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Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage" 1

Kernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr, 26.

Donnerstag, den Ä. März

Amtlicher Ceil.

Bekanntmachung.

Von den nachstehend aufgeführten gekündigten Anleihen sind noch Schuldurkunden rückständig, nämlich: Staatsschulden von 1842, Kurmärkische Schuldverschreib' ungen, Neumärkische Schuldverschreibungen, 4 "/o Staats­anleihe von 1850, 4 % Staatsanleihe von 1852, 4 °/0 Staatsanleihe von 1853, 4 % Staatsanleihe von 1862, 4°/0 Staatsanleihe von 1868 A, Staatsprämien-Anleihe von 1855, Niederschlestsch-Märkische Eisenbahn-Stamm­aktien, 4 % Potsdam Magdeburger Eisenbahn-Obligatio- nen Lit. A, 4V2 % Partial'Obligationen der Hamburger Eisenbahn von 1861, Prioritäts-Aktien Lit. 6. der Ober- schlestschen Eisenbahn, 4 % Prioritäls Obligation IV. Emisston (II. Teil) der Werra-Eisenbahn vom 1. Juli 1890/1. Januar 1892, vormals Nassauische Prämien« Anleihe vom 14. August 1837, vormals Nassauische An­leihe vom 30. September 1862, vormals Frankfurter Anleihe vom 9. April 1839, vormals Frankfurter An« leihe vom R Febr. 1858, vormals Frankfurter Anleihe vom 2. Jan. 1844, vormals Frankfurter Anleihe vom 12.Mai 1846.

Die Inhaber dieser Schuldurkunden werden wiederholt aufgesordert, ste zur Vermeidung weiteren Zinsverlustes baldigst gegen Quittung bei der StaatSschulden-TilgungS- fasse hier W. 8, Taubenstraße 29, zur Einlösung einzu« liesern.

Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittag« mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der beiden letzten Geschäftslage jedes Monats.

Die Einlösung geschieht auch bei sämtlichen RegierungS« Hauptkassen und in Frankfurt a. M. bei der Königlichen KreiSkasie.

Die Barzahlung bei diesen Stellen erfolgt nach Prüfung und Feststellung der Stücke durch die Staatsschulden- Tilgungrkasse. Der Betrag fehlender, unentgeltlich mit= abzuliefernder Zinsscheine wird vom Kapital in Abzug gebracht.

Formulare zu den Quittungen werden von den Ein« lösungsstellen unentgeltlich verabfolgt. Ferner werden die In­haber der noch umlaufenden Schuldverschreibungen der konsolidierten 4V2% Staatsanleihe ^wiederholt ersucht, diese Stücke alsbald an die Kontrolle der Staatspapiere hier SW. 68, Oranienstraße 92/94, oder an eine Regie« rungS'Hauptkasse oder an die Kreiskasse in Frankfurt a. M. zum Umtausch in 3Va vormals 4 °/o Konsole einzureichen.

Berlin SW. 68, den 6. Februar 1905.

Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez.: v. Hofsmann.

Berlin, den 21. Januar 1905.

Nach den Erlassen vom 24. August 1900 lla 3127

Der Stern des wissen Dauses.

Roman von I. Ine«.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Vielleicht hat er Liebeskummer? Ich glaube so etwas gehört zu haben."

So erzählte man auch mir. Thiemer soll sich in Nizza in eine Deutsche, eine Baronesse von Gunslach sterblich ver­liebt, ihr einen Heiratsantrag gemacht und sich einen Korb geholt haben. Dürach war gleichzeitig mit ihm in Nizza und erzählte mir die Sache ausführlich."

Arthurs Freund tat einen Ausruf der Überraschung. Der Herr in der Nebenloge beugte sich ein wenig nach vorn und sein Atem ging etwas schwerer. Die Musik erstickte für einige Augenblicke wieder den Schall von Arthurs und seines Freundes Stimme.

Kennst du sie?" waren die nächsten Worte, welche der Lauscher verstand.

Gewiß kenne ich sie, Meine Tante, die Hofrätin Meer­bach, machte mich im vorigen Sommer in Neapel mit ihr bekannt. Sie ist gut befreundet mit Fräulein von Gunslach. Der arme Thiemer."

Ist sie so reizend?" fragte der andere,

Reizend ist nicht das richtige Wort. Sie ist einfach ein Stern, eine Perle. Ich kann dir gestehen, Freund, daß, wenn ich mich nicht losgerissen hätte, ich ihr auch erlegen sein svürde. Meine Tante schrieb mir dieser Tage und spielte in 'Orem »rief auf eine Verbindung des Fürsten Lichtenstein

Fräulein von Gunslach an, die mit einer Französin, ihrer Gesellschafterin noch in Nizza lebt. Der Fürst ist der Löwe des Tages und ein eifriger Bewerber um Fräulein von Glückl ch" ^e Cl vermutlich auch erhalten wird, der

Etwas wie ein Seufzer folgte den letzten Worten. Der Lauscher in der nächsten Loge zog sich noch tiefer in den Schatten zurück.

Gunslach, Gunslach? Ich erinnere mich dunkel dieses Namens," beiMktc der andere sinnend.Steht die Dame

und 26 September 1902 Ha 6641 haben die Königlichen Polizeiverwaltungen oder die bei ihnen einge­richteten Meldeämter allen geschäftsfähigen Personen aus ihren Antrag und gegen Entrichtung der in dem Erlasse vom 24. August 1900 unter Ziffer 2 festgesetzten Gebühren Auskunft auf Grund der polizeilichen Melderegister und sonstigen Materialien über:

den Familiennamen und die Vornamen, über die gegen­wärtige oder die frühere, zuletzt gemeldete Wohnung, sowie aus Wunsch auch über das Datum der Geburt der einzelnen Einwohner des Polizeiverwaltungsbezirks zu erteilen. Auskünfte über sonstige Verhältnisse der Ein­wohner sollen dagegen im allgemeinen verweigert werden.

Es erscheint geboten, jene Verpflichtung noch dahin weiter auszudehnen, daß dem Antragsteller auf Wunsch auch : der frühere Wohnort und der Geburtsort der einzelnen Einwohner, sowie bei Ehefrauen und Witwen auch: deren Mädchennamen mitgeteilt wird.

Was die Auskunft über den früheren Wohnort angeht, so kann nur die Mitteilung desjenigen Ortes verlangt werden, von welchem der Zuzug erfolgt ist, nicht aber auch die Mitteilung etwaiger anderer früherer Wohnorte. Auch sind bei Personen, die an ein und demselben Orte wiederholt zur Anmeldung gekommen sind, die Polizeibehörden lediglich verpflichtet, denjenigen früheren Wohnort bekannt zu geben, von welchem der letzte Zuzug erfolgt ist.

Ist ein Einwohner, über welchen Auskunft verlangt wird, aus dem Polizeiverwaltungsbezirk verzogen, so ist der neue Wohnort anzugeben, soweit sich derselbe. aus den Melderegistern und sonstigen Materialien ergibt.

Auskünfte der in Rede stehenden Art zu erteilen, ist nicht nur Ausgabe der Königlichen Polizeiverwaltungen, sondern auch der übrigen Polizeibehörden.

Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, gefälligst hiernach für den dortigen Bezirk das weiter Erforderliche zu verfügen.

Der Minister des Innern. Unterschrift.

An den Herrn Regierungspräsidenten. (11a. 419.)

*

Cassel, den 16. Februar 1905.

Abschrift zur Mitteilung an die in Betracht kommenden Polizeiverwaltungen.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: von Kamele.

1. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier, 2. die Herrn Landräte des Bezirks und 3. an die städtische Polizeiver­waltung in Hanau und Fulda. (A II 1153.)

* * *

Hersfeld, den 25. Februar 1905.

Vorstehendes wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Nachachtung mitgeteilt.

J. I. Nr. 1343. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rat.

nicht in irgend welcher Verbindung mit dem Baron Werner von Roßlingen?"

Sie ist seine Cousine, wenn ich nicht irre. Rohlingen soll ja übrigens als Politiker Lorbeeren ernten."

Das hörte ich auch; die politischen Artikel, welche jetzt so viel von sich reden machen, sollen seiner Feder entstammen. Ich kenne ihn nur dem Namen nach. Vor Jahren sprach man einmal viel von ihm, was war das doch."

Ganz recht. Es war irgend welche hochherzige, un­eigennützige Tat, die ihm die Bewunderung der ganzen Stadt zuzog. Ich hoffe, ihn nächstens persönlich kennen zu lernen, von Ansehen ist er mir schon längst bekannt. Willst du gehen?"

Ja, ich habe mich für elf Uhr versprochen. Komm mit, es ist hier entsetzlich heiß."

Als sie die Loge verließen, stießen sie fast an einen Herrn, an, welcher aus der nächsten Loge kann

Arthur blieb stehen, um sich zu entschuldigen, und sein Begleiter warf ihm einen bezeichnenden Blick zu, als sein Auge auf das schöne, edle Gesicht des Herrn fiel, welchen er anredete.

Das war ja Roßlingen," sagte er, sobald der Baron ihnen außer Hörweite war.

Das war er? Wie schlecht er aussah!"

Ist das ein Wunder bei einer solchen Hitze?"

* *

*

Werner von Roßlingen trat aus dem Opernhaus auf die Straße hinaus.

Die Herren in der Loge neben ihm hatten wahr gesprochen, als sie sagten, er sei ein berühmter Mann geworden. Während der drei Jahre, welche verflossen waren, seit er Hilda von Gunslach zum letzten Mal Lebewohl gesagt, hatte er fleißig gearbeitet. Die geistigen Kräfte, welche während seines früheren Lebens geschlummert hatten, waren durch den Druck der späteren Ereignisse zur Tätigkeit erwacht. In ihrer Ent­wicklung und ihrem Gebrauch hatte er neues Interesse am Leben gewonnen.

Er hätte nur die Stirn zu beugen brauchen, um sich den

Berlin, den 28. Januar 1905.

Durch den diesseitigen Runderlab vom 26. Januar 189. (Min. Bl. f. b. i. V. 1897 S. 35) ist angeordnet worden, daß die von Polizeibehörden oder Bsamten auszustellenden Lebenszeugnisse auf Quittungen über Renten au« der Preußischen Renten-Versicherungs Anstalt in Berlin als stempelfrei zu behandeln sind, weil die Behörden und Be- amten durch kein Gesetz oder keine Verordnung zur Aus­stellung solcher Bescheinigungen besonders ermächtigt seien, sodaß diese als außerhalb ihrer Zuständigkeit liegend er­achtet werden müßte. Diese Anordnung läßt sich nicht mehr aufrecht erhalten, nachdem das Reichsgericht in dem Urteil vom 13. Januar 1903 (Entsch. in Z. S. Bd. 53 S. 271) ausgesprochen hat, daß zur Ausstellung eines Zeugnisses im Sinne der Tarifstelle 77 des Stempelgesetzes vom 31. Juli 1895, sofern nicht durch Gesetz oder Ver­ordnung diese Ausstellung bestimmten Behörden übertragen ist, jede Behörde zuständig sei, die von der zu bezeugenden Tatsache amtlich Kenntnis erlangt habe. In Abänderung dieses Erlasses bestimme ich demgemäß im Einverständnis mit dem Herrn Finanzminister, daß die erwähnten Lebens- zeugnisse nur dann stempelfrei sind, wenn aus der Urkunde sich ergibt, daß es um einen Gegenstand zum Wert von 150 Mk. oder weniger sich handelt.

Der Minister des Innern. Im Austrage: gez. Unterschrist. An den Herrn Regierungr-Präsidenten in Cassel. I b 1840.

*

Cassel, den 16. Februar 1905.

Abschrift zur Beachtung "und Mitteilung an die weiter in Betracht kommenden Dienststellen und Beamten. Der Regierungs-Präsident. In Vertretung, v. Kamele. An den Herrn Polizei-Präsidenten hier, die Herren Polizei- Direktoren zu Hanau und Fulda und die Herrn Land­räte der Bezirks. A, I. 744.

Hersfeld, den 25. Februar 1905.

Vorstehend abgedruckter Erlaß bringe ich zur Kenntnis der Ortspolizeibehörden des Kreises zur Beachtung in vor­kommenden Fällen,

I. 1342. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 25. Februar 1905. Die unter dem Schweinebestande des Adam Prentzel zu Gittersdorf ausgebrochene Schweinsseuche ist erloschen.

I. 1353. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Lorbeerkranz darauf drücken zn lassen. Sein altes Leben hatte er an jenem Winternachmittag, als er Hilda zum letzten­mal in das geliebte Antlitz schaute, aufgegeben, aber vergessen hatte er sie nicht. Es gibt Erinnerungen, die sich nicht er­sticken lassen. Heute abend waren die schlummernden Wogen seines Herzens durch ein zufälliges Wort wieder geweckt. wor­den. Der alte Kummer wurde wieder lebendig und schrie laut in ihm auf.

Rasch durchschritt er die Straßen, er wußte nicht wo, noch wie lange er ging, so aufgeregt, so verzweifelt fühlte er sich. Endlich sah er sich auf der Brücke, welche über den breiten Fluß hinüberführte. Hier blieb er stehen, lehnte sich über das Geländer und starrte in das dunkle Wasser hinab, wobei ihm die wildesten Gedanken durch den Kops jagten. §ilba würde sich verheiraten! Sie hatte ihn also vergessen, hatte das Herz, welches ihm einst gehörte, einem anderen geschenkt. Und doch hatte er nichts anderes erwarten können, oder war er wahn­sinnig genug gewesen, zu glauben, sie werde um seinetwillen unverheiratet bleiben. Um seinetwillen! Hatte er ihr nicht grausames Unrecht getan? Und nun hatte sie endlich 1?"' treuen, edeln Mann gefunden, der ihr die ganze A^>^^ gegenbrachte, die sie beanspruchen konnte, und fi^g ^bg. liebte, wie sie es verdiente. Andere Männer ,fOn«re$t vollen Wert zu schützen, sie waren nicht so blin^ ' fprQCb er es gewesen. ,ln ' Mittel.

Er stöhnte laut in seiner qualvollen Eiferslga^werbe sich den größten Starren, der jemals atmete, b<Vgeböcigteit Gedanken verweilte, welcher selbst nach so lan'^ brächte die Kraft besaß, ihm solche Schmerzen zu bereif» fgt ba« suchte, die Erinnerung an Hilda zu verdrängen u>8 foRal. Dinge zu denken. Umsonst, umsonst! Eine finft gro§et hielt ihn gefesselt. Er vermochte nichts anderes zu *ajren sich das Bild ausmalen, sie sein Ein und A^ heißgeliebte Hilda, die Gattin eines anderen Pz werden, schlangen von den Armen eines anderen Mu^jMlischen schuldigen Lippen bedeckt von den Küssen en un& bie Mannes, bis diese Gedanken ihn an den Rm anvertraut sinns trieben.

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