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herssel-er Armblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. Ä1. Sonnabend, den 18. Februar 1905.
Amtlicher CelL
Hersfeld, den 14. Februar 1905.
Es ist zur Kenntnis gekommen, daß in einzelnen Fällen einSchweinebestand wegenSchweineseuche oder wegenVsrdachts dieser Seuche lediglich deshalb unter Sperre gestellt worden ist, weil bei der Fleischbeschau bei einem aus diesem Bestände stammenden Schwein Ueberbleibsel einer früheren Erkrankung an Schweineseuche festgestellt wurden.
Die Feststellung von Überbleibseln der Schweineseuche bei der Fleischbeschau allein kann eine Grundlage für tie Anordnung der Sperre nicht geben. Wenn lediglich Ueberbleibsel der Seuche (bindegewebige Verwachsungen, Vernarbungen, eingekapselte, verkäste Herde und dergleichen) bei der Fleischbeschau gesunden werden, so ist es nicht erforderlich, diesen Befund zum Ausgangspunkt weiterer Maßnahmen und Nachforschungen zu machen, denn dieser Schlacht« befund vermag nur darzutun, daß die Schweineseuche früher in dem Bestände geherrscht hat.
Werden ober bei der Schlachtvieh- und Fleischbeschau die Erscheinungen chronischer oder akuter Schweineseuche gefunden, so hat, wenn stch die Herkunft des Schweines ermitteln läßt, in allen Fällen die Untersuchung des Bestandes stattzufinden.
Das Ergebnis dieser Untersuchung muß darüber entscheiden, ob die Sperre anzuordnen ist oder nicht.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises wollen Vorstehendes beachten, auch die Fleischbeschauer entsprechend bescheiden.
I. 1067. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Herefeld, den 13. Februar 1905.
Wiederholt ist es vorgekommen, daß Schlachtviehbeschauer des Kreises bei der Untersuchung von Schlachttieren bezw. geschlachteter Tiere den KieiStierarzt hinzugezogen haben, ohne daß die Ortspolizeibehörde Mitwisser, hiervon hatte.
Dieses Verfahren ist der Vorschrift nicht entsprechend. Nach § 28 der AuSführungSbestimmungen betreffend die Schlachtvieh- und Fleischbeschau 20. vom 20. März 1903 hat der Beschauer, sofern er bei der Fleischbeschau erkennt, daß er zur Entscheidung nicht zuständig ist (§ 21 Abs 3 B. B. O.) die O r t S p o l i z e i b e h ö r d e unverzüglich mündlich oder schriftlich zu benachrichtigen. Sache der Letzteren ist es, darauf zu achten, daß die Zuziehung des zuständigen tierärztlichen Beschauers erfolgt Die Herrn OrtSrorstände des Kreises haben die Schlachtviehbeschauer hiernach alsbald zu bescheiden mit dem Hinzufügen, daß sie bei Nichtbeachtung dieser Vorschrift die durch Hinzuziehung des tierärztlichen Beschauers entstandenen Kosten selbst zu tragen haben.
I. 1006. Der Königliche Landrot
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.
Hersfeld, den 13. Februar 1905.
Die Königlichen Beschäler werden am 28. Februar d. I. aus Station Philipptlhol eintreffen. Die Herren OrtSvoi- stände des Kreiset haben solches den Züchtern bekannt zu machen, mit dem Bemerken, daß für die Benutzung der Landbeschäler die in den öffentlichen Aushängen der Deckstation angegebenen Bedingungen maßgebend sind.
Hierbei mache ich die Herren Ortsvorstände noch besonders darauf aufmerksam, daß
1. die AbsohIungSergebniffe in die f. Zt. übersandt werdenden Deckregister genau einzutrogen und letztere bis spätestens 20. Juni an den Stationswärter zurück- zusenden Rnb; die Züchter Rnb daran zu erinnern, die fälligen Deck- und Füllengelder ungesäumt an den letzteren zu zahlen.
2. etwaige Wünsche wegen Besetzung der Stationen schon im Juli evtl. durch Entsendung einer Kommission bei der Direktion de» Hess. Naff. LandgestütS zu Dillenburg vorzubringen Rnb.
Spätesten« im Monat August j. J. findet bei Anwesen- bei» 2er Herrn Oberlanüsiallm-sters die Berechnung bei Heng-.aedar's für bte nächstjährige Statronieruna statt; es --'""" -ah-r mit L'.chtrheit nur solche Anträge am Be« rückst ch ;ung rechn ■*, sie bis zu diesem ZertvuuKe ja: Rinnjuit t-e Seiiiaüettw« zwangt i»b.
l'-^S- Der Königliche Sanbrat
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jenigen Militärpflichtigen ihrer Gemeinden, welche sich zur Stammrolle gemeldet, bezw. sich dahier zum Ersatzgeschäft zu stellen haben, die Losungsscheine alsbald ein zuziehen und mir dieselben mit einem namentlichen Verzeichnis umgehend einzureichen.
J. II. 721. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Aonigliches Landratsamt.
Sprechstunde: Täglich von 9—12 Uhr an den Wochentagen vormittags.
nichtamtlicher teil.
Politischer Wochenbericht.
In der innern P o l i t i k D e u t i ch l a n d S ist das Hauptinteresse zur Zeit naturgemäß den n eu e n H a n d e l s- v er trägen zugewandt. Die erste Lesung derselben ist nach mehrtägiger eingehender Debatte beendet, und eS findet nunmehr zunächst Kommissionsberatung statt. Nach der überwiegend günstigen und wohlwollenden Beurteilung, welche die Handelsverträge während der ersten Lesung im Reichstage gefunden haben, erscheint die Hoffnung berechtigt, daß sie mit starker Mehrheit zur Annahme gelangen werden. Da die Handelsverträge nur als Ganzes angenommen oder abgelehnt werden dürfen, Aenderungen also nicht in Frage kommen, so haben die Kommissions-Verhandlungen lediglich informatorischen Wert. Es ist daher auch dringend zu wünschen, daß diese Verhandlungen nicht etwa durch parteitaktische Manöver oder ähnliche Dinge ungebührlich in die Länge gezogen werden. DaS Handelsvertrag-werk drängt zum entgültigen Abschlüsse, und die Vertreter der schaffenden Arbeit haben den vollberechtigten Anspruch, mit lunlichster Beschleunigung aus dem Zustande bei Hängens und Bangens befreit zu werden und ihre geschäftlichen Beziehungen zum Auslande von neuem auf einen langem Zeitraum hinaus sichergestellt zu sehen.
Im übrigen stand die verflossene Woche in Deutschland unter dem Zeichen der Landwirtschaft. Er war die sogenannte landwirtschaftliche Woche, in der alle möglichen landwirtschaftlichen Vereinigungen und Jn- terrffenten Gruppen in der ReichShauptstadt ihre Haupt- oder Genstalversammlungen abhalten. Wieder halten Freund und Feind reiche Gelegenheit, sich von der außerordentlichen Fülle des Fleißes und der Intelligenz zu über zeugen, die in unserer Landwirtschaft verkörpert sind. Wie im gesamten Umkreise bei vielverzweigten landwirtschaftlichen Berufes Theorie und Praxis unabläiRg miteinander wetteifern, um der Selbsthülse die höchstmöglichen Erfolge zu sichern, das konnte man aus den gehaltvollen Verträgen und Debatten der zahlreichen Versammlungen und Verein«- fitzungen aus deutlichste entnehmen. Ein Umstand aber verleiht der letztverfloffenen landwirtschaftlichen Woche noch ganz besonderes Interesse: das war die Stellungnahme der deutschen Landwirtschaft zu den neuen Handelsverträgen. Will man diese Stellung in Kürze charakterisieren, so kann man nur sagen, daß die Handelsverträge des Grafen von Bülow bei der überwältigenden Mehrheit unserer Landwirte eine durchaus dankbare Aufnahme gefunden haben.
In England hat die Eröffnung des Par. la mentS mit Verlesung einer Tronrede durch den König ßattgefunben Die Thronrede läßt sich über fast alle schwebenden Fragen der britischen und internationalen Politik aus. Unter den in Aussicht gestellten ZukunstSmaßregeln erscheint besonders beachtenswert die Verheißung einer Re- präsentativ-Versassung für Transvaal, die noch den eigenen Worten der Thronrede dem Ziele völliger Selbstverwaltung vorarbeiten soll. Im Oberhause wie im Unterhause hat sich an die Parlamentseröffnung und Thronrede gewohn- heitSgemäß die Adreßdebatte angeschloffen. Während diese Debatte im Oberhause einen ruhigen, von grund'ätz liiern Wohlwo^en gegenüber der Regierung getragenen Verlauf nahm, bewegte sie sich dagegen im Unterbaute in weitaus lebhafterem Fahrwasser. Hier richtete der Führer der Liberalen, Camobell Baanermrvn heftige 3n;- äe gegen die Regierung. In«be»o,d«r» ließ er et fiS mit webaex, auch :.-» Zr-illard :et AdmiialttL weger feiner Sa^feriung g-aenübe: Eemfalaal fair ja mein Lern- »eh« xrleür :s aer FurSeruna sidaaentir Her Reu-ahte», i« o« rJm utnnSj Run, es 8*.3 Lande Seteyair„ ja geben Ei tön Sie ekelet!n:4r Z:,:«r:ch H flirrn. Dr« tti Etxmufair, tteuin ^«nrx-L-rg^w 5:v faex Ezra1-.;
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I an die Niederlage der Regierungspartei bei den Wahlen eingetreten ist, Kaiser Franz Josef genötigt sehen, mit dem alten Feinde der Dynastie Koffuth persönlich in Verhandlung zu treten. In der ungarischen Unabhängigkeitspartei wie bei den dezentralistisch gesinnten Elementen in Gis« leithanien herrscht hierüber Heller Jubel. Es ist aber sehr zu bezweifeln, ob dieser Jubel dem eigenen wohlverstandenen Jnterefle der Jubilierenden entspricht. Fällt nämlich da» einigende Band fort, das die verschiedenen Nationen und Natiönchen Oesterreich-Ungarns auf dem Boden der dualistischen Verfassung von 1867 zusammenhält, so werden damit fraglos auch Ansehen, Macht und Stärke der österreichisch ungarischen Monarchie vernichtet.
Am tot des Berzarbelttt-Ftreiks.
Der gestrige „Reichsanzeiger" schreibt:
Im Ruhrkohlenbezirk waren zur Frühschicht am 14. d. MtS. insgesammt nur noch 4346 Mann ausständig. In den Bergrevieren Hamm, Dortmund I, Dortmund II, Ost-Recklinghausen, Herne und Gelsenkirchen fuhren die Belegschaften vollzählig an. Die Wiederanfahrt der ausständig gewesenen Bergarbeiter ging ruhig vor sich. Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wurden nicht mehr gemeldet. Aus der Zeche Rheinpreußen fehlten zur Frühschicht am 14. d. Mts. von 2779 Mann nur noch 102 ober 3,6 v. H. Der Ausstand auf dieser Zeche kann damit als beendigt angesehen werden.
Die Stinnes-Zeche Graf Neust in Essen stellte, nach Blättermeldungen, 10 000 Mk. bereit, wovon verheiratete Bergleute, die durch den Ausstand in Rot geraten Rnb, Unterstützungen und Vorschüsse erhalten sollen. Außerdem werden die wegen willkürlichen Feierns eingehaltenen drei Schichtlöhne auf Antrag zurückvergütet. Auch an die übrigen Stinnesschen Zechen wurden Summen zu gleichen Zwecken überwiesen.
Breslau, 16. Februar. Im Ratiborer Bergrevier Rnb nach der Schlesischen Zeitung fast überall Die Belegschaften vollständig ungefähren ; nur die Reden- und Emmagrube stehen noch still. Seitdem die Belegschastsabordnungen durch die Bergverwaltung nicht empfangen wurden, vielmehr eine große Zahl der Bergleute die Abkehr erhielt, scheint unter den Ausständigen eine Wandlung eingetreten zu sein, da viele zurückkehren, und um Wiederanlegung bitten
Au» Len » , 15. Februar, wird berichtet: Auf einer Grube in ßieoin herrscht eine gewisse Erregung, die Arbeiter weigern sich, UebetRunben zu machen. Aus einer gestern abend abgehaltenen Bergarbeiter Versammlung führte Evrard, der Generalsekretär de» Bergarbeitersyndrkat« des Pas be Calais aus, die belgischen und deutschen Bergarbeiter verlangten von ihren fraozösischen Kameraden nicht, daß sie in den SusRanb treten sollten, sie wünschten nur, daß die französischen Arbeiter nicht die Hand zu einer Ueberp:o:uftion böten. Die Arbeiter erklärten sich mit diesen Ausführungen einverstanden.
Der rnsfisch-japanische Krieg.
Prinz Friedrich Leopold von Preußen hat sich, nachdem er gestern atm Kaiser empfangen worden und zur Frühstückrtafel geladen war, nachts in Begleitung seines persönlichen Adjutanten Major» von Hofmann und beS Stabsarztes Dr. Kellner nach Petersburg begeben, um sich vor feiner Reife nach Ostasien dem Kaiser Nikolaus II. vor- zustellen. Ein längerer Aufenthalt in Petersburg ist nicht in Aussicht genommen, vielmehr kehrt der Prinz sofort zurück, um sich von Genua aus zur See nach Tientsin zu begeben. Von dort ist ein Besuch am Hose in Peking beabsichtigt, Dann gehl der Prinz nach dem mandschurischen KrikgSschauplatze. Er dürfte auf diese Weise Gelegenheit haben, die Verhältniffe in Ostasien aus eigener Anschauung genau kennen zu lernen.
Die Gerüchte über eine nahe bevorstehende Aktion zur Herbeiführung eines Friedenschlusse« zwischen Rußland und Japan erhalt-n sich unausgesetzt: sie werden be. sonder» in Börsenpreisen auch heute mit Bestimm-Heit wiederholt. Unter Berufung aus Parrser Stellen, die a'.r in» formiert gelten können, wird es als wahrfcheiaiich bezeichnet, daß schon die nächsten Tage in dieser Beziehung eine Ueber- ra hung bringen, andererseits läßt sich ein ena.-' jeS Blatt aus BHeriburg Bleiben, der Zrc sei für Lee»'. ;unz bet Lrrege». aber erst, mein Ruß ,»2 tuen Sieg errungen habe. Unb der oa^ ja ochi wo* tuu: Zerr eu; sich martra lasen.
Sejm tat Leegr. en in 3i»r«r ur bm rinrt« Lert A: th » r sei« am rrvjn Era enie L: faiHTKw r ;iiri Der ri'st je «- 'lw'.tt r» O^»r- 'n. deU^rr^hisrl« in 11. k M-, Tu jifin: wSst:'z -i ch <eri>-ycs.ye ^ataiünie a Swt Lrdrr: ja-w Brjfe* i® Eitle jx pvütfta „ z: tafatu ■ " ; = i "-* p Smifi. Eir n:Efae bsj-^cmj U« ::2u.i i: -2 Lr:-