Ulrike Trruboser war an dem t-tuchmuluge aaS- wäris gewesen, als sie nach Hanse zurückkebne, war es dunkel, nur draußen leuchteten die Sterne und drumen das Feuer.
nichtamtlicher Cell.
8« BeiMbeittr-AuOck
Die Lage im Bergarbeiterstreik hat in den letzten Tagen in dreifacher Hinsicht eine Verschlimmerung erfahren, denn die Versuche der Vertreter der Bergarbeiter im Ruhrkohlengebiet, durch Ermäßigung ihrer Forderungen und Vermittlung des Reichskanzlers zwischen den Bergarbeitern und den Bergwerksbesitzern einen Vergleich herzustellen, ist vollständig mißglückt, weil der Bergwerksbesitzer-Verein jede Verhandlung mit der Siebenertommiffton der Bergarbeiter auf Grund von deren ermäßigten Forderungen abgelehnt hat. Die Grubenbesitzer mögen zu dieser schroffen Ablehnung der Verhandlungen auf Grund ermäßigter Forderungen der arbeitet ihre wirtschaftlichen und wohl auch sozialpolitischen Gründe haben, indessen konnten sie mit der Sitbener-Kommission doch ruhig und sachlich über die Loge verhandeln und durch die Verhandlung den Bergarbeitern ihre Achtung und guten Willen zeigen. Durch die schroffe Ablehnung machen die Grubenbesitzer böses Blut in allen Arbeiteikreiseu. In einer sozialrevolutionär angehauchten Zeit kann dar Herauskehren von Schroffheiten niemal« ersprießlich sein, denn bann wirkt die soziale Unzufriedenheit ansteckend. Die Beweise dafür sind ja auch schon Darin enthalten, daß die Arbeiter in den Kohlenbergwerken Oberschlesiens und auch Belgiens bereits in großen Versammlungen die Streitfrage erörtern und sehr leicht schon in nächster Woche in den Generalstreik eintreten sönnen. Dann wird der Streit in den Kohlenbergwerken aber allgemein und deshalb zur öffentlichen Kalamität, denn dann müssen die Kohlen zu Notstandspreisen gekauft werden und die Industrie, der Verkehr und der Haushalt haben gewaltigen Schaden davon. Wenig Hoffnung ist in dieser großen Krisis auf die Vermittlung der Regierung zu setzen, da sie ja in der wichtigsten Frage bei jedem Streit, nämlich in der Lohnfrage absolut keine gesetzlichen Machtmittel in der Hand hat, einen Vergleich herbeizu- führen. Tatsächlich verlangt ja auch die wirtschaftliche Lage, daß die Höhe des Lohnes Sache eines freien Vertrages zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist, denn sonst kann kein WirtschaftSbetrieb bestehen. In anderer Hinsicht könnten ja durch Gesetz, also durch eine Novelle zum Berggesetz einige Streitpunkte zwischen den Arbeitgebern und Arbeitern geregelt werden, aber niemals können durch Ge- setzkSzwang Lohnfragen unb Streikbewegungen aus ter Welt geschafft werden, hier kann nur bas Gesetz, ras alle Menschen zwingt, die 5tot, regelnd unb mäßigen» eingveife».
Am heutigen Tage in folgende Uebersicht über t:e o'rer- 'chl-ü'che S::e!kbrw!cn»g zu geben : Au- Der ftir’:«=£e tv rrube, ruf der Hug0kwar;gr»be li alles rigtfatr«, sif £^>*r«rttiit strebe» w» 256 Mai« 48. »rf
Hü»a msr nutze rsc Lawngww«^ was Tarne Ulrir artaer- srwßLn wwrrmna-rwa. Sae karre r-nawer, tee z.z^ mge- «wd«, den Tcßch zed-Lkr mi» Hild» mr hwreml a sinde^ um den Tee bereuen zn kamen.
S : stieg t t Trerre braut trat ihre Sache» «kaulege». Als sie an dem Z amer rarer Ruhte vorüberaarg, u".ew sie die Türe zu demselben. S e trat ein unb sah ja ihrer» gefressen das Mädchen bewußtlos — das murmorbleiche Gericht nach dem Sterneubimmd gtr:±.:t — aur dem 5st liegen.
Unter dem lachendm Himmel des südlichen Frankreich, an dm stillen Alpenseen, in den heiteren Städten Italiens suchte Werner von Rohlingen das Mädchen zu vergessen, das er so innig liebte.
Doch umsonst. Er mochte gehen, wohin er wollte, ihr liebliches Gesicht schwebte ihm vor. Sie f:mb vor ihm, wie er sie zum erstenmal gesehen, mit herabwallcndem Haar und leuchtenden Augen, einer Gemme gleich, gefaßt in eine Felicn- höle am Meeres strand.
Er fah sie, wie sie zum letztenmal vor ihm gestanden, marmcrbleich, unerbittlich, stolz. Er sah sie im Wachen nie im Traume, am Morgen, am Tage, am Abend — er sabsie heiter, er sah sie traurig, aber immer «ab er nie. Er bemühte sich, die schmerfliche Vision zu verscheuchen, suchte sie au? .rde Weise zu not atmen, aber immer wieder muckue das wunderbar ichäne Anllttz vor rkm ausi — Er wußte, eie unrecht er cw dem Mädchen gebar.t-ll umre, deren edler turther jo Koch «bet dem ieitsec simL. tr be Sun« über der Erde. Er nr-XK, daß er sie ncrimta k-wae, als sie yyrr am tu: :sie» bedurfte als sie ftmao Drbwum poalge ut enteren DmSe xnnsien, Ttbe srbeastebt sernnti" : mir. Er bamr ftch d-rch te Rederttdmtgsk-rsi ferner Mum« und m fal ches Ebren- «fttz der Sdi bestimmen Laren, und ;P wußte er auch, daß mne Schwäche ane gü rbe gmriai war. -wr ?-.t e» keine Sübnc mein 7 ab.
Der Makel ihrer Gebutt hätte nicht imilchen ihn Mädchen :reien dürsen. das ane Stunde n u.w '